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Nachrichten zum Thema Allgemein
Allgemein Mein Name ist Hannelore Kraft - Ein ganz persönliches Portrait (Teil 5)
9.1994 trat ich in die SPD ein. Die Partei stand mir grundsätzlich schon nahe, aber ich kann nicht behaupten, eine politisch engagierte Jugend verbracht zu haben. Ich war zu beschäftigt mit Studieren, nebenbei Geld verdienen und Sport. Doch jetzt trat ich ein.
Die Partei hatte zuvor in Mülheim eine bittere Niederlage einstecken müssen. Ich bot meine Unterstützung an. Ich wollte was zurückgeben. Gleich 1995 kandidierte ich für den Vorstand der SPD Mülheim und wurde auch gewählt – was nicht unbedingt den Vorstellungen der damaligen Parteiführung entsprach.
Bei der Wahl der Kandidatinnen und Kandidaten zur Landtagswahl 2000 rechnete ich mir keine großen Chancen aus. Doch zur allgemeinen Überraschung wurde ich dennoch gewählt. Und ab diesem Zeitpunkt ging es Schlag auf Schlag weiter.
Veröffentlicht am 17.04.2017
Allgemein Mein Name ist Hannelore Kraft - Ein ganz persönliches Portrait (Teil 4)
7. Mein Mann Udo wuchs in der Nachbarschaft von uns auf, aber so richtig kannten wir uns damals nicht. Ich bin mir allerdings recht sicher, dass er mir damals auf dem Schulweg immer Juckpulver in den Rücken gesteckt hat. Er dementiert das aber und spricht von „Gedächtnislücken“.
Wir haben uns ausgerechnet an Altweiber 1992 in einem Weinlokal wiedergetroffen und Hals über Kopf ineinander verliebt. Dass eine Karnevalsbeziehung so lange hält – wer hätte das gedacht? 1993 kam unser Sohn Jan zur Welt.
Veröffentlicht am 16.04.2017
Allgemein Mein Name ist Hannelore Kraft - Ein ganz persönliches Portrait (Teil 3)
5.Mein Wunschstudium war Jura. Aber man hörte überall von den hohen Abbruch- und Durchfaller-Quoten. Davor hatte ich Angst. Das konnte ich mir nicht leisten, am Ende ohne Abschluss dazustehen! Ich habe dann Wirtschaftswissenschaften studiert.
Heute bin ich energische Gegnerin der Studiengebühren. Ich weiß wirklich nicht, wie ich die auch noch hätte schultern sollen. Es war alles so schon schwer genug. Nochmals 500 Euro pro Semester dazu – also mindestens 4000-5000 Euro insgesamt plus Zinsen – unmöglich! Ich bin davon überzeugt: Ohne die SPD hätte ich weder Abitur gemacht noch studiert. Es war ihre Politik der Durchlässigkeit im Bildungssystem, die mich gefördert hat. Auch wenn ich das erst später richtig begriffen habe.
Veröffentlicht am 14.04.2017
Allgemein Mein Name ist Hannelore Kraft - Ein ganz persönliches Portrait (Teil 2)
3.Das Gymnasium lag nicht nur weit weg, es befand sich auch in einer „besseren Gegend“. Wir waren vielleicht sechs Arbeiterkinder in einer Klasse von 40. Bei manchen Lehrer hat man klar gespürt, dass der Sohn von Herrn Doktor oder die Tochter von Herrn Professor einfach keine schlechtere Note bekommen konnte, als die Hannelore aus Dümpten.
Mir wurde in dieser Zeit zum ersten Mal richtig bewusst, wie wenig Geld wir eigentlich hatten. Denn natürlich musste ich die Kleider meiner älteren Schwester auftragen. Später hatten wir „Jinglers“ Jeans, während die anderen in Wrangler oder Levi’s rumliefen. Und: Im Gegensatz zu mir lasen die anderen schon recht früh und wie selbstverständlich den Spiegel. Aber unterkriegen lassen war natürlich auch nicht. Also biss ich mich durch. Nicht brillant. Aber immerhin. 1980 machte ich Abitur und war das erste Mädchen in unserer großen Familie mit einer „Hochschulzugangsberechtigung“ in der Tasche.
Veröffentlicht am 12.04.2017
Allgemein Mein Name ist Hannelore Kraft - Ein ganz persönliches Portrait (Teil 1)
1.Mein Vater war gelernter Schuhmacher. Doch davon konnte man nicht wirklich leben. Er arbeitete dann als Straßenbahnfahrer und später als Verkehrsmeister. Auch meine Mutter war bei der Straßenbahn beschäftigt: Als Schaffnerin.
Meine Eltern arbeiteten in Wechselschicht. Dass die Familie Külzhammer gemeinsam am Sonntagstisch saß, war eine Ausnahme. Für mich sind gemeinsame Sonntage mit der Familie heute auch deshalb wirklich wichtig. Wir sind von unserer ganzen Geschichte her eine wirkliche Ruhrgebiets-Familie. Mein Vater hatte acht Geschwister und irgendwann habe ich mal 36 Cousins und Cousinen gezählt. Mit Papa und Mama waren wir fast jede Woche auf einer anderen Familienfeier irgendwo im Ruhrgebiet. Viel weiter sind wir nicht gekommen.
Veröffentlicht am 11.04.2017
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