Berliner Koalition auf dem richtigen Weg
Lange haben sie sich gestritten. Wie kommt unser Land aus der Krise? Was ist der richtige Weg? Mehr Steuern oder doch Entlastung? Mehr Eigenverantwortung oder doch Beibehaltung aller sozialen Leistungen? Die Antworten der CDU/SPD/CSU-Koalitionsregierung haben (zu) lange gedauert. Parallel wuchs der Zweifel, ob „die“ überhaupt miteinander können. Nun haben sie gemeinsam, ohne Streit, ein großes Reformpaket auf den Weg gebracht. Rente, Gesundheit, Steuern. Klar ist, dass ein Weiter so wie bisher weder bezahlbar noch gerecht gewesen wäre. Klar wurde aber auch, dass es bei der geplanten Umsetzung der nun beschlossenen Maßnahmen keinen goldenen Weg geben wird, der alle zufrieden stellt. Unsere Abgeordneten im Bundestag werden aber noch ein Wort mitreden. Insbesondere wenn sich herausstellt, dass an einzelnen Gerechtigkeits-Stellschrauben noch gedreht werden müsste, ohne das Gesamtpaket der Reformen infrage zu stellen. Und wir an der Basis sollten zwar kritisch, aber nicht destruktiv diesen jetzt eingeschlagenen Weg unserer Regierung begleiten.
Rhader Nachdenkzeilen
Veröffentlicht am 07.07.2026
Rhade und Lembeck haben etwas. Sie sind Oasen in grüner Natur. Die Lebensqualität ist hoch, die Zufriedenheit der hier lebenden Menschen ebenfalls. Um das zu bewahren und nachhaltig zu verbessern, ist gelebter Klimaschutz ein wesentlicher Faktor. Laut dem städtischen Klimaschutzbericht ist das Autofahren mit Verbrennern ein großer Klimakiller. Als Alternative bietet sich also das Fahrradfahren an. Vorausgesetzt, es gibt sichere Radwege abseits des Kfz-Verkehrs. So wie zwischen Rhade und Lembeck entlang der Kreisstraße. Parallel bietet sich auch der Endelner Weg an, der als Wirtschaftsweg gekennzeichnet ist. Der umweltbewusste Radfahrer, der den Radweg entlang der genannten Kreisstraße wählt, verzweifelt auf der nur 3,5 Kilometer langen Strecke mehrfach. Baumwurzeln haben das Pflaster in Teilabschnitten so verformt, dass ein entspanntes und sicheres Fahren unmöglich ist. Wichtig zu wissen ist, dass dieser Zustand mehrfach der Verwaltung Dorsten und dem Kreis RE mitgeteilt wurde. Einzelne Ausbesserungen dienten wohl nur der Beruhigung des schlechten Gewissens. Gebessert hat sich nichts. Blicken wir zur Alternative Endelner Weg. Warum nicht zur Fahrradstraße erklären? Dann müssten auf dieser Strecke alle Kfz gegenüber den Radlern Rücksicht nehmen und nicht wie aktuell, sie durch nicht eingehaltenen Abstand und kaum reduzierte Geschwindigkeit gefährden. Diese öffentliche Anregung wird nun zum Rathaus Dorsten, der Kreisverwaltung RE, dem Bürgerforum Rhade, der Porte Lembeck, dem Dorfmanager und einzelnen Ratsmitgliedern zugestellt. Vielleicht tut sich danach doch etwas.
Brigitte und Dirk Hartwich/Rhade
Veröffentlicht am 06.07.2026
Seit Jahren scheinen wir Verbraucher (und die Politik) von den Multis der Energiebranche am Nasenring durch die Manege geführt zu werden. Seit Jahren klagen wir über immer weiter steigende Energiepreise an den Tankstellen und im Haushalt. Sobald die kleinste Störung beim Transport (Öl/Gas) nur als Möglichkeit erwähnt wird, zahlen wir drauf. An der Zapfsäule ebenso wie beim Haushaltsstrom. Unser Unverständnis wird auch von der Regierung regelmäßig geteilt. Um uns zu beruhigen, kommt auf Anordnung dann das Bundeskartellamt ins Spiel. Alle Jahre wieder prüft es, ob die genannten Multis ihre marktbeherrschende Stellung zum eigenen Vorteil missbrauchen. In der Regel hört man kaum, was die Prüfung ergeben hat. Und wenn doch, dann, dass es kein auffälliges Fehlverhalten gegeben habe. Wechseln wir zur aktuellen Lage. Trumps idiotischer Krieg hat die Warenkette auch für Energielieferungen bis zum heutigen Tag erheblich gestört. In der Folge schossen die Benzin- und Dieselpreise in die Höhe. Zur Milderung der Verbraucherbelastung gabs für 2 Monate den Tankrabatt. Nur leider, so eine unabhängige Untersuchung, kam dieser Vorteil nicht 1:1 an der Zapfsäule an. Ein Fall für das Bundeskartellamt. Hoffen wir, dass es (diesmal) zum gleichen Ergebnis kommt und dem Missbrauch der Multis einen dauerhaften Riegel vorschiebt. Papiertiger Bundeskartellamt? Siehe www.Bundeskartellamt.de
Rhader Wochenendgedanken
Veröffentlicht am 04.07.2026
Gastbeitrag von H.-Rüdiger Kühn*
Nicht nur die Enzyklika „Magnifica humanitas“ macht deutlich, dass wir Demokraten eine besondere ethische Verantwortung im Umgang mit Künstlicher Intelligenz tragen. KI ist weder grundsätzlich gut noch böse. Ihre Wirkung hängt davon ab, nach welchen Werten wir sie entwickeln, finanzieren, regulieren und nutzen. Deshalb dürfen wir nicht zulassen, dass Technik den Menschen ersetzt oder Entscheidungen übernimmt, die Mitgefühl, Gerechtigkeit und Verantwortung erfordern.
Wir Demokraten warnen vor der Konzentration von Macht und Daten in den Händen weniger Technologiekonzerne und Tech Oligarchen, sowie vor Manipulation, Desinformation, Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung. Wir fordern klare gesetzliche Regeln, unabhängige Kontrolle, Transparenz und eine umfassende ethische Bildung. Besonders sensibel sind der Einsatz von KI bei Entscheidungen über Arbeit, Kredite oder gesellschaftliche Teilhabe sowie die Entwicklung autonomer Waffensysteme.
Gleichzeitig betonen wir die Chancen der KI für Medizin, Bildung und gesellschaftlichen Fortschritt. Voraussetzung ist jedoch, dass ihre Entwicklung den Menschenrechten, der sozialen Gerechtigkeit, dem Gemeinwohl und der Bewahrung der Schöpfung dient. Auch die ökologischen Folgen des hohen Energie- und Ressourcenverbrauchs müssen berücksichtigt werden.
Unser Ziel ist eine menschenfreundliche Digitalisierung: Nicht die KI soll den Menschen beherrschen, sondern wir müssen ihre Entwicklung demokratisch gestalten, damit Freiheit, Menschenwürde und Demokratie gestärkt werden.
*H.-Rüdiger Kühn (SPD) aus Wulfen-Barkenberg engagiert sich seit Jahrzehnten auf vielen Ebenen der Dorstener Stadtgesellschaft und darüberhinaus.
Vergleiche die KI-Beiträge auf dieser Internetseite: „KI in aller Munde“ vom 19.06.2026 und „KI in der Stadtverwaltung“ vom 25.06.2026. Wird fortgesetzt.
Veröffentlicht am 03.07.2026
Er ist ein vielseitig ausgezeichneter Schauspieler. Er ist aber auch der Sohn von Rut und Willy Brandt. Eine Konstellation, die Matthias Brandt bislang bewusst trennte, um seinen eigenen Weg zu finden. Öffentliche politische Bewertungen vermied er. Als aber vor einem Jahr die Bitte an ihn herangetragen wurde, auf der Gedenkveranstaltung in Berlin-Plötzensee am 20. Juli eine Rede zur Erinnerung an die dort bestialisch ermordeten Hitler-Widerständler zu halten, begann ein intensiver Nachdenkprozess über sich, seine Familie und seine bislang öffentliche gesellschaftspolitische Abstinenz. Seine Gedanken hat Matthias Brandt anschließend im Buch NEIN SAGEN festgehalten. Sehr persönlich und offen, sehr nachdenklich und informativ, sehr berührend und motivierend. Ein kleines Buch, das neben der späten Liebeserklärung an Rut und Willy Brandt auch die Erkenntnis beinhaltet, nicht länger politisch abseits stehen zu dürfen, um dem Erbe seiner Eltern und der in Plötzensee hingerichteten mutigen Menschen gerecht zu werden. Das Engagement heute NEIN gegenüber Demokratieverächtern (AfD) zu sagen, ist nicht annähernd mit dem Mut der Widerstandsgruppe des 20. Juli zu vergleichen. Hier ohne Konsequenz, dort mit dem Tod bedroht. Matthias Brandt gesteht, vor seiner Gedenkrede nervös und voller Zweifel gewesen zu sein. Danach, so der Titel des letzten Buchkapitels, lautet sein Fazit: „Wenn wir weiter in einer freien Gesellschaft leben wollen, müssen wir sie auch verteidigen. Jeder auf seine Art, jeder so wie er kann. Aber ich glaube nicht, dass abwarten und heraushalten noch ein Weg ist.“ Sehr lesenswert!
Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 02.07.2026