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Nachrichten zum Thema Gesellschaft
Gesellschaft Reformation oder Halloween?
Wochenendgedanken aus Rhade
Der 31. Oktober hat seit Jahrhunderten einen festen Platz in unserem christlichen Kalender. Martin Luther, ein Mönch und Theologieprofessor hat 1517 mit 95 Thesen gegen die Amtskirche protestiert, die sich die Vergebung von Sünde bezahlen lies. In der Folge entstand die protestantische Kirche. Eine Revolution, hier Reformation genannt. Unabhängig von unserer heutigen Einstellung zum Glauben oder der Kirche, wird seit diesem Anlass vor über 500 Jahren über Wertvorstellungen in unserer Gesellschaft diskutiert und gerungen. In unserem Grundgesetz findet sich das Ergebnis dieser permanenten Diskussion wieder. Ein Anlass, diesen Reformationstag zu würdigen und nicht zu vergessen, bzw. gegen ein Spaß-Event, Halloween genannt, einzutauschen.
RE
FORM
REFORM
FORMAT
FORMATION
REFORMATION
(Eine Rhader Wortspielerei)
Veröffentlicht am 28.10.2023
Gesellschaft Wenn Hass durch Social Media geweckt und verstärkt wird
Wochenendgedanken aus Rhade
Wir nutzen sie täglich, um zu kommunizieren. Die sogenannten sozialen Medien wie WhatsApp, X, TikTok, YouTube, Facebook, Instagram, Snapchat und andere. Sie übermitteln Grüße und Bilder/Filme in Sekundenschnelle. Sie helfen, untereinander in Kontakt zu bleiben. Neben dieser positiven Seite gibt es auch eine dunkle. Und diese ist brandgefährlich. Über die genannten „Kanäle“ werden auch gezielt falsche „Tatsachen“ auf die Reise geschickt, die vom Empfänger gar nicht als Fake erkannt werden. Mit nur einem Klick werden sie dann geteilt, sprich weitergeleitet. So erreicht der Absender mit seiner bewussten Falschmeldung rasend schnell ein riesiges „Publikum“. Wer sich ausschließlich nur noch innerhalb dieser Medien bewegt, auf Zeitungen, Bücher und unseren öffentlich rechtlichen Rundfunk verzichtet, kann sich kein objektives Bild mehr von der Wirklichkeit machen. Schlimmer noch, er oder sie übernehmen „blind“ alles, was dort gepostet wird. So verpufft aktuell auch jeder gutgemeinte Versuch, mit arabischen Flüchtlingen, die hier ein neues Zuhause suchen, über den Hamas-Terror in Palästina und Israel ins offene, vorurteilsfreie Gespräch zu kommen. Gespräch? Nein, statt dessen wird sofort das Smartphone mit Filmausschnitten als Beweismittel präsentiert. Da bleibt leider kein Raum für Verständigung und Aufklärung. Der so geschürte Hass macht blind und taub gegenüber allen Andersdenkenden. Sprach- und Ratlosigkeit müssen aber überwunden werden, um einen kriegerischen Flächenbrand zu verhindern. Social Media darf nicht länger mit gezielten Falschmeldungen und unterstützenden, ebenfalls gefälschten Bildern, die Meinungsführerschaft in unserem Land übernehmen. Unsere Demokratie muss sich wehren.
Veröffentlicht am 21.10.2023
Gesellschaft Aufhören! Aufhören! Aufhören!
Rhader Gedanken nach den aktuellen Nachrichtensendungen
Es ist kaum auszuhalten. Der Hamas-Terror gegen die israelische Zivilbevölkerung ist eine Kriegserklärung. Er hat das international festgeschriebene Selbstverteidigungsrecht des Landes ausgelöst. Solange die arabische Welt den Grundsatz aufrecht hält, Israel von der Landkarte zu löschen, solange wird sich Israel wehrhaft verteidigen müssen. Und unsere Solidarität erhalten. Solange in Moscheen Hassprediger zur Gewalt aufrufen, solange wird es keinen Frieden geben. Das grenzenlose Leid der Zivilbevölkerung ist unermesslich. Und wir müssen umdenken. Wir werden unsere Freiheit und liberale Demokratie nur erfolgreich verteidigen können, wenn wir viel konsequenter als bisher gegen erklärte Feinde unserer gelebten und im Grundgesetz festgelegten Werte vorgehen - und dabei unsere Grundsätze einer offenen und toleranten Gesellschaft beibehalten. Klingt zwar wie ein Widerspruch, soll als unmissverständliches Signal nach innen und außen verstanden werden.
Veröffentlicht am 18.10.2023
Gesellschaft Wahlen in Hessen, Bayern und im „Osten“
Die Angst des Demokraten vor dem Ausgang
Peter Handke hat 1970 mit der Erzählung „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ große Aufmerksamkeit erzielt. Heute wandeln wir den Titel ab, um in die Seelenlage der demokratischen Parteien vor den nächsten Wahlen zu blicken. Da ist neben Verunsicherung, Rat- und Hilflosigkeit, auch blanke Angst zu erkennen. Nämlich, dass alle Bemühungen zum Wohle des deutschen Volkes gearbeitet zu haben, umsonst gewesen sein könnten. Umsonst, weil „der“ Wähler in großer Zahl sich mit Überschriften zufrieden gibt, die überwiegend Parolen ohne großen Wahrheitsgehalt sind. Tatsächlich ist die Gefahr, dass Rechtsaußenparteien bei künftigen Regierungsbildungen das Zünglein an der Waage sein könnten, mit den Händen zu greifen. Hessen und Bayern wählen am 8. Oktober einen neuen Landtag. Der rechte Rand macht große Sorgen. Aber Angst kommt auf, denkt man an den September 2024. Dann werden in „Ostdeutschland“ die Landtage in Thüringen, Sachsen und Brandenburg gewählt. Seit Monaten signalisieren die Umfragen, dass Höcke und Co. als Wahlsieger „vom Platz gehen“ könnte. Was ist nur los in Deutschland? Warum erreichen wir (demokratische Parteien) nicht mehr die Wähler? Das „wir“ Fehler machen und gemacht haben, steht außer Frage. Das ist aber kein Grund unsere demokratischen Strukturen zu zerschlagen. „Kopf hoch und angstfrei den Rechten die ROTE KARTE zeigen“, so lautet der Rhader Appell vor den kommenden Wahlen.
Veröffentlicht am 26.09.2023
Gesellschaft Rendite statt kleine Miete - Gastbeitrag von Dr. Hans-Udo Schneider
Skrupellose Immobiliengesellschaften müssen endlich durch Politik und Justiz gestoppt werden
Vor zwanzig Jahren begann ein bis dato beispielloser sozialer Kahlschlag. Bund, Land, Kommunen, Bahn und Post verkauften ihre Wohnungsbestände und privatisierten ihre Wohnungsbaugesellschaften. Hundertausende Sozialwohnungen wechselten den Besitzer. Den Mieterinnen und Mietern sollte es nicht schlechter gehen, so das Versprechen. Kritische Stimmen wurden ins Abseits gestellt.
Zieht man heute Bilanz, dann sind die schlimmsten Befürchtungen noch übertroffen worden: Ständig steigende Mieten, häufige Eigentümerwechsel, mangelhafte Sanierung und Instandhaltung, fehlende Betreuung, Nötigung, Angst vor Kündigung, Abfindungen für Menschen mit alten Mietverträgen, um Häuser leer zu bekommen für eine Sanierung und den späteren Verkauf zu Höchstpreisen. All das passiert nicht irgendwo, sondern auch in unserer Nachbarschaft, hier in Dorsten. Die Folgen: Der Bestand an Sozialwohnungen ist in den letzten 20 Jahren mehr als halbiert worden. In vielen Städten haben Normalverdiener kaum noch eine Chance, bezahlbaren Wohnraum zu finden. Zu allem Überdruss kommt jetzt noch eine Krise im Bausektor hinzu, verursacht durch hohe Zinsen, steigende Grundstückspreise und Lieferengpässe.
Der katholische Sozialethiker, Prof. Bernhard Emunds, geht der Sache auf den Grund und nennt die eigentlichen Ursachen: „In dem Kapitalismus, den wir jetzt haben, wird der Staat gedrängt, reichen Leuten und großen Konzernen gute Gewinnchancen zu bieten, den Unternehmen möglichst wenig Grenzen zu setzen, hohe Einkommen und Vermögen kaum zu besteuern.“ In diesem System spielen die Interessen der Mieter keine Rolle.
Um Heuschrecken und Miethaie im Wohnsektor zu verhindern, bedarf es klarer und damit einklagbarer Regelungen, die Mieterinnen und Mieter als Bürgerinnen und Bürger eines Sozialstaates anerkennen und nicht zu Objekten der Ausbeutung machen.
Was ist zu tun?
- Die Wohnkrise ist in erster Linie eine Bodenkrise. Grund und Boden sind nicht vermehrbar. Die Grundstücksspekulation, Wucher und uferlos steigende Grundstückspreise müssen deshalb zuallererst durch Grundsteuern und Bodengesetze beendet werden. Ohne diese Maßnahme ist alles andere nur „Herumdoktern“ am Symptom. Der Oberbürgermeister von München und spätere SPD-Vorsitzende Jochen Vogel, hatte dies bereits in den 70iger Jahren gefordert. Leider ohne Erfolg.
- Wir brauchen den vermehrten Bau von Sozialwohnungen. Kein neues Baugebiet ohne verbindlichen Beschluss, dass mindestens 40 Prozent der neuen Wohnungen als Sozialwohnungen gebaut werden.
- Die Aufhebung der Sozialbindung nach 15 oder 20 Jahren muss beendet werden.
- Staatliche bzw. gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaften müssen ihr Engagement auf dem Wohnmarkt kontinuierlich ausweiten. Das stärkt den sozialen Frieden und kann zudem exorbitant steigenden Mieten entgegenwirken.
- Um Heuschrecken und Miethaie im Wohnsektor zu verhindern, bedarf es klarer und damit einklagbarer Regelungen, die Mieterinnen und Mieter als Bürgerinnen und Bürger eines Sozialstaates anerkennen und nicht zu Objekten der Ausbeutung machen.
Veröffentlicht am 23.09.2023
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