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Nachrichten zum Thema Gesellschaft
Gesellschaft Auf dem rechten Auge blind? Dorsten grenzt sich ab
Parteiübergreifende Erklärung des Stadtrates schafft Klarheit
Der Schwur, „NIE WIEDER“, der nach 1945 geleistet wurde, bezog sich auf das unendliche Leid mit Millionen Toten, das die Nazis über Deutschland und die Welt gebracht haben. Dass heute an diesen Schwur erinnert werden muss, haben wir Menschen zu verdanken, die die Geschichte leugnen, verdrehen und relativieren. Sie tragen nicht nur tätowierte Hakenkreuze, sondern auch Krawatte. Sie grölen nicht nur auf der Straße, sondern hetzen unverhohlen und unverfroren inzwischen auch in unseren Parlamenten. Sie sind eine große Gefahr für unsere Gesellschaft und Demokratie. Umso wichtiger, dass unser Stadtrat eine Erklärung „Demokratie stärken - wider Antisemitismus und Rassismus“ verabschiedet hat. Sie dient dazu, sich von den Ewiggestrigen abzugrenzen. Wie schwer das im Einzelfall fällt, wurde uns aktuell in Sachsen-Anhalt vorgeführt. Eine geschlagene Woche dauerte es, bis die Landes-Regierungspartei CDU deutliche Worte fand, um nach rechts unmissverständlich eine rote Linie zu ziehen. Gut so! Die Dorstener Erklärung des Stadtrates ist Verpflichtung für uns alle, auch in unserer Stadt, den Rechten die Rote Karte zu zeigen. Der Schwur von 1945 und die Dorstener Erklärung von 2019 ergänzen sich. Wir alle, du und ich, sind jetzt gefragt, Flagge zu zeigen.
Sonntagsgedanken aus Rhade
Veröffentlicht am 22.12.2019
Gesellschaft Fiftyfifty - Seit 25 Jahren mehr als praktizierte Nächstenliebe für Obdachlose
Kein Dach über dem Leben
Obdachlosigkeit fällt nicht vom Himmel. Die Ursachen, die nicht selten zur Hoffnungslosigkeit führen, können analysiert und behoben werden. Ein funktionierendes Beispiel bietet die Obdachloseninitiative fiftyfifty mit Sitz in Düsseldorf. Seit 25 Jahren aktiv und immer noch gebraucht. Heute nötiger denn je. Fiftyfifty beeindruckt mit direkter Hilfe und kreativen Ideen. Fiftyfifty gibt den auf der Straße lebenden Menschen ein wenig Würde zurück, die jeder zum Leben braucht. Die Initiative hält uns, die wir (zufällig) auf der Sonnenseite leben, den Spiegel vor. Den Spiegel, die Schattenseite nicht zu übersehen. Ein Projekt, das Hilfe zur Selbsthilfe zum Ziel hat, ist der Verkauf der Straßenzeitung. Die Bitte der Zeitungsmacher lautet, sie auch zu kaufen und nicht nur Geld zu spenden. Erstens verdient die Zeitung, gelesen zu werden, zweitens hat das Verkaufen eine wichtige Funktion für den Verkäufer. Der direkte Kontakt hilft, Vorurteile abzubauen. Die Rhader Sozialdemokraten bitten um Unterstützung von fiftyfifty und allen Organisationen, die sich den Hilfsbedürftigen in unserer Stadt, in unserem Land und in der Welt zuwenden. Wir erinnern heute auch daran, dass vor genau 30 Jahren der Angela Schneider Fonds zusammen mit dem Verein Wohnen und Leben eine Veranstaltung in Dorsten mit dem Titel „Kein Dach über dem Leben“, siehe Foto, durchgeführt hat, um aufzuklären und finanziell zu unterstützen.
Dirk Hartwich
Hinweis 1: Kontaktaufnahme u. a. über www.fiftyfifty-galerie.de
Hinweis 2: Der Dorstener Angela Schneider Fonds und der Verein Wohnen und Leben sind als Gruppe nicht mehr aktiv
Veröffentlicht am 11.12.2019
Gesellschaft Ein Prosit, ein Prosit, der Gemütlichkeit? - Von wegen!
Ein Werbeverbot für Alkohol muss endlich kommen
Die Zahlen sind selbstredend – und schockierend. 1,8 Millionen Menschen gelten in Deutschland als alkoholsüchtig. Weitere Millionen nehmen regelmäßig schädliche Mengen Alkoholika zu sich. Übrigens jede 5. Frau und jeder 3. Mann! Pro Jahr bezahlen 74.000 Deutsche ihre Alkoholkrankheit mit dem Leben. Es reicht! Wann endlich stuft der Gesetzgeber Alkohol wie Tabak ein? Das Quasi-Werbeverbot für Nikotin hat dazu geführt, dass der Zigarettenkonsum deutlich zurückgegangen ist. Noch wichtiger ist jedoch, dass parallel das Rauchen immer häufiger als uncool eingestuft wird. Mitleid mit Noch-Rauchern ist weit verbreitet. Nach der „Qualmreduzierung“ muss jetzt die „Alkoholentgiftung" folgen. Der erste Schritt könnte der persönliche Verzicht oder die Reduzierung des „Genusstrinkens“ sein. Empfehlenswert ist auch, Alkohol nicht mehr zu verschenken. Viel wichtiger ist aber, dass der Gesetzgeber endlich handelt. So wie in Skandinavien, wo die Alkoholwerbung und der Verkauf klar reglementiert sind. Die Schweden trinken, trotz sich hartnäckig haltender Gerüchte, 1/3 weniger Alkohol als die Deutschen. Und die Norweger nur halb soviel. Grund genug, hier und jetzt, auch in Dorsten, Zeichen zu setzen und nicht länger die Augen vor dem Leid, das durch Alkohol ausgelöst wird, zu verschließen.
Eigener Bericht auf Grundlage eines Artikels der Süddeutschen Zeitung am 1.12.2019 „ Das letzte Glas“
Veröffentlicht am 05.12.2019
Gesellschaft Kinder an die Macht ...
Die UN und die Kinderrechte
Vor 30 Jahren haben die Vereinten Nationen 41 Regeln verabschiedet, die allen Kindern auf jedem Flecken unserer Welt gleiche Rechte einräumen. Eigentlich selbstverständlich, aber auch nach 3 Jahrzehnten eher eine Absichtserklärung. Herbert Grönemeyers Liedtext „Kinder an die Macht“ passt heute hervorragend, um über die sprachliche Zuspitzung das Wesentliche zu erkennen. Wir zitieren erst 4 der 41 UN-Regeln in kindgerechter Kurzfassung, und schließen mit der letzten Strophe des Grönemeyer-Lieds:
1. Jedes Kind hat dieselben Rechte, egal wo es herkommt, welchen Glauben es hat oder ob es ein Junge oder ein Mädchen ist.
2. Jedes Kind muss Essen und sauberes Trinkwasser bekommen, es muss sich waschen und aufs Klo gehen können - und wenn es krank wird, von Ärzten behandelt werden
3. Kein Kind darf geschlagen werden, und niemand darf es zu einer Arbeit zwingen, die gefährlich ist.
4. Kinder dürfen sagen, was sie denken - in allen Dingen, die sie etwas angehen, müssen auch Politiker ihnen zuhören.
„Gebt den Kindern das Kommando - Sie berechnen nicht was sie tun
Die Welt gehört in Kinderhände - Dem Trübsinn ein Ende
Wir werden in Grund und Boden gelacht - Kinder an die Macht“
Aktuell: Die SPD-Justizministerin Christine Lambrecht hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, um die Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern.
Veröffentlicht am 28.11.2019
Gesellschaft 9. November: Gedenkstunde im Dorstener Jüdischen Museum rüttelt auf
Nie war der Bezug zur Gegenwart deutlicher zu spüren
Alljährlich wird am 9.November an die schreckliche Pogromnacht 1938 in Deutschland und Dorsten erinnert. Traditionell seit Jahren im Jüdischen Museum. Ein immer wiederkehrendes Ritual? Und damit verzichtbar? Dr. Norbert Reichling, Leiter des Museums, hat in seiner sehr aktuellen und politischen Ansprache den schwierigen Spagat zwischen Gedenken, Mahnung und Aufforderung zur Verteidigung unserer Grundrechte nachhaltig geschafft - und damit verdeutlicht, dass der 9. November mehr ist als ein traditionelles Treffen. Eine hochpolitische Ansprache, die klar machte, dass jetzt viel mehr Zivilcourage aus der Mitte unserer Gesellschaft nötig ist, um die intoleranten Tendenzen und Taten, die nicht mit unseren Grundrechten in Einklang zu bringen sind, einzudämmen. Das war deutlich. Das war dringend nötig. Allein die Tatsache, dass 2019 hier lebende Juden darüber nachdenken (müssen), Deutschland wegen Anfeindungen, Beleidigungen, tätlichen Angriffen ... (frühzeitig) zu verlassen, lässt uns schaudern. Nie wieder! Das war unser Versprechen nach 1945. Es wird Zeit, dass wir diesen Eid unmissverständlich einlösen. Der 9. November und die alljährliche Gedenkstunde im Dorstener Jüdischen Museum helfen uns dabei.
Eigener Bericht
(Das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten ist immer einen Besuch wert. Siehe auch www.jwm-dorsten.de)
Veröffentlicht am 11.11.2019
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