Nachrichten zum Thema Kommunalpolitik

Kommunalpolitik Dorsten vor 50 Jahren

Zeitzeugen erinnern an Kommunale Neugliederung

Als 1975 51 Ratsvertreter, 27 von der CDU, 22 von der SPD und zwei 2 von der FDP zur konstituierenden Sitzung zusammentraten, lag vor ihnen ein gewaltiges Problem. Die Gemeinden Rhade, Lembeck, Wulfen, Altendorf-Ulfkotte, sowie Östrich waren nun Stadtteile von Dorsten. Ganz geräuschlos ging das nicht zu. Daran erinnerten mehrere „Ehemalige“, die 1975 als Ratsmitglieder dabei waren. Unübersehbar dominierte die Haarfarbe grau. Dass grau aber auch bunt sein kann, konnten die Besucher der 2-stündigen öffentlichen Veranstaltung hautnah miterleben. Neben den Fakten sorgten viele Anekdoten für einen kurzweiligen Abend. Ratsmitglieder a. D. Christine Börner, Ria Helferich, Josef Vrenegor, Bernhard Sporkmann, Ludwig Klappheck, Dirk Hartwich u. a., sowie Rolf Köllmann von der Verwaltung, konnten anhand weniger Stichwörter die nicht einfache Dorstener Geburt der Kommunalen Neugliederung anschaulich schildern. Die Moderatoren Josef Ulfkotte und Bürgermeister Tobias Stockhoff wurden nach dem angestoßenen Gespräch zu interessierten Zuhörern „degradiert“. Deutlich wurde auch, dass sich die CDU programmatisch auf den Neustart der größeren Stadt Dorsten intensiv vorbereitet hat, während die SPD scheinbar erst nach der Rats-Konstituierung am 21. Mai 1975 versuchte, die unterschiedlichen Betrachtungsweisen zwischen der Stadt und den neuen Landgemeinden zu verarbeiten. Das führte zu inhaltlichen Konflikten, die auch in persönlichem Streit untereinander endete. Die Presse erfand den Begriff Nordlichter, um die gedanklich noch nicht vollzogene Eingemeindung geografisch zuzuordnen. „Eine spannende, sehr arbeitsintensive und für nicht wenige Ratsmitglieder eine sehr belastende Anfangszeit“, so ein Zeitzeuge aus dem Norden. Heute, so waren sich „Ehemalige“ und Besucher einig, darf zwar zurückgeblickt werden um nicht zu vergessen, im Vordergrund muss aber die positive Entwicklung der Lippestadt stehen, die als Daueraufgabe für Verwaltung, Parteien, Rat und die gesamte Bevölkerung anzusehen ist.

Dirk Hartwich

Veröffentlicht am 15.03.2025

 

Der Buchtitel ist Programm des Jubiläums „50 Jahre Kommunale Neugliederung“ Kommunalpolitik Dorsten: Kommunale Neugliederung feiert Goldjubiläum (1975 - 2025)

Auftaktveranstaltung heute im Rathaus

Eine große Verwaltungsreform hat 1975 ganz NRW umgekrempelt. Von 2362 Gemeinden „überlebten“ nur 396. Eingemeindet nach Dorsten wurden Rhade, Lembeck, Wulfen, Deuten, Altendorf-Ulfkotte und Östrich. Wie war das vor 50 Jahren? Waren die Dorstener glücklich, größer zu werden? Hat es Unmut in den genannten Gemeinden über den Verlust ihrer Selbständigkeit gegeben? Dazu werden heute um 19 Uhr im Rathaussaal einige „Zeitzeugen“ versuchen, Antworten zu geben. Die Moderation teilen sich Dr. Josef Ulfkotte und Bürgermeister Tobias Stockhoff. Von den 51 Ratsmitgliedern, die 1975 dabei waren, werden u. a. Josef Vrenegor, Werner Arendt, Ludwig Klapheck, Bernhard Sporkmann, Christine Börner und Dirk Hartwich, verstärkt von Ria Helferich und Thomas Boss, teilnehmen.„Dorsten: Elf Stadtteile - Eine Stadt?!“, so das Motto der Veranstaltung. Geplant ist in der Folge, monatlich einen der 11 Dorstener Stadtteile in den Mittelpunkt zu stellen. Eine gute Gelegenheit aller Dorstener, die Identifikation mit der Lippestadt zu stärken.

Veröffentlicht am 11.03.2025

 

Kommunalpolitik Rhader Bürgerforum lädt zum Mitmachen ein

Heute, am 10. März um 19 Uhr - Carola Martius-Haus

Um was geht es? Das Orgateam um Heribert Triptrap teilt mit:

  • „Wir geben ein Update zur Dorfentwicklung Rhade u.a. eine Nachschau zum Start der Arbeiten im Forks Busch und wir geben eine Zwischeninfo zum aktuellen Planungsstand des zweiten Bereiches im Forks Busch.
  • Des Weiteren informieren wir über die Entwicklungen im Dorfkern Rhade und die nächsten Schritte am Nahversorgungszentrum Rhade. 
  • Wir hoffen darauf, dass wir Interessierte finden, die sich beim Stadtjubiläum Dorsten 2025/26 engagieren wollen.
  • Turnusgemäß finden die Orgateam Wahlen statt mit sich abzeichnenden personellen Änderungen.
  • Der SSV Rhade berichtet über die Vorbereitungen zum Vereinsjubiläum und der Heimatverein Rhade stellt sich mit seiner neuen Führungsriege vor.
  • Wir berichten über umgesetzte Projekte aus dem Bürgerbudget und bewilligen einen neuen Antrag aus diesem Budget. Weitere Anträge sind weiterhin möglich."

Veröffentlicht am 10.03.2025

 

Kommunalpolitik SPD: „Vorgesehene Schließung der kardiologischen Notversorgung und des Brustzentrums in Dorsten ist ein Skandal“

Sozialdemokratische Ratsfraktion fordert gemeinsame Resolution mit Schermbeck und Raesfeld

Geht es nach der SPD-Fraktion im Dorstener Stadtrat, wird in der nächsten Ratssitzung über eine städteübergreifende Solidaritätsaktion diskutiert und abgestimmt, die sich gegen die vom Land geplanten Schließungen wichtiger Abteilungen des Dorstener Krankenhauses richtet. Die Begründung lautet:

  • Die vom Laumann-Ministerium geplante Schließung der kardiologischen Notfallversorgung in Dorsten ist geradezu skandalös. Sie bedeutet für die in unserer Region potenziell betroffenen Menschen eine existenzielle Bedrohung, da eine schnelle Hilfe im näheren Umfeld – also auf kürzestem Wege – so künftig nicht mehr gewährleistet werden kann.
  • Mit der geplanten Schließung des Brustzentrums würde im Übrigen das Reformziel Optimierung und Zentralisierung, das hier vor Ort schon realisiert worden ist, geradezu konterkariert.
  • Die Solidaritätsbekundung des Dorstener Rates in der vergangenen Sitzung war wichtig; es bedarf aber weiterer Schritte und einer konzertierten Aktion der betroffenen Kommunen, um das Laumann-Ministerium in dieser wichtigen Frage zum Einlenken zu bewegen.

Veröffentlicht am 18.02.2025

 

Zwei Dokumentationen über Paul Schürholz bringen Klarheit über sein politisches Wirken Kommunalpolitik Wer war Paul Schürholz?

Stadt Dorsten begibt sich auf Spurensuche

Er war eine Persönlichkeit in der Lippestadt. Er hat sich nach 1945 um Dorsten verdient gemacht. Aber was war davor? Paul Schürholz (1893 -1972) bewegt 53 Jahre nach seinem Ableben die Gemüter der interessierten Öffentlichkeit. Eine Dokumentation, vom Stadtrat in Auftrag gegeben, historische Spurensuche genannt, soll Antwort darauf geben, ob Paul Schürholz die 1963 verliehene „Ehrenbürgerschaft Dorstens“ heute als „Missverständnis“ bewertet werden muss. Dr. Josef Ulfkotte und Jochen Schräjahr haben alle ihnen zugänglichen Quellen gesichtet und auf über 100 Seiten das Ergebnis ihrer Recherche der Öffentlichkeit vorgestellt. Dem kritischen Leser bietet sich folgendes Bild:

  • Paul Schürholz hat sich vom Nationalkonservativen zum bekennenden Nationalsozialisten entwickelt. Auch den „Umstieg“ nach 1945 zum Demokraten, gelang ihm ohne jegliche Reflektion des früheren Paul Schürholz.
  • Er war ein Mann des klaren Wortes. Seine dokumentierten Reden passte er unproblematisch der jeweiligen politischen Lage an. Seine Sprache vor 1945 erschreckt, wenn er von Volksgemeinschaft und Führerprinzip spricht und Adolf Hitler huldigt.
  • Als einflussreicher Ratsherr und Mitglied der NSDAP wird ihm nicht verborgen geblieben sein, dass auch seine jüdischen Nachbarn in den Tod deportiert wurden.
  • Dieses Kapitel bleibt in der Dokumention weitgehend, weil nicht durch Quellen belegbar, eine Leerstelle.
  • Dass Paul Schürholz aber 1946 im Zuge seiner angestrebten Entnazifizierung folgende eidesstattliche Erklärung einreicht, ist an Heuchelei nicht zu überbieten: „Ich war bis zum Weggang der beiden jüdischen Familien Perlstein (1938) ihr Ratgeber in allen Fragen, die ihre Haltung zur Partei und ihre Vermögensangelegenheiten betrafen.“
  • Wer 1946 von Weggang der Juden spricht, versucht sich reinzuwachsen und begeht Geschichtsklitterung.
  • Daneben fällt dem kritischen Leser der Spurensuche und Teilnehmer an der öffentliche Aussprache auf, dass sich in Paul Schürholz Reden nach 1945 weder das Wort REUE, noch eine klare Distanzierung der verbrecherischen Nazizeit findet.
  • Ohne Hinweise auf den bereits 1986 erschienenen Band 4 der Reihe „Dorsten unterm Hakenkreuz“, Seite 114, „Noch 1946 für die Demokratie untragbar, wurde er zwei Jahre später Bürgermeister“, und der o. a. historischen Spurensuche von Oktober 2024, sollte Paul Schürholz nicht mehr auf der Liste der Dorstener Ehrenbürger stehen.

Dirk Hartwich - Eine persönliche Einschätzung 

Veröffentlicht am 01.02.2025

 

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