Nachrichten zum Thema Gesellschaft

Gesellschaft Was ist Antisemitismus? - Haben wir aus der Geschichte gelernt?

Informatives Referat von Dr. Hans Udo Schneider und eine spannende Diskussion

Neben Schulen und staatlichen Weiterbildungseinrichtungen gibt es viele Vereine, Stiftungen und Initiativen in unserer Stadt, die mit interessanten Informationsangeboten den Blick weiten und unser Leben reicher machen. So setzt in Wulfen der sogenannte evangelische Männerkreis, eine irritierende und aus der Zeit gefallene Bezeichnung, immer wieder Themen, die motivieren, zuzuhören, nachzudenken und mitzureden. So auch in der letzten Woche, als Hans Udo Schneider über Antisemitismus, die Entstehung und die Folgen referierte. Ein Vortrag, der die vielen Zuhörer, darunter nicht wenige Frauen, auf eine Zeitreise durch die Geschichte der jüdischen Existenz fesselnd mitnahm. Er eröffnete mit wichtigen Begriffserklärungen (Antisemitismus / Semitismus), zeigte Formen der Judenfeindschaft seit der Antike über das Mittelalter bis in die heutige Zeit auf, motivierte die Zuhörer, über judenfeindliche Stereotype nachzudenken, klammerte den aktuellen Nahostkonflikt nicht aus und regte an, über das Gehörte zu diskutieren. Und hier zeigte sich, dass weiterer Gesprächsbedarf besteht, weil auch unterschiedliche Sichtweisen vorhanden sind. Der Wulfener evangelische Männerkreis hat eindrucksvoll bewiesen, für alle Geschlechter und Religionen offen zu sein. Ein Gewinn, nicht nur für Wulfen, sondern für unsere Stadt. 

Ein Teilnehmerbericht aus Rhade         

Veröffentlicht am 07.02.2024

 

Gesellschaft Liebe ist stärker als Hass - „Stell Dir vor …“ - Swen Coralic (SPD) begeistert Zuhörer

Tausende Menschen in Dorsten setzen auf dem Marktplatz ein Zeichen für Demokratie

Erwartet waren einige Hundert, gekommen sind Tausende – Der Dorstener Marktplatz war am vergangenen Freitag, 26. Januar 2024, historischer Schauplatz für die größte Kundgebung der letzten Jahrzehnte. Das Bündnis gegen rechts hatte aufgerufen, im „Herzen der Stadt“ ein deutliches Zeichen für ein offenes, vielfältiges Dorsten und gegen die unerträglichen Fantasien und Hassparolen rechter Demagogen zu setzen. Mit Erfolg: über 5.000 Menschen folgten dem Aufruf. Neben den herausragenden Wortbeiträgen des Bündnisses gegen rechts äußerten sich auch die Kirchen, Landrat Bodo Klimpel, Bürgermeister Tobias Stockhoff und die Parteien mit klaren Statements für ein tolerantes, buntes Dorsten. Auch der Vorsitzende der SPD Dorsten, Swen Coralic, sprach zu den Teilnehmenden der Kundgebung und erhielt für seinen Beitrag den größten Beifall der Demonstranten. „Unglaublich! Diese Atmosphäre! Dem Veranstaltungsteam –dem Bündnis gegen rechts – gilt meine Hochachtung. Großer Dank! Das war ein unglaublich starkes Signal. So viele Mitmenschen, die gemeinsam eine Botschaft an die Welt gesendet haben: Liebe ist stärker als Hass! Wir sind mehr!“, fasst Swen Coralic seine Eindrücke zusammen. Der komplette Redebeitrag des Vorsitzenden der SPD Dorsten ist auf der Homepage der Dorstener Sozialdemokraten, www.spd-dorsten.de hinterlegt.

Übernommen von SPD-Dorsten

Veröffentlicht am 01.02.2024

 

Gesellschaft Nicht das Erinnern, das Vergessen ist die Gefahr

An diesem Wochenende dürfen Unterhaltungen aller Art einmal kurz unterbrochen werden, um (uns) daran zu erinnern, dass wir alle einen Rucksack mit enormen Bleigewichten tragen (müssen). Es ist die jüngere deutsche Geschichte, der wir nicht ausweichen können. Vor 79 Jahren endete das mörderische Naziregime, das es in 12 Jahren schaffte, einen Weltkrieg mit ca. 70 Millionen (!) Toten anzuzetteln. Sie nannten sich Nationalsozialisten und folgten einer rassistischen Weltanschauung, die das AUSROTTEN von Millionen MENSCHEN systematisch und gezielt umsetzten. Möglich war das, weil die sogenannte schweigende deutsche Mehrheit einem Führer blind folgte, und sich so mitschuldig machte. Anders Denkende, anders Glaubende, anders Aussehende, anders Entwickelte wurden zu Volksfeinden erklärt, gequält, erniedrigt und ermordet. Über 6 Millionen Juden wurden von den Nazis bestialisch umgebracht. Das zu vergessen, wäre neues, bitteres Unrecht. An diesem Wochenende, die ganz im Zeichen des internationalen Holocaust-Gedenktages steht, müssen wir einmal innehalten und das Vermächtnis des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker in den Mittelpunkt unseres Nachdenkens stellen: „Nicht das Erinnern, das Vergessen ist die Gefahr“.

Rhader Nachdenkzeilen zum Holocaust-Gedenktag, der nach der Befreiung des KZ-Auschwitz am 27. Januar 1945, von der UNO für alle Mitgliedsländer gilt.

Veröffentlicht am 27.01.2024

 

Gesellschaft Danke Dorsten!

Mehr als 5000 Bürgerinnen und Bürger setzen ein unübersehbares Zeichen gegen RECHTS! 

Veröffentlicht am 26.01.2024

 

Aufbruchstimmung in Dorsten. Die Friedensbewegung warb 1988/89 mit eigenen Zeitungen Gesellschaft „Marsch durch die Institutionen“

Wie aus Demonstrieren aktive demokratische Teilhabe wird - Ein persönlicher Aufruf

Als in den 1980er Jahren Schüler und Studenten auf die Straße gingen, um „aus den Talaren den Muff von tausend Jahren“ zu vertreiben, begann eine neue demokratische Zeitrechnung in Deutschland. Der Aufforderung des damaligen Sprechers der Studenten, Rudi Dutschke, den Marsch durch die Institutionen in Parteien und Verwaltungen anzutreten, folgten viele, besonders junge Menschen. Sie traten in demokratische Parteien ein, brachten frischen Wind und Aufbruchstimmung mit. So hat der unbewegliche Tanker Deutschland wieder Fahrt in Richtung Zukunft aufgenommen. Dass das bestens funktioniert hat, wird von allen Historikern bestätigt. Aus den „jungen Wilden“ wurden seriöse und verantwortungsvoll handelnde Politiker. Um die Jetztzeit, 50 Jahre später bildlich zu beschreiben, soll der folgende Liedtext* helfen: „Die weißen Tauben sind müde. Sie fliegen lange schon nicht mehr. Sie haben viel zu schwere Flügel; Und ihre Schnäbel sind längst leer“. Um kein neues gesellschaftspolitisches Vakuum zuzulassen und demokratiegefährliche Rechtsaußenparteien überflüssig zu machen, werden die „Jungtauben“, die heute auf allen Plätzen in riesiger Zahl gegen rechts und für Klimaschutz demonstrieren, aufgefordert, in dem heimischen Schlag der demokratischen Parteien zu landen. Nur so können wir unsere Demokratie verteidigen.

Dirk Hartwich

* Lied (Auszug) von Hans Hartz 1982   

Veröffentlicht am 25.01.2024

 

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