Nachrichten zum Thema Gesellschaft

Gesellschaft Nimm dich nicht so wichtig!

Erkenntnisse nach einem besonderen Sommerfest

Das Wetter war gut, die Vorfreude immens. Nach 2 Jahren Corona-Pause stand endlich das beliebte Sommerfest wieder auf dem Programm der zu betreuenden Menschen mit Handicap in einer Nachbarstadt. Die Diakonische Stiftung Wittekindshof hatte eingeladen und wir durften teilnehmen. Bunte Luftballons wiesen den Weg, unüberhörbar die Musik. Bratwurstduft vermittelte, wir sind angekommen. Viel wichtiger als diese Äußerlichkeiten, sind aber die Teilnehmer an diesem Fest. Ob im Rollstuhl, am Arm einer Unterstützerin, ob halb liegend oder mit Hilfe eines Betreuers geführt, allen stand die Freude ins Gesicht geschrieben. Kaum setzte die Musik ein, bewegten sie sich im Rhythmus, sangen, schunkelten und drückten so ihre Freude am Zusammensein aus. In der Politik wurde der Begriff TEILHABE eingeführt. Er soll uns allen signalisieren, dass jeder Mensch nicht nur wertvoll ist, sondern das RECHT hat, am Leben teilzunehmen. Wie wahr und wie unvollständig immer noch umgesetzt. Räumlich wurde gewaltig „aufgerüstet“. Überwiegend Einzelzimmer mit eigenem Bad, erhalten die Individualität der zu Betreuenden. Aber ohne die BetreuerInnen wäre alles nichts. Wer sieht, wie selbstverständlich und natürlich sie sich im Kreis der behinderten Mitmenschen bewegen, wer wahrnimmt, wie liebevoll und einfühlsam sie sich kümmern, kommt um den nächsten gesellschaftspolitischen Begriff nicht herum - RESPEKT. Und wir lernen nachhaltig, uns nicht immer so wichtig zu nehmen. Das Sommerfest darf für alle Teilnehmer als gelungen bewertet werden. DANKE.

Brigitte und Dirk Hartwich

Veröffentlicht am 12.09.2022

 

Gesellschaft Am 1. September 1939 hat Nazi-Deutschland Polen überfallen

83 Jahre danach sind die Wunden nicht verheilt - Sonntagsgedanken aus Rhade

Der Größenwahn Adolf Hitlers hat die Welt in Trümmer gelegt und Millionen Menschen das Leben gekostet. Die Verbrechen, die im Namen Deutschlands weltweit begangen wurden, holen uns immer wieder ein. Polen wurde von deutschen Soldaten in Schutt und Asche gelegt. Wer Widerstand leistete, bezahlte mit dem Leben. Kann ein Land und seine Menschen das je vergessen? Nun hat die polnische Regierung eine Bilanz der „Schäden“ vorgelegt und die Rechnung Deutschland präsentiert. 1,3 Billionen Euro Wiedergutmachung lautet die astronomische Summe. Juristisch spricht alles dagegen, dass Deutschland Reparationen leisten muss. Mehrere Nachkriegsverträge mit Polen sprechen eindeutig dagegen. Es gibt aber neben der juristischen Bewertung, die moralische. Und hier ist sich Deutschland seiner Verantwortung absolut bewusst. „Leid und Schmerz dieses barbarischen Verbrechens wirken bis heute nach und sind uns ewig Mahnung“, so die Außenministerin am 83. Jahrestags des Überfalls. Erinnert sei heute auch an die Wehrmachtsverbrechen in anderen Ländern, die sich sich gegen die unrechtmäßige Okkupation durch Deutschland wehrten. Wir alle tragen noch heute sehr schwer  an diesem Rucksack, den uns die Nazis, unterstützt von der Mehrheit der Bevölkerung, umgehängt haben. Wir tragen zwar keine Kollektivschuld, aber die Kollektivscham muss unser ständiger Begleiter bleiben.

Veröffentlicht am 04.09.2022

 

Gesellschaft Energiepreise: Der Markt wird’s schon richten?

Wenn der Zweifel wächst - Wochenendgedanken aus Rhade

Wir sind ein reiches Land. Uns geht es gut. Wer hat, lebt auf der Sonnenseite des Lebens. Wer weniger hat, kommt trotzdem (noch) einigermaßen gut über die Runden. Wer nichts hat, wird gestützt. So funktioniert unser Staat. Unsere Wirtschaftsform trägt den Titel SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT. Über Steuern und Abgaben wird so reguliert, dass der Unternehmer investieren kann und dennoch verdient, der Arbeitnehmer seinen halbwegs gerechten Lohn erhält, und der Staat seine Aufgaben erfüllen kann. Kommt es zu unerwarteten Brüchen, springt die Allgemeinheit solidarisch ein, um eine gesellschaftspolitische Schieflage zu verhindern. Was gestern galt, wird heute auf eine harte Probe gestellt. Um unsere Freiheit zu verteidigen, die Abhängigkeit von autoritär geführten Staaten zu verringern und zusätzlich das Klima zu schützen, müssen wir unsere Energiepolitik neu aufstellen. Alternativlos! Die Kosten für diesen lebensnotwendigen Strukturwandel müssen wir alle tragen. Damit das gerecht zugeht, hat der Staat die alleinige Steuerungsgewalt. Das funktioniert aber momentan nicht. Einerseits schießen die Energie-Verbraucherpreise durch die Decke, andererseits sorgen sie für unerwartete Gewinnsprünge bei nicht wenigen Versorgern. Das ist ungerecht und keine Soziale Marktwirtschaft, wenn da nicht entschlossen eingegriffen wird. Eine ÜBERGEWINNSTEUER ist kein Teufelszeug. Sie auf Zeit anzuwenden, würde den entstandenen Zweifel am gerechten Funktionieren des Marktes die Grundlage entziehen. Unsere Ampelregierung steht vor einer schweren Bewährungsprobe.

Veröffentlicht am 27.08.2022

 

Gesellschaft Das große Sterben hat begonnen

Vereine, Kirchen und Parteien blicken in eine ungewisse Zukunft

Viele Sportvereine schließen sich zusammen, um überhaupt noch Jugendmannschaften aufstellen zu können. Kirchengemeinden werden zusammengeschlossen, weil Gläubige austreten und Seelsorger fehlen. Parteien, die den Zusatz Volksparteien trugen, leiden an dramatischem Mitgliederschwund und Desinteresse bei der Jugend. Drei Beispiele von vielen. Sie zeigen aber einen ungebrochenen und gefährlichen Trend, der unserer Gesellschaft und unserer Demokratie nicht gut tut. Ob Sportverein, Kirche oder Partei, alle haben in den letzten Jahren nachgedacht, sich teils neu aufgestellt, Werbung in eigener Sache gemacht, neue Kommunikationstechnologien eingeführt. Das Ergebnis ist für die Vertreter der genannten Institutionen niederschmetternd. Ratlosigkeit, wohin man blickt. Selbst SPD-Ortsvereine wie Rhade, seit über 50 Jahren mustergültig geführt, von allen Seiten gelobt, leiden an jungen Aktiven. Dennoch darf nicht aufgegeben werden. Auf den guten Seelsorger kann nicht verzichtet werden, Jugendsport im Verein ist praktische Sozialarbeit, Parteien wirken an der politischen Willensbildung mit. Wer will, dass unser Leben nicht ärmer wird, muss helfen, den Schalter in Richtung sichere demokratische Zukunft umzulegen. Nicht passiv als Zuschauer von außen, sondern aktiv als Teil der Lösung.

Wochenendgedanken aus Rhade

Veröffentlicht am 20.08.2022

 

Gesellschaft Ich habe einen Traum

Wochenendgedanken aus Rhade

Alle, die vor 77 Jahren oder danach geboren wurden, können für sich in Anspruch nehmen, persönlich keine Schuld am 2.Weltkrieg und seinen Gräueltaten zu tragen. „Die Gnade der späten Geburt“, nannte das ein früherer Bundeskanzler. Statt Kollektivschuld tragen wir Spätgeborenen aber den Rucksack KOLLEKTIVSCHAM. Der ist schwer, weil sich zusätzlich die Last VERANTWORTUNG im Gepäck befindet. Verantwortung heißt, immer dann hinzusehen, die Stimme zu erheben und Fehlentwicklungen aktiv zu verhindern, wenn die Würde des Menschen, ohne jede Ausnahme, in Gefahr ist. Das ist eine gesellschaftspolitische Aufgabe, die wir alle zu leisten haben, wenn Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität in unsere Alltagssprache zurückfinden sollen. Nachdem die Leser dieses Textes zustimmend genickt, und einige sogar den Daumen hoch gereckt haben, engagieren sie sich bereits morgen in einer demokratischen Partei, der Friedensbewegung, einer Naturschutzorganisation, einem Sportverein oder einer anderen Institution, um Verantwortung für uns alle zu tragen. Für sie gelten ab sofort keine Landesgrenzen, keine Hautfarbe, keine Religionszugehörigkeit, keine sexuelle Orientierung, usw,,  als Ausschlussgrund für das persönliche Engagement. Nach und nach wird die Welt friedlicher, das Weltklima findet ins Gleichgewicht zurück, Die Begriffe Armut und Hunger werden zu Fremdwörtern erklärt. Bevor ich jetzt aufwache, drehe ich mich nochmal um und träume weiter.       

Veröffentlicht am 13.08.2022

 

RSS-Nachrichtenticker

RSS-Nachrichtenticker, Adresse und Infos.

 

WebsoziCMS 3.9.9 - 008004147 -