Nachrichten zum Thema Gesellschaft

Gesellschaft Wo bleibt der öffentliche Aufschrei?

Menschenverachtende Attacke auf Behindertenwohnheim

Der folgende Text ist real. Keine Übertreibung. Aber ein Skandal, der uns aufrütteln muss. Der Vater eines mehrfach schwerstbehinderten Kindes, ein renommierter Fotograf, berichtet in unregelmäßigen Abständen im ZEIT-Magazin in Wort und Bild über das reiche Zusammenleben mit seinem Sohn und den vielen Alltagsproblemen, für die sich aber bisher immer Lösungen finden ließen. Das Ziel der Information ist, nicht Mitleid zu erzielen, sondern für respektvollen und gleichberechtigten Umgang mit behinderten Menschen zu werben. So wie es in unserem Grundgesetz Artikel 3 heißt: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Das scheint aber bei einigen Zeitgenossen unserer Gesellschaft nicht angekommen zu sein. In Mönchengladbach wurde bereits Ende Mai ein Stein durch das Fenster eines Behindertenwohnheims mit der Aufschrift, „Euthanasie ist die Lösung“ geworfen. Von den Medien kaum aufgegriffen, lautet die Klage der Betroffenen. Oder sind nicht bereits Verbitterung und Angst vor Bewertungen wie „lebensunwert“ herauszuhören? Ein beeindruckendes Foto ergänzt den Text im genannten Magazin. 96 Familien mit mehrfach schwerstbehinderten Angehörigen, insgesamt 254 Personen, winken fröhlich in die Kamera, haben aber eine Botschaft für uns: Die Würde des Menschen, jedes Menschens, ist unantastbar! Der Steinwurf von Mönchengladbach beweist leider, dass da mehr als eine Glasscheibe zerbrochen ist.

Wochenendgedanken aus Rhade auf Grundlage des ZEIT-Textes „FRIEDRICH UND DAS LEBEN“, Nr. 35, August 2024   

Veröffentlicht am 24.08.2024

 

Gesellschaft Trump und Musk - wenn das X zum Fragezeichen wird

Ein Kommentar aus Rhade

Ein Ex-Präsident der USA, der mit ungesetzlichen Mitteln seinen Weg nach ganz oben geebnet hat, der es mit Lügen und Beleidigungen gegenüber Andersdenkenden immer wieder auf die Titelseiten der Medien schafft, will wieder Präsident werden. Er ist eine Gefahr für die Demokratie.

Ein erfolgreicher Unternehmer, der ebenfalls nicht zimperlich ist, seine Vorstellungen von „freier Wirtschaft“ durchzudrücken, sucht in der Politik neue Herausforderungen. Er ist der Bruder im Geiste des Ex-Präsidenten. Und somit auch eine Gefahr für die Demokratie.

Beide eint, dass sie überzeugt sind, mit Geld die Welt regieren zu können. Während der eine sich von Kredit zu Kredit über Wasser hält, erwirbt der andere eine digitale Informationsplattform für einige zig-Milliarden Dollar, um so Meinungsmache und Politik zu betreiben. Irritierend für einen kritischen Beobachter von außen ist, dass auf dieser Plattform, die mal Twitter hieß und für seriösen Informations- und Meinungsaustausch stand, auch demokratische Regierungen und Politiker, auch aus Deutschland, (immer noch) kommunizieren. Musk und Trump sind dabei, uns ein X vor ein U vorzumachen. Die entsprechende Redewendung besagt, dass man täuscht und betrügt. Das müsste reichen, um statt X ein ? zu lesen und sich abzuwenden.

Dirk Hartwich

Veröffentlicht am 20.08.2024

 

Gesellschaft Gedankensplitter zum Wochenende

Politik war, ist und wird immer ein durch Machtmissbrauch, Korruption und Gewalt gefährdeter Bereich sein. Allerdings ist die Demokratie die Herrschaftsform, die diese Gefahren am ehesten einzudämmen bzw. zumindest Risiken zu mindern und extreme Auswüchse zu verhindern vermag. Es gibt aber in der Politik keine unbefleckte Empfängnis. Politisches Handeln ist oft eine Gratwanderung, bei der man -ohne moralischen Kompass - leicht den Halt verliert.

Friedhelm Fragemann *)

*) Friedhelm Fragemann (72) wurde im Jahr 1985 in den Rat der Stadt Dorsten gewählt. Nach der Kommunalwahl 1994 war er vom 31. Oktober 1994 bis zum 8. März 1995 als Nachfolger von Heinz Ritter Bürgermeister der Stadt Dorsten.

Quelle: Auszug Wikipedia

Veröffentlicht am 17.08.2024

 

Gesellschaft Die kleine Geschichte hinter der Geschichte

Wer war der „Schlächter von Warschau“ und warum wird an ihn mit einer kleinen Tafel am Rathaus in Westerland/Sylt erinnert?

Vor 80 Jahren wehrten sich die Polen in Warschau gegen die menschenverachtende Besatzung durch die deutsche Wehrmacht. Nach 63 Tagen kapitulierten sie vor der unglaublichen Übermacht. Hitler befahl danach der SS, Vergeltung zu üben und alle Polen in der Stadt sofort hinzurichten. Als Einsatzleiter bestimmte Himmler den SS-General Heinz Reinefarth, der in Polen mit dem Zusatz, „Schlächter von Warschau“, genannt wird. Er leistete „ganze Arbeit“. 150.000 polnische Zivilisten, darunter Kinder und Greise wurden brutal ermordet. Dann wurde die Stadt in Schutt und Asche gelegt. Heute vor 80 Jahren. Frank-Walter Steinmeier, unser Bundespräsident, verneigte sich nun vor Ort vor den Opfern und bat um Entschuldigung und Vergebung im Namen des deutschen Volkes. Zurück zu Heinz Reinefarth. Nach kurzer amerikanischer Kriegsgefangenschaft, verspricht er mit dem US-Geheimdienst zu kooperieren. 1948 wird er erfolgreich entnazifiziert, lässt sich als Rechtsanwalt auf Sylt nieder und 1951 für 13 Jahre zum Bürgermeister von Westerland wählen. Als seine Vergangenheit öffentlich thematisiert wird, zieht er sich von allen öffentlichen Ämtern zurück, bleibt aber als Anwalt tätig. Er wird 1979 in Keitum/Sylt beigesetzt. Auf der erwähnter Erinnerungstafel am Westerländer Rathaus wird Heinz Reinefarth u. a. als Kommandeur einer Kampfgruppe bezeichnet, der mitverantwortlich für das Verbrechen in Warschau sei. Das ist aber weniger als die halbe Wahrheit.

Eigener Bericht auf Grundlage des ZEIT-Artikels „Eine deutsche Karriere“ vom 18.07.2024

Veröffentlicht am 06.08.2024

 

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