Nachrichten zum Thema Gesellschaft

Gesellschaft Unbequeme Fragen an die Landwirtschaft, Politik und Verbraucher

Fakten zwingen zum Handeln.  „Es kann so nicht weitergehen“

Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit spielen sich wahre Dramen bei den deutschen Milchbauern ab. Wegen der Überproduktion erzielen sie einen zu niedrigen Marktpreis, der jährlich für 3 bis 4 Prozent der Höfe das Aus bedeutet. Aber es gibt einen weiteren Aspekt, der fassungslos macht. Dass Kühe nur Milch geben, wenn sie auch kalben, wissen zwar nicht mehr alle Verbraucher, führt aber zu einer „Überproduktion“ der Kälber in riesiger Zahl. Bisher wurden sie ins Ausland verkauft. Lebend. Einige Transporte waren aber mit dem Tierschutz nicht mehr in Einklang zu bringen. Die Folgen: Transportbeschränkungen. Nicht benötigte Kälber drängen auf den deutschen Verkaufsmarkt. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Und der liegt bei durchschnittlich 8, in Worten acht Euro je Tier. Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter urteilt völlig zu Recht, dass das nicht so weiter gehen kann. Eine Aufforderung an die Politik. Die spielt sich aber nicht nur in Berlin, sondern maßgeblich in Brüssel ab. Seit Jahren werden die Schuldzuweisungen vom Landwirt zur Politik und weiter zum Verbraucher durchgereicht. Nur ändern tut sich wenig. An dieser Stelle könnte der sich zur Zeit abspielende Kälberskandal viel drastischer beschrieben werden. Wer mehr wissen und etwas ändern will, sollte den Artikel „Jetzt noch billiger - Milchbauern wollen Milch, keine Kälber“ lesen, der in der ZEIT am 16. Januar 2020 erschienen ist. Die Autorin Merlind Theile: „Für ein Kalb bekommt der Bauer oft gerade mal 8 Euro. Wie kann ein lebendes Tier so wenig wert sein?“

Eigener Bericht auf Grundlage des zitierten ZEIT-Artikels

Veröffentlicht am 30.01.2020

 

Gesellschaft Danke Frank-Walter. Danke Herr Bundespräsident.

Wir dürfen stolz auf unseren Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier sein. Er hat in Israel in Yad Vashem sprechen dürfen. Vor den Augen der Weltöffentlichkeit und über 50 Staatspräsidenten. Das alleine wäre schon bedeutsam, aber das, was und wie er es gesagt hat, bleibt dauerhaft in Erinnerung. Frank-Walter Steinmeier hat Deutschland und uns Deutsche auf schwierigen diplomatischem Terrain bestens vertreten. Danke. 3 Auszüge seiner Rede vorab. Die gesamte Rede ist auf der Internetseite www.bundespraesident.de zu lesen. 

Eigener Text

  • Ich bin dankbar für das Wunder der Versöhnung
  • Der industrielle Massenmord an sechs Millionen Jüdinnen und Juden, das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte – es wurde von meinen Landsleuten begangen
  • 75 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz stehe ich als deutscher Präsident vor Ihnen allen, beladen mit großer historischer Schuld. Doch zugleich bin ich erfüllt von Dankbarkeit: für die ausgestreckte Hand der Überlebenden

Veröffentlicht am 28.01.2020

 

Gesellschaft Heute Internationaler Holocaust-Gedenktag

Gedenkstunde im Bundestag am Mittwoch

Der Bundestag gedenkt am Mittwoch, 29. Januar 2020, in einer Sonderveranstaltung der Opfer des Nationalsozialismus. Anlass ist der 75. Jahrestag der Befreiung des deutschen Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz durch sowjetische Truppen am 27. Januar 1945. Nach einer Begrüßungsansprache von Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble werden Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier und der Präsident des Staates Israel, Reuven Rivlin, die Gedenkreden halten. Die Gedenkstunde beginnt um 11 Uhr im Plenarsaal des Reichstagsgebäudes. Die Gedenkstunde wird ab 11 Uhr live im Parlamentsfernsehen und im Internet auf www.bundestag.de übertragen.

Übernommen von www.bundestag.de

Veröffentlicht am 27.01.2020

 

Gesellschaft Schock: Auf Dorstener SPD-Büro wurde geschossen

Ein rechtsradikaler Anschlag?

Ein Fenster im Büro der Dorstener Sozialdemokraten an der Halterner Straße zeigt Einschusslöcher. Polizei und Staatsschutz ermitteln, die demokratischen Parteien, voran natürlich die SPD, zeigen sich geschockt. Noch überwiegen die Fragen. Eine abschließende Bewertung wird folgen. Aber es zeigt sich, dass alle Warnungen der letzten Monate nicht auf die leichte Schulter genommen werden dürfen. Die demokratischen Parteien und ihre Vertreter verdienen Respekt und Anerkennung. Kritik an ihnen zu üben, ist kein Widerspruch. Aber jegliche Form der Gewalt, verbal, psychisch oder physisch muss abgewehrt werden. Dazu sind wir Demokraten alle aufgerufen. Unabhängig von der Sympathie für eine bestimmte Partei.

Ein besorgter Zwischenruf aus Rhade

(auf Grundlage des Presseartikels der DZ am 25. Januar "Schüsse auf SPD-Büro") 

Veröffentlicht am 26.01.2020

 

Gesellschaft Auschwitz 75 Jahre danach – Ein deutsches Verbrechen an der Menschlichkeit

Ich gedenke – Ich trauere – Ich vergesse nicht - Ich schäme mich

 

Ich könnte „die Gnade der späten Geburt“ geltend machen, so hat das der frühere Bundeskanzler Kohl 1983/84 missverständlich ausgedrückt, um die deutsche Schuld am millionenfachen Mord an den Juden, den vor 1930 Geborenen zuzuweisen. Natürlich weiß ich, dass es keine deutsche Kollektivschuld gibt. Aber eine Kollektivscham stände uns Spätgeborenen gut zu Gesicht. Nur dann kann nämlich offen das Grauen wahrgenommen und ein offensives Engagement gegen das Vergessen begonnen werden. Heute, vor 75 Jahren wurde das KZ Auschwitz von sowjetischen Soldaten befreit. Ein Gedenktag? Ja, einer mit besonderem Auftrag. NIE WIEDER! So hat es sich bei mir eingebrannt, als ich die NS-Zeit „verstanden“ und die unglaublichen Auschwitz-Bilder gesehen habe. Dass Dorsten ein brauner Mosaikstein im Ganzen war, wissen wir spätestens seit 1980. In mehreren Büchern, mit dem Titel „Dorsten unterm Hakenkreuz“, hat eine Dorstener „Forschungsgruppe von unten“ das dokumentiert, was auch hier war und bislang verschwiegen wurde. Und heute, 75 Jahre nach Kriegsende und Auschwitz denke ich an die Opfer, trauere mit den Hinterbliebenen und schäme mich für das, was Deutsche und Deutschland  uns dauerhaft als geschichtliche Last auf die Schultern gelegt haben. Blicken wir den Wenigen, die Auschwitz überlebt haben, direkt in die Augen. 75 von ihnen hat der Fotograf Martin Schoeller beeindruckend so portraitiert*, dass wir in den Gesichtern lesen und nicht vergessen können.

Dirk Hartwich

 

*) SURVIVORS – Faces of Life after the Holocaust. Zeche Zollverein Essen bis zum 26. April

Veröffentlicht am 24.01.2020

 

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