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Nachrichten zum Thema Gesellschaft
Gesellschaft Für Sie Gelesen: NEIN SAGEN von Matthias Brandt
Er ist ein vielseitig ausgezeichneter Schauspieler. Er ist aber auch der Sohn von Rut und Willy Brandt. Eine Konstellation, die Matthias Brandt bislang bewusst trennte, um seinen eigenen Weg zu finden. Öffentliche politische Bewertungen vermied er. Als aber vor einem Jahr die Bitte an ihn herangetragen wurde, auf der Gedenkveranstaltung in Berlin-Plötzensee am 20. Juli eine Rede zur Erinnerung an die dort bestialisch ermordeten Hitler-Widerständler zu halten, begann ein intensiver Nachdenkprozess über sich, seine Familie und seine bislang öffentliche gesellschaftspolitische Abstinenz. Seine Gedanken hat Matthias Brandt anschließend im Buch NEIN SAGEN festgehalten. Sehr persönlich und offen, sehr nachdenklich und informativ, sehr berührend und motivierend. Ein kleines Buch, das neben der späten Liebeserklärung an Rut und Willy Brandt auch die Erkenntnis beinhaltet, nicht länger politisch abseits stehen zu dürfen, um dem Erbe seiner Eltern und der in Plötzensee hingerichteten mutigen Menschen gerecht zu werden. Das Engagement heute NEIN gegenüber Demokratieverächtern (AfD) zu sagen, ist nicht annähernd mit dem Mut der Widerstandsgruppe des 20. Juli zu vergleichen. Hier ohne Konsequenz, dort mit dem Tod bedroht. Matthias Brandt gesteht, vor seiner Gedenkrede nervös und voller Zweifel gewesen zu sein. Danach, so der Titel des letzten Buchkapitels, lautet sein Fazit: „Wenn wir weiter in einer freien Gesellschaft leben wollen, müssen wir sie auch verteidigen. Jeder auf seine Art, jeder so wie er kann. Aber ich glaube nicht, dass abwarten und heraushalten noch ein Weg ist.“ Sehr lesenswert!
Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 02.07.2026
Gesellschaft KI in der Stadtverwaltung - Kommunale Intelligenz (2)
Gastbeitrag von Ludger Böhne, Pressesprecher
"Die Stadtverwaltung Dorsten hat für den Dienstgebrauch einen KI-Assistenten eingeführt, der in einer dedizierten Microsoft-Umgebung betrieben wird. Dies stellt sicher, dass Daten auf europäischen Servern verarbeitet und von den Anbietern nicht für Trainingszwecke genutzt werden.
Die Chancen und Risiken der neuen digitalen Möglichkeiten sind der Stadt Dorsten dabei bewusst. In einer Dienstvereinbarung mit dem Personalrat wurde darum festgeschrieben, dass KI die Mitarbeiter_innen bei der Arbeit unterstützen und Angebote für Bürger_innen erleichtern soll. Keinesfalls jedoch soll und kann KI Mitarbeiter_innen ersetzen. Sie müssen die Ergebnisse überprüfen, mit eigenen Überlegungen abgleichen und gewährleisten, dass KI-generierte Inhalte fachlich richtig und diskriminierungsfrei sind. Die letzte Entscheidungsinstanz werden immer die Expert_innen der jeweiligen Fachabteilung sein.
Klar geregelt sind der Datenschutz und die Wahrung des Amtsgeheimnisses: Es dürfen ausschließlich Daten als Input genutzt werden, deren Nutzung nach den Vorgaben der DSGVO zulässig ist. Sofern KI-generierte Inhalte in Bescheiden, Stellungnahmen oder Vermerken verwendet werden, so ist dies kenntlich zu machen.
Grundsätzlich kann Künstliche Intelligenz nach heutigem Stand helfen, Mitarbeiter_innen von Routine-Arbeiten zu entlasten, etwa bei der Ermittlung von Informationen, der Zusammenfassung von komplexen Sachverhalten oder der Zusammenstellung von Rechtsgrundlagen. Menschliche Intelligenz und Urteilsvermögen ersetzen kann KI jedoch nicht, da es in der Vorbereitung von Entscheidungen Aufgabe einer Stadtverwaltung ist, eine Herausforderung unter möglichst vielen Blickwinkeln zu betrachten und zwischen allen Vor- und Nachteilen von Lösungsmöglichkeiten eine Abwägung zu treffen, die ebenso Recht und Gesetz entspricht wie auch die bestmögliche Lösung für die Bürgerinnen und Bürger darstellt.
Am Ende ist aber klar, dass die KI des jeweiligen Menschen entscheidet: Die echte KI: Die Kommunale Intelligenz!"
Anmerkung: Um KI einordnen zu können, wird auf dieser Internetseite eine offene Diskussion geführt. Startschuss war der 19-06.2026. Die Überschrift lautete: Künstliche Intelligenz (KI) in aller Munde. Wird fortgesetzt.
Veröffentlicht am 25.06.2026
Gesellschaft Künstliche Intelligenz (KI) in aller Munde (1)
Kritische Auseinandersetzung dringend erforderlich - Rhader Aufruf, sich zu beteiligen
Neben der technischen Faszination über die explosionsartige KI-Entwicklung, muss parallel über die Gefahren offen und vorurteilsfrei gesprochen werden. Politik und Gesellschaft sind gefordert, dafür Rahmenbedingungen zu formulieren und mit Gesetzestexten Klarheit zu schaffen, um wirtschaftlichen, militärischen und politischen Machtmissbrauch durch das vorhandene Monopol weniger Tech-Konzerne zu verhindern. An dieser Diskussion können sich alle Leser dieser Internetseite mit eigenen Gedanken (max. 200 Worte) beteiligen. Heute Teil 1 mit der Frage an KI, in jeweils 50 Worten die Vor- und Nachteile zu beschreiben.
- Vorteile: KI spart Zeit, automatisiert Routineaufgaben und hilft, Daten schneller zu analysieren. Sie kann personalisierte Empfehlungen geben, Fehler reduzieren und neue Ideen fördern. In Medizin, Bildung und Wirtschaft unterstützt KI Menschen dabei, bessere Entscheidungen zu treffen und effizienter zu arbeiten.
- Nachteile: KI kann Fehler machen, Vorurteile verstärken und Datenschutz gefährden. Sie ersetzt manche Jobs, ist oft schwer nachvollziehbar und kann Missbrauch erleichtern, etwa durch Deepfakes oder Desinformation. Außerdem braucht sie viel Energie und kann zu starker Abhängigkeit von Technik führen.
Fazit: Entscheidend ist, das eigene Urteilsvermögen nicht an der „Garderobe KI“ abzugeben. Mit dem Zitat von Immanuel Kant schließen wir Teil 1: „Der Mangel an Urteilskraft ist eigentlich das, was man Dummheit nennt, und einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen.“
Rhader Aufschlag, über KI kritisch nachzudenken. Antworten auf Fragen an KI durch chatopenai.de
Veröffentlicht am 19.06.2026
Gesellschaft Papst Leo XiV und die Enzyklika „Magnifica humanitas“
Gastbeitrag Dr. Hans-Udo Schneider
Der Autor Heribert Prantl bezeichnet sie als „Ein Manifest der Menschheit“. Und in der Tat setzt der Papst mit diesem Lehrschreiben ein Zeichen, das nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Die Veröffentlichung erfolgte sehr bewusst an Pfingsten. An diesem Tag, dem Geburtstag der Kirche, feiert die Christenheit die Geistkraft Gottes. Dagegen setzen die Tech-Milliardäre den Geist der Künstlichen Intelligenz (KI). Zwei konträre Menschenbilder - das christlich humanistische Menschenbild und die Ideologie des Transhumanismus. Darin wird der Mensch seiner Verantwortung, Kontrolle, Mitwirkung enthoben. Die KI entscheidet in allen Lebensbereichen, letztlich auch über Krieg und Frieden.
Der Papst nennt das Hybris, Selbstüberschätzung und erinnert in diesem Zusammenhang an die Geschichte vom Turmbau zu Babel. Er lehnt die KI zwar nicht grundsätzlich ab. Aber in ihrem Absolutheitsanspruch sei sie brandgefährlich. Von daher mahnt er Transparenz, Verantwortung und demokratische Kontrolle der Macht an. Sie darf nicht in Händen weniger Oligarchen liegen. Der Papst will also informieren, aufklären, sensibilisieren und die Menschen ermutigen, den Heilsversprechen der digitalen Supermacht KI zu widerstehen.
Anmerkung: Die Enzyklika kann im Netz eingesehen und runtergeladen werden. Im Juli ist sie im Buchhandel erhältlich.
Dr.Hans-Udo Schneider, Pfarrer, Diplom-Psychologe und Psychotherapeut, Autor mehrerer Fachbücher kandidierte 2009 für das Bürgermeisteramt in Dorsten.
Veröffentlicht am 16.06.2026
Gesellschaft Die Fußball-Geldmeisterschaft
Ein Tor, wer dabei an Sport denkt
Mehrere Wochen dauert das gerade angepfiffene Spektakel. Wir sind mit unserer Fußballmannschaft, dem TV und unzähligen Experten live dabei. Am Ende wird es einen Weltmeister und 47 Verlierermannschaften geben. Ein Geldmeister steht schon fest. Die FIFA. Fédération Internationale de Football Association aus Zürich. Der Dachverband des Weltfußballs. Eine Organisation, die von Korruption, Bestechung und Wahlmanipulation (Wikipedia) begleitet wird. Der Chef, Gianni Infantino, ist ein Schweizer, der versteht, die Strippen zu ziehen. Der wichtigste sportliche Wettbewerb, die alle vier Jahre stattfindende Fußballweltmeisterschaft, ist zur gnadenlosen Geldmeisterschaft verkommen. Infantino lässt aber auch gönnerhaft mitverdienen. Willfährige Politiker und nationale Verbandspräsidenten, die seine Verkaufsvorstellungen kritiklos teilen, gehen später mit prall gefüllten Taschen vom Platz. Ein Tor, wer in diesem Zusammenhang auch an Trump denkt, der von Gianni Infantino kürzlich sogar mit einem puren Friedensgoldpokal zum handzahmen Unterstützer mutierte. Wir stehen nicht abseits, sondern glauben ernsthaft, dass Sport und Politik zwei Paar Schuhe sind. Wir bilden die Kulisse für ein Großereignis, das minutiös geplant und eiskalt durchgerechnet wurde. Am Ende zählen nicht nur Tore, sondern Milliarden auf der Habenseite von wenigen. Wir sind trotzdem dabei, weil wir von der Illusion, dass Fußball die schönste Nebensache der Welt ist, nicht lassen können.
Dirk Hartwich, heute als Linksaußen-Wochenendkommentator
Veröffentlicht am 13.06.2026
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