Nachrichten zum Thema Allgemein

Allgemein Ich höre zu …

Eine Anregung für alle Politiker auf allen Ebenen

Vor vielen, vielen Jahren fand ich eine Zeitungsnotiz, die, ausgeschnitten, noch immer ihren festen Platz auf meinem Schreibtisch hat. Drei Worte, aber unmissverständlich. „Ich höre zu - Telefonnummer xxx“. Die Adressaten des Inserenten sollten wohl nicht Politiker, sondern Menschen wie Du und ich sein, die sorgenvoll in die Zukunft blicken. Vielleicht wegen einer Krankheit, einer Kündigung, einer Trennung, drohender Verarmung, Streit in der Familie … Es gibt so viele Gründe, die ohne einen verständlichen Zuhörer zur Verbitterung und Vereinsamung führen. Nun wechsele ich die Ebene bewusst zur Politik. Dort dominiert i. d. R. nach wie vor die sogenannte Frontalinformation. Ich verstehe darunter, dass der vor mir stehende Politiker, egal aus welcher Partei, egal ob auf der kommunalen Ebene oder als gewählter Abgeordneter, zwar genau weiß, was er (oder sie) will, aber nicht, was mich runterzieht. Klar gibt es positive Ausnahmen, auch in unserer Stadt. Aber welcher Politiker verstehen will, warum gerade zunehmend Populisten bei Wahlen zulegen, der sollte meine alte, aber ewig junge Zeitungsnotiz kopieren, um sich ab morgen bei seinem Tun daran zu erinnern.

Dirk Hartwich - ein persönlicher Wochenendkommentar

Veröffentlicht am 26.09.2026

 

Das Team Heimatbund und der Schirmherr. Dr. Edelgard Moers, Tobias Stockhoff, Dirk Hartwich, Bertold Hanck Allgemein Leuchtende Kinderaugen bei Preisverleihung des Heimatbundes

Erwartungsvoll und aufgeregt sehnten viele Mädchen und Jungen, die in Begleitung ihrer Eltern und/oder Lehrer das Dorstener VHS-Forum füllten, die angekündigte Preisvergabe herbei. Ingesamt 52 junge Schriftstellerinnen und Schriftsteller nahmen am ersten Schreibwettbewerb des „Heimatbundes Herrlichkeit Lembeck und der Stadt Dorsten“ teil. Die Aufgabe, eine interessante Kurzgeschichte zu schreiben, lösten alle teilnehmenden Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit Bravour. Dr. Edelgard Moers, Vorsitzende des Heimatbundes, war voll des Lobes über die Fantasie und Kreativität aller Teilnehmer. „Das hat die Jury veranlasst, jeden Autor mit einer Urkunde, einem Buch und einem kleinen Taschengeldpreis auszuzeichnen.“ Bürgermeister Tobias Stockhoff, Schirmherr des Wettbewerbs, zeigte sich tief beeindruckt von dem Ergebnis. Mit sehr persönlichen Worten sprach er die Kinder direkt an und motivierte sie, unbedingt weiter Geschichten zu lesen und mit ihrer Fantasie eigene aufzuschreiben. Dann war es soweit. Edelgard Moers bat die Kinder auf die Bühne, damit sie, von Beifall begleitet, ihren Preis in Empfang nehmen konnten. Bertold Hanck, Mitglied der Jury, hat zwischendurch zwei eingereichte Geschichten vorgetragen, die, so ergänzend Edelgard Moers, demnächst auch im Jahrbuch/Heimatkalender des Heimatbundes und der Stadt Dorsten nachgelesen werden können. Neben den jungen Autoren konnten auch die den Schreibwettbewerb unterstützenden Schulen sich über einen ansehnlichen Geldpreis und attraktive Sachpreise freuen. „In zwei Jahren“, so Edelgard Moers abschließend, „wird es einen weiteren Wettbewerb geben“. Sie dankte den großzügigen Sponsoren und rief insbesondere die Jungen und Mädchen auf, sich mit ihrer eigenen Kurzgeschichte wieder zu beteiligen.

Eigener Bericht

Veröffentlicht am 22.09.2026

 

Allgemein Der Wutbürger

Seit Jahren sind Handwerker in meinem Haus,
Sie ziehen Strippen, reißen Küchen heraus.
Sie versenken die Dusche, verdunkeln den Flur,
Übertünchen und spachteln die Wände nur.

Zwar ist die Substanz noch ziemlich gesund,
Doch mir ist das Werkeln schon lange zu bunt.
Und da ich nicht weiß,
Was das alles bezweckt,
hab neulich das Haus ich angesteckt.

Bertold Hanck*

*Der Rhader Bertold Hanck unterrichtete am Dorstener Gymnasium Petrinum, ist Literaturkenner, Autor vieler Gedichte und mitreißender Rezitator.

Veröffentlicht am 12.09.2026

 

Allgemein Familiäre Spurensuche öffnet Augen und neue Blickwinkel

Zwei Bücher faszinieren und machen zeitgleich betroffen

Die 1980er Jahre waren die Blütezeit der „Geschichte von unten“. In fast allen deutschen Städten wurde, 40 Jahre nach dem Ende des „1000-jährigen Reiches“ der unsichtbare Schleier der Verdrängung, die Nazizeit und das Schicksal der jüdischen Bevölkerung betreffend, von nachfragenden Bürgern wie „du und ich“ weggezogen. Zum Vorschein kamen lokale Verbrechen, die dokumentiert und veröffentlicht wurden. „Dorsten unterm Hakenkreuz“ ist ein Beispiel von vielen. Aktuell, weitere 40 Jahre später, können wir mit einem Klick nachlesen, ob die eigenen Eltern/Großeltern auch als Mitglieder der NSDAP gelistet waren. „Das wusste ich nicht“, so die überraschende Erkenntnis nicht weniger Zeitgenossen, die mit der „Gnade der späten Geburt“ (Helmut Kohl) gesegnet sind. Gleichzeitig ein Motiv, in der eigenen Familie zu recherchieren, woher ich komme, wie meine Eltern und Großeltern lebten, ob sie die NS-Zeit passiv begleiten konnten, ob sie Widerstand geleistet haben oder vielleicht selbst Steigbügelhalter der NS-Verbrecher waren. Die beiden in der Titelzeile erwähnten Bücher nehmen den Leser auf eine berührende Zeitreise mit. Eine Enkelin* blättert das Schicksal ihres jüdischen Großvaters auf, eine Tochter** versteht ihren jüdischen Vater erst nach dem Studium von Fotoalben, Briefen und Archivmaterial. Zwei sehr persönliche Geschichtsbücher. Beide sehr lesenswert.

Dirk Hartwich

* Shelly Kupferberg - „Isidor“
** Nadine Olonetzky - „Wo geht das Licht hin, wenn der Tag vergangen ist“

Veröffentlicht am 05.09.2026

 

Allgemein Für Sie gelesen …

„Wie hat Israel Sie verändert?“ - Ein Interview mit Steffen Seibert im ZEIT MAGAZIN*

11 Jahre lang war er Pressesprecher der Bundeskanzlerin Angela Merkel. Danach 4 Jahre deutscher Botschafter in Israel. Nun ist er mit 66 Jahren in den Ruhestand getreten. Steffen Seibert ist zwar zurück in seinem Wohnort Berlin, gedanklich aber immer noch in Israel. „Ich mochte mich hier“, so seine Liebeserklärung an seine Zeit in Israel. Botschafter Deutschlands zu sein, ist hochpolitisch und verantwortungsvoll. Steffen Seibert gelang es, dem Amt einen besonderen Anstrich zu verleihen. Einerseits ist die Sicherheit Israels deutsche Staatsräson, andererseits gilt diese Selbstverpflichtung nur für die international anerkannte Fläche in den Grenzen von 1967, nicht aber für das Westjordanland und Gaza. „Das sind für uns (Deutschland) besetzte Gebiete.“ Mit seiner manchmal undiplomatischen Art hat sich Steffen Seibert immer mal wieder auch den Unmut der Netanjahu-Regierung zugezogen. Er besuchte die besetzten Gebiete und zeigt sich erschüttert über die persönlich erlebte brutale Gewalt israelischer Siedler gegenüber den einheimischen Palästinensern. Zurück in Deutschland fällt ihm auf, dass unser Land, im Gegensatz zu Israel, viel zu wenig an sich glaubt. Fehler werden hier nicht verziehen, sondern „zur kompletten Unfähigkeit hochgejazzt“. Das Interview mit Steffen Seibert öffnet dem Leser Türen, die den Blick auf Israel und Deutschland weiten. Lesenswert!

Dirk Hartwich
*ZEIT MAGAZIN 35 vom 13.08.2026

Veröffentlicht am 23.08.2026

 

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