Ein Tor, wer dabei an Sport denkt
Mehrere Wochen dauert das gerade angepfiffene Spektakel. Wir sind mit unserer Fußballmannschaft, dem TV und unzähligen Experten live dabei. Am Ende wird es einen Weltmeister und 47 Verlierermannschaften geben. Ein Geldmeister steht schon fest. Die FIFA. Fédération Internationale de Football Association aus Zürich. Der Dachverband des Weltfußballs. Eine Organisation, die von Korruption, Bestechung und Wahlmanipulation (Wikipedia) begleitet wird. Der Chef, Gianni Infantino, ist ein Schweizer, der versteht, die Strippen zu ziehen. Der wichtigste sportliche Wettbewerb, die alle vier Jahre stattfindende Fußballweltmeisterschaft, ist zur gnadenlosen Geldmeisterschaft verkommen. Infantino lässt aber auch gönnerhaft mitverdienen. Willfährige Politiker und nationale Verbandspräsidenten, die seine Verkaufsvorstellungen kritiklos teilen, gehen später mit prall gefüllten Taschen vom Platz. Ein Tor, wer in diesem Zusammenhang auch an Trump denkt, der von Gianni Infantino kürzlich sogar mit einem puren Friedensgoldpokal zum handzahmen Unterstützer mutierte. Wir stehen nicht abseits, sondern glauben ernsthaft, dass Sport und Politik zwei Paar Schuhe sind. Wir bilden die Kulisse für ein Großereignis, das minutiös geplant und eiskalt durchgerechnet wurde. Am Ende zählen nicht nur Tore, sondern Milliarden auf der Habenseite von wenigen. Wir sind trotzdem dabei, weil wir von der Illusion, dass Fußball die schönste Nebensache der Welt ist, nicht lassen können.
Dirk Hartwich, heute als Linksaußen-Wochenendkommentator
Veröffentlicht am 13.06.2026
SPD- Bundesfraktion positioniert sich klar und eindeutig
„Wir begrüßen das heute vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) vorgestellte Steuerkonzept: Die SPD und die Gewerkschaften ziehen hier an einem Strang - es muss gerechter zugehen in unserem Land.
Die Krisen der vergangenen Jahre haben vor allem kleine und mittlere Einkommen sowie Familien belastet. Deshalb hat der DGB Recht: Sie brauchen jetzt spürbare Entlastung. Diese bringen wir mit einer Reform der Einkommensteuer auf den Weg. Gleichzeitig müssen die Superreichen stärker zur Kasse gebeten werden. Wir stehen vor einem großen Reformprozess. Klar ist: Es darf nicht am falschen Ende gekürzt oder gespart werden. Es gibt Alternativen zu einer Mehrwertsteuererhöhung, die gerechter sind und Wachstum ermöglichen, das hat der DGB aufgezeigt: Die Revitalisierung der Vermögensteuer für Multimillionen-Vermögen, eine Erhöhung der Kapitalertragsteuer und eine gerechte Erbschaftsteuer. Mit „Fair.Erben“ haben wir bereits gezeigt, wie Schlupflöcher für Multimillionenerben geschlossen werden, während Omas Haus und Familienbetriebe bis fünf Millionen Euro geschützt bleiben. Auch im Kampf gegen Finanzkriminalität stehen wir fest an der Seite des DGB. Es ist gut und richtig, dass unser Finanzminister hier einen umfassenden Aktionsplan vorantreibt. Gemeinsam mit den Gewerkschaften kämpfen wir für ein gerechtes Steuersystem, das die Mehrheit entlastet und die großen Aufgaben solidarisch finanziert. Denn wir sind der Schutzschirm der Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und Familien.“
Übernommen von www.spdfraktion.de
Veröffentlicht am 12.06.2026
Auch Dorsten sorgt sich um Rundum-Nahversorgung
Früher galt das Verteidigungsministerium als Schleudersitz für jeden Amtsinhaber. Machte er seine Sache gut, stand dem Aufstieg nichts im Weg. Beispiel: Helmut Schmidt. Umgekehrt führte Versagen zum dauerhaften Abstieg. Beispiel: Christine Lambrecht. Heute steht das Gesundheitsministerium fast täglich im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Die zu lösende Aufgabe scheint von Jahr zu Jahr unlösbarer zu werden. Die Ursache kann kurz erklärt werden: Die älter werdende Bevölkerung benötigt in der letzten Phase des Lebens vermehrt ärztliche und pflegerische Unterstützung. Dadurch steigen die Kosten, die nicht allein durch die Versichertenbeiträge abgedeckt werden können. Ohne staatliche Zuschüsse geht also nichts. Im aktuellen Fall ist die Gesundheitsministerin Nina Warken gefragt, wie sie die Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben schließen will. U. a. plant sie, die Kostenspirale mit Beitragserhöhungen, Absenken von Standards in der Pflege und Leistungsverboten in Krankenhäusern zu stoppen. Das führt zu Protesten auf fast allen Ebenen. Auch das Dorstener Krankenhaus sieht sich von der Politik zusehends falsch behandelt. Vorgebrachte Befürchtungen, dass die lebensnotwendige ortsnahe Versorgung dem Rotstift geopfert werden könnte, versanden zwischen Düsseldorf und Berlin. Während wir Dorstener künftig und dann dauerhaft längere Wege zum Genesen in Kauf nehmen müssen, werden die aktuell agierenden Gesundheitsminister Laumann in Düsseldorf und Warken in Berlin, gut privat versorgt, vergessen sein. Das gesamte Gesundheitssystem scheint chronisch krank zu sein.
Nachdenkzeilen aus Rhade
Veröffentlicht am 11.06.2026
Wenn Bürger und Verwaltung zusammenarbeiten, dann ...
Die Dorstener Stadtverwaltung ist der größte Arbeitgeber in der Lippestadt. Über 1000 Menschen decken dort 50 unterschiedliche Berufsfelder ab. Wer mal hinter die Kulissen des Rathauses geblickt hat, weiß, dass fast alle dort Beschäftigten hoch motiviert und engagiert sind. Sie müssen ständig alle Gesetze, Verordnungen und Vorgaben im Blick haben, Beschlüsse des Stadtrates bewerten und umsetzen, der Öffentlichkeit Rede und Antwort stehen, sowie in der Lage sein, den Bürgern bereits „heute“ von den Augen abzulesen, was sie „morgen“ unbedingt umgesetzt haben wollen. Und, nicht zu vergessen, sie müssen sparsam mit unseren Steuergeldern umgehen. Spätestens jetzt wird klar, dass das nur funktionieren kann, wenn sich alle Bürger in der Stadt als freiwillige Kooperationspartner der Verwaltung verstehen. Das heißt, nicht nur zu nehmen, sondern auch zu geben. Viele positive Beispiele des Ehrenamts könnten jetzt aufgeführt werden. Aber da ist auch noch Luft nach oben. Wer nämlich mit offenen Augen durch unsere Stadt geht, sieht immer auch „offene Baustellen“, die zu schließen übersehen wurden. So z. B. der Grünstreifen der Lembecker Straße in Rhade. Trotz rot-weißer Baken wird er immer wieder überfahren. Eine Gefährdung für Fußgänger und Radfahrer. Also kooperieren wir mit der Verwaltung und bitten um Verbesserung, indem wir diesen Text direkt ins Rathaus weiterleiten.
Mit offenen Augen durch Rhade
Veröffentlicht am 10.06.2026
Neidisch? Nein, aber nachdenklich!
Die Meldungen wiederholen sich. Einerseits steigt die Zahl der unter Armut leidenden Menschen in unserem Land, parallel wächst die Zahl derer, die reich oder superreich sind. Wie ist das möglich? Ist die erstgenannte Gruppe zu faul? Sind die anderen dagegen einfach nur fleißiger? Es fällt schwer, eine Antwort zu finden, die die aktuelle Entwicklung so beschreibt, dass wir zur Tagesordnung übergehen können. Also ist Politik gefragt. In unserer Verfassung steht, dass „gleichwertige Lebensverhältnisse als Sozialstaatsprinzip“ festgeschrieben sind (u. a. im GG Art. 72). Das verpflichtet eigentlich unsere Regierungen immer dann per Gesetz einzugreifen, wenn offensichtlich ein soziales Ungleichgewicht entstanden ist. Danach dürfte es keine Diskussion in unserer Koalitionsregierung aus CDU/SPD/CSU geben, um die Steuergesetzgebung gravierend zu ändern. Und zwar so, dass die Steuereinnahmeseite durch eine angemessene Erhöhung bei denen, die als sehr vermögend bei den Finanzverwaltungen gelistet sind, verbessert wird. Nicht um Fleiß und Kreativität zu beschneiden, sondern um sie an den dringendsten Aufgaben des Staates angemessen zu beteiligen. Die SPD sagt das zwar genau so, muss nun aber auch alles daran setzen, die Koalitionspartner zu bewegen. Die im GG formulierten Ziele sind nämlich für alle Politiker, Regierungen und Parteien verbindlich, also keine Verhandlungsmasse.
Nachdenkzeilen aus Rhade
Veröffentlicht am 09.06.2026