Gesellschaft Die Lage der SPD aus Sicht eines einfachen Mitglieds

Der Grund, Mitglied der SPD zu werden, ist schnell erzählt. Neben der deutschen Geschichte, es waren Sozialdemokraten, die sich u. a. gegen den Faschismus der Nazis positioniert haben, war es insbesondere die soziale Ungerechtigkeit zwischen denen da oben und uns da unten, die die Entscheidung leicht machte. Für ihre Überzeugung wurden Sozis in der Vergangenheit verfolgt, eingesperrt und umgebracht. Letztlich setzte sich ihre Ideologie durch, die von Gleichheit, Solidarität und Freiheitswillen geprägt war. Unter den Kanzlern Willy Brandt, Helmut Schmidt, Gerhard Schröder und Olaf Scholz war die soziale Frage immer auch ein Kernelement der deutschen Politik. Zur Wahrheit gehört aber dazu, dass die damit einhergehende Verbesserung in allen Bereichen der Gesellschaft zu einer gewissen Sattheit führte. Festzumachen an weniger Engagement der Mitglieder. In der Folge wuchsen zwar die Ansprüche, parallel fehlten aber Persönlichkeiten, die über den Tag hinaus Perspektiven verständlich erklären konnten. Die SPD büßte so an Attraktivität ein. Heute fehlen junge Mitglieder, die das fortführen, was vor über 160 Jahren begann, nämlich sich für mehr Gerechtigkeit auf allen Ebenen einzusetzen. Wer genau hinsieht, erkennt, dass die beginnende Bedeutungslosigkeit oben ihren Anfang genommen hat und unten, auch in Dorsten, nicht mehr schöngeredet werden kann. „Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung“, lautet ein Sprichwort. Wie wahr!

Veröffentlicht am 07.10.2026

 

Bildung & Forschung IQ-Wert sinkt weltweit. Was läuft da schief?

Nur wer (noch) lesen kann, versteht die Zusammenhänge

Intelligenz ist einigermaßen messbar. Nur ein Wert signalisiert in Vergleichen, ob wir dazugelernt haben, stagnieren oder uns sogar im Sinkflug befinden. Neueste internationale PISA-Zahlen beweisen tatsächlich, dass es abwärts geht. Und zwar dramatisch schnell. Egal in welchem Land, fast unabhängig von Finanzen, Schulsystemen, Migration und gewesener Pandemie. Das war so bisher nicht bekannt. Die deutliche Wendemarke legen forschende Wissenschaftler ins Jahr 2012. Seit über hundert Jahren, nach erstmaliger Anwendung des IQ-Messwertes zeigte die Linie kontinuierlich nach oben. Dann die Stagnation und der Absturz. Wir sind im Jahr 2012 angekommen. Das Jahr, als das Smartphone seinen weltweiten Siegeszug antrat. Parallel sank die Lesezeit, die Handy-Nutzungsdauer stiegt bei jungen Menschen auf heute rund 4 Stunden. Täglich! Weniger lesen, kaum noch selbst schreiben, verändert unsere Gehirnleistung negativ. Wer sich nicht bewegt verliert Muskelkraft. Wer das Lesen auf WhatsApp-Niveau reduziert, das Schreiben dem Sprachmodus übergibt und seit kurzer Zeit das Denken an KI auslagert, sendet fatale Signale an sein Gehirn. Bestimmte Bereiche, die dort nicht mehr angesprochen werden, stellen ihre Arbeit ein. Das müsste eigentlich jeder Leser verstehen. Die fatalen Folgen sind wirklich nachzulesen. Wenn er oder sie noch lesen kann.

Eigener (kurzer) Text auf Grundlage des umfangreichen ZEIT-Artikels „Werden wir immer dümmer?“ vom 10. September 2026

Veröffentlicht am 06.10.2026

 

Es war einmal ein Gasthaus und ein zentraler Treffpunkt. Auch für die Rhader SPD-Jahrzehnte lang. Foto Jürgen Heinisch Stadtentwicklung Abbruch und Aufbruch in Rhade

Rhade hat was. Eine Insel im Grünen mit Zukunftspotenzial. Aus dem jahrhundertealten Dorf entwickelt sich seit 1975, dem Zeitpunkt der kommunalen Neuordnung, der Dorstener Stadtteil Rhade. Die ersten Weichen stellte der Bezirksausschuss, ein Unterausschuss des neuen Stadtrates. Ende der 1990er Jahre wurde er aufgelöst. Die offizielle Version lautete, er habe sein Ziel erreicht. Inoffiziell, und der Wahrheit ein Stück näher: er wurde zu unbequem. Seither werden die Bürger immer mal wieder gefragt, wie sie sich ein zukunftsfähiges Rhade vorstellen. Externe Planungsgruppen sind Stammgäste im Rathaus. Herausgekommen sind Pläne, die im Rahmen vieler Förderprogramme umgesetzt werden (sollen). Parallel verschwinden nach und nach Rhader Gebäude-Urgesteine. Für das Carola-Martius-Haus verschwand das alte Pastorat, die Debbingstraße hat ihr Gesicht total verändert, das Gasthaus Pierick und das Gebäude der Volksbank befinden sich aktuell unter der Abrissbirne. Der örtliche Bäcker ist nicht mehr, aus der Apotheke wurde die Sparkasse Vest. Aus dem Forksbusch, eine ökologische Nische, soll sich nach und nach ein Treffpunkt aller Generationen entwickeln. Gegenüber existierte mal eine Autowerkstatt, stattdessen wirbt Raiffeisen um Tankkunden und Bistrogäste. Alles gut? Wenn da nicht weiter das ungelöste Problem des Durchgangsverkehrs wäre und der katastrophale Zustand der Radwege entlang der Erler- und Lembecker Straße. Stichwort Verkehrssicherheit/Fahrradstraße. Dieses Versprechen wartet seit Jahren auf Einlösung.

Rhades Entwicklung auf einen Blick

Veröffentlicht am 05.10.2026

 

Bundespolitik Die Linke und ihre ungelösten inneren Probleme

Mein Herz schlägt links. Dieser SPD-Anstecker hatte viele Jahre Hochkonjunktur. Das politische Fell des Bären teilten sich zu dieser Zeit drei Parteien. Neben der konservativen CDU/CSU und der liberalen FDP besetzte die SPD im Bundestag die linke Seite. Als die Grünen es erstmals ganz nach oben geschafft haben, nahm der Wettstreit, wer vertritt linke Positionen, Fahrt auf. In der Folge verlor die SPD junge und engagierte Mitglieder. Inzwischen haben die Grünen die Spontizone lange verlassen und zählen zu den etablierten Parteien. Linke Positionen? Eher nicht mehr. Dafür entwickelte sich aus der DDR-SED die PDS, häutete sich weiter über die WASG zur Linkspartei.PDS, spaltete sich weiter, um sich heute Die Linke zu nennen. Der Name soll Programm sein. Tatsächlich schafft sie es einerseits mit jungen Abgeordneten den Bundestag aufzumischen und bei Wahlen ziemlich erfolgreich abzuschneiden, Beispiel Berlin, andererseits ist ihre Mitgliederstruktur völlig unübersichtlich. Antisemitische Ansichten werden nur halbherzig zurückgewiesen, Islamisten werben mit direktem Zugang zu Bundestagsabgeordneten. Ist das links? Russland wird zwar als Aggressor gegenüber der Ukraine genannt, Waffenlieferungen zur Selbstverteidigung werden aber kategorisch abgelehnt. Ist das wirklich links? Meine Antwort fällt negativ aus. Mein Appell an alle jungen Wählerinnen und Wähler lautet, nicht nur das Bauchgefühl entscheiden zu lassen, sondern mal einen kritischen Blick in das Programm der Partei Die Linke zu werfen.

Rhader Wochenendkommentar

Veröffentlicht am 03.10.2026

 

Allgemein Wahldesaster in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern - Ein persönlicher Kommentar

Was nun?
Jetzt rächen sich die maßgeblich von der Merkel-CDU und der SPD zu verantwortenden Fehlleistungen und Versäumnisse der letzten Jahrzehnte. Untätigkeit und Beschwichtigung statt konsequenter Politik, ja Fahrlässigkeit in zentralen Fragen (z. B. bzgl. Infrastruktur, Migration und innerer Sicherheit) – das war die Saat für das rasante Wachstum der AfD. Auch wenn die SPD in Mecklenburg-Vorpommern durch das von Manuela Schwesig erzielte Ergebnis scheinbar mit einem blauen Auge davongekommen ist, drohen die bisherigen Volksparteien CDU und SPD pulverisiert zu werden, wenn nicht endlich die notwendigen Konsequenzen gezogen werden.
Die Brandmauer war ein Irrweg. Die inhaltliche Auseinandersetzung und vor allem das konsequente Angehen von Problemlösungen wären der richtige Weg gewesen, um den Aufstieg der AfD zu stoppen. Sich jetzt darauf zu fokussieren, ja keine AfD-Forderungen zu übernehmen, ist ein völlig unzureichender Ansatz und greift entschieden zu kurz. Die AfD hat zumindest real vorhandene Probleme benannt, wenn auch teilweise in extremer und politisch zugespitzter Form und ohne praktikable bzw. akzeptable Lösungsvorschläge, während die etablierten Parteien in erster Linie beschwichtigt haben. Jetzt gilt es zu handeln und zwar unter schnellstmöglichem Abbau der Defizite und Umsetzung der notwendigen strukturellen Reformen. Dabei sollten die Regierungsparteien vorangehen, statt sich von den Rechtspopulisten bzw. Rechtsextremisten treiben zu lassen. Das aktuell zur Entscheidung anstehende als „Gesamtkunstwerk“ bezeichnete Maßnahmenpaket muss durch strukturelle Reformen ergänzt werden. Es ist im Übrigen natürlich nicht sakrosankt und keineswegs in Gänze untauglich, wenn einzelne Teile der 33 Bausteine verändert werden. Mut zu weitreichenden Entscheidungen ist das Gebot der Stunde. Noch verfügen die Regierungsparteien in der Bundesrepublik Deutschland über alle notwendigen Ressourcen, die Probleme zu lösen und voranzukommen. Sie haben die dafür notwendige gesetzgeberische Mehrheit und die volle Verantwortung.

Friedhelm Fragemann (langjähriger Fraktionsvorsitzender der Dorstener SPD-Stadtratsfraktion)

 

 

Veröffentlicht am 02.10.2026

 

RSS-Nachrichtenticker

RSS-Nachrichtenticker, Adresse und Infos.

 

WebsoziCMS 3.9.9 - 008445601 -

SPD Sozial

 

"Wir können Städte planen und bauen - aber die Menschen bringen die Wärme"

Holger Lohse, Dorstener Stadtbaurat a. D. Im Interview mit der Dorstener Zeitung

 

Counter

Besucher:8445602
Heute:55
Online:16