Nachrichten zum Thema Gesellschaft

Gesellschaft „Erst kommt das Fressen, dann die Moral“

Dreigroschenoper von Brecht in aktueller Inszenierung

Wikipedia erklärt den Inhalt der Oper aus dem Jahr 1928 so: „Die Handlung kreist um den Konkurrenz- und Existenzkampf zwischen zwei „Geschäftsleuten“, dem Kopf der Londoner Bettelmafia (Peachum), der Bettler erpresst und sie so ausstattet, dass sie das Mitleid der Passanten erregen, und einem Verbrecher (Macheath), der gute Beziehungen zum Polizeichef (Brown) von London hat.“
Wer diese Kurzfassung nun mit heute handelnden Politikernamen, den dazu passenden Orten und der aktuellen Lage verändert, ist in der globalen Tagespolitik gelandet. Leider wird gerade im Westen, in Nahost, im Osten und in Fernost kein Theater gespielt, sondern mit Erpressung und militärischer Macht versucht, die Weltordnung ohne Rücksicht auf Verluste zum eigenen Vorteil zu verändern.
Wenn wir unsere noch andauernde Schockstarre überwunden haben, müssen wir uns mit demokratischen Mitteln am Widerstand gegen die unmoralisch agierenden „Geschäftsleute“ beteiligen. Gelingt das nicht, werden wir als nächste gefressen.

Wochenend-Nachdenkzeilen aus Rhade

Veröffentlicht am 12.04.2025

 

Friedhelm Fragemann ist stellv. Vorsitzender der Dorstener SPD-Ratsfraktion Gesellschaft Gedankensplitter Nr. 9

Datenschutz ist allzu häufig Täterschutz

Datenschutz ist sicher eine unabweisbare Notwendigkeit zur Sicherung grundgesetzlich garantierter Persönlichkeitsrechte. Schließlich kann niemand chinesische oder anderweitige autokratische Verhältnisse wünschen, welche die staatliche Kontrolle der Gesellschaft durch umfassende Überwachungsmechanismen und Sanktionsmöglichkeiten ermöglichen. Allerdings geht auch der in Deutschland praktizierte Datenschutz in manchen Bereichen zu weit. So ist die mangelnde datenmäßige Vernetzung aller relevanten Ebenen (EU, Bund, Land etc.) zwecks Prävention, Ermittlung und Strafverfolgung ein großes Manko bei der Polizeiarbeit. Die bisherigen Verbesserungen sind allenfalls Trippelschritte. Selbst Übergriffe an Kindern, auch sexueller Natur, können nur begrenzt ermittelt und verfolgt werden, weil auch hier Datenschutzbarrieren ein frühzeitiges oder rechtzeitiges Einschreiten der zuständigen Behörden verhindern.
Ein sehr großes Manko besteht ebenso bezüglich der organisierten Kriminalität, u. a. bei der Verfolgung der Internet-Kriminalität, bei der den Behörden der Zugang zu wichtigen Informationskanälen bisher versperrt bleibt.
Nicht nachvollziehbar ist auch die extrem restriktive Handhabung von Videoüberwachung im öffentlichen Raum. Eine mögliche Erhöhung der öffentlichen Sicherheit wird mit dem Argument der Gefährdung individueller Grundrechte weggewischt. Das ist geradezu absurd, zumal immer mehr Menschen sich in den sogenannten sozialen Netzen durch großzügige Freigabe persönlicher Daten geradezu entblößen, um Dienste kostenfrei nutzen und kostenlos in Chatgruppen kommunizieren zu können.
Natürlich löst eine Videoüberwachung im öffentlichen Raum nicht alle Probleme; sie kann aber durchaus einen Beitrag zur Erhöhung der öffentlichen Sicherheit leisten, was in Deutschland in der Regel vehement bestritten wird, in anderen Ländern aber offensichtlich als bewährtes Instrument angesehen und genutzt wird. Auch könnten die damit verbundenen verbesserten Strafverfolgungsmöglichkeiten letzten Endes auch zu einer wirksameren Abschreckung beitragen.
Im Übrigen wäre eine Modifizierung der strengen Datenschutzauflagen auch bezüglich einer besseren Kontrolle und Regelung der irregulären Migration hilfreich.

Friedhelm Fragemann

Anmerkung: In loser Folge werden hier Gastkommentare sowie Gedankensplitter zur Information und Förderung der offenen Diskussion eingestellt. Bisher veröffentlichte Gedankensplitter von Friedhelm Fragemann finden die Leser auf dieser Internetseite am 17.8., 6.9., 30.9., 18.10., 12.11., 07.12.2024 sowie am 21.01. und 10.02.2025.

 

Veröffentlicht am 31.03.2025

 

Gesellschaft Dorsten: Jüdisches Museum präsentiert sich mit außergewöhnlichem Kulturangebot

Wer das Jüdische Museum Westfalen in unserer Stadt besucht, zeigt sich danach tief beeindruckt vom Gebäude, der jeweiligen Ausstellung, aktuell „Rolf Abrahamsohn - (ein) deutsch-jüdisches Leben im 20. Jahrhundert“, dem freundlichen Team und dem Bücherangebot. Wer dann noch das halbjährliche, per Flyer präsentierte Kulturangebot studiert, wird wiederkommen. Werfen wir einen Blick in das aktuelle Halbjahresprogramm (Auszug) und wecken so die Neugier des Lesers.

  • 14. März: Puppentheater „Königin Esther“ mit Bubales
  • 6. April: Filmmatinee „Riefenstahl“ im Central-Kino
  • 8. April: Europäisches Klassikfestival PIANO
  • 11. Mai: Filmmatinee „Treasure“ (2024) im Central-Kino
  • 20. Mai: Lesung mit Ron Segal „Jeder Tag wie heute“
  • 17. Juni: Lesung mit Lutz van Dijk, „Irgendwann die weite Welt“
  • 22. Juni: Filmmatinee: „Ich, Capitano“ (2023) im Central-Kino

Veranstalter: Jüdisches Museum Westfalen, Julius-Ambrunn-Straße 1, 46282 Dorsten, Telefon 02362-45279, E-Mail rezeption@jmw-dorsten.de

Veröffentlicht am 05.03.2025

 

Das aktuelle DGB/AWO-Plakat und das 1944 von Curt Bloch geschriebene Gedicht bilden eine zufällige Einheit! Gesellschaft Ein Gedicht (Auszug) als Wahlaufruf

An meine deutschen Leser

Vielleicht kommen euch die Gedichte,
Die ich in eurer Sprache schrieb,
In spätren Zeiten zu Gesichte,
Und täten sie’s, wär mir’s recht lieb.

Und lest ihr sie, müsst ihr nicht denken,
Die sind nun nicht mehr aktuell,
Drum kann man sich das Lesen schenken,
Drum weg damit und möglichst schnell.

Ihr wähnt euch endgültig entflohen
Dem Schatten der Vergangenheit.
Und denkt nicht dran, dass euch bedrohen
Der gleiche Schmerz, das gleiche Leid.

Wenn man euch eure alten Fehler
Nun wiederum vergessen lässt,
Dann führt ein neuer Puppenspieler
Euch zu nem neuen Schlachtefest.

Curt Bloch (1908 - 1975)
Schriftsteller, als Jude von den Nazis verfolgt, hat durch jahrelanges Untertauchen in Holland überlebt.
Dort Gedichte geschrieben und im Untergrund anderen Verfolgten geholfen, zu überleben.

Das hier im Auszug vorgestellte Gedicht hat Curt Bloch bereits im Juni 1944 verfasst. Es beeindruckt durch seine Weitsicht und leider auch durch seine Aktualität. Wer es heute, vor dem Gang ins Wahllokal gelesen hat, weiß, wie wichtig seine Wahlentscheidung ist.
1948 emigrierte Curt Bloch in die USA.
Das Jüdische Museum in Berlin hat seine Kunst und
sein Leben in einer großen Ausstellung gewürdigt.

Veröffentlicht am 23.02.2025

 

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