Bundespolitik Ist „SchMerz lass nach“ die Lösung?

CDU demontiert Kanzler und sorgt für Instabilität

Bisher waren es häufig Sozialdemokraten die ihr Führungspersonal beim ersten Gegenwind begannen, selbstzerstörerisch zu kritisieren und eine Nachfolgediskussion zur Unzeit lostraten. Begleitet von Medien, die ihre klammheimliche Freude an kostenlos gelieferten Überschriften auslebten. Das hat bei den so Herabgewürdigten Verletzungen hervorgerufen und nicht selten zur Aufgabe geführt. Nun sind es die Christdemokraten, die ihre Personal-Abwärtsspirale nach dem gleichen Muster in Gang gesetzt haben. Friedrich Merz, der sich als Oppositionsführer darin gefiel, den amtierenden Kanzler Olaf Scholz (SPD) und die Vorgängerin Angela Merkel (CDU) mit Häme zu überziehen und selbst vor falschen Behauptungen nicht zurückschreckte, „Fritze erzählt gern Tünkram“, wird nun selbst demontiert. Persönlich und als höchster Regierungsamtsträger. Klammheimliche Freude ist nicht angebracht. Deutschland und Europa stehen vor gewaltigen Herausforderungen, den Reformstau früherer Jahrzehnte, die schwarze Null lässt grüßen, aufzulösen. Neben milliardenschweren Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur müssen auch „alte Zöpfe“ abgeschnitten werden. CDU- und SPD-Basis hadern gleichermaßen, dass ihre Wahlversprechungen nicht 1:1 umgesetzt werden (können). Den Frust darüber bekommen „die da oben“ täglich serviert. Wer aber glaubt, dass das Wortspiel „SchMerz lass nach“, alle Probleme löst, ist auf dem Holzweg. Im Gegenteil, ein erzwungener Rücktritt des Kanzlers würde eine unkalkulierbare innenpolitische Krise auslösen, die die Regierungstür für Parteien, die unsere gelebte Demokratie verachten, ein Stück weiter öffnet.

Nachdenkzeilen aus Rhade

Veröffentlicht am 17.09.2026

 

So sieht sie aus, die Geschichtsstation am Westwall unserer Stadt Veranstaltungen Spurensuche in Dorsten

Geschichtsstationen informieren auf einen Blick

Es war eine kleine Gruppe, die sich unter der fachlichen Führung von Dr. Josef Ulfkotte vom „Verein für Orts- und Heimatkunde in Dorsten e. V.“ zu einem informativen Spaziergang durch die Altstadt Dorstens traf. Ziel waren mehrere sogenannte Geschichtsstationen, die über historische Gebäude oder lokale Sachthemen informieren. Eine Zeitreise der besonderen Art. Die Stationen, von denen es im gesamten Stadtgebiet inzwischen über 50 gibt, vermitteln sehr verständlich, dabei kurz und knapp, was sich in unserer Stadt zugetragen hat. Dorsten hat zwar vor über 750 Jahren die Stadtrechte verliehen bekommen, ihre Wurzeln reichen aber viel weiter zurück. Die Beschreibungen, die auf den Geschichtsstationen zu lesen sind, legen Zeugnis von der jahrhundertealten Entwicklung der Lippestadt ab. „Die Herausforderung beim Texten war“, so Josef Ulfkotte, „die wesentlichsten Informationen auf der zur Verfügung stehenden Glastafel aufzuführen“. Wer jetzt beginnt Lücken zu suchen, wird beim Öffnen eines QR-Codes alle Ergänzungen erfahren. Die Stadt Dorsten darf sich glücklich schätzen, im „Verein für Orts- und Heimatkunde“ eine seit Jahrzehnten ehrenamtlich geführte Initiative als Partner zu haben, der in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und vielen Sponsoren hilft, die Geschichte der Stadt zu verstehen. Das Resümee der Spaziergänger auf der geführten Zeitreise kann in einem Satz zusammengefasst werden: „Vielen Dank an alle Initiatoren und Unterstützer, verbunden mit dem Hinweis, nach und nach alle Geschichtsstationen aufzusuchen zu wollen.“

Ein Rhader lernt unsere Stadt besser zu verstehen. Mehr unter www.voh-dorsten.de

Veröffentlicht am 16.09.2026

 

Wasser ist Lebensmittel und Lebensversicherung Umwelt Wir waren schon mal viel weiter

Klima.Werk-Forum tagt in Dorsten - Forderungen kommen sehr bekannt vor

„Wir müssen mit unserem Wasser anders umgehen, als wir das in der Vergangenheit gemacht haben“, so Stadtbaurat Holger Lohse im Vorfeld des 11. Klima.Werk-Forums, das mit rund 350 Teilnehmern am 15./16. September in unserer Stadt tagt. Holger Lohse zeigt gegenüber der Dorstener Zeitung weiter auf, dass das Regenwasser lange möglichst schnell über die Kanalisation abgeleitet worden sei. Künftig müsse es häufiger vor Ort zurückgehalten werden. Wie wahr. Aber genau an dieser Stelle muss daran erinnert werden, dass dieser Sachverhalt kein Neuland für Dorsten ist. Bereits vor vielen Jahren förderte unsere Stadt private Investitionen, um das Oberflächenwasser versickern zu lassen. Dann die Kehrtwende. Plötzlich wurde fehlendes Oberflächenwasser für unerwünschte Ablagerungen in der Kanalisation verantwortlich gemacht. Die noch immer geltende Satzung "Anschluss- und Benutzungszwang" verpflichtet alle Grundstückseigentümer bis heute, das Niederschlagswasser in die Kanalisation einzuleiten. Ein Anachronismus erster Güte. Wer also heute mit  neuen Begriffen wie Schwammstadt argumentiert, sollte sich erinnern, dass wir bereits vor Jahren die Erkenntnis hatten, dass Wasser das wichtigste Lebensmittel ist. Und, dass dafür das Grundwasser der wertvollste und kostengünstigste Speicher ist. Abschließend lautet meine Anregung an Verwaltung und Rat, die genannte Satzung sofort aufzuheben. Eine entsprechende Ankündigung wäre auf dem überregionalen Klima.Werk-Forum ein passender Einstieg in die Beratungen, die unter dem Oberbegriff "Schwammstadt“ angekündigt sind.

Dirk Hartwich 
auf Grundlage des Presseberichts der DZ am 11.9.2026 „Schwammstadt ist das Ziel“

Veröffentlicht am 15.09.2026

 

Landespolitik Finn Lehmann*: PISA - Prüfstein immer schlechterer Aufstiegschancen

„Eine gerechte Gesellschaft misst sich daran, dass jeder Mensch unabhängig von seinem Elternhaus die Chance hat, durch eigene Anstrengung das Beste aus seinem Leben zu machen.“ ~ Willy Brandt.
Ein funktionierendes Aufstiegsversprechen ist die Grundlage einer freien Gesellschaft - darin sind sich alle führenden Parteien einig. An seiner Umsetzung scheitert es in den letzten Jahren jedoch zunehmend. Kinder aus sozial schwachen Familien haben in Ländern wie Kanada bis zu 3-mal bessere Chancen, durch Fleiß ihre soziale Lage zu verbessern - das ist die erschreckende Zahl, die die neue PISA - Studie offenlegt. Als jemand, der vor einem Jahr selber noch in der Schule wahr, überrascht mich das wenig. Die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern kann Unterschiede in der Herkunft nicht auffangen, weil sie schlicht zu schwach ist - Das liegt an zu wenig Geld und Personal, aber auch an fehlenden Ideen. Das Ergebnis: In vielen Bereichen leisten 15 - jährige heute in etwa das, was vor 10 Jahren schon die 13 - jährigen konnten. 
Die Bundesrepublik verfügt nicht über Ressourcen wie Rohstoffe oder Öl, gleichzeitig ist sie aber reich an der wertvollsten aller Ressourcen, die im Alleingang unsere Zukunft sichern muss - junge, talentierte und ambitionierte Menschen. Wenn wir unseren Wohlstand erhalten wollen, müssen wir in diese Zukunftsressource investieren. 
Bildung fängt schon in der Kita an. Wir müssen benachteiligte Menschen besser in unsere Lernstrukturen integrieren und das Bildungssystem stärker finanziell priorisieren - auch wenn sich diese Investments erst langfristig lohnen werden und auch, wenn Kinder keine Wählerstimmen haben. Gleichzeitig brauchen wir frische Ideen, um ihre Stärken und Schwächen individueller zu fördern und sie zu selbstbestimmten und selbstermächtigten jungen Menschen zu erziehen. Das ist gar nicht so schwer - häufig reicht ein Blick in jene Nachbarländer, die wir um ihre Ergebnisse beneiden. Das ist das, was wir aus dieser Studie lernen müssen. Wieso wir das nicht tun, erschließt sich mir einfach nicht.

*Sozialdemokraten aus Dorsten, Haltern, Teilen von Marl und Datteln wählten Finn Lehmann zum Direktkandidaten für die kommende Landtagswahl in NRW, die im April 2027 stattfindet.

Veröffentlicht am 14.09.2026

 

Allgemein Der Wutbürger

Seit Jahren sind Handwerker in meinem Haus,
Sie ziehen Strippen, reißen Küchen heraus.
Sie versenken die Dusche, verdunkeln den Flur,
Übertünchen und spachteln die Wände nur.

Zwar ist die Substanz noch ziemlich gesund,
Doch mir ist das Werkeln schon lange zu bunt.
Und da ich nicht weiß,
Was das alles bezweckt,
hab neulich das Haus ich angesteckt.

Bertold Hanck*

*Der Rhader Bertold Hanck unterrichtete am Dorstener Gymnasium Petrinum, ist Literaturkenner, Autor vieler Gedichte und mitreißender Rezitator.

Veröffentlicht am 12.09.2026

 

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„Wer die Wahrheit nicht weiß,
der ist bloß ein Dummkopf.
Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt,
der ist ein Verbrecher.“ 

Bertolt Brecht

 

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