Die Dimensionen sind gewaltig. Windkraftwerke, die früher mal Windmühlen hießen, werden immer riesiger und leistungsstärker. Spezialtransporter können nicht nur nachts in verkehrsarmer Zeit verkehren, sondern benötigen zum Rangieren Flächen, die die vorhandenen Straßen nicht hergeben. Bäume müssen gefällt, Laternen und Ampelanlagen abgebaut, sowie neue provisorische Straßen mit riesigen Stahlplatten ausgelegt werden. Nur so sind die Engpässe in Rhade im Bereich der Kreuzung Stuvenberg/Rütherweg zu überwinden. Das Foto zeigt die neue „Stahlstraße“ zwischen Lembecker Straße und Rütherweg, die aber nur eine begrenzte Lebensdauer hat. Künftig wird in unserer Region dringend benötigte Energie mit den neuesten Windkraftanlagen produziert. Die dafür notwendigen Eingriffe in den Naturhaushalt werden komplett ausgeglichen. Nur durch konsequentes nachhaltiges Wirtschaften in allen (Lebens)Bereichen, sichern wir unsere Zukunft. Rhade ist ein kleiner, aber wichtiger Mosaikstein des Ganzen.
Veröffentlicht am 04.09.2024
Drei Fragen an Friedhelm Fragemann
In unserer Reihe „Drei Fragen an …“ haben wir diesmal Friedhelm Fragemann gebeten, seine Sicht über die Lippestadt mitzuteilen. Der ehrenamtliche SPD-Kommunalpolitiker ist seit vielen Jahren Mitglied des Rates der Stadt Dorsten. Wir veröffentlichen seine Antworten in drei Teilen: Nachdem die Teile 1 und 2 bereits erschienen sind, folgt heute mit Teil 3 der Schluss.
Frage: Was müsste morgen besser werden?
Friedhelm Fragemann: Politik und Verwaltung müssen die Sorgen der Bürger, auch bzgl. der Flüchtlingsunterkünfte, ernst nehmen; denn diese sind keineswegs unbegründet, wie sich in Dorsten, aber noch viel deutlicher im Umfeld gezeigt hat. Die Stadt muss zudem auf die Beendigung ständiger Zuweisungen drängen und sich – wo möglich – weiteren Zumutungen verweigern. Vor allem müssen von Land und Bund erheblich mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden, wenn Integration und Inklusion gelingen sollen. Hinsichtlich Schulen gilt es, insbesondere die Ganztagsbetreuung weiter auszubauen und den eklatanten Raummangel abzustellen. Darüber hinaus ist der – wenn auch geringe - Spielraum bzgl. Klassengrößen über entsprechende Vorgaben an die Schulen, was die Anzahl von Zügen pro Jahrgangsstufe betrifft, zu nutzen. Mit Blick auf die Problematik des Klimawandels muss das Augenmerk noch stärker auf den Hitzeschutz gerichtet werden. Geplante Maßnahmen wie Entsiegelung und Begrünung (auch vertikale) etc. müssen schneller umgesetzt, neue in Angriff genommen werden (etwa Sonnensegel in Einkaufsstraßen, Trinkwasserangebote usw.). Entsprechende Vorgaben in Bebauungsplänen müssen weiterentwickelt werden.
Wir danken Friedhelm Fragemann für seinen kritischen Blick auf Dorsten
Veröffentlicht am 03.09.2024
Nur eine Denkzettelwahl?
Thüringen und Sachsen haben gewählt. Nach den ersten Hochrechnungen ist das eingetreten, was alle Demokraten in Deutschland eigentlich, nach der Wiedervereinigung, für unvorstellbar hielten. Dass nämlich eine Rechtsaußenpartei in beiden Ländern, der demokratischen Mitte „das Wasser abgräbt“ und Anspruch zum Regieren erhebt. Ostdeutschland hat die Farbe von rot über schwarz nach blau gewechselt. Die Erwartung, dass die Rechtsaußenpartei AfD besser für Sachsen und Thüringen als die demokratischen Parteien regieren würde, teilt nur eine Minderheit der Wähler. Aber insbesondere der Ampel einen nachhaltigen Denkzettel verpasst zu haben, ist mehr als nur klammheimliche Freude. Was nun?, Was tun?, fragt sich die demokratische Mitte in allen 16 Bundesländern nochmals intensiver. Um unsere Demokratie zu stärken, dürfen keinerlei inhaltsleere Sprechblasen mehr von den Regierungsparteien im Bund und allen Bundesländern zur oberflächlichen Beruhigung der Bevölkerung abgegeben werden. Gefragt sind „klare Kante“ und ein Zusammenrücken aller Demokraten. Ob die FDP jetzt endlich erkennt, dass sie sich mit ihren ständigen Querschüssen in erster Linie selbst geschadet, sowie Grüne und SPD mit nach unten gezogen hat, ist nicht sicher, aber zu hoffen.
Erste Rhader Gedanken zur Landtagswahl im Osten - Fortsetzung folgt
Veröffentlicht am 01.09.2024
Michael Gerdes SPD-MdB tritt nicht mehr an
In einem Jahr wird ein neuer Bundestag gewählt. Die SPD in Bottrop, Gladbeck und Dorsten hat nun den Nachfolger für den langjährigen Bundestagsabgeordneten Michael Gerdes in einem faireren Auswahlverfahren gefunden. Der aus Gladbeck stammende Dustin Tix hat die Delegierten eindrucksvoll überzeugt und setzte sich mit 28 zu 17 Stimmen gegen den Kandidaten aus Bottrop durch. Nun gilt es, die Wählerinnen und Wähler in dem Bundestagswahlkreis der genannten drei Städte zu überzeugen. Dustin Tix ist jung, dynamisch, ehrgeizig und politisch schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr. Nun gilt es, in den kommenden 12 Monaten, durchzustarten. Die Dorstener SPD zählt zu seinen Unterstützern. „Glück auf, Dustin Tix“, so die Rhader Reaktion nach der Kandidatenkür.
Ein erster Unterstützungsaufschlag aus Rhade. Fortsetzung folgt.
Veröffentlicht am 31.08.2024
Augenmaß und Konsequenz
Wir haben nach 1945 schnell gelernt, die Vorzüge einer offenen, freien und toleranten Gesellschaft in vollen Zügen zu genießen. Wir haben insbesondere in die skandinavischen Länder geblickt, die uns mit ihrer gelebten Solidarität, auch Flüchtlingen gegenüber, als Vorbild galten. Wir haben leider nicht, bzw. viel zu spät erkannt, dass unsere praktizierte Liberalität auch missbraucht wird. Wir hätten, mit Blick in die nordischen Länder viel früher erkennen können, dass unsere freiheitlichen Grundstrukturen einen starken Schutzwall benötigen. Wir müssen "mit aller Macht" verhindern, dass Konflikte in anderen Ländern auf unserem Boden fortgesetzt werden. Gefragt sind jetzt Augenmaß und Konsequenz. Augenmaß heißt, nicht zu einem Polizeistaat zu werden, der auch unsere geschätzten Freiheiten unangemessen einschränkt. Konsequenz heißt, dass wir unsere Sicherheitsbehörden schnellstmöglich personell und insbesondere nach dem neuesten Stand der Technik ausstatten müssen. Erkenntnisse unserer Behörden über sogenannte Gefährder müssen in Echtzeit innerbehördlich allen Bundesländern zugänglich sein. Der Datenschutz muss dazu nicht ausgehebelt, aber zu unserer Sicherheit reformiert werden. Wer genau hinhört, erkennt, dass unsere Bundesregierung verstanden hat. Ihre gerade getroffenen Beschlüsse zeigen das. Der Glaube, dass die von rechts- und linksaußen hingeworfenen Versprechungen die erkannten Probleme ganz schnell lösen würden, ist ein gefährlicher Irrglaube.
Ein Wochenendkommentar aus Rhade
Veröffentlicht am 31.08.2024