Nachrichten zum Thema Stadtentwicklung

Es war einmal ein Gasthaus und ein zentraler Treffpunkt. Auch für die Rhader SPD-Jahrzehnte lang. Foto Jürgen Heinisch Stadtentwicklung Abbruch und Aufbruch in Rhade

Rhade hat was. Eine Insel im Grünen mit Zukunftspotenzial. Aus dem jahrhundertealten Dorf entwickelt sich seit 1975, dem Zeitpunkt der kommunalen Neuordnung, der Dorstener Stadtteil Rhade. Die ersten Weichen stellte der Bezirksausschuss, ein Unterausschuss des neuen Stadtrates. Ende der 1990er Jahre wurde er aufgelöst. Die offizielle Version lautete, er habe sein Ziel erreicht. Inoffiziell, und der Wahrheit ein Stück näher: er wurde zu unbequem. Seither werden die Bürger immer mal wieder gefragt, wie sie sich ein zukunftsfähiges Rhade vorstellen. Externe Planungsgruppen sind Stammgäste im Rathaus. Herausgekommen sind Pläne, die im Rahmen vieler Förderprogramme umgesetzt werden (sollen). Parallel verschwinden nach und nach Rhader Gebäude-Urgesteine. Für das Carola-Martius-Haus verschwand das alte Pastorat, die Debbingstraße hat ihr Gesicht total verändert, das Gasthaus Pierick und das Gebäude der Volksbank befinden sich aktuell unter der Abrissbirne. Der örtliche Bäcker ist nicht mehr, aus der Apotheke wurde die Sparkasse Vest. Aus dem Forksbusch, eine ökologische Nische, soll sich nach und nach ein Treffpunkt aller Generationen entwickeln. Gegenüber existierte mal eine Autowerkstatt, stattdessen wirbt Raiffeisen um Tankkunden und Bistrogäste. Alles gut? Wenn da nicht weiter das ungelöste Problem des Durchgangsverkehrs wäre und der katastrophale Zustand der Radwege entlang der Erler- und Lembecker Straße. Stichwort Verkehrssicherheit/Fahrradstraße. Dieses Versprechen wartet seit Jahren auf Einlösung.

Rhades Entwicklung auf einen Blick

Veröffentlicht am 05.10.2026

 

Stadtentwicklung Rhader Gedanken zur Dorstener Stadtentwicklung

Stadtbaurat Holger Lohse wechselt in den Ruhestand 

Wer mehr als 50 Jahre die Entwicklung der Stadt Dorsten und insbesondere die des Stadtteils Rhade begleitet hat, kommt an Holger Lohse nicht vorbei. Er hat mit seinem Team in den letzten 35 Jahren an unterschiedlichen Stellen Weichen im Rathaus und Stadtrat gestellt, um unseren Lebensmittelpunkt attraktiver, nachhaltiger, kurz, lebenswerter zu planen. Nun hat er fertig. Heute wird er an seinem letzten Arbeitstag im Rahmen einer Ratssitzung verabschiedet. Wir in Rhade sagen danke und erinnern an eine intensive, offene und jederzeit faire Zusammenarbeit. Dass es auch unterschiedliche Auffassungen gegeben hat, soll nicht unter den Teppich gekehrt werden. Rhade hat aber 2013 mit dem ersten Rahmenplan unter seiner Federführung lokale Stadtentwicklungsgeschichte geschrieben. Unsere  drei Zitate sollten bei seinem Nachfolger im Amt immer ganz oben auf der Tagesordnung stehen:

  • „Eine Stadt ist eine Gemeinschaft von Menschen, die zusammengekommen sind, um gut zu leben.“ – Aristoteles (philosophischer Grundgedanke der Stadtentwicklung)
  • „Zuerst formen wir unsere Städte, danach formen sie uns.“ – Jan Gehl (renommierter dänischer Stadtplaner)
  • „Städte haben die Fähigkeit, für jeden etwas zu bieten, aber nur, weil und wenn sie von jedem geschaffen werden.“ – Jane Jacobs (US-amerikanisch-kanadische Aktivistin und Autorin)

Veröffentlicht am 30.09.2026

 

Kann alles weg, sagen die Planer. Stadtentwicklung Abbruch- und Aufbruchstimmung in Rhade

Neubauten werden das Gesicht des Dorfes weiter verändern

Ältere werden sich noch erinnern, dass es mal ein eigenes Bahnhofsgebäude in Rhade gab. Die Abrissbirne hat ganze Arbeit geleistet. Ein offener Unterstand wurde als dauerhafter Ersatz hingestellt. Auch am Kirchplatz und der Debbingstraße war das Alte nicht mehr gut genug. Statt Sanierung wird immer häufiger zum Abbruchhammer gegriffen. Auf der Liste „kann weg“ steht nun das ehemalige Gasthaus Pierick. Auch das daneben stehende Gebäude der Volksbank wird, wenn die vorhandenen Informationen nicht täuschen, bald nur noch auf Fotografien zu sehen sein. „Da war doch mal ein Getränkemarkt“, so ein erstaunter Bürger, der nur noch die Reste des Gebäudes gegenüber der Raiffeisen-Tankstelle wahrnimmt. Apropos Raiffeisentanke. Da muss an die Wessels-Autowerkstatt mit Zapfsäule erinnert werden, die für die Genossenschaft Platz machen musste. Apotheke? War mal. Nach Umbauarbeiten zieht dort die Kreissparkasse ein. Und genau gegenüber wird aus der Traditionsbäckerei Heine nun eine Filiale von Imping. Umbauarbeiten inklusive. Auch das Einkaufszentrum mit Aldi und Edeka wird in Kürze erweitert und dadurch zur Großbaustelle. Und die "weiße Villa" in der Lembeckerstraße ist dem Verfall und Abriss näher, als erhalten zu werden. In Rhade scheint eine neue Aufbruchstimmung ausgebrochen zu sein. Die Formel lautet nicht: Aus alt mach neu, sondern eher, das von gestern kann weg. Ob Rhade sich dann weiter Dorf nennen will, steht in den Sternen.

Mit offenen Augen durch Rhade

Veröffentlicht am 11.08.2026

 

So werben Radfahrerschilder in Rhade mit dem örtlichen Mühlenteich. Heute sind Zugang, selbst Blickkontakt unmöglich Stadtentwicklung Mit offenen Augen durch Rhade …

Egal, ob es sich um ein Dorf oder eine Stadt handelt, vorhandene Wasserflächen werten den jeweiligen Standort immer erheblich auf. Haltern wirbt mit dem Zusatz „Am See“, Dorsten war nah dran, sich „Stadt an der Lippe“ zu nennen. Und als in einem der letzten Heimatkalender, jetzt auch Jahrbuch genannt, Jugendliche nach ihrem Lieblingsort in der Lippestadt befragt wurden, lag die Kanalpromenade ganz oben auf der Skala der Nennungen. Auch Rhade hätte etwas Entsprechendes zu bieten, versteckt es aber inzwischen völlig unsichtbar hinter dichten Büschen und Bäumen. Die Schönheit des örtlichen Mühlenteichs, gegenüber der alten Wassermühle an der Lembecker Straße gelegen, ist seit längerer Zeit nur noch auf Fotos wahrzunehmen. Beim Versuch, für diesen Text ein aktuelles Bild zu machen, musste der Fotograf passen. Der früher mögliche seitliche Zugang ist inzwischen durch Wildwachstum unpassierbar geworden. Warum versteckt Rhade sein wirkliches Kleinod? Beim Wettbewerb der Ideen, Dorfentwicklung genannt, wurde auch dieser Bereich zur Attraktivitätssteigerung genannt. Heute erinnern wir daran und bitten die Verwaltung um eine aktuelle Einschätzung, wann was getan werden könnte/müsste, um den Mühlenteich überhaupt als Realität und Ruheoase auch für unsere Bürger wahrzunehmen.

Die Reihe „Rhade mit offenen Augen“ wird fortgesetzt

Veröffentlicht am 21.07.2026

 

Schemadarstellung Kaverne: Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie e.V. (BVEG) Stadtentwicklung Es tut sich was in Rhade

Sondervermögen des Bundes wird Dorf entscheidend verändern

Wer genau hinsieht erkennt die strategisch wichtige Lage Rhades auf einen Blick. Auf der Nord-Süd-Achse teilen sich Autobahn, mehrere Stromtrassen, Eisenbahn sowie Gas- und Salzsole-Pipelines die ebene Fläche. Das ist auch der Bundesgesellschaft für die Verwendung des Sondervermögens in Höhe von 500 Milliarden Euro für Zukunftsinvestitionen aufgefallen. Nach neuerlicher Auswertung der vor Jahren vor Ort gemachten Tiefen-Schalluntersuchungen, um bisher verborgene Kohlelagerstätten zu orten, identifizierten die Wissenschaftler eine riesige, stabile Salzstockformation. Um die immer wieder ausgesprochene Klage, Deutschland wäre bei Umsetzungen erkannter Probleme zu langsam, wurden in Berlin nun Nägel mit Köpfen gemacht. Rhade wird Lager-Zentrum für grünen Wasserstoff. Die Stadt Dorsten wird zwar angehört, aber am Verfahren nicht beteiligt. Die vorgesehene Speicherkaverne wird bereits Mitte des Jahres ausgewaschen. Für die so gewonnene Salzsole wurde mit dem Unternehmen Borth am Niederrhein (K+S) ein Vertrag abgeschlossen. Die im Bau befindliche Wasserstoff-Pipeline, in Rhade ist bereits das Röhrenlager am Rütherweg eingerichtet, erhält zusätzlich eine riesige Pumpstation, um das Gas in den dann so vorbereiteten Untergrund zu pressen und einzulagern. Neben einem Gebäude für Techniker, wird ein Campus für die weitere Forschung zur Nutzung erneuerbarer Energien in Modulbauweise errichtet. Die genannte Bundesgesellschaft rechnet mit ca. 250 Arbeitsplätzen und ca. 400 Studenten auf dem Campusgelände. Übrigens in Kooperation mit der Hochschule Essen/Duisburg. Die Dorstener Verwaltung teilt mit, kurzfristig dazu ein neues großzügiges Wohngebiet westlich vom Rütherweg, südlich der Lembecker Straße, auszuweisen und zu erschließen. In Rhade dominierte 800 Jahre der dörfliche Charakter. Das Jahr 2026 markiert einen gravierenden Wendepunkt. Zum Guten? Wir begleiten das Mammut-Projekt kritisch aber konstruktiv.

Grundlage des Berichts sind Geheimpapiere, die uns anonym übermittelt wurden und nur am heutigen Tag zur Veröffentlichung genutzt werden dürfen.

Veröffentlicht am 01.04.2026

 

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