Von wegen abseits
Die laufende Fußball-Europameisterschaft bringt Menschen aus vielen Ländern zusammen. Sie feuern ihre Elf im Stadion an, feiern Siege und trösten sich gegenseitig bei Niederlagen. So auch in Düsseldorf. Unsere Landeshauptstadt ist Gastgeber für fünf Fußballspiele. Morgen (Samstag) wird das spannende Viertelfinale zwischen England und der Schweiz in der Düsseldorfer Arena ausgetragen. Ob sich britische und eidgenössische Fangruppen zuvor (und hoffentlich anschließend) verbrüdern werden, wissen wir nicht. Eine überraschende freundschaftliche Kooperation kann aber in der Stadt und dafür Vorbild sein. Die Straßenzeitung für Wohnungslose „fiftyfifty“ und das Magazin für Fußballkultur „11 Freunde“, haben eine gemeinsame Sonderausgabe produziert, die, übrigens zweisprachig (deutsch - englisch), für Fußball und sozialen Zusammenhalt mit exzellenten Beiträgen wirbt. Zum Beispiel kommen Campino, Martina Voss-Tecklenburg, Klaus Allofs, der Oberbürgermeister Stephan Keller oder Andreas Rettich, DFB-Geschäftsführer, zu Wort. Aber das Besondere ist, dass absolut gleichwertig diejenigen, ebenfalls in großen Bildern und begeisternden Texten vorgestellt werden, die die Straßenzeitung verkaufen und sich so als echte Fußballfans outen. Ihr Werdegang, mit vielen Brüchen versehen, kann bestens mit Fußball in Verbindung gebracht werden. Werden sie nämlich gut trainiert, halten sie spielend, im wahrsten Sinne des Wortes, in der Lebensliga mit. fiftyfifty und 11 Freunde haben den Anstoß ausgeführt, die Abseitsregel gilt als aufgehoben.
Ein Rhader blättert begeistert im fast 100-seitigen Sonderheft „fiftyfifty / 11 Freude“ für 5 Euro. Wird auf der Straße verkauft, kann aber auch über www.fiftyfifty-galerie.de bestellt werden.
Veröffentlicht am 05.07.2024
Schwarz-grüne Landesregierung setzt den Rotstift an - Ist Rhade betroffen?
Seit Wochen pfeifen es die Spatzen von den Dächern, „NRW kommt mit dem Geld nicht aus, das es zur Verfügung hat.“ Der Finanzminister (CDU) verärgert mit seinen Spar-Statements den grünen Koalitionspartner und irritiert die Öffentlichkeit. Begriffe wie Schuldenbremse und Nachtragshaushalt beherrschen die öffentliche Debatte. Auch bereits angekündigte Fördertöpfe sollen auf den Prüfstand. Ob damit auch Finanzzusagen zur Stabilisierung des ländlichen Raums verbunden sind, steht noch in den Sternen. Aber, dass besonders auch in Dorsten und Rhade hingehört wird, hat mit der eingeläuteten Dorfentwicklung im Dorstener Norden zu tun. Beim letzten Bürgerforum konnte die Verwaltung noch ankündigen, dass nun die Förderanträge für die Rhader Zukunftsplanung vorbereitet würden. Ob es überhaupt dazu kommt, werden die nächsten Wochen zeigen. Die hiesige SPD-Landtagsabgeordnete Sandy Meinhardt wurde mit folgendem Schreiben gebeten, nachzuhaken: „Wir in Rhade würden gerne wissen, ob sich die offensichtlichen NRW-Finanzprobleme der schwarz-grünen Landesregierung auch negativ auf die versprochene Förderung der Dörfer wie Rhade (Dorfentwicklungsplan) auswirken können?“ Nun warten wir gespannt auf die Antwort. Es wäre übrigens nicht das erste Mal, dass völlig durchgeplante örtliche Projekte kurz vor dem ersten Spatenstich, bereits beerdigt wurden. Noch blicken wir aber optimistisch nach Düsseldorf.
Eine besorgte Nachfrage aus Rhade in Richtung Düsseldorf
Veröffentlicht am 04.07.2024
Sie nur als Bedrohung einzustufen, ist ein Fehler
In der öffentlichen Diskussion und Wahrnehmung werden Flüchtlinge zunehmend als Problem angesehen. „Die wollen wir nicht!“, so kurz und knapp die Parole. Rechte Parteien greifen diese Stimmung auf, verstärken sie durch falsche Behauptungen und sind bei Wahlen damit erfolgreich. Die demokratische Parteienlandschaft versucht seit Jahren einen Weg zu finden, der dem Völkerrecht und unseren humanen, auch christlichen Werten, entspricht. So die Theorie. In der Praxis bauen wir Zäune und pflegen Vorurteile, um Migranten zu verdeutlichen: „Wir wollen euch nicht!“. Wir suchen Länder außerhalb Europas, die uns gegen entsprechende Bezahlung das Problem vom Hals halten. Hilft nicht, funktioniert nicht. Parallel wissen wir, dass unsere Gesellschaft ohne Einwanderung zum wirtschaftlichen Abstieg verurteilt ist. Unsere Wirtschaftsweisen fordern 1,5 Millionen Einwanderer pro Jahr (!) per Quotenregelung ins Land einreisen zu lassen, um unseren Fachkräftemangel auszugleichen. Diejenigen, die ins Land kommen und bereits gekommen sind, müssten aber sofort arbeiten dürfen oder ausgebildet werden. Das sogenannte Fachkräfteeinwanderungsgesetz, von der Ampel 2023 beschlossen, weist in diese Richtung. In Wesel und Essen wird nun ins Auge gefasst, auch das bisherige Arbeitsverbot für bestimmte Flüchtlinge aufzuheben, um u. a. die Integration zu stärken. Ein Ansatz, der auch in Dorsten offen und vorurteilsfrei diskutiert werden müsste.
Ein Rhader Zwischenruf
Veröffentlicht am 03.07.2024
Dorstener Bürgermeister feiert kleines Dienstjubiläum - Ein Glückwunsch
Er „tanzt auf allen Hochzeiten“. Er ist sachkundig und omnipräsent in unserer Stadt. Er hat Ecken und Kanten, die er auch schon mal einsetzt, um seine Sicht der Dinge durchzusetzen. Die Rede ist von Tobias Stockhoff (CDU), der tatsächlich schon 10 Jahre dem Dorstener Bürgermeisteramt einen ganz persönlichen Anstrich verliehen hat. Grund genug, ihm dafür zu danken. Dass das auf einer SPD-Internetseite geschieht, wird den einen oder anderen Leser überraschen. Aber es ist ein Stück Normalität, allen Demokraten besondere Aufmerksamkeit zu widmen, die sich in diesen schwierigeren Zeiten auch für Menschenwürde, Demokratie und Respekt persönlich und mit großem Engagement einsetzen. Und unser Bürgermeister darf für sich in Anspruch nehmen, hier besondere Zeichen für die Dorstener Zivilgesellschaft gesetzt zu haben. Herzlichen Glückwunsch von einem kritischen sozialdemokratischen Gratulanten aus Rhade, der sicherlich im Namen nicht weniger Gleichgesinnter spricht.
Veröffentlicht am 02.07.2024
Der Blick über den eigenen Tellerrand macht das Leben reicher
Ein runder Geburtstag ist immer auch willkommener Anlass, ein Resume über das Gewesene und das Bevorstehende zu ziehen. So auch in Rybnik, unserer polnischen Partnerstadt, die Dorsten zur Geburtstagsfeier eingeladen hat. Achim Schrecklein, stellvertretender Bürgermeister, einige Kommunalpolitiker, und ganz besonders wichtig, Jugendliche des Sportvereins Grün-Weiß Barkenberg und die Cheerleader-Tanzgruppe des BSV Wulfen bildeten eine bunte Reisegruppe. Sie alle verstanden sich als Botschafter für Freundschaft und friedliches, grenzüberschreitendes Nebeneinander. Achim Schrecklein bedankte sich stellvertretend für ganz Dorsten für die hervorragende Zusammenarbeit im Verlauf der Beziehungen und ging in diesem Zusammenhang auf verschiedene von der EU finanzierte Projekte, die Vielzahl von bürgerschaftlichen Begegnungen und auf gemeinsam geleistete Hilfestellungen für die ukrainische Partnerstadt ein. „Wir sind sehr dankbar für die engen, freundschaftlichen Beziehungen zwischen Menschen, Vereinen und der Verwaltung aus Dorsten und Rybnik! Und dankbar, dass wir hier sein dürfen. Liebe Rybnikerinnen und Rybniker: Auf die nächsten 30 Jahre! Auf unsere Freundschaft!“ Als Gastgeschenk überreichte er im Namen von Bürgerschaft, Rat und Verwaltung das Dorstener Stadtwappen aus Holz.
Eigener Text auf Grundlage einer Pressemitteilung der Stadt Dorsten. Foto Stadt Dorsten.
Veröffentlicht am 01.07.2024