Nachrichten zum Thema Gesellschaft

Gesellschaft Erinnerung an Hans-Willy Niemeyer (1946 - 2025)

Vor einem Jahr starb der langjährige Vorsitzende der Rhader und Dorstener SPD. Die Lücke, die er hinterlassen hat, ist allen Sozialdemokraten gegenwärtig. Im Nachruf, der im Namen der Rhader und Dorstener Freunde der Sozialdemokratie veröffentlicht wurde, heißt es dazu passend nach Bertold Brecht:

„Die Schwachen kämpfen nicht. Die Stärkeren kämpfen vielleicht eine Stunde lang. Die noch stärker sind, kämpfen viele Jahre. Aber die Stärksten kämpfen ihr Leben lang. Diese sind unentbehrlich.“

Hans Willy Niemeyer hat sich ein Leben lang für soziale Gerechtigkeit eingesetzt. Ein Vorbild für die SPD und unsere gesamte Gesellschaft. Unser Versprechen lautet: Wir werden uns im Sinne von Hans-Willy Niemeyer weiter engagieren.

Veröffentlicht am 22.01.2026

 

Gesellschaft Milliardäre legen weltweit rasant zu

Gerecht geht anders - sagt OXFAM - und belegt das mit erstaunlichen Zahlen

Die besten Steuerzahler für den Staat sind die abhängig Beschäftigten. Sie erhalten ihren Lohn bereits bereinigt von der staatlich festgesetzten Steuerquote in jedem Monat netto. Die Steuerpflicht gilt aber für alle Einnahmen, unabhängig ob sie zum Beispiel aus Unternehmensgewinnen, Erbschaften oder Finanztransaktionen abgeleitet werden. Hier ist die Steuerbehörde aber auf die Mitwirkung und Ehrlichkeit der Steuerpflichtigen angewiesen. Einzelne Stichproben zeigen immer wieder, dass die Kontrollen ausgeweitet werden müssten, um den Begriff der Steuergerechtigkeit auch nur annähernd zu erreichen. Wenn nun die angesehene, seriöse Entwicklungsorganisation OXFAM aufzeigt, wie das Vermögen der Superreichen weiter ungebremst wächst, muss auch die Frage nach der Abgabengerechtigkeit offen hinterfragt werden. Hierzu die Zahlen:

  • 3000 Milliardäre weltweit verfügen über ein Vermögen von 18,3 Billionen US-Dollar (15,75 Billionen Euro)
  • Seit 2020 wurden sie, inflationsbereinigt, um 80% (!) reicher
  • Gleichzeitig lebt die Hälfte der Menschheit in Armut
  • Im letzten Jahr ist das Vermögen der Milliardäre um rund 16% gewachsen

Wenn die SPD nur die Begriffe Vermögenssteuer und Erbschaftssteuer erwähnt, schaffen es die Superreichen umgehend, die Meinungshoheit mit dem Argument Neiddebatte in der öffentlichen Wahrnehmung zu beherrschen. Und schon bleibt alles wie es ist. Gerecht geht anders.     

Eigener Bericht auf Grundlage des DZ-Berichts „Milliardäre werden noch reicher“ am 19.01.2026

Veröffentlicht am 21.01.2026

 

Friedhelm Fragemann, SPD-Mitglied, war viele Jahre Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat Dorsten Gesellschaft Die “neue“ Weltordnung - Rückfall in imperialistische Barbarei

Gastkommentar von Friedhelm Fragemann

Natürlich kann Friedrich Merz als Regierungschef Trump nicht öffentlich als kriminellen, charakterlosen Lumpen charakterisieren. Allerdings wäre eine deutlichere Kritik an der völkerrechtswidrigen Aktion in Venezuela von Nöten gewesen. Mit dem Herunterspielen, ja der Verharmlosung als „komplexe Situation“, setzt er sich dem Vorwurf der Doppelzüngigkeit aus, wenn einerseits die russische Invasion in der Ukraine scharf verurteilt, andererseits die Vorgehensweise der amerikanischen Administration mit größter Nachsicht behandelt wird, obwohl auch hier völkerrechtswidrige Aktionen durchgeführt und darüber hinaus selbst gegenüber Verbündeten wie Dänemark unfassbare Forderungen in den Raum gestellt werden. Schließlich ist Grönland integraler Bestandteil Dänemarks. Dieser Spagat wird auf Dauer nicht gelingen. 
Dass die Bundesregierung auch bei einer klaren Positionierung die existenziellen Interessen der Bundesrepublik Deutschland im Blick behalten muss, steht außer Frage. Allerdings ist das Vorgehen Trumps in Venezuela, die Bedrohung Kolumbiens, Kubas, Panamas etc., aber insbesondere Grönlands ein Rückfall in imperialistische Barbarei. Für zivilisierte Gesellschaften sind egozentrische autokratische Herrscher mit Sonnenkönig-Syndrom inakzeptabel, ob sie nun Trump oder Putin heißen. 
Ihre geopolitisch fundierte Macht- und Interessenpolitik hebelt das wertebasierte Regelsystem aus. Dem entgehen wir nicht mit naiver moralisierender Menschenrechts- und sogenannter feministischer Außenpolitik, aber ebenso wenig durch Hinnahme von Rücksichtslosigkeiten oder Unterwerfungsgesten. Eigene Interessen müssen machtvoll und konsequent, aber prinzipiell unter Einhaltung völkerrechtlicher Standards vertreten werden. 
Gefragt ist jetzt eine enge Abstimmung innerhalb der Europäischen Union in diesen Kernfragen internationaler Politik und vor allem ein möglichst solidarisches Agieren, damit Europa nicht zum Spielball in der sich neu formierenden multipolaren Welt wird. Oder ganz an den Rand gedrängt wird – politisch und wirtschaftlich.

Veröffentlicht am 18.01.2026

 

Auch Prominente werben für den Erhalt der Straßenzeitung fiftyfifty Gesellschaft Hubert Ostendorf auf den Spuren von Michael Holzach - Ein Selbstversuch

Es war und ist ein Bestseller. Michael Holzachs 1982 veröffentlichtes Buch „Deutschland umsonst“. Eindrucksvoll beschreibt er seine Erfahrungen, als Obdachloser ohne Geld im reichen Deutschland zu überleben. Nun hat sich Hubert Ostendorf, Geschäftsführer der Hilfsorganisation fiftyfifty mit Sitz in Düsseldorf, entschlossen, es für wenige Stunden Michael Holzach gleichzutun. Hautnah erlebte er, wie die Gesellschaft, also wir, überwiegend reagieren, treffen wir auf der Straße auf einen um Hilfe bittenden Menschen. Sein Erfahrungsbericht rüttelt auf, hält uns den Spiegel vor und beweist eindrucksvoll das Gerechtigkeitsdefizit unserer Gesellschaft. Einige Auszüge werden mit Genehmigung des Autors veröffentlicht:

Drei Stunden im Abseits – ein Selbstversuch
Ich bin Geschäftsführer der Obdachlosenzeitung fiftyfifty. Für einen Selbstversuch tausche ich mein gewohntes Auftreten gegen abgeranzte Kleidung. Die Haare sind ungewaschen, fettig, ungekämmt. Die Fingernägel schmutzig, sie ragen aus kaputten Handschuhen hervor. Es ist klirrend kalt. Für drei Stunden stelle ich mich auf die Straße und verkaufe die Obdachlosenzeitung fiftyfifty. Schon nach wenigen Minuten wird klar: Ich bin nicht mehr wirklich Teil der Gesellschaft. Menschen gehen an mir vorbei, ohne mich wahrzunehmen. Kein Blick, kein Kopfnicken, kein Wort. Ich stehe da, sichtbar und zugleich unsichtbar. …Manche bleiben kurz stehen – nicht aus Interesse, sondern um zu beleidigen. „Penner.“ „Geh arbeiten.“ Ein Mann ruft mir zu: „So etwas wie dich hätte man früher ins Lager gesteckt.“ Die Sätze treffen. Es gibt auch andere Begegnungen. Eine alte Frau bleibt stehen, schaut mich an, gibt mir Geld. Ein alter Mann tut es ihr gleich. Ein kleines Kind kommt auf mich zu, reicht mir einen Becher Kaffee. … Nach drei Stunden zähle ich das Geld. 11 Euro 17. Eine einzige verkaufte Zeitung, ein paar Münzen, ein paar Scheine. Mir ist eiskalt. Ich zittere. Ich weiß: Mein Experiment endet nach drei Stunden. Ich kann mich aufwärmen, die Kleidung wechseln, nach Hause gehen. Obdachlose können das nicht. Sie können der Kälte nicht entfliehen. Für sie ist das kein Selbstversuch. Es harter ist Alltag.
Hubert Ostendorf

SPD SOZIAL bittet um Unterstützung von fiftyfifty e.V.

Spendenkonto: ASPHALT, Verein zur Förderung obdachloser und armer Menschen, Postbank Essen, DE35 3601 0043 0539 6614 31

Veröffentlicht am 17.01.2026

 

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