Nachrichten zum Thema Umwelt

Umwelt Rhade: Einmal Problemhaus - immer Problemhaus?

Offen zugängliche Baustelle wirft Fragen auf

Einst, Anfang der 1970er-Jahre, war es ein ganz normales Wohn- und Geschäftshaus. Oben wohnten die Mieter, unten produzierte eine Bäckerei leckere Brotsorten. Ein kleiner Supermarkt verkaufte das, was man zum täglichen Leben benötigte. Später wummerten Bässe aus dem Keller, der zur Diskothek mit überörtlichem Zulauf mutierte. Dann der Niedergang. Der Bäcker gab auf, das Einzelhandelsgeschäft schloss, die Diskothek hatte sich überlebt. Leerstellen überall. Kurze Wiederbelebungsversuche mit einer Spielstube und anderen Nutzungen konnten nicht darüber hinweg täuschen, dass in diesem Haus wohl „der Wurm“ steckt. Die Folge: Besitzer-wechsel und Belegung mit Menschen, die scheinbar neben öffentlicher Unterstützung, kontinuierliche Betreuung benötigt hätten. So entwickelte sich das mehrstöckige Haus, inmitten eines funktionierenden Rhader Wohnquartiers, zum sogenannten Problemhaus. Mal rückte die Polizei, mal die Feuerwehr an, um nach dem Rechten zu sehen oder einzugreifen. „Unbewohnbar“, so das letzte Etikett. Überraschend dann ein Besitzerwechsel. Baukolonnen rückten an und schufen ein optisch ansprechendes Objekt, das über Eigentumswohnungen verkauft werden sollte. Erfolglos. Jetzt, seit Wochen wieder Bauarbeiter, Container und jede Menge Bauschutt. Dieser, in viele Säcke verpackt, warnt mit folgender Aufschrift: „ TRGS 521“. Übersetzt: Hochgiftige Asbestanteile. Irritierend darüberhinaus ist, dass die Baustelle mit den gefüllten Säcken nicht abgesperrt ist. Ein öffentliche Spielplatz befindet sich in direkter Nachbarschaft. Ein Baustellennachbar fragt, ob das den Vorschriften entspricht. Wir leiten diese Frage weiter zum städtischen Ordnungsamt.

Fortsetzung folgt

Veröffentlicht am 23.04.2024

 

Umwelt Lautstarke Bauernproteste übertönen Mahnrufe aus eigenen Reihen

Ein Blick zurück hilft, zu verstehen

Der Güllegeruch, der aktuell über dem Land liegt, zeigt an, dass die Landwirte die Straße verlassen haben und wieder ihrer harten Arbeit auf den Feldern nachgehen. Um zu verstehen, in welcher Sackgasse sich die heimische Landwirtschaft befindet, müssen wir zurückblicken. In den 1960er Jahren halfen Kunstdünger mit Namen wie Nitrophoska und Gifte mit der Bezeichnung E 605, die Erträge deutlich zu steigern. Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft EWG unterstützte und subventionierte. Grenzenloses Wachstum wurde den Landwirten versprochen. Eine Abnahmegarantie signalisierte, die Menge macht’s. Die Folge war eine gigantische Überproduktion von Getreide, Fleisch und Milch und ein sinkender Marktpreis. Parallel erkennen verantwortliche Landwirte und Naturschützer, dass die bisherige Bewirtschaftung der Nutzflächen nicht nachhaltig ist. Unübersehbar sind ausgelaugte Böden, sterbende Insektenarten und belastetes Grundwasser. Hinzu kommt, dass die landwirtschaftlichen Betriebe am Subventionstropf des Staates und der EU hängen. Jede Kürzung kann das Aus des eigenen Betriebes bedeuten. Dass es die kleineren sind, die in dem gnadenlosen Verdrängungswettbewerb aufgeben müssen, gehört zur realistischen Betrachtung des heutigen Agrarsektors dazu. Der laute Bauernprotest hilft vielleicht, momentan staatliche Unterstützung in bisheriger Größenordnung zu behalten. Wer aber die Zwischentöne der Mahner überhört, oder überhören will, verpasst den richtigen Zeitpunkt, seinen Betrieb zukunftsfest zu gestalten. Ein Kraftakt, der dann uneingeschränkte öffentliche Unterstützung verdient.

Eigener Bericht auf Grundlage des ZEIT-Artikels „Wie Panzerfahrer auf dem Acker“ vom 25. Januar 2024

Veröffentlicht am 13.02.2024

 

Umwelt Ohne eine intakte Umwelt ist alles nichts

Eine Erkenntnis, die keinen aus der Verantwortung entlässt

Seit mehreren Wochen Regen. Zuvor monatelang Trockenheit. Frühlingstemperaturen im Dezember, unerträgliche Hitze im Juni. Wetterkapriolen, die nicht vom Himmel gefallen, sondern menschengemacht sind. Von Menschen wie Du und ich. Wenn wir so weiter machen, sägen wir den Ast ab, auf dem momentan unsere Kinder und Enkel sitzen. Wir wissen das und steuern bereits um. Wir fördern erneuerbare Energien, wir dämmen unsere Häuser, wir filtern das Abwasser in Kläranlagen. Das machen wir in der Regel nicht immer freiwillig, sondern nach Plänen der Regierung und der Parlamente. Die Akzeptanz „da unten“ für die angeordneten  Veränderungen, steigt immer dann, wenn „da oben“ verständlich kommuniziert wird. Verständlich heißt, dass die Mosaikstücke der Einzelmaßnahmen ein Gesamtbild ergeben müssen. Verständlich heißt auch, dass die daraus resultierenden Belastungen auf alle Schultern zu verteilen sind. Verständlich heißt darüberhinaus, dass starke Schultern nicht nur mehr tragen können, sondern endlich auch müssen. Verantwortlich für eine lebenswerte Zukunft in unserem Land sind aber nicht nur die Regierungen, Parlamente und Parteien. Verantwortung beginnt bereits vor und hinter der eigenen Haustür. Beginnen wir spätestens jetzt, unseren Lebensstil kritisch zu hinterfragen, ändern eingefahrene Verhaltensmuster und zeigen denen „da oben“, dass wir verstanden haben. Für die notwendigen Rahmenbedingungen dürfen wir sie aber nicht aus der Verantwortung entlassen.

Kritische Rhader Gedanken zum Jahresanfang

Veröffentlicht am 09.01.2024

 

Kunst an der Wessendorfer Windkraftanlage. Ein besonderes Bilderrätsel. Umwelt Erneuerbare Energien verändern Deutschland erheblich

Die Erblast des fossilen Energiezeitalters belastet aber noch Generationen

Die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas um Strom und Wärme zu erzeugen, war für den Verbraucher auf den ersten Blick kostengünstig. Auch Kernkraft wurde uns jahrzehntelang als sichere und billige Energie verkauft. Inzwischen wissen wir, dass wir uns damit selbst betrogen haben. Der Bergbau-Fachbegriff „Ewigkeitskosten“ ist selbsterklärend. Gasfelder sind endlich und erzeugen bereits im Betrieb erhebliche Absenkungen an der Oberfläche, die als kleine Erdbeben registriert werden. Öl wird fast zu 100% importiert. Diese (Preis)Abhängigkeit spüren wir bereits dann, wenn irgendwo auf der Welt ein Konflikt droht. Und dass die Verbrennung der „Fossilen“ das Klima gewaltig schädigt, hat (fast) jeder auf jedem Kontinent unserer Erde verstanden. Rechnet man bei der Kernenergie die Endlagerkosten für hunderttausende Jahre (!) in den Verbraucherpreis ein, würden wir sofort abwinken. Die bei uns ausgerufene und im vollen Gang befindliche Energiewende ist die richtige Antwort auf die kurz geschilderten Probleme, die uns Kohle, Öl, Gas und Kernenergie beschert haben. Vor unserer Dorstener Haustür zeigt Bottrop mit dem Projekt „Innovation City“, wie kommunal an der gewaltigen Energie-Zukunftsaufgabe konstruktiv und kreativ mitgewirkt werden kann. Dorsten könnte davon lernen. Dorsten müsste nur kopieren.

Rhader Gedanken zur wichtigen Energiewende im Land und unserer Stadt

Veröffentlicht am 21.07.2023

 

Umwelt Rhade/Dorsten: Hitzewellen zwingen zum Umdenken

Kommunaler Klima- und Umweltschutz gehört ganz oben auf die Tagesordnung

In immer kürzeren Abständen werden Hitzerekorde registriert. Parallel wird das Wasser knapp und viele Menschen sterben frühzeitig. Frühe Warnungen und Vorhersagen dieser negativen Entwicklung wurden vernachlässigt. Von der Politik ebenso wie von Menschen wie Du und ich. Nun ist der Zeitpunkt aber erreicht, nicht mehr zu verdrängen, zu verneinen, zu verharmlosen - sondern zu handeln. Dass Bäume nicht nur Schattenspender, sondern auch CO2-Absorber sind, sollte inzwischen  zur Allgemeinbildung gehören. Tatsächlich wird aber in unserer Stadt über eine Neuauflage der wichtigen Baumschutzsatzung seit Jahren diskutiert und gerungen. Der ehemalige Stadtförster Bernhard von Blanckenburg, hält der Verwaltung und den Parteien nicht nur den Spiegel vor, sondern beeindruckt mit praktischen Vorschlägen, das Stadtklima zu verbessern. Blicken wir in unsere (Vor)Gärten. Trotz aller Appelle wird weiter versiegelt. Oder versuchen wir im neuen Rhader Dorfentwicklungsplan die Ideen zum Umwelt- und Klimaschutz zu finden. Trotz externer Berater, trotz geballtem Verwaltungswissen, trotz mehrerer Bürgerversammlungen und Online-Beteiligung, das überlebenswichtige Thema findet nicht statt. Spätestens jetzt, wo die Sonne immer häufiger gnadenlos brennt, wäre ein Update des Rhader Dorfentwicklungskonzepts mit einem Kapitel Umwelt- und Klimaschutz angebracht.

Eine Bürgeranregung in Richtung Verwaltung, Parteien und Rhader Bürgerforum

Veröffentlicht am 11.07.2023

 

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