Nachrichten zum Thema Gesellschaft

Gesellschaft Was läuft hier eigentlich falsch?

Wenn Bürokratieabbau und Beschleunigungsverfahren im Stau stehen

Wer sich politisch engagiert, egal auf welcher Ebene, stellt irgendwann fest, dass sich nicht nur die Erde im Kreis dreht, sondern auch unsere politischen Entscheidungsprozesse. OK, pauschal stimmt das natürlich nicht, aber gefühlt bewegt sich wenig und langsam, auch wenn die Erkenntnisse, etwas zum Besseren verändern zu wollen, vorliegen. Wiederholt wird in den Nachrichten in allen Medien darüber berichtet, dass jetzt POLITIK die Digitalisierung und den Bürokratieabbau vorantreiben werden, um (noch) schneller und effektiver die Zukunftsweichen zu stellen. Heute soll nur ein Beispiel genügen, um Anspruch und Wirklichkeit in den Fokus zu rücken. Dazu blicken wir am 24. Oktober in die Lokalzeitung. Unter der Überschrift „Bürokratiepanne“ wird mitgeteilt, dass ein guter und wichtiger Beschluss deswegen nicht umgesetzt werden konnte, weil die öffentliche Auslegungsfrist für den erforderlichen Plan nicht einen Monat oder 30 Tage betrug, sondern nur 29 Tage. Grund: Der Februar mit nur 28 Tagen sorgte für diese Panne. Aber die Auswirkungen sind gewaltig. Das gesamte Verfahren, das schon seit Monaten andauert, musste aus formalen Gründen wiederholt werden. Recht so? Oder vielleicht doch zu viel zeitaufwendiger Formalismus?

Nachdenkzeilen aus Rhade

Veröffentlicht am 02.11.2023

 

Gesellschaft Reformation oder Halloween?

Wochenendgedanken aus Rhade

Der 31. Oktober hat seit Jahrhunderten einen festen Platz in unserem christlichen Kalender. Martin Luther, ein Mönch und Theologieprofessor hat 1517 mit 95 Thesen gegen die Amtskirche protestiert, die sich die Vergebung von Sünde bezahlen lies. In der Folge entstand die protestantische Kirche. Eine Revolution, hier Reformation genannt. Unabhängig von unserer heutigen Einstellung zum Glauben oder der Kirche, wird seit diesem Anlass vor über 500 Jahren über Wertvorstellungen in unserer Gesellschaft diskutiert und gerungen. In unserem Grundgesetz findet sich das Ergebnis dieser permanenten Diskussion wieder. Ein Anlass, diesen Reformationstag zu würdigen und nicht zu vergessen, bzw. gegen ein Spaß-Event, Halloween genannt, einzutauschen.

 RE 

FORM

  REFORM

  FORMAT

   FORMATION

   REFORMATION

     (Eine Rhader Wortspielerei)

Veröffentlicht am 28.10.2023

 

Gesellschaft Wenn Hass durch Social Media geweckt und verstärkt wird

Wochenendgedanken aus Rhade

Wir nutzen sie täglich, um zu kommunizieren. Die sogenannten sozialen Medien wie WhatsApp, X, TikTok, YouTube, Facebook, Instagram, Snapchat und andere. Sie übermitteln Grüße und Bilder/Filme in Sekundenschnelle. Sie helfen, untereinander in Kontakt zu bleiben. Neben dieser positiven Seite gibt es auch eine dunkle. Und diese ist brandgefährlich. Über die genannten „Kanäle“ werden auch gezielt falsche „Tatsachen“ auf die Reise geschickt, die vom Empfänger gar nicht als Fake erkannt werden. Mit nur einem Klick werden sie dann geteilt, sprich weitergeleitet. So erreicht der Absender mit seiner bewussten Falschmeldung rasend schnell ein riesiges „Publikum“. Wer sich ausschließlich nur noch innerhalb dieser Medien bewegt, auf Zeitungen, Bücher und unseren öffentlich rechtlichen Rundfunk verzichtet, kann sich kein objektives Bild mehr von der Wirklichkeit machen. Schlimmer noch, er oder sie übernehmen „blind“ alles, was dort gepostet wird. So verpufft aktuell auch jeder gutgemeinte Versuch, mit arabischen Flüchtlingen, die hier ein neues Zuhause suchen, über den Hamas-Terror in Palästina und Israel ins offene, vorurteilsfreie Gespräch zu kommen. Gespräch? Nein, statt dessen wird sofort das Smartphone mit Filmausschnitten als Beweismittel präsentiert. Da bleibt leider kein Raum für Verständigung und Aufklärung. Der so geschürte Hass macht blind und taub gegenüber allen Andersdenkenden. Sprach- und Ratlosigkeit müssen aber überwunden werden, um einen kriegerischen Flächenbrand zu verhindern. Social Media darf nicht länger mit gezielten Falschmeldungen und unterstützenden, ebenfalls gefälschten Bildern, die Meinungsführerschaft in unserem Land übernehmen. Unsere Demokratie muss sich wehren.

Veröffentlicht am 21.10.2023

 

Gesellschaft Aufhören! Aufhören! Aufhören!

Rhader Gedanken nach den aktuellen Nachrichtensendungen

Es ist kaum auszuhalten. Der Hamas-Terror gegen die israelische Zivilbevölkerung ist eine Kriegserklärung. Er hat das international festgeschriebene Selbstverteidigungsrecht des Landes ausgelöst. Solange die arabische Welt den Grundsatz aufrecht hält, Israel von der Landkarte zu löschen, solange wird sich Israel wehrhaft verteidigen müssen. Und unsere Solidarität erhalten. Solange in Moscheen Hassprediger zur Gewalt aufrufen, solange wird es keinen Frieden geben. Das grenzenlose Leid der Zivilbevölkerung ist unermesslich. Und wir müssen umdenken. Wir werden unsere Freiheit und liberale Demokratie nur erfolgreich verteidigen können, wenn wir viel konsequenter als bisher gegen erklärte Feinde unserer gelebten und im Grundgesetz festgelegten Werte vorgehen - und dabei unsere Grundsätze einer offenen und toleranten Gesellschaft beibehalten. Klingt zwar wie ein Widerspruch, soll als unmissverständliches Signal nach innen und außen verstanden werden.

Veröffentlicht am 18.10.2023

 

Gesellschaft Wahlen in Hessen, Bayern und im „Osten“

Die Angst des Demokraten vor dem Ausgang

Peter Handke hat 1970 mit der Erzählung „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ große Aufmerksamkeit erzielt. Heute wandeln wir den Titel ab, um in die Seelenlage der demokratischen Parteien vor den nächsten Wahlen zu blicken. Da ist neben Verunsicherung, Rat- und Hilflosigkeit, auch blanke Angst zu erkennen. Nämlich, dass alle Bemühungen zum Wohle des deutschen Volkes gearbeitet zu haben, umsonst gewesen sein könnten. Umsonst, weil „der“ Wähler in großer Zahl sich mit Überschriften zufrieden gibt, die überwiegend Parolen ohne großen Wahrheitsgehalt sind. Tatsächlich ist die Gefahr, dass Rechtsaußenparteien bei künftigen Regierungsbildungen das Zünglein an der Waage sein könnten, mit den Händen zu greifen. Hessen und Bayern wählen am 8. Oktober einen neuen Landtag. Der rechte Rand macht große Sorgen. Aber Angst kommt auf, denkt man an den September 2024. Dann werden in „Ostdeutschland“ die Landtage in Thüringen, Sachsen und Brandenburg gewählt. Seit Monaten signalisieren die Umfragen, dass Höcke und Co. als Wahlsieger „vom Platz gehen“ könnte. Was ist nur los in Deutschland? Warum erreichen wir (demokratische Parteien) nicht mehr die Wähler? Das „wir“ Fehler machen und gemacht haben, steht außer Frage. Das ist aber kein Grund unsere demokratischen Strukturen zu zerschlagen. „Kopf hoch und angstfrei den Rechten die ROTE KARTE zeigen“, so lautet der Rhader Appell vor den kommenden Wahlen.    

Veröffentlicht am 26.09.2023

 

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