Nachrichten zum Thema Gesellschaft

Gesellschaft Ostern 2016: Norbert Blüm – Ich lebe in finsteren Zeiten

Ein erschütternder Bericht aus Idomeni

Er ist 80. Ein Urgestein der CDU. Norbert Blüm. Der frühere Arbeits- und Sozialminister, „die Rente ist sicher“, setzt sich nicht zur Ruhe, kommt nicht zur Ruhe. Jetzt hat er eine Nacht im Zelt, Regen und Schlamm zugebracht, um auf das Schicksal der gestrandeten Flüchtlinge auf der geschlossenen Balkanroute aufmerksam zu machen. Sein Bericht in der ZEIT ist erschütternd, offen und eine Abrechnung über die Regierenden im Warmen. Einige Zitate in kurzen Auszügen:

  • Orban, der ungarische Türschließer, Österreichs Kanzler Faymann und seine  Innenministerin - alles Typen aus der Eiszeit. Weder christlich noch sozial …
  • Die Polen wollten nichts sehnlicher, als den Eisernen Vorhang zu durchbrechen. Heute sahnen sie europäische Subventionen ab und sperren Menschen aus. Trittbrettfahrer …
  • Die Nachfahren der alten K. u. K.- Monarchie bilden unter Führung von Österreich/Ungarn den neuen Ostblock …
  • 28 ausgewachsene Regierungschefs können 2 Tage und Nächte darüber beraten, wie sie die Briten bei Laune halten, damit sie nicht die EU verlassen …
  • Wo sind eigentlich die arabischen Brüder der Flüchtlinge?
  • Mir stehen die Leute aus Idomeni näher als die Klugscheißer aus Deutschland.

Eigener Bericht, Grundlage ZEIT, Nr. 14, 23.März 2016 „Ich will euch Nachricht geben“   

Veröffentlicht am 28.03.2016

 

Gesellschaft Fanatische Religionsauslegung führte schon immer in die Katastrophe

"Und willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag' ich dir den Schädel ein". Religionskriege ziehen sich durch die Geschichte wie ein roter Faden. Weltweit. Der Dalai Lama, religiöses Oberhaupt der Tibeter und gewaltfreier Verkünder von grenzenloser Menschlichkeit, hat seine aktuellen Gedanken (2015) so formuliert: "Seit Jahrtausenden wird Gewalt im Namen von Religionen eingesetzt und gerechtfertigt. Religionen waren und sind oft intolerant. Deshalb sage ich, dass wir im 21. Jahrhundert eine neue Ethik jenseits aller Religionen brauchen ... Ethik ist wichtiger als Religion!"

Veröffentlicht am 23.03.2016

 

Gesellschaft Gegen die Verdrossenheit

Parteienkritik allein hilft nicht weiter

Die globalen Herausforderungen sind so gewaltig, dass nicht nur der „Normalbürger“ Schwierigkeiten hat, diese zu verstehen, bzw. politisch korrekt einzuordnen. Auch unseren Politikern und Regierungsmitgliedern merkt man an, bestimmte gesellschaftspolitische Entwicklungen nicht frühzeitig erkannt zu haben. Eine unübersehbare, aber doch verständliche Ratlosigkeit ist die Folge. Parallel müssen sie ununterbrochen Kritik ertragen und ständig gute Ratschläge von allen Seiten entgegen nehmen. Wer will in diesen Zeiten mit ihnen tauschen? Die SPD, die wahrlich stolz auf ihre Geschichte sein darf, kann aber einfach nicht das Mäntelchen des selbstkritisch Zweifelnden abstreifen. Zufriedenheit und Selbstgerechtigkeit wäre das Letzte, was ihr zu empfehlen wäre. Aber mehr Selbstbewusstsein stände ihr gut zu Gesicht und hat mit Abgehobenheit nichts zu tun. Dieser Appell soll aber nicht nur „die da oben“ erreichen, sondern in erster Linie „uns da unten“. Unsere berechtigte Kritik an bestimmten gesellschaftlichen Fehlentwicklungen muss immer auch konstruktiv sein und Mut machen. Sonst werden wir zu unpolitischen Beobachtern von außen. Und dieses Vakuum füllen dann Parteien aus, denen wir wirklich nicht trauen dürfen.

Ein Kommentar aus Rhade zur Lage der SPD

Veröffentlicht am 19.03.2016

 

Gesellschaft „Angst essen Seele auf“

Gegen Rechtsruck hilft nur Selbstbewusstsein

Ein alter Filmtitel (1974) sagt mehr als lange Kommentare. Angst essen Seele auf! Anders ausgedrückt, das politische Geschäft mit der Angst verändert ganze Gesellschaften. Heute beobachten wir einen gefährlichen Rechtsruck in Europa und unserem Land. In einem Interview mit der Dorstener Zeitung (2.2.2016) sagt dazu Fritz Stern (90): „Ich glaube, wir stehen vor einem Zeitalter der Angst, der von rechts aus gesehen politisch ausgenutzten Angst. Und man merkt ja schon am Beispiel von Polen, wie zerbrechlich die Freiheit ist. Es ist ein Schock, mit welcher Schnelligkeit in Polen ein autoritäres System errichtet wird“. Fritz Stern, der 1938 aus Deutschland in die USA emigrieren musste, ist ein hoch angesehener und dekorierter  Historiker. Er fordert uns also indirekt auf, vor den rechten Angstmachern nicht zu kuschen. Gerade wir Sozialdemokraten, mit unserer Geschichte, können und müssen selbstbewusst gegen AFD und Co. auftreten. Angst war schon immer der schlechteste Ratgeber.

Eigener Bericht 

Veröffentlicht am 05.02.2016

 

Gesellschaft Flüchtlingsinformation: Sternstunde in Rhade

Wir schaffen das  – Lembecker Ehrenamtliche überzeugen nachhaltig

Die St. Urbanuskirche in Rhade war gestern Abend bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Nachricht, dass im Michaelisstift 100 Flüchtlinge untergebracht werden, mobilisierte das ganze Dorf. Und es waren ehrenamtliche Flüchtlingshelfer aus der Nachbargemeinde, die eingeladen und informiert haben, was Rhade tun kann, um die Herausforderung gemeinsam mit Lembeck zu bewältigen. Es war die Art und Weise der Information, die die vielen gebannt zuhörenden Besucher tief beeindruckte.

Ob Joachim Thiehoff als Moderator, Bürgermeister Tobias Stockhoff, der gastgebende katholische Pastor, der Sozialamtsleiter Rentmeister, das „Organistenteam“ aus Lembeck, der Vertreter des Malteser Hilfsdienstes, Frau Wahl vom Verband der ev. Kirchengemeinde und besonders die 3 vortragenden Integrationslotsen aus Lembeck, und, und und – sie alle wuchsen in ihrer sachlichen und dennoch berührenden Information über sich hinaus. Lang anhaltender Beifall nach jedem Wortbeitrag zeigten, dass die ehrenamtlichen (!) Veranstalter den Nerv der Zuhörer voll getroffen haben und so erfolgreiche Werbung für Mitmenschlichkeit, solidarische Hilfe und Motivation zum Mitmachen vermittelt haben. Ein Besucher sprach im Hinausgehen den legendären Satz von John F. Kennedy: „Frage nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst“. Fazit: Rhade und Lembeck werden künftig eng zusammenarbeiten und beweisen, dass der Satz: „Wir schaffen das“ zumindest vor Ort seine Berechtigung erfährt.

Eigener Beitrag - Wird in mehreren Beiträgen fortgesetzt 

Veröffentlicht am 26.01.2016

 

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