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Nachrichten zum Thema Gesellschaft
Gesellschaft Einfach mal kurz innehalten …
Eine berührende Erinnerung an Rolf Abrahamsohn
In diesem Jahr hätte er seinen 100. Geburtstag gefeiert. Ein Grund, ihn in den Mittelpunkt zu rücken und zuzuhören, was er uns zu sagen hat. Rolf Abrahamsohn gehörte zu den Wenigen, der die brutale Mordmaschinerie der Nationalsozialisten überlebt hat. Im Dorstener Jüdischen Museum Westfalen (JMW) fanden sich zahlreiche Besucher ein, um einer besonderen Geschichtsstunde beizuwohnen. Seit 2024 gehört die Lippestadt dem Riga-Komitee an. Ein freiwilliger Zusammenschluss vieler Städte im In- und Ausland. Damit verbunden ist das Versprechen, die bestialische Ermordung von 25.000 jüdischen Bürgern, die zuvor aus unserem Land und den Nachbarstaaten um 1941 dahin deportiert und ermordet wurden, nie zu vergessen. Einer der die Massaker überlebt hat, war Rolf Abrahamsohn. Nun war er ein wichtiger Zeitzeuge. Wieder und wieder trat er insbesondere vor jungen Menschen in Schulen auf, um über seine Qualen, verursacht von deutschen Nazis, und sein glückliches (???) Überleben zu berichten. Dabei forderte er alle Zuhörer immer wieder auf, sich unmissverständlich dem „NIE WIEDER“ zu verschreiben. Ayleen Winkler, Kuratorin des JMW versah ihren Erinnerungsvortrag mit Videosequenzen, in denen Rolf Abrahamsohn erläuterte, wie er und seine Leidensgenossen, auch aus eigener Familie, von den Nazischergen verleumdet, gedemütigt und bis auf winzige Ausnahmen, ermordet wurden. Absolute Stille im Zuhörerraum. Wehmütige Violinklänge beendeten eine besondere Veranstaltung, in deren Mittelpunkt ein Mensch wie Du und ich stand. WARUM er trotzdem ausgegrenzt und ausgemerzt werden sollte, bleibt als Unverständnis im Hinterkopf.
Dirk Hartwich
www.jmw-dorsten.de
www.riga-komitee.eu
Veröffentlicht am 24.08.2025
Gesellschaft Social Media - Fluch oder Segen?
Gedankensplitter Nr. 11 - Friedhelm Fragemann
Bei ihrer Einführung waren die Nutzungsmöglichkeiten der sogenannten Social Media mit sehr hohen Erwartungen verbunden. Sie galten als Beschleuniger einer globalen Kommunikation mit einem großen Potenzial zur Verbesserung und Bereicherung der sozialen Beziehungen infolge der vereinfachten und kurzen Kommunikationswege. Ja, sie galten sogar als Beschleuniger der Demokratisierung im Sinne von gesteigerter Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit.
Weit gefehlt! Die sogenannten sozialen Medien haben sich vor allem zu einem von Algorithmen gesteuerten Manipulationsinstrument entwickelt und führen letzten Endes zu Filterblasen, in denen sich leider immer mehr Menschen bewegen. Die einseitige Information, das ständige Sich-im-Kreis-bewegen innerhalb der jeweiligen Adressatengruppe führt zu einer Verengung von Denkräumen und zu einer Verengung des Diskurskorridors. Auch die zunehmenden anonymen Schmierereien im Netz sind kein Ausweis von Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit. Hier werden Dummheit und Ignoranz kultiviert. Nicht ganz unpassend hat Lady Gaga dies als Toilette des Internets charakterisiert.
Es geht nicht darum, den Nutzern den Spaß zu verderben, aber diese dürfen dem Netz und seinen Möglichkeiten des Missbrauchs nicht schutzlos ausgeliefert sein. Das gilt vor allem für Kinder und Jugendliche.
Die Dominanz der Internetplattformen mit ihrer von Algorithmen gesteuerten Manipulationsmacht hat letzten Endes negative Folgen für die Urteilsfähigkeit der Bürger und gefährdet damit die Demokratie.
Wir brauchen im Grunde einen Algorithmen-TÜV, um die Meinungs- und Manipulationsmacht der TECH-Plattformen zu begrenzen; denn diese sind keineswegs am Gemeinwohl interessiert, sondern folgen ausschließlich dem Profit.
Friedhelm Fragemann, langjähriger Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion regt mit seinen hier veröffentlichten Gedankensplittern an, über gesellschaftspolitische (Fehl)Entwicklungen nachzudenken und ggfs. für Korrekturen einzutreten.
Veröffentlicht am 21.08.2025
Gesellschaft Wohnen ist ein Menschenrecht
Gastkommentar von Dr. Hans-Udo Schneider
Eine angemessene und bezahlbare Wohnung zu finden, ist für viele Familien ein nahezu unlösbares Problem. Hinzu kommt: Zwanzig Prozent der Kinder sind von Armut betroffen. Und immer mehr Menschen brauchen die Lebensmittel der Tafel, um über die Runden zu kommen. All das führt zu Abstiegsängsten, Unsicherheit und Isolation. Eine Teilnahme am gesellschaftlichen Leben ist so kaum möglich.
Studie der Hans-Böckler-Stiftung
Und es sind exakt diese Gründe, die den Aufstieg der AfD erst möglich gemacht haben. Das jedenfalls belegt eine fundierte Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. Sie kommt zu der Feststellung, wer die AfD bekämpfen will, muss „ökonomische und gesellschaftliche Krisen“ bekämpfen.
Die Misere auf dem Wohnungsmarkt steht dafür exemplarisch. Besessen vom neoliberalen Wahn privatisierten Bund, Land, Gemeinden, Bahn und Post und viele andere in den Jahren nach 2000 ihre Wohnungsbestände. Das Versprechen, die Mieter sollten keine Nachteile erleiden, erwies sich zumeist als Schall und Rauch. Die privatisierten Wohnungen wurden zum Objekt der Spekulation. Mehr noch, für Gesellschaften, die Kasse machen wollen, sind Instandhaltung, Sanierung, Betreuung der Mieter lästige Kosten. Auf der anderen Seite stehen steigende Mieten und Nebenkosten und immer weniger Sozialwohnungen. Staat und Gesellschaft haben versagt und einen wichtigen Teil der Bevölkerung abgehängt. Ein Umsteuern ist notwendiger denn je. Das gilt auch für Dorsten.
Notwendige „Bausteine“ für eine Kehrtwende:
- Die Dorstener Wohnungsgesellschaft muss sich viel stärker auf dem heimischen Wohnungsmarkt engagieren.
- Kommunale Grundstücke sollten vorwiegend dem Sozialen Wohnungsbau vorbehalten bleiben
- Genossenschaftliches Bauen muss gefördert werden
- Der Aufbau einer Wohnungstauschbörse ist ein Instrument zur passgenauen Wohnungsvermittlung
- Die privaten Wohnungsgesellschaften sind durch die öffentliche Hand in die Pflicht zu nehmen (Sanierung, Gestaltung und Pflege des halböffentlichen Bereichs, umweltfreundliche Energieversorgung).
Nur so kann Vertrauen zurückgewonnen werden. Die Gemeinschaft der Demokraten erweist sich nämlich zu allererst in auskömmlichen Löhnen und bezahlbarem Wohnraum für alle. Würde auch hierfür gemeinsam demonstriert, dann wären Aktionen gegen rechtsextreme Populisten auf dem Marktplatz noch effektiver und glaubwürdiger.
Veröffentlicht am 19.08.2025
Gesellschaft AUFSTEHEN! - Nicht nur für die eigene Gesundheit, sondern auch für den Erhalt unserer Demokratie!
„Arsch huh, Zäng ussenander“
Das war mal ne Meldung, die, wörtlich genommen, richtig saß. Wir sitzen nämlich durchschnittlich 10 Stunden am Tag. Im Auto, am Schreibtisch, vorm Fernseher. Nicht nur Rauchen und Alkohol schaden der Gesundheit, sondern auch zu langes Sitzen. Das, was dem Körper nicht gut tut und ihn zu früh schlapp macht, trifft auch auf unser politisches Verhalten zu. Wir können zwar alle Fehlentwicklungen in unserem Land, in unserer Stadt benennen, wollen uns aber nicht selbst bewegen, um etwas zum Besseren zu verändern. Wir sitzen das solange hartnäckig aus, bis irgendein Problem unseren eigenen Wirkungskreis erreicht. Erst dann stehen wir auf. Dann beschuldigen wir alle anderen, „ihren Arsch nicht bewegt zu haben“. Nun erheben wir lauthals unsere Stimme, um gehört zu werden. Das ist zwar richtig, aber zu wenig, um etwas zu verändern. Wolfgang Niedecken von der Kölner Band BAP sang dazu passend „Arsch huh, Zäng ussenander“. Wir ergänzen diese lebenswichtige Botschaft mit dem Zitat des verstorbenen Papstes Franziskus: "Um wirklich zu leben, kann man nicht sitzen bleiben. Leben heißt immer: sich in Bewegung setzen, auf den Weg machen, träumen, planen, offen für die Zukunft sein."
Wochenendgedanken aus Rhade
Veröffentlicht am 09.08.2025
Gesellschaft Heute vor 80 Jahren: Atombombe löscht Hiroshima und zigtausende Menschenleben aus.
Veröffentlicht am 06.08.2025
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