Nachrichten zum Thema Finanzen

Finanzen Bei den Staatsfinanzen hört der Spaß auf - Bauchgefühl hilft nicht weiter

Internationaler Währungsfonds (IWF) lässt Zahlen sprechen

Wir schlittern sehenden Auges in eine weltweite Finanzkrise. So lässt sich die nüchterne Analyse des IWF lesen. Die steigenden Staatsschulden strangulieren unaufhaltsam wichtige Volkswirtschaften. Unser gesamtes Wirtschaftssystem ist auf Wachstum ausgerichtet. Nur dann können mit steigenden Steuereinnahmen die Zinsen beglichen und die aufgenommenen Staatsanleihen (Kredite) zurückgezahlt werden. Weitere Kredite stopfen zwar Löcher im Staatshaushalt, dafür müssen aber höhere Zinsen gezahlt werden. Parallel werden dann auch private Kredite teurer und Unternehmensinvestitionen rechnen sich immer seltener. Die Abwärtsspirale wird erkennbar. Genau hier wird auch unser bundesdeutsches Problem sichtbar. Das Bauchgefühl sagt: „Lass uns höher verschulden, dann wachsen wir, und alles wird gut.“ Der internationale Finanzmarkt kennt kein Bauchgefühl, sondern nur Fakten. Blicken wir zu einigen wirtschaftlichen Schwergewichten. Die USA-Schulden betragen 40 Billionen Dollar. Die derzeitigen Zinsen sind höher als die Verteidigungsausgaben. In Europa werden Frankreich, Italien und Belgien inzwischen in der obersten Staatsschulden-Liga gelistet. In Großbritannien hat sich die Schuldenlast in den letzten 10 Jahren auf 3 Billionen Pfund verdoppelt. Für Zinsen muss doppelt so viel bereitgestellt werden wie für die Verteidigung. Machen wir hier eine persönliche Nachdenkpause. Um die sich anbahnende Krise abzuwenden, empfiehlt der IWF allen hoch verschuldeten Staaten, die Ausgaben zu senken und die Einnahmen zu erhöhen. In der Folge hieße das, Wohlstandsverlust und soziale Verwerfungen. Was tun?

Rhader Wochenendgedanken auf Grundlage des ZEIT-Berichts: Schon wieder Krise? Vom 15.10.2026

Veröffentlicht am 24.10.2026

 

Finanzen Kommunale Finanzen: Ohne Moos nix los

Wer die Finanzlage Dorstens (und fast aller Städte und Gemeinden in NRW) seit Jahrzehnten aufmerksam verfolgt, wird an einen nie enden wollenden Fortsetzungsroman erinnert. Es handelt sich aber nicht um eine ausgedachte Romangeschichte, sondern um bittere Realpolitik. Obwohl Deutschland eines der reichsten Länder ist, scheinen wir einfach nicht damit klar zu kommen, welche Pflichtaufgaben von wem bezahlt werden müssen. Immer fehlt Geld im Staatssäckel. Eigentlich ist es ganz einfach. Wer bestellt, bezahlt die Rechnung. Was so einfach klingt, verliert sich im bürokratischen Gestrüpp des Bundes, der 16 Bundesländer und der rund 11.000 Städte und Gemeinden Deutschlands regelmäßig. „Den letzten beißen die Hunde“ heißt es im Volksmund. Bezieht man diese Weisheit auf die Städte und Gemeinden, darf das als Volltreffer gewertet werden. Nun hat zum wiederholten Mal der Bund einige Milliarden locker gemacht, um den ver- und überschuldeten Städten und Gemeinden aus der Finanz-Bredouille zu helfen. Die nach einem besonderem Schlüssel errechnete Zuweisung erfolgt von oben (Bundes-Finanzministerium) nach unten (Länder-Finanzministerien). Diese nehmen dann die weitere Verteilung nach „ganz unten“ vor. Und erstaunlicherweise kommt dort nie das an, was von ganz oben versprochen wurde. Ein Tropfen auf dem heißen Stein, nennt es ernüchtert der Geschäftsführer des Städtetages NRW. Wortgleich bestätigen das auch die Kommunalpolitiker in unserer Stadt und klagen über diese peinliche Endlosgeschichte eines reichen Landes.

Nachdenkzeilen aus Rhade

Veröffentlicht am 10.04.2026

 

Finanzen Rhader Jahresrückblick 2025 - Juni (6)

Milliardeninvestitionen mit Nebenwirkungen -Ausgabenexplosion geht einher mit gewaltigem (Steuern)Einnahmeverlust

Die Idee ist nicht neu. Steuerentlastungen werden das Investitionsklima steigern und die Verbraucher zum Geldausgeben motivieren. In der Folge wachsen Umsatz und Beschäftigung und mit Zeitverzug auch die Steuereinnahmen. So die Theorie der CDU/SPD/CSU-Bundesregierung. Um aber die milliardenschwere Anschubfinanzierung zu stemmen, sollen, neben dem Bund, auch die 16 Bundesländer einen entsprechenden Anteil leisten. Denen steht aber jetzt schon das Wasser bis zum Hals. Die Verschuldungsrate der Länder bewegt sich nahe der verfassungsgemäßen Vorgabe. Dennoch signalisieren sie Einverständnis zur Regierungsinitiative, wollen aber keine eigenen Finanzmittel bereitstellen. „Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen“, so ihre Kommentare. Und die Kommunen sind bis auf wenige Ausnahmen ebenfalls nicht auf Rosen gebettet, sondern schlagen sich mit Schulden, maroden Straßen, Integrationsverpflichtungen und renovierungsbedürftigen Schulen herum. Dorsten kann ein Lied von absoluter finanzieller Überforderung singen. Seit Jahrzehnten! (...) Jeder Euro, der z. B. in der Lippestadt verpflichtend zusätzlich bereitgestellt werden muss, stellt geplante lokale Vorhaben in Frage. Das Wissen darüber gehört zur Wahrheit des gut gemeinten Finanzboosters der Bundesregierung dazu

Veröffentlicht am 27.12.2025

 

Finanzen Hier: Sparen um jeden Preis - Dort: Hunderte Milliarden für KI

Der Widerspruch kann nicht größer sein

Ein Blick in die Tageszeitung zwingt, das globale Finanzwesen kritisch zu hinterfragen. Während hier eine gewählte Regierung wegen einer überschaubaren Millionenlücke im Haushalt gestürzt wird, scheinen alle Regierungen um uns herum ein ganz anderes Verständnis von Finanzen und Haushaltsführung zu haben. Während dort in die Zukunft investiert wird, stürzen hier marode Brücken ein, weil wir an der Substanzerhaltung sparen. Wir lesen, dass dort hunderte Milliarden Dollar in künstliche Intelligenz investiert werden. Wir dagegen sind nicht in der Lage, einige Millionen Euro zur Entschuldung unserer kommunalen Haushalte aufzubringen. Wir hören täglich, dass unsere Wirtschaft lahmt. Wir sehen parallel, dass die Börse ein „Jahrhunderthoch“ nach dem anderen feiert. Wie passt das zusammen? Ist das noch seriös oder doch schon Teilhabe am globalen Pokerspiel? Zurück zur Bundespolitik. Christian Lindner hat sich mit seiner FDP nach mehr Anerkennung in der Ampel-Koalition gesehnt. Sein Pokern in der Haushaltsfrage diente nur dem einen Ziel, Parteipolitik höher zu hängen als das Wohl des Landes. Er, der sich etwas mehr Musk (USA) und Milei (Argentinien) wünscht, hat seinen Kompass verloren und Deutschland in eine Krise gestürzt. Die Wahrscheinlichkeit, dass seine FDP am 23. Februar für sein unseriöses Taktieren abgestraft wird, ist hoch, aber absolut nachvollziehbar. Dass die Schuldenbremse nach der Wahl reformiert wird, ist so sicher, wie das Amen in der Kirche.

Nachdenkzeilen aus Rhade   

Veröffentlicht am 17.02.2025

 

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