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Nachrichten zum Thema Gesellschaft
Gesellschaft Eine Todesanzeige zwingt zum Nachdenken
Todesanzeigen in Zeitungen werden immer gelesen. Wer ist gestorben? Kannte ich ihn oder sie? In welchem Alter? Gibt es einen Hinweis woran? Erweise ich dem oder der Verstorbenen die letzte Ehre durch die Teilnahme an der Bestattung? Oder reicht meine Anteilnahme, indem ich eine vorgedruckte Karte versende? Das Nachdenken setzt ein, als ich lese, dass ein mir wenig bekannter Mann aus Wulfen mit 83 Jahren gestorben ist. Der Satz in der Anzeige, „Isolation und Ausschluss haben ihm das Leben oft schwer gemacht“, zwingt mich doch, mich an ihn zu erinnern. Ein hagerer Mann, zweifacher Vater, Jahrzehnte allein lebend. Sein Auftreten war auffällig, aber nicht bedrohlich. Dann, wenn seine Not nicht mehr auszuhalten war, besuchte er seinen Nachbarn, der ihm als Seelsorger immer seine Hand reichte. Älter geworden schaffte es der nun Verstorbene nicht mehr, die wichtigen lebenserhaltenden Kontakte zu seiner Nachbarschaft, zu seiner Familie und ganz wenigen Freunden aufrechtzuerhalten. Krank und isoliert wurde sein Leben schleichend zum Dahinvegetieren. Die Vorstufe zum vorzeitigen Ableben. Ein Einzelfall? Sicher nicht. Alt werden ist sehr häufig mit Alleinsein und Vergessen verbunden. Dürfen wir (Gesellschaft) mit diesem Wissen achselzuckend zur Tagesordnung übergehen? Oder müssen wir uns unserer sozialen Verantwortung gegenüber allen Schwächeren endlich stellen?
Rhader Gedanken über den Zustand unserer immer älter werdenden Gesellschaft
Veröffentlicht am 11.02.2026
Gesellschaft Schalom - Eine besondere Dorstener Zeitschrift
Die örtliche Zeitungslandschaft leidet unter fehlender Vielfalt. Eine unabhängige Tageszeitung, ein Werbe-Wochen-Blatt und monatlich zwei Publikationen, die ausschließlich vom Anzeigenverkauf leben, sind für eine Stadt mit 75.000 Einwohnern zu wenig, um sich tiefergehend zu informieren. Gut ist, dass es daneben eine Veröffentlichung gibt, die nicht für Discounter, Autohäuser, Baumärkte und Co. wirbt, sondern sich inhaltlich mit dem Zustand unserer Demokratie beschäftigt. Sie erscheint zwar nur zweimal jährlich, ist aber unverzichtbar, um gesellschaftspolitische Zusammenhänge zu verstehen. Der Titel ist Programm: Schalom. Herausgegeben vom Verein für jüdische Geschichte und Religion e. V., Dorsten. „Was machen wir hier eigentlich?“, lautet die Überschrift beim ersten Umblättern. Die Antwort, von Dr. Kathrin Pieren, Leiterin des jüdischen Museums in unserer Stadt gegeben, analysiert in Kurzform den Zustand unserer Gesellschaft, um dann aber ein Angebot zu machen. Um dem galoppierenden Antisemitismus Einhalt zu gebieten, sind alle aufgerufen, Weiterbildung als freiwilliges, persönliches „Pflichtfach“ zu belegen. Das Dorstener Museum bietet dazu Workshops, u. a. für alle Berufsgruppen sowie Lernveranstaltungen für Kitas und Schulen an. Im Museum motivieren darüberhinaus mehrere Mitmachstationen, gesellschaftliche Werte wie Vielfalt, Toleranz und Respekt zu erkennen und zu verinnerlichen. Ein absoluter Mehrwert für unsere Stadt.
Rhader Werbung für eine Dorstener Zeitschrift
Veröffentlicht am 06.02.2026
Gesellschaft Holocaustgedenktag - Haben wir denn gar nichts gelernt?
Antisemitismusbeauftragte müssen unter Polizeischutz arbeiten
Heute gedenken wir der Opfer. Heute erinnern wir, dass das nationalsozialistische Deutschland zwischen 1933 und1945 u. a. über 6 Millionen Menschen mit jüdischer Herkunft bestialisch umgebracht hat. Heute denken wir an den Schwur, den wir danach geleistet haben: Nie wieder! Heute ziehen wir aber auch Bilanz, wo wir mit unserem Schwur aktuell stehen. Und die sieht verheerend aus. Der Antisemitismus in unserer Gesellschaft nimmt zu. Im Jahr 2024 wurden in unserem Land 8624 Vorfälle gemeldet. 24 pro Tag! Ein Anstieg um 77% gegenüber dem Vorjahr. Der Linken-Politiker Andreas Büttner, im Land Brandenburg als Antisemitismusbeauftrager tätig, entkam nur mit Glück einem Brandanschlag. „Was wir jetzt erleben, ist die Normalisierung des Judenhasses“, so seine bittere Erkenntnis. Andreas Büttner will trotz der latenten Bedrohung nicht aufgeben und sein Amt weiter ausführen. Andere Antisemitismusbeauftragte, wie Stefan Hensel in Hamburg, der ebenfalls wegen seines Engagements attackiert wurde, stieg aus und hält uns mit der Frage, ob es nicht eine Bankrotterklärung für eine freie Gesellschaft sei, wenn sie einen Antisemitismusbeauftragten braucht, den Spiegel vor. Heute besteht für alle Demokraten die Möglichkeit, ein persönliches Zeichen gegen Hass und Missgunst zu setzen. Tun wir es!
Eigener Bericht auf Grundlage des ZEIT-Artikels „Was wir jetzt erleben, ist die Normalisierung des Judenhasses“ vom 15.1.1026
Veröffentlicht am 27.01.2026
Gesellschaft Morgen: Holocaust-Gedenktag. Informationsveranstaltungen in Dorsten
„Wie konnte das geschehen?“, lautet der Titel des aktuellen Buches des Historikers und Schriftstellers Götz Aly. Genau diese Frage stellen sich am morgigen Holocaust-Gedenktag sicherlich auch viele Dorstener Bürger. Ein simples Beispiel der Meinungsmanipulation, dem Spiegel-Bestseller entnommen und für diesen Text örtlich angepasst, zeigt das Strickmuster der Nationalsozialisten, Neid und Hass zu sähen:
„Dorsten hat 70.000. Einwohner. 1% davon bekennt sich, jüdischen Glaubens zu sein. Gesucht wird ein Gerichtsvollzieher. Die Stelle wird öffentlich ausgeschrieben. Eingestellt wird der beste Bewerber. Dass er jüdischen Glaubens ist, wurde weder abgefragt noch war es ein Einstellungskriterium. Nun wird von der NSDAP verbreitet, dass das Gerichtsvollzieheramt zu 100% in jüdische Hand geraten ist.“
Was mit schlichter Meinungsmanipulation begann, endete in einer weltweiten Katastrophe. Dorsten war keine Ausnahme, sondern ein Mosaikstein der NSDAP. Auf drei Veranstaltungen kann morgen der Opfer gedacht werden und unser Schwur, nach dem Krieg im Mai 1945 ausgesprochen, wiederholt werden: Nie wieder!
- Gedenk-Spaziergang ab 11 Uhr vom Platz vor den Mercaden durch die Innenstadt zum Bahnhof Dorsten. An jeder Station tragen Schülerinnen und Schüler selbst erarbeitete Texte vor.
- Um 17 Uhr lädt die SPD ein, sich in Wulfen vor der Gedenktafel an der Sparkasse Vest mit Dr. Hans-Udo Schneider an das Unrecht der Nazi-Zeit zu erinnern.
- Zeitgleich bietet die Stadtagentur einen Stadtrundgang „Auf den Spuren der jüdischen Geschichte“ an. Treffpunkt: Jüdisches Museum.
Veröffentlicht am 26.01.2026
Gesellschaft Putin und die fatale Fehleinschätzung des Westens (und der SPD)
Für Sie gelesen: „Das Versagen“ - von Katja Gloger und Georg Mascolo
Hartnäckig hält sich das Gerücht, dass Putin nur durch Kränkung des Westens zum Außenseiter der Weltpolitik und zum Kriegstreiber mutierte. Eine gravierende Fehleinschätzung. Auf 500 Seiten, davon 100 mit faktenbasierten Anmerkungen, rechnet das vielfach ausgezeichnete o. g. Autorenehepaar gnadenlos mit allen sogenannten Russland- und Putin-Verstehern ab. Akribisch zeichnet es die fatale Persönlichkeitsentwicklung des Wladimir Putins vom unscheinbaren russischen Geheimdienstoffizier in Dresden bis zum heute mörderisch agierenden Diktator im Kreml auf. Nachdem Präsident Boris Jelzin ihn 1999 völlig überraschend zu seinem Nachfolger ernannt hat, baute der allseits unterschätzte Putin systematisch ein tragfähiges Netzwerk aus loyalen Unterstützern auf, das bis heute trägt. Seine unberechenbare Radikalisierung geschah während der Corona-Isolation, so hat es Angela Merkel empfunden. Über Monate entzog sich Putin allen direkten Gesprächsangeboten. Parallel bastelte er an seiner eigenen Erzählung und Geschichtsschreibung. Danach hat sein Vorvorgänger Gorbatschow das sowjetische Reich verraten und er sei quasi dazu auserwählt, es in alter Größe und Stärke wiederherzustellen. Anfangs benötigte er den Westen, und hier besonders Deutschland, um u. a. mit lukrativen Energiegeschäften Russland wirtschaftlich aufzubauen und militärisch aufzurüsten. Voraussetzungen, um in der Folge die Ukraine völkerrechtswidrig anzugreifen und alle Widersacher zu eliminieren. Die Autoren, mit direktem Zugang zu vielen Spitzenpolitikern und Diplomaten, sowie zu noch unter Verschluss stehendem Archivmaterial, beweisen eindeutig, dass die vielen Fehleinschätzungen des Westens mitverantwortlich sind, Wladimir Putins mörderischen Aufstieg ermöglicht zu haben. Das wichtige (Geschichts)Buch ist im Ullstein-Verlag erschienen.
Für Sie gelesen: Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 24.01.2026
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