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Nachrichten zum Thema Gesellschaft
Gesellschaft Blick in unsere demokratischen Parteien (1)
Heute Sozialdemokratische Partei Deutschlands - SPD
Die Sozis sind in der Krise. Die Mitgliederzahlen sinken, das Durchschnittsalter steigt. Bei Wahlen schneiden sie völlig unterschiedlich ab. Die Bandbreite reicht vom tiefen Tal bis knapp unter die Bergspitze. Tendenz: Nicht lustlos, aber auch nicht begeisternd. Aussichten: Mit neuem Personal kann Trendwende gelingen.
- Blick nach Dorsten: Zu wenig Aktive, dadurch zu viel Leerlauf. Neuaufstellung in den Ortsvereinen und im Stadtverband soll zur Verbesserung führen. Vorsichtiger Optimismus ist angebracht.
- Blick nach Düsseldorf zur Landes-SPD: Die Oppositionsbänke sind hart. Wer einmal darauf Platz nehmen musste, klebt regelrecht fest. Nach mehreren Wechseln an der NRW-Parteispitze ruhen nun Verantwortung und Hoffnung auf Jochen Ott. In 6 Monaten wird ein neuer Landtag gewählt. Finn Lehmann aus Dorsten tritt als Direktkandidat an. Er ist jung und voller Elan. Ihm und damit uns, gehören die Zukunft.
- Blick nach Berlin zur Bundes-SPD: Noch regieren Sozialdemokraten mit. Nicht mehr als Taktgeber, sondern nur noch als Juniorpartner der CDU. Die Parteispitze wird in 3 Monaten neu gewählt. Der wiederholte Neuanfang muss gelingen. Sonst droht ein weiterer Schritt in Richtung Bedeutungslosigkeit und Schwächung der Demokratie. Die SPD ist zum Erfolg verdammt.
Ein Rhader Versuch, die demokratischen Parteien zu verstehen. Wird in Kürze mit Teil 2 und der CDU fortgesetzt.
Veröffentlicht am 26.10.2026
Gesellschaft Kein Dach über dem Leben
Wie Obdachlosigkeit dauerhaft beendet werden kann
Das Ziel ist ambitioniert und von Menschlichkeit geprägt. Es trägt die Überschrift: Obdachlose von der Straße lesen! Eigentlich ein Programmpunkt für alle demokratischen Parteien. Die Wirklichkeit zeigt aber, dass Politik zwar Absichtserklärungen formulieren kann, aber in der praktischen Umsetzung ohne gesellschaftliche Unterstützung hoffnungslos scheitert. Am Beispiel des Vereins Asphalt/fiftyfifty e. V. soll hier in aller Kürze aufgezeigt werden, was praktische Sozialarbeit für Menschen ohne Bleibe und Perspektive erreichen kann. Neben erster Hilfe ist die professionelle Begleitung in eine positive Zukunft das beste „Lebensmittel“. Die Hilfsorganisation fiftyfifty hat vor Jahren erkannt, dass eine eigene Wohnung der Schlüssel zum Erfolg ist, um danach parallel vorhandene Krankheiten der Bewohner zu behandeln und den weiteren Weg in eine berufliche Perspektive zu ebnen. Das kostet neben dem Verständnis der Gesellschaft auch viel Geld. Und fiftyfifty e. V. mit seinem engagierten Geschäftsführer Hubert Ostendorf wirbt unermüdlich seit 1995 auf allen Ebenen um Spenden, damit u. a. das erfolgreiche Projekt Housing First fortgeführt werden kann. Aber auch die hervorragend gestaltete Straßenzeitung muss weiter unterstützt werden. Mit dem Verkauf bessern viele Obdachlose ihren schmalen Geldbeutel auf. SPD-SOZIAL bittet alle Leser um Unterstützung von fiftyfifty durch Spenden und den regelmäßigen Kauf der Straßenzeitung, die auch digital für nur 38 Euro/Jahr unter www.fiftyfifty-galerie.de/kunst abonniert werden kann.
Rhader Werbung für Mitmenschlichkeit
Veröffentlicht am 12.10.2026
Gesellschaft Die Entlarvung des Dieter Bohlen - Schwurbel-Titan der neuen Rechten
Ein Kommentar von Hubert Ostendorf, Geschäftsführer von fiftyfifty e. V. Düsseldorf *
Es gibt Leiden, die man kennt: die des jungen Werthers in dem Klassiker von Goethe oder in dessen Adaption von Ulrich Plenzdorf, in der der junge Edgar Wibeau unheilbar verliebt ist, unaufhaltsam auf den Abgrund zusteuert und am Ende, je nach Fassung, versucht, sich das Leben zu nehmen oder einen Unfalltod stirbt. Und es gibt neue Leiden, weniger romantisch, dafür umso öffentlicher: die des alten B. - Dieter Bohlen. Seit über 40 Jahren im Geschäft, hat er sich ein neues Leiden zugelegt: den unbedingten Drang, der Nation die Welt zu erklären. Vermögenssteuer, Meinungsfreiheit, Brandmauer. Der Sozialstaat etwa sei jenseits von Gut und Böse, ein veraltetes Modell, das sich Deutschland nicht leisten könne. O-Töne zu anderen Themen gefällig? „Ich liebe Deutschland. Das Land ist geil, die Politiker sind scheiße.“ Oder: „Freiheit der Gedanken, das wird ja im Keim erstickt.“ Schließlich: „Ich habe 45 Jahre gearbeitet, 50 Prozent Steuern gezahlt und dafür noch nie ein Danke gekriegt.“ Bohlen liefert, was in rechten Kreisen am meisten zählt: Prominenz, Reichweite und die Aura des unbequemen Wahrheitssagers, der sich traut, was andere angeblich nicht dürften. Dass ausgerechnet einer der reichsten Entertainer Deutschlands zur Symbolfigur der Erzählung wird, der Staat nehme, während „die da oben" sich selbst bedienten, ist die eigentliche Pointe. Und das nicht auf irgendwelchen Kanälen. Bohlens Sprüche erreichen hohe Klickzahlen auf rechten Plattformen wie NIUS und COMPACT, wo auch die AfD zu Hause ist. Dies und viel mehr in der neuen fiftyfifty.
Dank an den Autor Hubert Ostendorf, der SPD-Sozial die Genehmigung zum Abdruck des Kommentars erteilt hat. *Montag folgt eine Ergänzung über die Hilfsorganisation fiftyfifty
Veröffentlicht am 10.10.2026
Gesellschaft Wolf Biermann wird 90 - und hat uns noch etwas zu sagen: Ermutigung!
„Du, lass Dich nicht verhärten, in dieser harten Zeit …“
Er passt in kein gängiges Künstlerraster. Er ist Dichter, Sänger und durch und durch ein politischer Mensch. Wolf Biermann ist auch ein Grenzgänger der besonderen Art. Viele seiner Gedichte und Liedtexte sind zärtlich und mitfühlend, bestechen aber auch durch Klarheit sowie Motivation, dem Unrecht auf dieser Welt Paroli zu bieten. Unvergessen sein erster öffentlicher Auftritt nach seiner Ausbürgerung aus der DDR und die folgenden Proteste einer ganzen Künstlergeneration in Ost und West. Wolf Biermann hat zwar manchmal seine Meinung geändert, sich aber nie verbogen. Nun feiert er seinen 90sten Geburtstag. Wir zitieren aus seinem berühmten Lied ERMUTIGUNG (1968) die erster und letzte Strophe komplett sowie einige erste Zeilen aus weiteren 3 Strophen dieses Gesamtkunstwerks:
Du, laß dich nicht verhärten
in dieser harten Zeit.
Die allzu hart sind, brechen,
die allzu spitz sind, stechen
und brechen ab sogleich.
Du, laß dich nicht verbittern
in dieser bittren Zeit. …
Du, laß dich nicht erschrecken
in dieser Schreckenszeit. …
Du, laß dich nicht verbrauchen,
gebrauche deine Zeit. …
Wir wolln es nicht verschweigen
in dieser Schweigezeit.
Das Grün bricht aus den Zweigen,
wir wolln das allen zeigen,
dann wissen sie Bescheid
Glückwunsch eines Rhader Zeigenossen
Veröffentlicht am 09.10.2026
Gesellschaft Die Lage der SPD aus Sicht eines einfachen Mitglieds
Der Grund, Mitglied der SPD zu werden, ist schnell erzählt. Neben der deutschen Geschichte, es waren Sozialdemokraten, die sich u. a. gegen den Faschismus der Nazis positioniert haben, war es insbesondere die soziale Ungerechtigkeit zwischen denen da oben und uns da unten, die die Entscheidung leicht machte. Für ihre Überzeugung wurden Sozis in der Vergangenheit verfolgt, eingesperrt und umgebracht. Letztlich setzte sich ihre Ideologie durch, die von Gleichheit, Solidarität und Freiheitswillen geprägt war. Unter den Kanzlern Willy Brandt, Helmut Schmidt, Gerhard Schröder und Olaf Scholz war die soziale Frage immer auch ein Kernelement der deutschen Politik. Zur Wahrheit gehört aber dazu, dass die damit einhergehende Verbesserung in allen Bereichen der Gesellschaft zu einer gewissen Sattheit führte. Festzumachen an weniger Engagement der Mitglieder. In der Folge wuchsen zwar die Ansprüche, parallel fehlten aber Persönlichkeiten, die über den Tag hinaus Perspektiven verständlich erklären konnten. Die SPD büßte so an Attraktivität ein. Heute fehlen junge Mitglieder, die das fortführen, was vor über 160 Jahren begann, nämlich sich für mehr Gerechtigkeit auf allen Ebenen einzusetzen. Wer genau hinsieht, erkennt, dass die beginnende Bedeutungslosigkeit oben ihren Anfang genommen hat und unten, auch in Dorsten, nicht mehr schöngeredet werden kann. „Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung“, lautet ein Sprichwort. Wie wahr!
Veröffentlicht am 07.10.2026
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