Nachrichten zum Thema Gesellschaft

Rolf Abrahamsohn in der Mitte sitzend, rechts dahinter Ernst Metzger bei der Buchpräsentation 1983 Gesellschaft Gedenken an Rolf Abrahamsohn - Zeitzeuge auch für die Dorstener „Geschichtsgruppe von unten“

Ohne Zeitzeugen wäre „Dorsten unterm Hakenkreuz“ nicht möglich gewesen. Rolf Abrahamsohn, selbst Opfer der Nazis, hat die schreckliche Schilderung des Dorsteners Ernst Metzger über die Deportation aus der Lippestadt, die Ermordung seiner Familie und die unglaubliche menschenverachtende Behandlung durch die Nazis in allen Punkten bestätigt. Nachzulesen im Band 1 (1983) der Publikationen „Dorsten unterm Hakenkreuz. Nun ist Rolf Abrahamsohn mit 96 Jahren gestorben. So wie zuvor Ernst Metzger, der als einer der ganz wenigen überlebenden Juden nach 1945 in die USA emigrierte, auf Initiative der Dorstener Geschichtsgruppe von unten 1983 nochmals die Lippestadt besuchte, um uns den Spiegel der Geschichte vorzuhalten. Heute gedenken wir Rolf Abrahamsohn, ohne Ernst Metzger je zu vergessen, die übrigens beide an der Präsentation des 1. Bandes von "Dorsten unterm Hakenkreuz" im Alten Rathaus teilnahmen. So wie wir überhaupt nie vergessen dürfen, was vor 8 Jahrzehnten in unserer Stadt und in unserem Land geschah.

Dirk Hartwich

siehe auch www.dorsten-unterm-hakenkreuz.de

Veröffentlicht am 28.12.2021

 

Gesellschaft Sonntagsgedanken aus Rhade über das Verdrängen und Vergessen

Wer erinnert sich noch an die Not in Venezuela? Oder an die aus Myanmar vertriebenen Rohyngia? Was ist eigentlich aus den in Libyen dahinvegetierenden afrikanischen Flüchtlingen geworden? Werden noch Schiffe im Golf von Aden überfallen und gegen Lösegeld freigegeben? Wovon und wie lebt der Whistleblower Edward Snowden in Russland? Fragen über Fragen, die vor nicht allzu langer Zeit Schlagzeilen in unseren Medien machten. Nach und nach rutschen sie erst an die zweite, dann die dritte Stelle, nun sind sie verschwunden. Die Meldungen, nicht die Probleme. Das ist die erste Stufe der gedanklichen Verdrängung. Danach folgt das Vergessen. Ein Stück Normalität in unserer schnelllebigen Zeit. Eine bittere Normalität. Sie geht nämlich einher mit unserem Egoismus. Unserer Annahme, nur das Hier und Jetzt zählen. Wenn die Globalisierung einen Großteil unseres Wohlstands ausmacht, dann dürfen wir die Länder nicht aus dem Blick verlieren, die Teil unserer Lieferketten sind. Damit sind nicht nur die Waren und Rohstoffe gemeint, sondern auch die Menschen dieser Länder, nicht selten verschleiernd als Humankapital bezeichnet. Svenja Schulze, Sozialdemokratin und nun „Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ steht vor einer riesigen Herausforderung, die Schere zwischen arm und reich zu schließen. Entwicklungshilfe heißt gleichberechtigte Teilhabe. Der erste Schritt dazu ist, die vorhandenen Probleme des jeweiligen Landes und seiner Bürger weder zu verdrängen, noch zu vergessen. Svenja Schulze hat unsere Unterstützung verdient. ADVENIAT und BROT FÜR DIE WELT ebenfalls.

Veröffentlicht am 19.12.2021

 

Gesellschaft Für Sie gelesen - Das politische Buch

JEDER MENSCH sollte zur Pflichtlektüre gehören

Ein kleines Buch, nur 32 Seiten. In 15 Minuten gelesen. Aber danach dauerhaft zum Nachdenken anregend. Und - das ist das Besondere - es fordert auch zum Mitmachen und Abstimmen auf. Als Autor zeichnet Ferdinand von Schirach verantwortlich. 1964 geboren, Jurist, Dramatiker und Schriftsteller. In seinem Text plädiert er für die Ergänzung unserer Grundrechte, die in der Charta der Europäischen Union und unserem Grundgesetz festgeschrieben sind. „Die Menschen werden frei und gleich an  Rechten geboren und bleiben es.“ So der kurze Verfassungstext Amerikas 1776 und Frankreichs 1789.  Unser Grundgesetz wurde 1949 aus der Taufe gehoben. Das, was die Amerikaner und Franzosen in einem Satz ausdrücken, findet sich in den ersten 19 Artikeln unseres Grundgesetzes, die als unsere Grundrechte gelten, wieder. Nun regt Ferdinand von Schirach an, diese Grundrechte um sechs weitere zu ergänzen. Damit sollen die neuen, aber für viele Menschen existenzbedrohenden aktuellen Herausforderungen, wie Klimawandel, Digitalisierung und Globalisierung, rechtlich so eingestuft werden, dass der Satz, „Die Menschen werden frei und gleich an Rechten geboren und bleiben es“, auch morgen Leitsatz unseres Handelns ist. Das Buch kostet 5 Euro und ist im Verlag Luchterhand erschienen.

Die neuen Grundrechte lauten (unwesentlich gekürzt):

Veröffentlicht am 15.12.2021

 

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