Nachrichten zum Thema Allgemein

Allgemein Rhader Jahresrückblick Oktober/November/Dezember 2025

„Nicht im Krieg, aber auch nicht mehr im kompletten Frieden“

Das o. g. Zitat, das Bundeskanzler, Verteidigungs- sowie Außenminister im Gleichklang aussprechen, nämlich dass Deutschland sich nicht mehr komplett im Frieden befindet, schürt Verunsicherung. Eine umfassende Begründung fehlt. Das trägt zu Missverständnissen bei. Klar ist, dass der kalte Krieg zurückgekehrt ist. (…) Ausgelöst durch den russischen Diktator Putin, der das Völkerrecht gebrochen hat und zum Kriegstreiber mutiert ist. Seitdem regiert die Sprachlosigkeit, die gegenseitige Aufrüstung, die Provokation, die Kriegsgefahr. Auch die Sprache verändert sich. Aus verteidigungsfähig wird kriegsfähig. (…) Die Bürger sollen Lebensmittelvorräte anlegen. Was geht hier vor? Sprechen wir noch von der gleichen Lagebeurteilung? Mehr Offenheit der Regierung ist überfällig. (…)

Der 9. November und die deutsche Geschichte
Es gibt viele deutsche geschichtsträchtige Ereignisse, die jeweils am 9. November stattfanden. Drei von ihnen sollen kurz erwähnt werden.

  • 9.11.1918: Ausrufung der Republik in Deutschland. Friedrich Ebert (SPD) wird Reichskanzler.
  • 9.11.1938: Die Nazis machen Jagd auf deutsche Juden und brennen Synagogen und Geschäfte nieder. In der Folge werden mehrere Millionen Menschen durch deutsche Nazis brutal ermordet.
  • 9.11.1989: Die von der DDR gebaute Mauer zwischen Deutschland Ost und West fällt. Die Wiedervereinigung Deutschlands wird eingeleitet.

Wir lernen aus der Geschichte. Wirklich? Blicken wir nochmals auf den 9.11.1938. Wer vor den menschenverachtenden Taten der Nazi-Horden in unseren Städten vor 87 Jahren nicht die Augen verschließt, wird alles tun, um ein Wiederholen nicht zuzulassen. (…) Tatsächlich nimmt der Antisemitismus zu, jüdische Bürger unter uns verspüren wieder Angst, ausgegrenzt und gejagt zu werden. In Deutschland! Das dürfen wir nicht zulassen. Wir Demokraten müssen den neuen Rechten, die zwar jetzt bürgerliche Kleidung tragen, aber weiter glauben die besseren Menschen zu sein, die rote Karte zeigen. Ihnen müssen wir uns argumentativ entgegenstellen. (…)

Friedensplan oder Entwurf einer Kapitulationsurkunde? Ein Kommentar von Friedhelm Fragemann

Der ursprünglich von den USA vorgelegte sogenannte Friedensplan trägt eindeutig die russische Handschrift. Dabei handelt sich wohl eher um den Entwurf einer Kapitulationsurkunde als um einen Friedensplan. Auch die von den Europäern leicht abgeschwächte Variante beinhaltet immer noch extreme Zumutungen für die Ukraine. Die neuralgischen Punkte sind nicht entschärft. (…) Nach aller bisherigen Erfahrung kann man sich auf die Zusagen Moskaus ohnehin nicht verlassen. (…) Das vorliegende „Friedensdiktat“ erweckt allerdings Erinnerungen an die Appeasement-Politik (Beschwichtigungspolitik) der 30er Jahre, als im Rahmen des Münchener Abkommens die Tschechoslowakei an den Despoten Hitler ausgeliefert worden ist, im Glauben, damit den Frieden erkaufen zu können. (…) Notwendig wäre es jetzt, Druck auf den Aggressor auszuüben, statt auf den Angegriffenen. Aber will das Trump? (…) Hier und jetzt entsteht eher der Eindruck, dass sich zwei Autokraten auf der Basis von reinen Geschäfts- und Machtinteressen auf Kosten Europas und der Ukraine arrangieren.

Veröffentlicht am 30.12.2025

 

Allgemein Rhader Jahresrückblick - Februar 2025 (2)

Lindner, der Kaputtmacher der Ampel

Er ist ein Selbstdarsteller, der die Aufnahmeprüfung in jedes Theaterensemble schaffen würde. So, wie ein Chamäleon, kann er spielend die Farbe wechseln. Gestern noch rot-grün-gelb, tendiert er aktuell in Richtung schwarz mit blauem Rand. Christian Lindner stellte mit der FDP die kleinste Koalitionspartei. Seine ständigen Versuche, den Koalitionspartnern und den Kanzler „vorzuführen“, mündeten im (Dauer)Streit. Olaf Scholz zog die Notbremse und setze seinen Finanzminister vor die Tür. Zu spät, so die weitverbreitete Einschätzung von außen. Lindner, sichtbar angeschlagen, versucht bis heute Tünkram zu erzählen. Also die Unwahrheit zu verbreiten. Derjenige, der im Hinterzimmer den Koalitionsbruch systematisch vorbereitet hat, versucht sich als Opfer darzustellen. …

Veröffentlicht am 20.12.2025

 

Allgemein Es war einmal …

Gasthaus Pierick versinkt im Dornröschenschlaf - Nostalgische Erinnerung an einen beliebten Rhader Treffpunkt

Das allgemeine Kneipensterben hat vor Rhade nicht halt gemacht. Nach Krebber und De Kolde Becke, hat es u. a. die Familie Pierick vor vielen Monaten getroffen. Hier, wo sich Vereine trafen, goldene Hochzeiten gefeiert wurden, Billardsport blühte, alle Neune umgehauen wurden und junge Erwachsene erste Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht und alkoholischen Getränken machten, erinnert nur noch ein stattliches, leerstehendes Gebäude an diese Zeit. Die Gerüchte, dass ein Abriss möglich sei, halten sich hartnäckig im Rhader „Dorffunk“. Auch die Rhader Sozialdemokraten haben an dieser Stelle über 50 Jahre von der Gastfreundschaft der Familie Pierick profitiert und sich hier für monatliche Beratungen und jährliche Feiern zu Hause gefühlt. Wer immer die Lembecker Straße nutzt und das leerstehende Gebäude sieht, erkennt den Strukturwandel des Dorfes Rhade. Ein gravierender Verlust.

Veröffentlicht am 17.12.2025

 

Allgemein Friedensplan oder Entwurf einer Kapitulationsurkunde?

Ein Kommentar von Friedhelm Fragemann*

Der ursprünglich von den USA vorgelegte sogenannte Friedensplan trägt eindeutig die russische Handschrift. Dabei handelt sich wohl eher um den Entwurf einer Kapitulationsurkunde als um einen Friedensplan. Auch die von den Europäern leicht abgeschwächte Variante beinhaltet immer noch extreme Zumutungen für die Ukraine. Die neuralgischen Punkte sind nicht entschärft. Territoriale Festlegungen, der Verzicht eines NATO-Beitritts und vor allem die Frage der Sicherheitsgarantien werden teils dilatorisch behandelt, auf jeden Fall aber nicht hinreichend im Sinne einer dauerhaften Problemlösung geklärt.
Nach aller bisherigen Erfahrung kann man sich auf die Zusagen Moskaus ohnehin nicht verlassen. Und auch die irrlichternde amerikanische Administration – an der Spitze ein gefährlicher clownesker Narzisst - ist weder für eine logisch stringente Politik noch für die konsequente Einhaltung von Verabredungen bekannt.
Das vorliegende „Friedensdiktat“ erweckt allerdings Erinnerungen an die Appeasement-Politik (Beschwichtigungspolitik) der 30er Jahre, als im Rahmen des Münchener Abkommens die Tschechoslowakei an den Despoten Hitler ausgeliefert worden ist, im Glauben, damit den Frieden erkaufen zu können.
So gesehen war die Bereitschaft der Ukraine, im sogenannten Budapester Memorandum von 1994 gegen Sicherheitsgarantien seitens Russlands, USA und Großbritannien auf Atomwaffen zu verzichten, offensichtlich ein Fehler.
Notwendig wäre es jetzt, Druck auf den Aggressor auszuüben, statt auf den Angegriffenen. Aber will das Trump? Die erfolgreiche Diplomatie in der Ära Brandt war nur deshalb möglich, weil der Westen an einem Strang zog und aus einer Position der Stärke heraus agieren konnte. Hier und jetzt entsteht eher der Eindruck, dass sich zwei Autokraten auf der Basis von reinen Geschäfts- und Machtinteressen auf Kosten Europas und der Ukraine arrangieren.

* Friedhelm Fragemann (SPD) war viele Jahrzehnte in Dorsten kommunalpolitisch aktiv. Er war u. a. Bürgermeister und Fraktionsvorsitzender der SPD-Ratsfraktion

Veröffentlicht am 10.12.2025

 

Allgemein Für Sie gelesen: Dorstener Jahrbuch 2026 - Teil 4 und Schluss

Zwei weitere Beispiele zum Kennenlernen

Das Buch verfügt über 290 Seiten und motiviert die Leser, Dorsten mal ganz anders kennenzulernen. Heute wollen wir die Werbung für  dieses außergewöhnliches Buch abschließen. Das Jahrbuch 2026, im Untertitel weiter traditionell Heimatkalender genannt, überrascht mit seiner Vielfalt. Mit zwei weiteren besonderen Beiträgen möchten wir Ihr Interesse wecken:

  • Wer mit offenen Augen durch unsere Stadt geht, stößt hier und da auf aufwändig gestaltete Informationstafeln, die die Geschichte des jeweiligen Standorts lebendig werden lassen. Ob in Rhade an der Kirche oder in Dorsten vor dem Amtsgericht. In einer beeindruckenden Initiative haben der Verein für Orts-und Heimatkunde, der Lions-Club, die Stadt Dorsten und viele Sponsoren bereits 50 Geschichtsstationen, so der offizielle Begriff, in unserer Stadt aufgebaut. Nummer 49 stellt die Geschichte der Agatha-Schule vor. 400 begeisterte Kinder nahmen an der Enthüllung der Info-Tafel teil. Klaudia Heisig-Ulbrich nimmt die Leser mit, 130 Jahre Schulgeschichte Revue passieren zu lassen.
  • Ins Auge fallen den Lesern neben den Texten und vielen Farbfotos die Gedichte. Überwiegend ergänzen sie passend den zuvor gelesenen Text. Ein Beispiel von 45 (!) im neuen Jahrbuch von Heinz Schneemann:
    Es war einst ein Jüngling in Rhade,
    der trieb es so gerne im Bade:
    Mit Schnorchel und Flossen
    hat er es genossen,
    die Schiffchen zu entern. Wie fade!

Veröffentlicht am 26.11.2025

 

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