Nachrichten zum Thema Gesundheit

Gesundheit Ein Zeitungsartikel wirft Fragen auf

Werbung für ein Sauflied ist mehr als geschmacklos

Verwundert reibt sich der Zeitungsleser die Augen. Statt wichtige, interessante und spannende Informationen über seine Stadt zu lesen, stolpert er im Lokalteil über einen Text, der weder wichtig, informativ oder spannend ist, sondern nur als geschmacklos bezeichnet werden darf. Er geht auch nicht als verfehlte Satire durch, die bekanntlich (fast) alles darf. Sollte er als Provokation dienen, um Kommentare herauszufordern? Eher nicht. Dennoch sollte diese peinliche  Veröffentlichung nicht ohne Reaktion bleiben. Bertold John hat der Dorstener Zeitung die passende Antwort zur Veröffentlichung angeboten:

Zum Artikel in DZ-Ausgabe v. 25. Mai 2024, Seite 18, „Promille-Pop“ - Zwei Dorstener veröffentlichen Party-Trink-Song

Ich bin verwundert, dass die DZ den Party-Krachern, „ Wir wollen saufen“, so viel Raum bietet, ihre Sauflieder zu veröffentlichen. Dieser Artikel bestätigt meine Auffassung, das in der Gesellschaft eine weitgehend unkritische Einstellung zum Konsum von Alkohol herrscht. Ich gebe zu bedenken: Laut Bundesministerium für Gesundheit starben in Deutschland im Jahr 2016 19.000 Frauen und 43.000 Männer an einer ausschließlich auf Alkohol zurückzuführenden Todesursache. Eine aktuelle Studie geht von einem jährlichen volkswirtschaftlichen Schaden in Höhe von 57 Milliarden € aus, bei  Einnahmen aus alkoholbedingten Steuern  in Höhe von 3 Milliarden €. Nicht zu vergessen sind die seelischen Schäden der Angehörigen und Familien, die der Alkoholmissbrauch verursacht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese Sauflieder der Pflege und Förderung der Schützentraditionen, des Heimatgefühles und des traditionellen Brauchtums dienen.

Berthold John

Veröffentlicht am 03.06.2024

 

Gesundheit Ist die Liberalisierung des Cannabis-Konsums ein Fortschritt?

Verbotsschild an Jugendtreffpunkten zeigt den Widerspruch deutlich auf

Alle Drogen schädigen die Gesundheit. Sie gaukeln ein momentanes Wohlgefühl vor, machen aber abhängig. Eigentlich ein Grund, die Herstellung, den Verkauf und den Gebrauch ohne Ausnahme im eigenen Land zu verbieten. Was so vernünftig klingt, ist mit der Realität auch nicht annähernd in Übereinstimmung zu bringen. Mit Drogen aller Art kann nämlich viel Geld verdient werden. Bei Tabak und Alkohol erhöht selbst der Staat mit Steuern auf diese Produkte seine Einnahmeseite. Neben diesen tolerierten, sprich legalen Drogen, sind es besonders die illegalen, über deren Verbot seit Jahren mit unterschiedlichem Zungenschlag diskutiert wird. Cannabis ist eine Droge, die bisher auf der Verbotsliste des Staates stand. Skrupellose Händler strecken aber das Kraut mit anderen stark süchtig machenden Stoffen, um sich so dauerhaft Konsumenten zu sichern. Um diesen „tödlichen“ Schwarzmarkt auszutrocknen, wurde nun beschlossen, Cannabis aus der Schmuddelecke zu holen und den privaten Anbau weniger Pflanzen und den Gebrauch geringer Mengen zuzulassen. Dass die gesetzlichen Auflagen kaum kontrolliert werden können, leuchtet jedem Zeitgenossen ein. Die in unserer Stadt an Jugendzentren aufgestellten Schilder, die das Kiffen im Umkreis von 100 Metern verbieten, sind gut gemeint, aber eher ein Ausdruck von Hilflosigkeit. „Mehr Fortschritt wagen“, so der Titel über dem Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung. Ob die Quasi-Freigabe von Cannabis wirklich als ein Fortschritt bezeichnet werden kann, muss die Zukunft zeigen. Eine gesunde Skepsis ist angebracht.         

Rhader Nachdenkzeilen

Veröffentlicht am 15.04.2024

 

Gesundheit Krankenhausreform: Karl Lauterbach (SPD) im Dauereinsatz

Ein Minister geht seinen Weg - Wir gehen mit

Er ist ein Typ. Unverwechselbar. Ein Spitzenpolitiker mit Seltenheitswert. Die Rede ist von Karl Lauterbach. Der Gesundheitsminister ist vom Fach. Wenn er etwas sagt, hat es Hand und Fuß. Damit macht er sich nicht nur Freunde. Das liegt u. a. daran, dass der Markt rund um die Gesundheit, besser um die Krankheiten, fast 400 Milliarden Euro pro Jahr bewegt. Und zu diesem Kuchen haben viele Dienstleister Zugang. Dass es teure Fehlentwicklungen gibt, räumt jeder, der etwas von der Materie versteht, uneingeschränkt ein. Also muss es Reformen geben. Spätestens wenn dieses Wort von Karl Lauterbach genannt wird, steigt der Widerstand. So bei der angestrebten Krankenhausreform. Das Ziel des Sozialdemokraten im Ministerrang ist, die Qualität der Behandlung in allen 1700 deutschen Kliniken zu verbessern. Dazu sollen sie in drei Kategorien eingeteilt werden. Neben der Grundversorgung vor Ort, werden Spezialkliniken für besondere Behandlungen und Unikliniken mit optimaler Ausstattung angestrebt. Eigentlich nachvollziehbar. Der heftigste Gegenwind kommt aus den Krankenhäusern, die aus Kostengründen zwar „alles was reinkommt operieren“, aber gar nicht entsprechend ausgestattet sind. Diese Rechnung geht zu Lasten der Patienten, wird aber aktuell überall im Land praktiziert. Zeit, dass da reformiert wird. Karl Lauterbach geht seinen Weg. Wir gehen mit.

Ein Einschätzung aus Rhade zur angestrebten Krankenhausreform

Veröffentlicht am 27.06.2023

 

Gesundheit Kassenpatient? Pech gehabt.

Zwei-Klassengesellschaft sorgt für berechtigten Unmut

Gestern wurde in Dorsten noch für das Grundgesetz geworben. „Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich“, lautet ein Grundrechte-Artikel. Heute erkennen wir, dass unsere festgeschriebenen Rechte Spielräume zulassen, die ungerecht sind. Obwohl unsere ärztliche Versorgung keinerlei Vergleiche mit anderen Ländern scheuen muss, gibt es augenscheinliche Ungerechtigkeiten, die abgeschafft werden müssen. Warum muss der eine Versicherte mehrere Wochen auf einen Facharzttermin warten, während die andere bevorzugt behandelt wird? Die Beantwortung ist relativ einfach. Ein Privatversicherter ist in unserem Gesundheitswesen mehr wert als ein Kassenpatient. Der Gerechtigkeit wegen muss an dieser Stelle geschrieben werden, dass schon mehrere Gesundheitsminister auf Bundes- und Landesebene, auch von unterschiedlichen Parteien, an dieser aufgeworfenen Gerechtigkeitsfrage gescheitert sind. Obwohl finanzielle Anreize zur Gleichbehandlung der Patienten gewährt werden, gelingt es einfach nicht, „die Kuh vom Eis“ zu bekommen. Die Zwei-Klassengesellschaft ist ein Relikt aus vergangener Zeit. Sie gehört abgeschafft. Der Grundgesetzartikel 3 lautet unmissverständlich: Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Und im Grundsatzprogramm der SPD, 1959 beschlossen, heißt es: ...dass bei Krankheit jeder unabhängig von seiner wirtschaftlichen Lage einen unbedingten Anspruch auf alle dem Stande der ärztlichen Wissenschaft eintsprechende Heilmaßnahmen hat ... "Es gibt also noch viel zu tun, packen wir es an", so ein Sozialdemokrat aus Dorsten abschließend.

Ein Rhader Kommentar auf Grundlage des Artikels "Langes Warten auf Arzttermin" in der DZ 31.05.2023 

Veröffentlicht am 02.06.2023

 

Gesundheit Der Gesundheitsmarkt ist ein Fass ohne Boden

Ein wenig bekanntes Institut bewertet die Wirksamkeit von Arzneimitteln und medizinischen Verfahren

Es lohnt, dem bisherigen Leiter des IQWiG zuzuhören, wenn er über seine Berufserfahrungen spricht. Jürgen Winkler hat 12 Jahre das Kölner „Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen“ geleitet. Dort wird u. a. untersucht, ob es einen Nutzen von neuen Medikamenten gibt, ob bestimmte Operationsmethoden sinnvoll, oder eher eine Geschäftsidee sind. Seine Aussagen gegenüber der Wochenzeitung DIE ZEIT haben es in sich. Ein Beispiel: Von mehr als 700 geprüften Medikamenten, hatten nur 40 % einen Zusatznutzen. Seine Kritik: Viele Medikamente sind zu teuer, es wird zu viel therapiert und operiert, aber zu wenig mit den Patienten gesprochen. Seine Empfehlung: Es sollten nur neue Medikamente und Verfahren zugelassen werden, die ausreichend erforscht sind. Im Umkehrschluss heißt das, dass viele Medikamente und Verfahren zugelassen sind, obwohl noch Wissenslücken über die Wirksamkeit bestehen. Der SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach, der sich um viele Studien und Expertisen kümmert, müsste aber konsequenter als bisher, die Spreu vom Weizen trennen. Also nur wirklich erforschte und durch wissenschaftliche Studien belegte Medikamente und Verfahren in Arztpraxen und Krankenhäusern zulassen. Eigentlich selbstverständlich, urteilt der Laie. Die Praxis scheint aber eine ganz andere zu sein.

Rhader Text auf Grundlage des ZEIT-Artikels „Es wird zu viel operiert und zu wenig gesprochen“ vom 30.03.2023

Veröffentlicht am 05.04.2023

 

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