Nachrichten zum Thema Gesellschaft

Gesellschaft Sonntagsgedanken aus Rhade über das Verdrängen und Vergessen

Wer erinnert sich noch an die Not in Venezuela? Oder an die aus Myanmar vertriebenen Rohyngia? Was ist eigentlich aus den in Libyen dahinvegetierenden afrikanischen Flüchtlingen geworden? Werden noch Schiffe im Golf von Aden überfallen und gegen Lösegeld freigegeben? Wovon und wie lebt der Whistleblower Edward Snowden in Russland? Fragen über Fragen, die vor nicht allzu langer Zeit Schlagzeilen in unseren Medien machten. Nach und nach rutschen sie erst an die zweite, dann die dritte Stelle, nun sind sie verschwunden. Die Meldungen, nicht die Probleme. Das ist die erste Stufe der gedanklichen Verdrängung. Danach folgt das Vergessen. Ein Stück Normalität in unserer schnelllebigen Zeit. Eine bittere Normalität. Sie geht nämlich einher mit unserem Egoismus. Unserer Annahme, nur das Hier und Jetzt zählen. Wenn die Globalisierung einen Großteil unseres Wohlstands ausmacht, dann dürfen wir die Länder nicht aus dem Blick verlieren, die Teil unserer Lieferketten sind. Damit sind nicht nur die Waren und Rohstoffe gemeint, sondern auch die Menschen dieser Länder, nicht selten verschleiernd als Humankapital bezeichnet. Svenja Schulze, Sozialdemokratin und nun „Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ steht vor einer riesigen Herausforderung, die Schere zwischen arm und reich zu schließen. Entwicklungshilfe heißt gleichberechtigte Teilhabe. Der erste Schritt dazu ist, die vorhandenen Probleme des jeweiligen Landes und seiner Bürger weder zu verdrängen, noch zu vergessen. Svenja Schulze hat unsere Unterstützung verdient. ADVENIAT und BROT FÜR DIE WELT ebenfalls.

Veröffentlicht am 19.12.2021

 

Gesellschaft Für Sie gelesen - Das politische Buch

JEDER MENSCH sollte zur Pflichtlektüre gehören

Ein kleines Buch, nur 32 Seiten. In 15 Minuten gelesen. Aber danach dauerhaft zum Nachdenken anregend. Und - das ist das Besondere - es fordert auch zum Mitmachen und Abstimmen auf. Als Autor zeichnet Ferdinand von Schirach verantwortlich. 1964 geboren, Jurist, Dramatiker und Schriftsteller. In seinem Text plädiert er für die Ergänzung unserer Grundrechte, die in der Charta der Europäischen Union und unserem Grundgesetz festgeschrieben sind. „Die Menschen werden frei und gleich an  Rechten geboren und bleiben es.“ So der kurze Verfassungstext Amerikas 1776 und Frankreichs 1789.  Unser Grundgesetz wurde 1949 aus der Taufe gehoben. Das, was die Amerikaner und Franzosen in einem Satz ausdrücken, findet sich in den ersten 19 Artikeln unseres Grundgesetzes, die als unsere Grundrechte gelten, wieder. Nun regt Ferdinand von Schirach an, diese Grundrechte um sechs weitere zu ergänzen. Damit sollen die neuen, aber für viele Menschen existenzbedrohenden aktuellen Herausforderungen, wie Klimawandel, Digitalisierung und Globalisierung, rechtlich so eingestuft werden, dass der Satz, „Die Menschen werden frei und gleich an Rechten geboren und bleiben es“, auch morgen Leitsatz unseres Handelns ist. Das Buch kostet 5 Euro und ist im Verlag Luchterhand erschienen.

Die neuen Grundrechte lauten (unwesentlich gekürzt):

Veröffentlicht am 15.12.2021

 

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