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Nachrichten zum Thema Presse
Presse Kommentare in Tageszeitungen sind nicht frei von Kritik
Vor einigen Tagen erschien auf der Seite 2 der Ruhr Nachrichten/Dorstener Zeitung ein Kommentar, der zum Widerspruch geradezu herausfordert. Da wird der deutsche Außenminister gelobt, weil er China die Stirn bietet. Der gleiche Außenminister, der gegenüber den USA und ganz aktuell gegenüber der Türkei ganz anders auftritt. Doppelmoral? Der folgende Leserbrief an die o. a. Zeitung soll der Kommentatorin aufzeigen, dass ihre Meinung zu einseitig ist - und somit kritikwürdig.
Der Leserbrief:
„Von China nicht alles gefallen lassen - Wadepuhl sagt Reise ab“ von Christina Jacke am 27.10 2025
Ich stelle mir vor, den Ländernamen CHINA gegen USA auszutauschen. Und statt chinesische Regierung, Trump-Administration zu lesen. Müssen wir uns „hier“ alles gefallen lassen und nur „da“ Zeichen setzen? Müsste die im Kommentar gelobte Reaktion des Außenministers nicht eher als Doppelmoral eingestuft werden? In der Realpolitik spielte und spielt die (wirtschaftliche) Abhängigkeit schon immer eine entscheidende Rolle. Die Stärke der bundesrepublikanischen Außenpolitik lag bisher in der stillen Diplomatie. Sie wurde zwar immer öffentlich kritisch begleitet, hat aber unserem Land nie geschadet. Ob es klug ist in dieser instabilen internationalen Lage „die Backen gegenüber China öffentlich aufzublasen“, wage ich zu bezweifeln. Genau diesen Aspekt vermisse ich in dem Kommentar von Christina Jacke.
Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 31.10.2025
Presse Auftrag und Verantwortung der unabhängigen Medien
Die Lokalzeitung wird besonders intensiv gelesen und bewertet
„Das stand so in unserer Zeitung, also stimmt es!“ Dieses Statement wird häufig genutzt, um sich in einer Diskussion vor Ort zu positionieren. Mehr Anerkennung des Berufsstands JOURNALISTIK geht nicht. Wenn z. B. die Lokalzeitung über Sachverhalte berichtet, Hintergründe beleuchtet und ausschließlich in gekennzeichneten Kommentaren die eigene Meinung vertritt, dann erfüllt das genannte Medium alle positiven Qualitätskriterien aus Sicht eines Lesers (und Abonnenten). Andererseits ist die Gefahr, eigene Gedanken in die Berichterstattung einfließen zu lassen, jedem Journalisten bewusst. Dazu gehört auch das vollständige Ignorieren oder das Überbewerten von bestimmten Sachverhalten. Eine Zeitung lebt von den Lesern und ihrer Reaktion auf veröffentlichte Texte. Nun hat Ralph Gorski, in der Lippestadt bekannt durch sein ehrenamtliches Engagement bei „Dorsten gegen rechts“, einen Leserbrief geschrieben, der die Lokalredaktion der DZ daran erinnert, dass die ständige Berichterstattung über die örtliche AfD einer „unbeabsichtigten Werbung“ für diese Rechtsaußenpartei sehr nahe kommt. Und genau hier stimmt die Einschätzung von Ralph Gorski mit mehreren Artikeln auf dieser Internetseite überein, die ebenfalls die DZ-Redaktion daran erinnert, beispielsweise nicht aus jeder AfD-Plakat-Zerstörung eine Titelgeschichte zu formulieren. Unsere Lokalzeitung verdient jegliche Unterstützung, um nicht vollständig zwischen anderen Medienformaten zerrieben zu werden. Das schließt eine konstruktive, kritische Begleitung der Redaktion nicht aus.
Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 26.09.2025
Presse Für Sie gelesen: Der politische Rundumschlag nimmt keinen aus
Ulrich Breulmann (Ruhr Nachrichten) legt den Finger in offene Wunden
Er ist bekannt für seine direkte Art, nimmt kein Blatt vor den Mund und schreibt so, wie viele von uns denken. Die Rede ist vom Ruhr-Nachrichten-Redakteur Ulrich Breulmann. Er hat das Privileg, in unregelmäßigen Abständen, seine persönliche Meinung auf der Seite zwei der genannten Tageszeitung unverblümt darzulegen. Dabei deckt er nicht für möglich gehaltene Missstände auf und setzt so eine wichtige öffentliche Diskussion in Gang. So lebendig kann eine gedruckte Zeitung sein. Aktuell nimmt er die Berliner Politiker und ihre Parteien aufs Korn. An vorderster Stelle Christian Lindner und die FDP. Unter der Überschrift „Bagatellisieren, leugnen und lügen“ rechnet er gnadenlos mit dem „erbärmlichen Schauspiel“, das Lindner und Co. seit Monaten aufführen, ab. Damit, so Breulmann, haben sie „das Urvertrauen in unsere Demokratie erschüttert“. Leider endet hier nicht der lesenswerte kritische Text, sondern wird, vermutlich wegen der inhaltlichen Ausgewogenheit, auf fast alle anderen Bundespolitiker und deren sie tragende Parteien ausgeweitet. Auch diese Zeilen sind absolut lesenswert, hätten aber einen höheren Stellenwert, würden sie losgelöst von der eingangs zitierten berechtigten Abrechnung mit der FDP-Inszenierung dargelegt. So setzt sich beim Leser fest, dass Politik und Politiker alle in einen Sack gehören, auf den man einschlagen sollte. Das Urvertrauen in Demokratie wird so aber auch nicht gestärkt.
Rhader Zeitungskritik
Veröffentlicht am 06.12.2024
Presse Alles sagen?
Nicht wenige Tageszeitungen wagen den Drahtseilakt - und stürzen weiter ab
Vielen Printmedien gehen die Abonnenten aus. Es gibt aber auch Zeitungen, die kontinuierlich gewinnen. Mit informativen Texten, mit eigenen Recherchen und Dokumentationen, die das Allgemeinwissen auffrischen. Statt diese Art des Journalismus zu kopieren, suchen andere mit Populismus und Krawallthemen ein Bild zu zeichnen, das manchmal nicht ganz falsch, aber auch nicht immer ganz richtig ist. Problematisch wird es dann, wenn die Berichterstattung mit der persönlichen Meinung des Schreibers ineinander übergeht. Was ist noch Bericht, was Meinung? Und genau diese Medien, die diesen Weg eingeschlagen haben, treffen in der Online-Welt auf eine „unschlagbare“ Konkurrenz. Ein wichtiger Grund für viele, diesen Printmedien good bye zu sagen. Auch der (verzweifelte) Versuch, mit provokanten und populistischen Einwürfen die Leser zur persönlichen Stellungnahme zu motivieren, ist eine gefährliche Gratwanderung. Die Gefahr, dabei abzustürzen, sprich, weitere Abonnenten zu verlieren, begleitet jede Veröffentlichung dieser Art. Einen Kommentar mit MEINUNG zu überschreiben, ist fairer Journalismus. Wer Texte ins Blatt rückt, die als Gastkommentar gelten sollen, aber als unsägliche MEINUNGSMACHE von fast allen Leserbriefschreibern bewertet werden, zahlt einen hohen Preis. „Ein Griff in die Kloake“, so kommentiert ein Dorstener Leser diese journalistische Fehlentwicklung. Recht hat er. Alles sagen? So nicht, liebe Zeitungsmacher.
Ein Rhader blättert in der Tageszeitung
Veröffentlicht am 22.07.2024
Presse Für Sie gelesen: Ein Kommentar räumt mit Vorurteilen auf
Dorstener Zeitung begab sich mit der Serie „Alles sagen!“ auf gefährliche Gratwanderung
Ulrich Breulmanns Kommentare sind lesenswert. Seine Meinung trifft in der Regel den „Nagel auf den Kopf“, ist verständlich und „kreißt nicht um den Berg, um eine Maus zu gebären“, sondern ist klare persönliche Meinung. Man muss sie nicht in allen Punkten teilen, aber sie hilft, sich zu orientieren und zu motivieren, eigene Gedanken zu entwickeln. In der Zeitungsserie „Alles sagen!“ kamen die Leser zu Wort. Erwartungsgemäß nahm der Bereich Migration und Kriminalität breiten Raum ein. Die Gefahr, dass ein Ventil mit der Bezeichnung „Vorurteil“ mehr Schaden als Aufklärung hinterlässt, verlangte von den Redakteuren höchste Aufmerksamkeit und Verantwortung. Ulrich Breulmann griff die Sorgen von kritischen Lesern und in der Redaktion in seinem Kommentar, „Gesetz kennt keine Deutschen mit Migrationshintergrund“, unmissverständlich auf. Seine Aufklärung, wer deutscher Staatsbürger ist und somit unter dem Schutz unseres Grundgesetzes steht, wird hoffentlich von denen gelesen, die gedanklich „auf dem falschen Dampfer“ waren. Der Schluss des Kommentars verdient wiederholt zu werden: „Wir (die Zeitungsmacher) wollen und werden uns nicht an solchen unerträglichen Generalverdächtigungen und Unterstellungen beteiligen. … Wer nur seine ausländerfeindlichen Vorurteile schüren und bestätigt sehen möchte, ist bei uns falsch. Der muss sich seine eigenen Wahrheiten bei den Populisten und Demagogen suchen. Bei uns wird er sie nicht finden.“
Ein aufmerksamer Zeitungsleser aus Rhade
Veröffentlicht am 14.12.2023
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