„Wohin gehst du - Deutschland?“
Ernst und nachdenklich, aber engagiert und leidenschaftlich, so lässt sich am besten die Stimmung der Rhader Mitglieder beschreiben, die sich zu ihrer monatlichen Versammlung im Gasthaus Finke trafen. Achim Schrecklein berichtete über den jetzt vollzogenen Beitritt Dorstens als 78. Stadt ins sogenannte Riga-Komitee. Ein Vorschlag der SPD-Ratsfraktion, der einstimmig angenommen und umgesetzt wurde. Die Mitglieder des Riga-Komitees haben sich verpflichtet, das Gedenken an die jüdischen Nazi-Opfer, auch aus Dorsten, aufrecht zu erhalten, um schreckliche Wiederholungen durch Aufklärung und bürgerschaftliches Engagement zu verhindern. Achim Schrecklein verband dieses Versprechen mit den aktuellen Demonstrationen gegen rechts, die ein Lichtblick für unsere Demokratie seien. Diesen Faden griff Dirk Hartwich auf, der in seiner Eigenschaft als Bildungsobmann einen Überblick über die politische Lage in Deutschland, Europa und Übersee vermittelte. Und genau jetzt wurde überdeutlich, dass Gesprächsbedarf besteht. Egal ob es um die Zustandsbeschreibung der Ampelregierung ging, den Ukraine- und Israelkonflikt, über die Parteienlandschaft und den Ausblick auf die kommenden Wahlen, eine allgemeine Unzufriedenheit über die Entwicklungen war mit den Händen zu greifen. Künftig, so der Wunsch der Teilnehmer, soll es auf dem monatlichen Treffen wieder ein aktuelles Impulsreferat geben, um nicht nur „Dampf abzulassen", sondern mit Vorurteilen aufzuräumen und Fake-News zu entlarven. Eine spannende Mitgliederversammlung, die geradezu nach Fortsetzung schreit, so Dirk Hartwich abschließend.
Veröffentlicht am 15.02.2024
Dorstener SPD-Vorschlag verdient überparteiliche Unterstützung
Der Bürgermeister hat es vorgemacht. Sein kontinuierliches Gesprächsangebot „Bürgermeister vor Ort“ ist ein Musterbeispiel für direkte Bürgerbeteiligung. Wem der „kommunale“ Schuh drückt, sucht nach Gesprächspartnern, die helfen könn(t)en. Der Bürgermeister, als Erster unter Gleichen einer Stadt, ist geradezu prädestiniert, zuzuhören und Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Nun schlägt Dirk Groß, Fraktionsvorsitzender der SPD im Dorstener Stadtrat vor, die uneingeschränkt zu lobende Aktivität des Bürgermeisters mit einer Erweiterungsidee zu stärken. So könnte es künftig zusätzlich heißen, „Rat vor Ort“. Dann, wenn sich weitere Fraktionen bereit erklären, den von Dirk Groß und der SPD gesponnenen Faden aufzunehmen und daraus ein tragendes, dauerhaftes Konzept zu entwickeln. Die Betonung liegt eindeutig auf DAUERHAFT. Jeder Schnellschuss wird verpuffen und erheblichen Frust verursachen. Noch besser wäre, wenn das regelmäßige Gesprächsangebot in allen 11 Stadtteilen künftig hieße, „Bürgermeister und Rat gemeinsam vor Ort“. Egal, wie am Ende das neue Format lautet, an der SPD-Idee, künftig dem Bürger entgegenzugehen, statt auf ihn im Büro zu warten, geht kein Weg vorbei. Nur so kann unsere Demokratie gestärkt und Vertrauen in Politik aufgebaut werden.
Ein Rhader Zwischenruf in Richtung Bürgermeister und Stadtrat
Veröffentlicht am 14.02.2024
Ein Blick zurück hilft, zu verstehen
Der Güllegeruch, der aktuell über dem Land liegt, zeigt an, dass die Landwirte die Straße verlassen haben und wieder ihrer harten Arbeit auf den Feldern nachgehen. Um zu verstehen, in welcher Sackgasse sich die heimische Landwirtschaft befindet, müssen wir zurückblicken. In den 1960er Jahren halfen Kunstdünger mit Namen wie Nitrophoska und Gifte mit der Bezeichnung E 605, die Erträge deutlich zu steigern. Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft EWG unterstützte und subventionierte. Grenzenloses Wachstum wurde den Landwirten versprochen. Eine Abnahmegarantie signalisierte, die Menge macht’s. Die Folge war eine gigantische Überproduktion von Getreide, Fleisch und Milch und ein sinkender Marktpreis. Parallel erkennen verantwortliche Landwirte und Naturschützer, dass die bisherige Bewirtschaftung der Nutzflächen nicht nachhaltig ist. Unübersehbar sind ausgelaugte Böden, sterbende Insektenarten und belastetes Grundwasser. Hinzu kommt, dass die landwirtschaftlichen Betriebe am Subventionstropf des Staates und der EU hängen. Jede Kürzung kann das Aus des eigenen Betriebes bedeuten. Dass es die kleineren sind, die in dem gnadenlosen Verdrängungswettbewerb aufgeben müssen, gehört zur realistischen Betrachtung des heutigen Agrarsektors dazu. Der laute Bauernprotest hilft vielleicht, momentan staatliche Unterstützung in bisheriger Größenordnung zu behalten. Wer aber die Zwischentöne der Mahner überhört, oder überhören will, verpasst den richtigen Zeitpunkt, seinen Betrieb zukunftsfest zu gestalten. Ein Kraftakt, der dann uneingeschränkte öffentliche Unterstützung verdient.
Eigener Bericht auf Grundlage des ZEIT-Artikels „Wie Panzerfahrer auf dem Acker“ vom 25. Januar 2024
Veröffentlicht am 13.02.2024
Die Neue SPD im Westen - „Raus aus den Gremien – raus auf die Straße“ (Teil 2)
„Wir sind eine Mitgliederpartei“ – jeder kennt diesen Spruch, der auch immer wieder in Interviews und auf Parteitagen fällt. Aber was bedeutet das eigentlich, vor allem in der heutigen Zeit? Nun, traditionell liegt unsere Stärke vor allem vor Ort, weil dort zehntausende Genossinnen und Genossen die Gesichter der Sozialdemokratie sind, und unsere Vision einer gerechteren Welt in ihre Heimatstädte tragen. Vor allem aber zeichnet uns die Vielfalt unserer Mitglieder aus: Wir sind das größte Vereinsheim im Land! In unseren Ortsvereinen sitzt die junge Uni-Dozentin mit dem alten Thyssen-Rentner zusammen und die Busfahrerin mit dem Studenten, die Gewerkschafterin mit dem Selbstständigen. Uns gibt es auf dem Land und in der Stadt. Wir besuchen das Schützenfest genauso wie das Fastenbrechen. Keine andere Partei bildet die Gesellschaft so sehr ab wie wir. Wir haben aber auch verstanden, dass sich unsere Partei moderner, nahbarer und schlagkräftiger aufstellen muss, um die Zukunft in NRW zu gestalten. Dafür brauchen wir jedes einzelne Mitglied – und zwar nicht um mehr Beitragseinnahmen zu haben, sondern um die Idee der Sozialdemokratie in jeden Winkel des Landes zu tragen, in jeder Gemeinde und in jeder Stadt!Und vor allem: Jedes Mitglied hilft uns, noch näher an den Leuten zu sein die uns brauchen. Zusammen wollen wir auf den Marktplätzen sein, in den Quartieren, Stadtteilen und Dörfern. Dazu werden wir Aktions- und Dialogformate aufbauen. Wir wollen unser großes SPD-Vereinsheim noch mehr öffnen – und indem wir noch mehr auf Menschen zugehen, auch noch zugänglicher werden. Wenn ihr eine gute Idee habt, dann meldet euch doch gerne bei mir – mein Verständnis einer Mitgliederpartei ist nämlich auch, den Expertinnen und Experten vor Ort gut zuzuhören. Ich danke euch herzlich für eure gute Arbeit in Rhade! Glück Auf!
Freddy Cordes, Generalsekretär (37) NRWSPD
Veröffentlicht am 12.02.2024
Veröffentlicht am 11.02.2024