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Nachrichten zum Thema Gesellschaft
Gesellschaft CDU stellt Jens Spahn vom Platz
Er hätte gar nicht erst aufgestellt werden dürfen
Seine Selbstsicherheit grenzt nicht selten an Überheblichkeit. Jens Spahn hat seine Karriere systematisch an ein funktionierendes Netzwerk geknüpft. Die Erwartungen an ihn waren dementsprechend hoch. Firmenchefs setzten auf ihn, staatliche Großaufträge sollen aber nie etwas mit dem aufstrebenden CDU-Funktionär zu tun gehabt haben. Banken im Münsterland zeigten sich bei Kreditvergaben ungewohnt großzügig, so Recherchen der unabhängigen Presse. Als Gesundheitsminister machte er anfangs eine gute Figur, verhedderte sich aber völlig in der Maskenbeschaffung während der Corona-Pandemie. Egal welche Affäre er am Bein hatte, nie wurde er vom CDU-Mannschaftskapitän ausgewechselt. Im Gegenteil. Jens Spahn strebte selbst die oberste Führungsposition an, musste sich aber gegen Friedrich Merz knapp geschlagen geben. Als Trostpflaster durfte er nach der letzten Bundestagswahl die große CDU/CSU-Fraktion als Vorsitzender führen. Nun ist er überraschend Vater geworden. Klammheimlich haben er und sein Ehemann das Angebot einer amerikanischen Leihmutter angenommen, um ihren Kinderwunsch umsetzen zu lassen. Der Aufschrei darüber ist heute noch in allen Ecken der Bundesrepublik zu hören. Jens Spahn hat für sich etwas in Anspruch genommen, das in unserem Land nicht erlaubt ist. Er hätte gut daran getan, die Thematik, die viele kinderlos bleibende Paare bedrückt, offen auf die Tagesordnung zu setzen. Eine unaufgeregte, ethisch geprägte Diskussion, wäre allemal besser als sein Alleingang gewesen. Seine Auswechselung aus der Regierungsmannschaft war so unvermeidlich.
Nachdenkzeilen aus Rhade
Veröffentlicht am 24.07.2026
Gesellschaft Gedankensplitter 12 von Friedhelm Fragemann
Artikel 14 (2) Grundgesetz: Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
Gerade auf hohem und höchstem materiellen Niveau scheint mir asoziales Verhalten überproportional stark ausgeprägt zu sein. Und das beschränkt sich keineswegs auf die bekannte Tatsache, dass insbesondere Superreiche – u.a. durch extremen Ressourcenverbrauch und klimaschädliches Verhalten – im Vergleich zur großen Mehrheit der Bevölkerung ein Vielfaches an Umweltschäden verursachen.
Friedhelm Fragemann, langjähriger Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion regt mit seinen hier veröffentlichten Gedankensplittern an, über gesellschaftspolitische (Fehl)Entwicklungen nachzudenken und ggfs. für Korrekturen einzutreten.
Veröffentlicht am 18.07.2026
Gesellschaft Riga: Aus der Geschichte lernen
Achim Schrecklein hat vor Ort den Opfern gedacht und „DORSTEN“ gefunden
Seit 2021 ist Dorsten Mitglied im Riga-Komitee. „Das Riga-Komitee erinnert an das Schicksal von über 25.000 Jüdinnen und Juden, die in den Jahren 1941 und 1942 nach Riga in Lettland deportiert und dort in ihrer überwiegenden Zahl im Wald von Bikernieki ermordet wurden. In Zusammenarbeit mit dem Riga-Komitee, seiner lettischen Partnerorganisation und der Stadtverwaltung Riga errichtete der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge den Opfern die würdige Gräber- und Gedenkstätte im Wald von Bikernieki. Mit der Pflege der Anlage und der Begegnung durch lettische und deutsche Jugendliche vor Ort wird ein lebendiges Band der Erinnerung und der Begegnung zwischen Riga und den deutschen Städten geknüpft, von denen damals die Sammeltransporte ausgingen.“ So der Informationstext auf der Internetseite des Jüdischen Museums in unserer Stadt. In diesem Jahr ist das Ratsmitglied Achim Schrecklein aus eigener Initiative nach Riga gereist, um dort an diversen Gedenkveranstaltungen mit hochrangigen Vertretern aus vielen Ländern teilzunehmen. Obwohl er bereits in seiner früheren Eigenschaft als stellvertretender Bürgermeister Dorsten in Riga vertreten hat, zeigte sich der Sozialdemokrat wieder tief beeindruckt vom würdigen Gedenken, dem offenen Meinungsaustausch mit den teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen der Städte und Gemeinden, sowie von der herzlichen Gastfreundschaft der Letten. Die kleine, eher unscheinbare Gedenktafel mit dem Namen DORSTEN weist darauf hin, dass die Täter der monströsen Verbrechen in Riga und vielen anderen Vernichtungslagern auch aus Dorsten kamen. Bürgermeister Tobias Stockhoff dankte Achim Schrecklein ausdrücklich für seine persönliche Teilnahme in Riga.
Nachdenkzeilen aus Rhade auf Grundlage des Berichts von Achim Schrecklein und der Internetseite des Jüdischen Museums Westfalen in Dorsten www.jmw-dorsten.de
Veröffentlicht am 11.07.2026
Gesellschaft Künstliche Intelligenz (KI) aus neuropsychologischer und sozialer Sicht (4)
Gastbeitrag von Dr. Hans-Udo Schneider*
Um es vorweg zu sagen, der Unterzeichner dieses Beitrages ist nicht grundsätzlich gegen KI. Es macht aber Sinn, sich der Möglichkeiten und der Risiken bewusst zu werden. Über den ungeheuren Ressourcenverbrauch der KI (Energie, Wasser, Boden) und die fehlende demokratische Kontrolle ist bereits viel gesagt worden.
Lenken wir also den Blick auf die neuropsychologische und soziale Ebene.
Das menschliche Gehirn besteht aus Milliarden Nervenzellen Sie sind durch Billionen Synapsen (Schaltstellen) miteinander verbunden. Entgegen der verbreiteten Annahme agiert das Gehirn nicht wie ein Computer. Vielmehr kann das Gehirn als elektrisch leitende Hardware bezeichnet werden, die sich ununterbrochen selbst verändert, umbaut und auf diese Weise Informationen/ Erfahrungen speichert und weiterverarbeitet. Das Gehirn zeichnet sich also durch hohe Plastizität und Flexibilität aus. Den aktiven Prozess der Aneignung der Welt können wir auch als Lernen bezeichnen. Die Entwicklung eines Kindes macht das besonders augenfällig. Auf der psychologischen Ebene sind Hirnareale beteiligt, die besonders auf Wahrnehmung, Denken, Motivation und Emotion spezialisiert sind und miteinander interagieren.
Für die neuropsychologische Entwicklung ist also der soziale Austausch grundlegend, sind Bindung, Kommunikation, Sprache, Bildung ebenso notwendig wie für die Herausbildung der Persönlichkeit. All das ist der KI fremd. Sie kennt keine Empfindungen wie Freude, Schmerz, Leid, Lust, Anspannung, Langeweile, Neugier.
Vor diesem Hintergrund wird ersichtlich, ersetzen wir den lebendigen menschlichen Austausch zunehmend durch den künstlichen Austausch bleibt dies nicht ohne Folgen auf die Fähigkeit des Menschen zu lernen, sich seine Welt kreativ anzueignen. KI kann somit menschliche Entwicklung behindern, einschränken, Isolation begünstigen, vor allem dann, wenn sie in Händen Weniger liegt.
*Dr.Hans-Udo Schneider, Pfarrer, Diplom-Psychologe und Psychotherapeut, Autor mehrerer Fachbücher kandidierte 2009 für das Bürgermeisteramt in Dorsten.
Vergleiche die KI-Beiträge auf dieser Internetseite: „KI in aller Munde“ vom 19.06.2026 und „KI in der Stadtverwaltung“ 25.06.2026, sowie „Rechtliche Leitplanken für KI-Nutzung sind unabdingbar!“ vom 03.07.2026. Wird fortgesetzt.
Veröffentlicht am 09.07.2026
Gesellschaft Rechtliche Leitplanken für KI-Nutzung sind unabdingbar! (3)
Gastbeitrag von H.-Rüdiger Kühn*
Nicht nur die Enzyklika „Magnifica humanitas“ macht deutlich, dass wir Demokraten eine besondere ethische Verantwortung im Umgang mit Künstlicher Intelligenz tragen. KI ist weder grundsätzlich gut noch böse. Ihre Wirkung hängt davon ab, nach welchen Werten wir sie entwickeln, finanzieren, regulieren und nutzen. Deshalb dürfen wir nicht zulassen, dass Technik den Menschen ersetzt oder Entscheidungen übernimmt, die Mitgefühl, Gerechtigkeit und Verantwortung erfordern.
Wir Demokraten warnen vor der Konzentration von Macht und Daten in den Händen weniger Technologiekonzerne und Tech Oligarchen, sowie vor Manipulation, Desinformation, Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung. Wir fordern klare gesetzliche Regeln, unabhängige Kontrolle, Transparenz und eine umfassende ethische Bildung. Besonders sensibel sind der Einsatz von KI bei Entscheidungen über Arbeit, Kredite oder gesellschaftliche Teilhabe sowie die Entwicklung autonomer Waffensysteme.
Gleichzeitig betonen wir die Chancen der KI für Medizin, Bildung und gesellschaftlichen Fortschritt. Voraussetzung ist jedoch, dass ihre Entwicklung den Menschenrechten, der sozialen Gerechtigkeit, dem Gemeinwohl und der Bewahrung der Schöpfung dient. Auch die ökologischen Folgen des hohen Energie- und Ressourcenverbrauchs müssen berücksichtigt werden.
Unser Ziel ist eine menschenfreundliche Digitalisierung: Nicht die KI soll den Menschen beherrschen, sondern wir müssen ihre Entwicklung demokratisch gestalten, damit Freiheit, Menschenwürde und Demokratie gestärkt werden.
*H.-Rüdiger Kühn (SPD) aus Wulfen-Barkenberg engagiert sich seit Jahrzehnten auf vielen Ebenen der Dorstener Stadtgesellschaft und darüberhinaus.
Vergleiche die KI-Beiträge auf dieser Internetseite: „KI in aller Munde“ vom 19.06.2026 und „KI in der Stadtverwaltung“ vom 25.06.2026. Wird fortgesetzt.
Veröffentlicht am 03.07.2026
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