Nachrichten zum Thema Gesellschaft

Gesellschaft Brauchen wir die SPD noch?

Unbedingt, sagt Navid Kermani

 

Ein renommierter deutscher Schriftsteller und Publizist, der immer auch als Kandidat für das Bundespräsidentenamt genannt wurde, erinnert die SPD an ihre wichtigste Aufgabe und Zielsetzung. Und diese heißt SOLIDARITÄT. Solidarität durch alle gesellschaftlichen Schichten, Generationen und über nationale Grenzen hinweg. Die provokante Überschrift zwingt Mitglieder und Sympathisanten der SPD zum Nachdenken. Sein kurzes Statement in der Wochenzeitung DIE ZEIT zwingt aber auch zum Handeln. Diese Verzagtheit, diese Unsicherheit, dieses Wegducken, ist mit den Händen zu greifen. Die SPD wird dringend gebraucht. Sie ist nicht überflüssig und sie muss sich nicht neu erfinden. Sie muss nur authentisch sein. Authentisch heißt, Glaubwürdig und solidarisch. Durch alle gesellschaftlichen Schichten, Generationen und auch über nationale Grenzen hinweg. Es ist gut, dass kritische Menschen wie Navid Kermani die SPD daran erinnern, (noch) gebraucht zu werden.

 

Der Sonntagskommentar aus Rhade auf Grundlage des ZEIT-Artikels „Brauchen wir die SPD noch? Von Navid Kermani, ZEIT-Nr. 49, 29.11.2018

Veröffentlicht am 09.12.2018

 

Gesellschaft Fakten zum UN-Migrationspakt

Eine Lösung des Flüchtlingsproblems kann es nur international geben

Mit dem UN-Migrationspakt will die Weltgemeinschaft eines der drängendsten politischen Themen dieser Zeit anpacken und einen Baustein zur Lösung des Megathemas Migration liefern. Gegen die ungeregelten Wanderungsbewegungen der letzten Jahre soll ein Regelwerk gestellt werden, das Flucht und Migration besser organisiert, ohne rechtlich verbindlich zu sein. „Kein Land kann die Herausforderungen und Chancen dieses weltweiten Phänomens allein angehen“, heißt es in dem Papier.

Rechtsextremisten, Rechtspopulisten und Nationalisten, unter anderem die AfD, machen Stimmung dagegen – mit irreführenden Falschmeldungen. Wir setzen den „Fake News“ von Rechts überprüfbare Fakten entgegen.

 

WAS IST DER MIGRATIONSPAKT?

 

Veröffentlicht am 26.11.2018

 

Gesellschaft Der Dorstener Appell – Unübersehbar am Alten Rathaus angebracht

Wir Dorstener stehen für:

  • Menschenwürde
  • Toleranz
  • Engagement
  • Demokratie
  • Respekt
  • Freiheit
  • Ehrenamt

Und wir Rhader Sozialdemokraten fügen hinzu:

  • Solidarität
  • Gerechtigkeit

Veröffentlicht am 16.11.2018

 

Gesellschaft Berührende Gedenkstunde im Jüdischen Museum

Vor 80 Jahren tobte der Nazi-Mob auch in Dorsten

 

Der 9. November 1938 war der öffentliche Auftakt eines Verbrechens, das an Grausamkeit nicht zu überbieten ist. Opfer waren Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens oder jüdischer Herkunft. Die Täter deutsche Nationalsozialisten, die tatkräftige Helfer und Sympathisanten in allen Schichten der Bevölkerung fanden. Auch in Dorsten. Daran erinnerte Dr. Norbert Reichling, Leiter des „Jüdischen Museum Westfalen“, in einer beeindruckenden Ansprache im Garten des Museums. Besonders, als er den lokalen Bezug herstellte, stockte nicht wenigen Anwesenden der Atem. Das Ehepaar Gertrud und Simon Reifeisen und ihre 12 jährige Tochter Ilse lebten in der Dorstener Stadtmitte. Mitten unter uns. Die Familie wurde, unter den Augen der Nachbarn, im Oktober 1938 nach Polen „abgeschoben“. Grund: Polnische, jüdische Herkunft. Das Eigentum wurde eingezogen. Im Dezember 1939 gelang es den Eltern, die jetzt 13jährige Ilse mit einem Kindertransport ins schwedische Exil zu schicken. Ein erschütternder sehr umfangreicher Briefwechsel zwischen Dezember 1939 und dem 21, Januar 1942,  überwiegend zwischen Mutter und Tochter, ist an Dramatik nicht zu überbieten, „Mein liebes Ilsekind“, so lautet der Titel eines besonderen Buches, das die Dorstenerin Elisabeth Cosanne-Schulte-Huxel herausgegeben hat. Der gesamte Briefwechsel ist dort dokumentiert. Ilse, die heute Elise Hallin heißt, wurde von Elisabeth Cosanne in Stockholm mehrfach besucht. Die heute 92jährige konnte, nachdem sie Vertrauen in den deutschen Besuch gefasst hatte, über die schreckliche Zeit sprechen und den Briefwechsel zur Veröffentlichung freigeben. Ein außergewöhnliches und bedrückendes Zeitdokument, das immer wieder in Erinnerung ruft, dass Dorsten Teil das ganzen, heute immer noch unfassbaren Naziverbrechens war. Alljährlich müssen wir Dorstener am 9. November innehalten und das Versprechen öffentlich abgeben: „Nie wieder, nie wieder lassen wir es zu, dass Menschen anderen Glaubens und anderer Hautfarbe verächtlich gemacht werden“. Das ist nämlich die Vorstufe einer Eskalationsspirale, die am Ende Vernichtung bedeutet.

Eigener Beitrag

Nachsatz: Das Buch „Mein liebes Ilsekind ist im Klartext – Verlag erschienen und kann um Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten erworben werden. Der Preis beträgt 19.95 Euro

 

Zufall?

Während der Gedenkveranstaltung hat ein Hund sein großes Geschäft direkt vor der Eingangstür des Jüdischen Museums machen dürfen. Die Mitarbeiterin des Museums, die den braunen Scheiß entfernte, klagte gegenüber den entsetzten Besuchern, dass das nicht zum ersten Mal geschieht.

Veröffentlicht am 11.11.2018

 

Gesellschaft Heute einfach mal innehalten – 80 Jahre nach der Pogromnacht in Deutschland

Kollektivschuld? Nein – Kollektivscham? JA

Wenn Du Deine Eltern, Deine gesamte Familie durch grausamen Mord verloren hättest, würdest Du vergessen können? Nazi-Deutschland hat ein Verbrechen begangen, das nie vergessen werden darf. Auch 80 Jahre nach dem Beginn der öffentlichen Schmähungen, Verfolgungen, Vertreibungen, Ermordungen unserer jüdischen Landsleute nicht. In Berlin, Köln, in Dorsten – überall. Von wegen, wussten wir nicht. Viele haben aktiv mitgemacht, andere haben weggesehen. Die Reichspogromnacht am 9.11.1938 konnte nicht übersehen werden. Das bittere Ergebnis: Die Bundeszentrale für Politische Bildung nennt 6 Millionen (!) Menschen, die wegen ihres jüdischen Glaubens und ihrer Herkunft von Deutschen umgebracht wurden. Da können wir auch 80 Jahre danach nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

  • Heute, am 9. November erinnern wir an das einzigartige Verbrechen unserer Landsleute 
  • Heute am 9. November bitten wir um Vergebung
  • Heute am 9. November versprechen wir: NIE WIEDER!
  • Heute am 9. November treffen wir uns um 17 Uhr am Jüdischen Museum in Dorsten 

Eigener Bericht

Veröffentlicht am 09.11.2018

 

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