Bundespolitik Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern

Kriegen wir noch die Kurve oder kippen wir weiter nach rechts?

Selten war die nationale und internationale Aufmerksamkeit vor einer bundesrepublikanischen Landtagswahl so groß wie heute. Der demokratische Musterknabe Deutschland, der der Welt seit über 80 Jahren beweist, aus den verheerenden Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben, verliert seine wertebasierte Standfestigkeit und torkelt scheinbar unaufhaltsam nach rechtsaußen. Obwohl Europa und der freie Welthandel uns Frieden, Freiheit und Wohlstand bescherten, scheint (wieder) das engstirnige Nationale an Zustimmung zu gewinnen. Erklärungsversuche werden seit Monaten von Politikern, Journalisten und Wissenschaftlern, alle dem demokratischen Lager zuzuordnen, frei Haus geliefert. Begleitet von repräsentativen Umfragen, die bestätigen, dass der immer schon vorhandene rechte Rand stetig zunimmt und die demokratische Mitte „auffrisst“. Fehler der Vergangenheit, u. a. das Sparen um jeden Preis, das Festhalten am Mehrklassensystem bei Rente und Gesundheit, haben zu Vertrauensverlust geführt. Auch der Irrglaube, durch den Verkauf des sozialen Wohnungsbestands etwas zu gewinnen, hat sich ins Gegenteil verkehrt. Nicht zu vergessen, dass die erforderliche Einwanderungspolitik hätte besser erklärt werden müssen. In der Folge wuchs die Unzufriedenheit „da unten“, ohne dass sie „da oben“ richtig wahrgenommen wurde. Das Statement der Demokraten nach verlorenen Wahlen lautet gebetsmühlenartig: „Wir haben verstanden“. Momentan bleibt nur die Hoffnung, dass aktuell die Wähler in MV und Berlin den demokratischen Parteien vertrauen, das Steuer zu mehr sozialer Gerechtigkeit herumzureißen.

Rhader Wochenendgedanken  

Veröffentlicht am 19.09.2026

 

Halt! Ausweiskontrolle! Hundehalter könnten künftig nur mit Führerschein Gassi gehen Gesellschaft Eine Zeitungsnotiz wirft Fragen auf

„Hund nur mit Führerschein?“

Die Landtagsfraktion der NRW-SPD hat auch ein Herz für Tiere. In diesem Fall sind es die Hunde, die in den Fokus einer Parlaments-Initiative für mehr Tierschutz gerückt wurden. Dafür erhalten sie u. a. viel Zustimmung von sogenannten Hundeverstehern, die als TV-Experten wertvolle Tipps für „Frauchen und Herrchen“ parat haben. Es gibt aber auch kritische Stimmen, die aus der Ecke der Juristen kommen. Gut ist, dass über eine verantwortungsvolle Hundehaltung öffentlich diskutiert wird. Ob aber ein neues verpflichtendes Zertifikat, das erst nach Zahlung einer Gebühr und abgelegter Prüfung ausgehändigt wird, die Misere in den Tierheimen beheben wird, darf bezweifelt werden. Kritischen Lesern der Initiative, die sich mit dem Sachverhalt auseinandersetzen, kommen plötzlich weitere Fragen in den Sinn. Wäre dann nicht auch ein Führerschein für künftige Eltern sinnvoll? Antworten darauf könnten die Jugendämter in jeder Kommune geben. An dieser Stelle wird jetzt ein Punkt gesetzt, um eigene Lesergedanken nicht weiter zu beeinflussen.

Rhader Nachdenkzeilen

Veröffentlicht am 18.09.2026

 

Bundespolitik Ist „SchMerz lass nach“ die Lösung?

CDU demontiert Kanzler und sorgt für Instabilität

Bisher waren es häufig Sozialdemokraten die ihr Führungspersonal beim ersten Gegenwind begannen, selbstzerstörerisch zu kritisieren und eine Nachfolgediskussion zur Unzeit lostraten. Begleitet von Medien, die ihre klammheimliche Freude an kostenlos gelieferten Überschriften auslebten. Das hat bei den so Herabgewürdigten Verletzungen hervorgerufen und nicht selten zur Aufgabe geführt. Nun sind es die Christdemokraten, die ihre Personal-Abwärtsspirale nach dem gleichen Muster in Gang gesetzt haben. Friedrich Merz, der sich als Oppositionsführer darin gefiel, den amtierenden Kanzler Olaf Scholz (SPD) und die Vorgängerin Angela Merkel (CDU) mit Häme zu überziehen und selbst vor falschen Behauptungen nicht zurückschreckte, „Fritze erzählt gern Tünkram“, wird nun selbst demontiert. Persönlich und als höchster Regierungsamtsträger. Klammheimliche Freude ist nicht angebracht. Deutschland und Europa stehen vor gewaltigen Herausforderungen, den Reformstau früherer Jahrzehnte, die schwarze Null lässt grüßen, aufzulösen. Neben milliardenschweren Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur müssen auch „alte Zöpfe“ abgeschnitten werden. CDU- und SPD-Basis hadern gleichermaßen, dass ihre Wahlversprechungen nicht 1:1 umgesetzt werden (können). Den Frust darüber bekommen „die da oben“ täglich serviert. Wer aber glaubt, dass das Wortspiel „SchMerz lass nach“, alle Probleme löst, ist auf dem Holzweg. Im Gegenteil, ein erzwungener Rücktritt des Kanzlers würde eine unkalkulierbare innenpolitische Krise auslösen, die die Regierungstür für Parteien, die unsere gelebte Demokratie verachten, ein Stück weiter öffnet.

Nachdenkzeilen aus Rhade

Veröffentlicht am 17.09.2026

 

So sieht sie aus, die Geschichtsstation am Westwall unserer Stadt Veranstaltungen Spurensuche in Dorsten

Geschichtsstationen informieren auf einen Blick

Es war eine kleine Gruppe, die sich unter der fachlichen Führung von Dr. Josef Ulfkotte vom „Verein für Orts- und Heimatkunde in Dorsten e. V.“ zu einem informativen Spaziergang durch die Altstadt Dorstens traf. Ziel waren mehrere sogenannte Geschichtsstationen, die über historische Gebäude oder lokale Sachthemen informieren. Eine Zeitreise der besonderen Art. Die Stationen, von denen es im gesamten Stadtgebiet inzwischen über 50 gibt, vermitteln sehr verständlich, dabei kurz und knapp, was sich in unserer Stadt zugetragen hat. Dorsten hat zwar vor über 750 Jahren die Stadtrechte verliehen bekommen, ihre Wurzeln reichen aber viel weiter zurück. Die Beschreibungen, die auf den Geschichtsstationen zu lesen sind, legen Zeugnis von der jahrhundertealten Entwicklung der Lippestadt ab. „Die Herausforderung beim Texten war“, so Josef Ulfkotte, „die wesentlichsten Informationen auf der zur Verfügung stehenden Glastafel aufzuführen“. Wer jetzt beginnt Lücken zu suchen, wird beim Öffnen eines QR-Codes alle Ergänzungen erfahren. Die Stadt Dorsten darf sich glücklich schätzen, im „Verein für Orts- und Heimatkunde“ eine seit Jahrzehnten ehrenamtlich geführte Initiative als Partner zu haben, der in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und vielen Sponsoren hilft, die Geschichte der Stadt zu verstehen. Das Resümee der Spaziergänger auf der geführten Zeitreise kann in einem Satz zusammengefasst werden: „Vielen Dank an alle Initiatoren und Unterstützer, verbunden mit dem Hinweis, nach und nach alle Geschichtsstationen aufzusuchen zu wollen.“

Ein Rhader lernt unsere Stadt besser zu verstehen. Mehr unter www.voh-dorsten.de

Veröffentlicht am 16.09.2026

 

Wasser ist Lebensmittel und Lebensversicherung Umwelt Wir waren schon mal viel weiter

Klima.Werk-Forum tagt in Dorsten - Forderungen kommen sehr bekannt vor

„Wir müssen mit unserem Wasser anders umgehen, als wir das in der Vergangenheit gemacht haben“, so Stadtbaurat Holger Lohse im Vorfeld des 11. Klima.Werk-Forums, das mit rund 350 Teilnehmern am 15./16. September in unserer Stadt tagt. Holger Lohse zeigt gegenüber der Dorstener Zeitung weiter auf, dass das Regenwasser lange möglichst schnell über die Kanalisation abgeleitet worden sei. Künftig müsse es häufiger vor Ort zurückgehalten werden. Wie wahr. Aber genau an dieser Stelle muss daran erinnert werden, dass dieser Sachverhalt kein Neuland für Dorsten ist. Bereits vor vielen Jahren förderte unsere Stadt private Investitionen, um das Oberflächenwasser versickern zu lassen. Dann die Kehrtwende. Plötzlich wurde fehlendes Oberflächenwasser für unerwünschte Ablagerungen in der Kanalisation verantwortlich gemacht. Die noch immer geltende Satzung "Anschluss- und Benutzungszwang" verpflichtet alle Grundstückseigentümer bis heute, das Niederschlagswasser in die Kanalisation einzuleiten. Ein Anachronismus erster Güte. Wer also heute mit  neuen Begriffen wie Schwammstadt argumentiert, sollte sich erinnern, dass wir bereits vor Jahren die Erkenntnis hatten, dass Wasser das wichtigste Lebensmittel ist. Und, dass dafür das Grundwasser der wertvollste und kostengünstigste Speicher ist. Abschließend lautet meine Anregung an Verwaltung und Rat, die genannte Satzung sofort aufzuheben. Eine entsprechende Ankündigung wäre auf dem überregionalen Klima.Werk-Forum ein passender Einstieg in die Beratungen, die unter dem Oberbegriff "Schwammstadt“ angekündigt sind.

Dirk Hartwich 
auf Grundlage des Presseberichts der DZ am 11.9.2026 „Schwammstadt ist das Ziel“

Veröffentlicht am 15.09.2026

 

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„Wer die Wahrheit nicht weiß,
der ist bloß ein Dummkopf.
Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt,
der ist ein Verbrecher.“ 

Bertolt Brecht

 

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