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Nachrichten zum Thema Gesellschaft
Gesellschaft SCHALOM
Zeitschrift des Jüdischen Museums ist für Stadt und Bürger ein Gewinn
Nur zweimal im Jahr erscheint die aufwändig gestaltete Zeitschrift mit dem programmatischen Titel „SCHALOM“. Die hebräische Bezeichnung gilt nämlich auch als Friedensgruß und Wunsch für das persönliche Wohlergehen. Die aktuelle Ausgabe verdient das Prädikat: absolut lesenswert. Sie hebt sich mit ihren informativen Beiträgen wohltuend von den Publikationen ab, die ihre Inhalte fast ausschließlich auf die Titelzeile reduzieren. Und sie motiviert mit ihren gesellschaftspolitischen Artikeln zum Nachdenken und zur weiterführenden Diskussion mit Familie, Freunden, Nachbarn und Kollegen. Einer, der maßgeblichen Anteil am Aufbau und der inhaltlichen Ausrichtung des Jüdischen Museums in unserer Stadt hat, ist Dr. Norbert Reichling. Mehrere Texte stammen auch in der aktuellen Ausgabe aus seiner Feder. Leider ist Norbert Reichling plötzlich und völlig unerwartet verstorben. Ein unersetzlicher Verlust für seine Familie, das Museum und unsere Stadt. Das SCHALOM-Titelbild zeigt ihn vor einem Ausstellungsplakat „seines Museums“. Der Slogan darf auch als sein lebenslanger Wahlspruch gelten: „To make the world a better place“. Elisabeth Cosanne-Schulte-Huxel erinnert daran in einem berührenden Nachruf, Dr. Kathrin Pieren, Leiterin des Museums, wählt die Frage, „Was hätte Norbert Reichling getan?“, um richtige Antworten auf die Herausforderungen des Morgen zu finden. Ein Interview mit Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die als Antisemitismusbeauftragte des Landes NRW aktiv ist, sowie Auszüge aus einer Jubiläumsrede der seit 70 Jahren bestehenden „Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dortmund“, rütteln auf, dem dramatisch ansteigenden Antisemitismus in unserem Land die Stirn zu bieten. Das Lesen von SCHALOM ist für alle Demokraten dafür eine hervorragende Hilfe..
Dirk Hartwich
(Siehe auch www.jmw-dorsten.de)
Veröffentlicht am 24.12.2024
Gesellschaft ….“denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge“
So heißt es in der Weihnachtsgeschichte nach Lukas. In diesem Jahr haben wir 75 Jahre Grundgesetz gefeiert. Mit Recht können wir darauf stolz sein. Aber es gibt darin auch Sätze die hohl und blutleer geblieben sind. Das gilt vor allem für den Verfassungssatz: „Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohl der Allgemeinheit dienen.“ Die Missachtung und Geringschätzung der Gemeinwohlpflichtigkeit lässt sich bundesweit beobachten. Immer mehr Menschen geraten in den Strudel des „Mietenwahnsinns“ und der Wohnungsnot. Das spaltet die Gesellschaft und stärkt die Feinde der Demokratie. Die privaten Wohnungsbaugesellschaften orientieren sich an der Börse und nicht am Grundgesetz und schon gar nicht an den Bedürfnissen der Mieter. Mietendeckel und Mietpreisbremse greifen zu kurz. Und in Zeiten hoher Zinsen verkümmert der soziale Wohnungsbau. Der frühere SPD-Oberbürgermeister Jochen Vogel von München hat bereits in den 1970er Jahren die Misere der Wohnungsnot kommen sehen. Er forderte vehement eine soziale Bodenordnung mit Abschöpfung der Wertsteigerung von Grund und Boden, ohne die keine grundlegende Verbesserung erreicht werden könne. Die CDU/CSU lies trotz vorgehender Einigung das Gesetz im Bundesrat scheitern.
Dr. Hans-Udo Schneider
Hans-Udo Schneider, ehemaliger Pfarrer, Diplom-Psychologe und Psychotherapeut kandidierte 2009 für das Bürgermeisteramt in Dorsten. Er wurde dabei von der SPD und den Grünen unterstützt.
Veröffentlicht am 21.12.2024
Gesellschaft Seriöse Spendenaufrufe verdienen Unterstützung
„Öffne Dein Herz und Dein Portemonnaie“
Wer genau hinsieht kommt am Elend dieser Welt, manchmal direkt vor der eigenen Haustür, nicht vorbei. Es ist u. a. das Verdienst der öffentlichen und privaten Medien, mit emotionalen Bildern und der Unterstützung vieler Sternchen, Stars und Politiker aufzuzeigen, was wir Zuschauer nicht sehen konnten, vielleicht nicht gerne sehen wollten. Hier ist es der Hunger, der in vielen Ländern grassiert, dort sind es Krankheiten, von denen wir gar nicht wussten, dass es sie (noch) gibt. Nicht zu vergessen, die Folgen von schrecklichen Kriegen, die nach Beendigung und Hilfe geradezu schreien. Und immer sind es Hilfsorganisationen oder Stiftungen, die nicht nur „Erste Hilfe“ leisten, sondern Projekte ins Leben rufen, die als „Hilfe zur Selbsthilfe“ verstanden werden wollen. Chapeau! Aber ohne Geld ist alles nichts. Daher sind Fernsehsendungen wie, „Ein Herz für Kinder“, wichtige Türöffner für den Verstand, das Gefühl und den Geldbeutel der Nichtbetroffenen. Die Spendeneingänge, einige zig Millionen, beweisen eindrucksvoll, dass das Soziale in unserem Inneren nur wachgeküsst werden muss, um Solidarität mit den Schwächeren unserer Gesellschaft großzügig zu zeigen. Die privat angestoßenen Hilfsprojekte erinnern aber auch daran, dass Politik Lücken zu schließen hat. Blicken wir genau hin, welche Partei verstanden hat, oder welche sich hinter Leerformeln versteckt.
Rhader Aufruf, mit eigener Spende ein Zeichen zu setzen
Veröffentlicht am 12.12.2024
Gesellschaft Aktuell: Diktatoren und ihr Wahn, unsterblich zu sein
Syriens Machthaber Assad flieht vor der Wirklichkeit und entzieht sich der Verantwortung
Er ist nur einer von vielen, die aus den unterschiedlichsten Gründen nach „oben gespült“ wurden, dort Macht ausübten, den Bezug zur Realität verloren, Oppositionelle mundtot machten, zu brutalen Unterdrückern eines ganzen Volkes wurden. Hitler und sein angepeiltes 1000jähriges Reich verschwanden nach 12 Jahren. Die DDR hatte keine 50 Jahre Bestand. Blicken wir über unsere Grenzen, dann erkennen wir viele Spiegelbilder, die dem des aktuellen in Syrien gleichen. Das unterdrückte Volk erhebt sich, stellt plötzlich fest, Kraft genug zu besitzen, um die mörderischen Schergen in die Flucht zu schlagen. Dass die Befreier nicht selten zu neuen Unterdrückern mutieren, soll nicht unterschlagen werden. Das Beispiel Nicaragua steht stellvertretend für diese Fehlentwicklung. Die heutige Erkenntnis lautet aber, dass Diktatoren überall auf der Welt immer dann „vom Hof gejagt werden“, wenn die bis dahin unterdrückte Bevölkerung aufsteht und Widerstand leistet. Gestern Südafrika. Heute Syrien. Morgen …?
Rhader Nachdenkzeilen. Der Bericht über des Rhader Konzert folgt am Dienstag.
Veröffentlicht am 08.12.2024
Gesellschaft Fluch oder Segen? Smartphones in Kinderhand
Australien will Nutzung an Mindestalter koppeln
Australien will nicht länger zusehen, wie TikTok und Co. die Entwicklung der unter 16jährigen negativ beeinflussen. In einem Interview mit der ZEIT, nennt der an der Uni Ulm auf dem Gebiet Soziale Medien lehrende Prof. Christian Montag, Fakten. Danach sei eine Regulierung des Zugangs, wie in Australien, empfehlenswert. Da sich Jugendliche in der Phase der persönlichen Identitätsfindung befinden, müssen Eltern und Schule erste Berater und Controller der eigenen Kinder sein. Unterstützt vom Gesetzgeber, der die Betreiber aller sozialen Medien verpflichten muss, für die Inhalte endlich Verantwortung zu tragen. Tatsächlich sind „Fake-News, politische Propaganda mit Rassismus und Pornografie, …, Verleumdung und Belästigung, die vor einem riesigen Publikum stattfinden“, dramatische Störfaktoren für die individuelle Entwicklung. Auch die Aufforderung, sich an Mutproben zu beteiligen, sie zu filmen und ins Netz zu stellen, hat in einigen Fällen bereits zum Tod geführt. Besonders junge Mädchen lassen sich von Fotos verführen, werden unzufrieden mit ihrem Körper, entwickeln nicht selten Essstörungen, die in psychischen Krankheiten münden. Christian Montag nennt u. a. als Lösung, den von der EU ins Leben gerufenen „Digital Service Act“ konsequent anzuwenden, um den Jugendschutz entscheidend zu stärken, so der Wissenschaftler abschließend.
Rhader Nachdenkzeilen auf der Grundlage des ZEIT-Berichts „Besonders die Mädchen leiden“ vom 28. 11.2024
Veröffentlicht am 04.12.2024
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