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Nachrichten zum Thema Gesellschaft
Gesellschaft Wahlumfragen lösen politisches Beben aus - und Ratlosigkeit
Was tun? - Demokratie in ernster Krise
Immer dann wenn Meinungsforschungsinstitute das Ergebnis ihrer „Sonntagsfrage“ veröffentlichen, stockt den demokratischen Parteien der Atem. Aber nicht nur ihnen, sondern auch allen, die die jüngere deutsche Geschichte (noch) kennen. Der Aufstieg (West)Deutschlands nach 1945, auch Wirtschaftswunder genannt, hat unser Land zu einem der reichsten Länder weltweit gemacht. Kluge Politik führte dann sogar zur Wiedervereinigung. Anfängliche Glückseligkeit der nun über 80 Millionen Bürger, drehte nach und nach in Richtung Unzufriedenheit. Als Grund muss anerkannt werden, dass die Schere zwischen arm und immer reicher sich nicht schloss, sondern weiter auseinander klaffte. Ein gefundenes Fressen für Protestparteien am rechten Rand. Das Gegensteuern der sogenannten etablierten Parteien setzte zu spät ein. Die sich nun entwickelnde Eigendynamik muss als gravierender Rechtsruck unserer Gesellschaft eingeordnet werden. Wahlergebnisse lügen nicht! Das, was sich langsam und kontinuierlich anbahnte, wird sich nicht mit Appellen allein ändern. Der Koalitionsvertrag der CDU/SPD/CSU-Regierung in Berlin listet interessanterweise ganz konkret auf, was jetzt zu tun ist, um die erkannten Gerechtigkeitslücken zu schließen. Er muss nun auch ohne Zerreden umgesetzt werden! Nur so werden künftig in der Sonntagsfrage demokratische Parteien wieder vorne liegen.
Rhader Gedanken über die politische Lage
Veröffentlicht am 10.09.2025
Gesellschaft In eigener Sache …
Die deutsche Sozialdemokratie war immer dann besonders stark, wenn sie von Persönlichkeiten geführt wurde, die über die Parteigrenzen hinweg Anerkennung fanden und deswegen Wahlen gewannen. Zum Beispiel Johannes Rau und Helmut Schmidt. Sie hatten die Fähigkeit, ihre politischen Grundsätze verständlich zu erklären. Sie gaben Orientierung, bewiesen Führungsstärke und „kamen sympathisch rüber“. Kriterien, die auch heute Gültigkeit besitzen, um politisch an der Spitze zu agieren. Einer der in dieser Aufzählung nicht fehlen darf, war Willy Brandt (1913 - 1992). Sein gesamtes Leben widmete er der Freiheit und der sozialen Gerechtigkeit. Die SPD war seine politische Heimat. Ob als Regierender Bürgermeister von Berlin, Parteivorsitzender, Außenminister oder Bundeskanzler - Willy Brandt begeisterte die Menschen. Er leitete die Wiedervereinigung Deutschlands ein und erhielt dafür den Friedensnobelpreis. Willy Brandt ist und bleibt Vorbild für alle Sozialdemokraten. Sein Zitat „Nichts kommt von selbst. Und nur wenig ist von Dauer. Darum – besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, dass jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll“, begleitet uns, siehe rechte Spalte, im Monat September unter dem Titel SPD SOZIAL. Im September 1992, nur wenige Tage vor seinem Tod, hat er es notiert. Es ist ein Vermächtnis für alle Sozialdemokraten heute und morgen. Es passt auch hervorragend zur Kommunalwahl am 14. September.
Veröffentlicht am 01.09.2025
Gesellschaft Matthias Miersch war da
SPD-Fraktionsvorsitzender im Bundestag besucht Dorsten und überzeugt auf ganzer Linie
Zu keinem Zeitpunkt seines Besuches in Dorsten hatten alle die ihn trafen das Gefühl, es sei ein Pflichttermin. Matthias Miersch, gerade vom Koalitionsgipfel in Würzburg gekommen, war aufgeräumt, freundlich, hörte zu und warb so überzeugend für alle demokratischen Kräfte in unserem Land und unserer Stadt. Natürlich nahm die SPD dabei einen herausragenden Platz ein. Er überraschte aber nicht nur den ihn begleitenden Julian Fragemann, seines Zeichens sozialdemokratischer Bürgermeisterkandidat in Dorsten, sondern besonders die vielen Bürgerinnen und Bürgern auf dem Marktplatz, denen er sich völlig unkompliziert zuwandte. Auch seine Besuche an den Infoständen aller demokratischen Parteien und besonders beim örtlichen „Bündnis gegen rechts“, bewiesen sein Verständnis von parteiübergreifender Demokratie. Natürlich spielte die Kommunalpolitik eine große Rolle im Meinungsaustausch mit den Bürgern und der Dorstener SPD. Matthias Miersch, selbst 27 Jahre Kommunalpolitiker, kennt die strukturellen Defizite fast aller Städte und Gemeinden. Er dankte und würdigte die Arbeit der Parteimitglieder und ausdrücklich das ehrenamtliche Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger. Seine Zusage, sich für weitere finanzielle Unterstützung aller Not leidenden Kommunen stark zu machen, wurde nicht als „billige Beruhigungspille“ von den Zuhörern gewertet. Matthias Miersch war nicht nur da, sondern hinterließ einen nachhaltigen, positiven Eindruck in Dorsten. Diese Wertung teilten auch Swen Coralic, SPD-Stadtverbandsvorsitzender in der Lippestadt, Frank Schwabe, SPD-MdB und Staatssekretär, Dr. Karsten Schneider, SPD-Landratskandidat sowie viele Sozialdemokraten, die Matthias Miersch in Dorsten ganz nahe kamen.
Bericht eines stillen Beobachters
Veröffentlicht am 31.08.2025
Gesellschaft Social Media - Fluch oder Segen? (2)
Wissenschaftler geben wichtige Hinweise
Der letzte Gedankensplitter von Friedhelm Fragemann am 21. August verdient, ergänzt zu werden. Ralph Hertwig, Direktor des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung stützt sich in seiner dazu passenden Empfehlung auf die Forschungsergebnisse der Akademie Leopoldina. Gibt es einen Zusammenhang zwischen verstärkt auftretenden Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen durch die intensive Nutzung des Smartphones? Die ausgewerteten Hinweise der Studie des Deutschen Zentrums für Suchtfragen deuten darauf hin. Danach wird bei 21% der Kinder und Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren ein riskantes Nutzungsverhalten geschätzt. Das sind mehr als 1 Million (!) junger Menschen. Bei rund 300.000 Heranwachsenden gilt bereits die Einschätzung des suchtartigen Verhaltens. Die Folge: Eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit psychischer Krankheiten. Nun zu den Empfehlungen der Wissenschaftler:
- Für Kinder unter 13 Jahren striktes Soziale Medien-Nutzungsverbot
- Zwischen 13 und 15 mit Begleitung der Eltern
- Die Betreiber aller Sozialen Medien müssen automatische Zeitunterbrechungen programmieren
- Für alle Nutzer unter 18 Jahren muss das Werbeverbot für Produkte gelten, die die psychische und körperliche Gesundheit gefährden können
- Alle Mitgliedsstaaten der EU haben sich verpflichtet, die Einführung einer digitalen Brieftasche, genannt EUDI-Wallet bis Ende 2026 einzuführen. Damit kann das wahre Alter der Nutzer authentifiziert werden
- Keine privaten Smartphones in der Schule bis zu 10. Klasse, aber einheitliche digitale Geräte im Unterricht einsetzen
Fazit: „Das Positive muss erhalten bleiben, die Risiken sozialer Medien müssen eingedämmt werden“, so Prof. Ralph Hertwig abschließend.
Eigener Bericht auf Grundlage des ZEIT-Berichts „Keine privaten Smartphones bis zur 10. Klasse!“ vom 14.8.2025
Veröffentlicht am 27.08.2025
Gesellschaft Einfach mal kurz innehalten …
Eine berührende Erinnerung an Rolf Abrahamsohn
In diesem Jahr hätte er seinen 100. Geburtstag gefeiert. Ein Grund, ihn in den Mittelpunkt zu rücken und zuzuhören, was er uns zu sagen hat. Rolf Abrahamsohn gehörte zu den Wenigen, der die brutale Mordmaschinerie der Nationalsozialisten überlebt hat. Im Dorstener Jüdischen Museum Westfalen (JMW) fanden sich zahlreiche Besucher ein, um einer besonderen Geschichtsstunde beizuwohnen. Seit 2024 gehört die Lippestadt dem Riga-Komitee an. Ein freiwilliger Zusammenschluss vieler Städte im In- und Ausland. Damit verbunden ist das Versprechen, die bestialische Ermordung von 25.000 jüdischen Bürgern, die zuvor aus unserem Land und den Nachbarstaaten um 1941 dahin deportiert und ermordet wurden, nie zu vergessen. Einer der die Massaker überlebt hat, war Rolf Abrahamsohn. Nun war er ein wichtiger Zeitzeuge. Wieder und wieder trat er insbesondere vor jungen Menschen in Schulen auf, um über seine Qualen, verursacht von deutschen Nazis, und sein glückliches (???) Überleben zu berichten. Dabei forderte er alle Zuhörer immer wieder auf, sich unmissverständlich dem „NIE WIEDER“ zu verschreiben. Ayleen Winkler, Kuratorin des JMW versah ihren Erinnerungsvortrag mit Videosequenzen, in denen Rolf Abrahamsohn erläuterte, wie er und seine Leidensgenossen, auch aus eigener Familie, von den Nazischergen verleumdet, gedemütigt und bis auf winzige Ausnahmen, ermordet wurden. Absolute Stille im Zuhörerraum. Wehmütige Violinklänge beendeten eine besondere Veranstaltung, in deren Mittelpunkt ein Mensch wie Du und ich stand. WARUM er trotzdem ausgegrenzt und ausgemerzt werden sollte, bleibt als Unverständnis im Hinterkopf.
Dirk Hartwich
www.jmw-dorsten.de
www.riga-komitee.eu
Veröffentlicht am 24.08.2025
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