Nachrichten zum Thema Schule und Bildung

Jochen Ott, SPD-MdL setzt sich für BESTE BILDUNG ein. Foto: nrwspd.de Schule und Bildung SPD AG „Beste Bildung“ - Die Schule der Zukunft neu träumen

Gastbeitrag von Jochen Ott, stellvertretender Vorsitzender der NRWSPD

Die NRWSPD war in der Bildungspolitik in der Regierung bis 2017 nicht mehr erkennbar. Deshalb hinterfragt die Arbeitsgruppe „Beste Bildung“ des Landesvorstands die eigene Arbeit kritisch und hat sich auf den Weg gemacht, Fragen zur Neuausrichtung des Bildungssystems zu stellen. Unsere Gesellschaft verändert sich rasant. Digitalisierung und Globalisierung stellen das Bildungssystem vor enorme Herausforderungen. Besonders das Schulsystem muss sich anpassen und eine radikale Neustrukturierung vornehmen. Die SPD steht für Gerechtigkeit und Teilhabe und muss sich damit auseinandersetzen, was Bildungsteilhabe in Zusammenhang mit Zuwanderung, Geschlechtergerechtigkeit und wachsender Heterogenität eigentlich bedeutet. Die Aufgaben der Schule gehen weit über reine Wissensvermittlung hinaus. Durch Armut und steigende Ungleichheit wird die pädagogische Unterstützung von Kindern und Jugendlichen aus allen sozialen Schichten anspruchsvoller. Dies führt dazu, dass das Schulkollegium der Zukunft aus Lehrpersonal, pädagogischen Fachkräften und weiteren Berufsgruppen bestehen wird, die unsere Kinder und Jugendlichen auf ihre Zukunft vorbereiten und daher Hand in Hand arbeiten müssen. Nur so können auch Inklusion und Integration erfolgreich gelingen. Deshalb positionieren wir uns zur Ganztagsschule, Schulsozialarbeit, Schulen im Quartier und als Lebensraum für Kinder und Jugendliche. Eine Voraussetzung ist, dass der Staat auskömmlich finanzierte Schulen vorhält, damit Privatschulen nicht zunehmen. Wir brauchen eine (!) SPD-Vision, nicht eine der Ebenen oder der Ressorts. Mit der Arbeitsgruppe wirkt die NRWSPD intensiv an der inhaltlichen Ausgestaltung mit. Dazu brauchen wir eine Abkehr vom „Schulfrieden“ und eine neue Streitkultur: was Schule in Zukunft leisten muss, welche Anforderungen zukünftig an unsere Kinder und Jugendliche gestellt werden und wie wir Schulen bestmöglich unterstützen können. Dies müssen Fragen zur Erneuerung sein. Auf dem Landesparteitag am 23.6.2018 werden wir deshalb erste Thesen zur Neubesinnung vorlegen.

www.nrwspd.de 

Veröffentlicht am 10.06.2018

 

Schule und Bildung Frühkindliche Bildung: Was läuft eigentlich falsch?

Statt langer Erklärungsversuche lassen wir heute unkommentiert Zahlen zu Wort kommen

  • 15% der Grundschüler können am Ende der 4. Klasse kaum rechnen
  • 22% nicht richtig schreiben
  • 11% verfehlen den Mindeststandard im Kompetenzbereich Zuhören im Fach Deutsch
  • 19% können nicht richtig lesen
  • 35.000 ausgebildete Lehrer werden bis 2015 an unseren Grundschulen fehlen
  • 62% aller, im letzten Schuljahr neu eingestellten Lehrer in Sachsen waren Quereinsteiger
  • 55% aller neu eingestellten Grundschullehrer in Berlin haben keine volle Lehrbefähigung

Obwohl wir alle wissen, dass der frühkindliche Bildungsbereich für die weitere Entwicklung aller Schülerinnen prägend ist, „leisten“ wir uns ein Bildungssystem, das viele Kinder „links“ liegen lässt. Mehr Investition in Bildung wird zwar von allen Parteien gefordert, was fehlt ist ein erkennbares Konzept für alle Bundesländer. Die SPD hat sich in den über 150 Jahren ihres Bestehens besonders dadurch ausgezeichnet, das bisherige Bildungsmonopol der Oberschicht zu knacken. Heute ist der richtige Zeitpunkt gekommen, daran anzuknüpfen. Die programmatische Überschrift „Kein Kind zurücklassen“, hat Bestand und wartet auf Umsetzung.

Eigener Bericht auf Grundlage eine Dokumentation der Wochenzeitung DIE ZEIT, 30. Mai. Die genannten Zahlen (Ländervergleich) stammen u. a. vom Institut Qualitätsentwicklung im Bildungswesen und der Bertelsmann-Stiftung

Veröffentlicht am 05.06.2018

 

Schule und Bildung Dorstener Schuldiskussion kommt in Gang – das ist überfällig

Neue Schule - Modell oder Übergangslösung?

Seit Jahrzehnten wird in allen 16 Bundesländern über die „richtige“ Bildungspolitik gestritten. Die Parteien haben nicht selten dabei den Durchblick durch ihre ideologische Brille verloren. Leidtragende sind immer die Schüler, deren Eltern und verunsicherte Pädagogen. Es gibt international kein Land, das die Schüler in soviel „Schubfächer“ aufteilt, wie in Deutschland. Wir kennen nach der Grundschule die Haupt-, Real-, Gesamtschulen sowie Gymnasien. Darüberhinaus ergänzen diverse Privat- und Förderschulen das Angebot. Nur ganz langsam setzt sich die Erkenntnis auch bei uns durch, dass die Schullandschaft eher einem Flickenteppich gleicht, als einem logischen System folgt. Internationale Leistungsvergleiche zeigen nämlich, dass wir nicht besser als unsere Nachbarn sind. Anstatt jetzt die Erkenntnis, dass Haupt- und Realschulen „Auslaufmodelle“ sind, die Abstimmung mit den Füßen ist nicht mehr durch Schönreden wegzudiskutieren, und das Schulangebot der Nachfrage anzupassen, werden neue Schultypen „geboren“. In NRW wurde so die Sekundarschule aus der Taufe gehoben, die übrigens in Niedersachsen Oberschule und in Dorsten Neue Schule heißt. Jetzt wird, nach den diesjährigen Schulanmeldezahlen, darüber diskutiert, ob das Sortier- und Selektionsverfahren richtig, fair und noch zeitgemäß ist. Wichtig ist, dass die Diskussion sachlich geführt wird. Das schließt eine klare Positionierung nicht aus. So wie sie jetzt im Schulausschuss von der SPD angestoßen und durch Leserbriefe in der örtlichen Zeitung bestätigt wurde.

Ein Einwurf aus Rhade

Veröffentlicht am 17.04.2018

 

Schule und Bildung Gesamtschulen: Wir sollten mal genau hinhören und hinsehen

Mit Scheuklappen ist keine moderne Bildungspolitik zu machen

Nicht nur in Dorsten, sondern im ganzen Land NRW fehlen Gesamtschulen. Die Folge: Für viele Schulkinder (und deren Eltern) beginnt wieder einmal der Umstieg von der Grund- in eine weiterführende Schule mit einer tiefen Enttäuschung. Die Gesamtschule vor Ort muss bittere Absagebriefe versenden, weil die Schule aus allen Nähten platzt. „Das ist nicht gerecht und ein unhaltbarer Zustand“, so lässt sich die Stellungnahme des Elternverbandes der integrierten Gesamtschulen zusammenfassen, die von der Gewerkschaft GEW unterstützt wird. Interessant ist in diesem Zusammenhang die Auswirkungen wahrzunehmen, das Abitur an Gymnasien bereits in 8 Jahren zu absolvieren (G8) und an Gesamtschulen wie bisher in 9 Jahren (G9). Plötzlich waren noch mehr Gesamtschulplätze nachgefragt, die Anmeldungen an Gymnasien sanken bedrohlich. Rot-grün schaffte es nicht, den Elternwillen zu erkennen und frühzeitig gegenzusteuern. Die Quittung, sprich Abwahl, wurde insbesondere einer verfehlten Bildungspolitik zugeschrieben. Dass Schwarz-Gelb, die ursprünglichen Befürworter von G8 wieder G9 eingeführt haben und sich dafür feiern lassen, ist ein Treppenwitz der NRW-Parteien-Geschichte. Die Bildungslandschaft, auch in Dorsten, gleicht einem Flickenteppich. Es wird wirklich Zeit, die ideologischen Scheuklappen abzulegen und dem Elternwillen nach ausreichend Gesamtschulplätzen nachzukommen.

Ein kritischer Einwurf aus Rhade

Veröffentlicht am 19.03.2018

 

Schule und Bildung Dorsten: Die Schulanmeldungen laufen – Ein Blick auf das Angebot

Bildungseinrichtungen gehören zu wichtigen Standortfaktoren einer Stadt

Eine Stadt lebt von qualifizierten Arbeitsplätzen vor Ort und Unternehmen, die diese anbieten. Dass der gravierende Strukturwandel im Revier auch an Dorsten nicht spurlos vorübergegangen ist, gehört zum Allgemeinwissen der Lippestädter. Wirtschaftsförderung, sprich das Werben um Neuansiedlung von Unternehmen, muss also ganz oben auf dem Pflichtenheft der Verwaltung stehen. Entscheidend sind die Standortfaktoren einer Kommune. Neben dem Flächenangebot und attraktiver Verkehrsanbindungen gehören gute Bildungseinrichtungen gleichwertig dazu. Und ob die Stadt Dorsten da bestens aufgestellt ist, sollte ohne ideologische, parteipolitische Scheuklappen mal selbstkritisch geprüft werden. Die Schullandschaft (Sek. 1 und 2) sieht aus wie ein bunter Flickenteppich. 4 städtische Schultypen (Haupt-, Realschule, Neue Schule, Gesamtschule, konkurrieren „gegeneinander“ um Schüler. Hinzu kommen die Privaten mit Realschule, Gymnasium und Montessorischule. Jetzt müssen die Schülerinnen und Schüler (Klasse 4 Grundschule), sowie deren Eltern entscheiden. Die Abstimmung mit den Füßen läuft. Wenn Dorsten den Standortfaktur Bildung – Weiterbildung verbessern will, müssen alle an einen runden Tisch. Wie gesagt, ohne ideologische, parteipolitische Scheuklappen.

Eigener Bericht

Veröffentlicht am 21.02.2018

 

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