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Nachrichten zum Thema Gesellschaft
Gesellschaft Dorsten: Gleichgültigkeit ist der Feind der Demokratie
SPD-Nord demonstriert gegen Rechtsaußen-Partei
Eigentlich ist es frustrierend. Nur 80 Jahre nach der weltweiten Katastrophe, von Nazi-Deutschland vom Zaun gebrochen, scheint der geschworene Eid, „NIE WIEDER“, in Vergessenheit zu geraten. Wie anders ist es zu erklären, dass heute eine Partei, die vom Verfassungsschutz im Ganzen oder in Teilen als gesichert rechtsextremistisch eingestuft wird, als Alternative zur Demokratie wieder Stimmen auf dem Wahlzettel erhält. Nun sind alle Demokraten aufgerufen, die inzwischen erkennbare Gleichgültigkeit abzustreifen und den Ewiggestrigen die rote Karte zu zeigen. Mitglieder der SPD aus Dorsten, die die jüngere Geschichte Deutschlands und der eigenen Partei nicht vergessen haben, zeigen regelmäßig in unserer Stadt, dass sie nicht gewillt sind, dem Treiben der Verfassungsfeinde untätig zuzusehen. Unübersehbar werben sie regelmäßig mit Plakaten und Transparenten für unsere freiheitliche Grundordnung und gegen ihre Feinde, die nicht selten in unmittelbarer Nachbarschaft des SPD-Standes aggressiv auftreten. Die Kontinuität, mit der Sozialdemokraten aus dem Dorstener Norden und der gesamten Lippestadt Flagge zeigen, verdient uneingeschränkte Unterstützung und ehrlichen Respekt. Gut und wichtig wäre, sich dem friedlichen Widerstand gegen RECHTS anzuschließen.
Rhader Dank an alle Demonstranten gegen Rechtsaußenparteien
Veröffentlicht am 24.06.2025
Gesellschaft „No Kings, no Dictators!“
Aufstehen für Demokratie - weltweit!
Über Rio Reisers Liedzeile, „… das alles und noch viel mehr, würd‘ ich machen, wenn ich König von Deutschland wär“, konnten wir noch lachen, weil die Botschaft Gerechtigkeit ausstrahlte. Beim amerikanischen Präsidenten, der sein Amt durch demokratische Wahlen auf Zeit erhalten hat und sich inzwischen wie ein autoritärer König aufführt, bleibt einem das Lachen im Hals stecken. Nun scheint aber die amerikanische Gesellschaft aufzuwachen. Nun demonstrieren sie gegen ihren Präsidenten, der dabei ist, die Verfassung auszuhebeln, um sich als „König auf Lebenszeit“ einzurichten. Seine offene Bewunderung für den brutalen Diktator Putin und weitere Autokraten in der Welt, lässt nur den einen Schluss zu, genauso wie seine „Vorbilder“, in die Geschichte eingehen zu wollen. Dass aktuell auch in Europa Politiker dabei sind Donald Trump zu kopieren, muss uns Demokraten motivieren, friedlichen Widerstand, den uns die Verfassung einräumt, zu leisten. Dazu müssen wir „nur“ unsere demokratischen Rechte wahrnehmen. Wir können und müssen offen widersprechen, wenn wir überzeugt sind, dass Regierungshandeln in eine Sackgasse führt. Wir müssen ab sofort in den Ruf, „no Kings, no Dictators“, laut und vernehmlich einstimmen. Nur dann halten wir die Möchtegern-Könige auf Abstand.
Rhader Appell, unsere Demokratie offensiv zu schützen
Veröffentlicht am 17.06.2025
Gesellschaft Worauf wir stolz sein dürfen
Thomas Mann war Weltliterat und ist demokratisches Vorbild
Er wurde vor 150 Jahren geboren. Seine Jahrhundertromane, unter anderem Buddenbrooks und Zauberberg, viele hundert Seiten stark, nehmen die Leser mit, die Vielfalt der deutsche Sprache ganz neu zu erfahren. Viele Auszeichnungen, darunter der Literatur-Nobelpreis 1929, beweisen, weltweit als Schriftsteller anerkannt zu sein. Thomas Mann war aber auch ein politischer Mensch, der sich frühzeitig gegen Hitlers Nationalsozialismus positioniert hat. Um sich und das Leben seiner Familie zu schützen, emigrierte er in die USA. In vielen Radiobeiträgen, vom Ausland ausgestrahlt, wandte sich Thomas Mann an die deutschen Hörer, um vor Hitler zu warnen. Berühmt ist auch seine „Deutsche Ansprache“, die er bereits 1930 im Berliner Beethovensaal hielt: Der NSDAP hielt er den Spiegel mit folgenden Worten vor: Sie sei „eine Riesenwelle exzentrischer Barbarei und primitiv-massendemokratischer Jahrmarktsrohheit“ mit „Massenkrampf, Budengeläut, Halleluja und derwischmäßigem Wiederholen monotoner Schlagworte, bis alles Schaum vor dem Munde hat“. Als das „1000jährige Reich“ nach 12 Jahren in Trümmern und unendlichem Leid lag, kehrte Thomas Mann in sein Heimatland zurück. Statt ihn mit offenen Armen aufzunehmen, schlug ihm, wie so vielen die vor der drohenden Ermordung ins Exil flohen, Skepsis bis offene Ablehnung entgegen. Deutschland hatte auch nach 1945 dem Nationalsozialismus noch nicht abgeschworen. Die Aufarbeitung und die daraus folgende Demokratisierung dauerte bis in die 1980er Jahre. Heute dürfen wir stolz auf Thomas Mann sein. Er ist Vorbild, um in unserem Widerstand gegen die neuen Nationalisten nicht aufzugeben.
Eine Rhader Würdigung an den politischen Thomas Mann. Wird morgen fortgesetzt mit: „Für Sie gelesen - Herr und Hund“. Quelle des Zitats: Wikipedia
Veröffentlicht am 07.06.2025
Gesellschaft Was tun? - Europa rückt weiter nach rechts
Um unsere liberalen, demokratischen Strukturen zu retten, ist neues Denken gefragt. Während die Rechten in der Lage sind, neue Bündnisse zu schmieden, um in (Stich)Wahlen den Rechtsstaat zu kapern, „sterben“ die demokratischen Parteien in Rechthaberei und der Unfähigkeit, zusammenzurücken. Wir blicken beispielsweise in 2 Länder, um diese These zu überprüfen.
- USA: Trump hat auch deshalb die Wahl gewonnen, weil die konkurrierende Demokratische Partei sich in wesentlichen Fragen (und Personen) uneinig gezeigt hat. Die Rechten haben das erkannt, sich zusammengeschlossen und die Wahl gewonnen.
- Polen: Der neugewählte rechte Präsident hat nur deshalb die Stichwahl gewonnen, weil er bereit war, den Forderungen der Ultrarechten entgegenzukommen und sie durchsetzen wird.
Wir stellen fest, dass momentan in allen (?) EU-Ländern Rechtsaußenparteien mit ihren markigen Sprüchen und ihrer Sehnsucht nach autoritären Staatsstrukturen bei demokratischen Wahlen zulegen (Niederlande) und dabei sind, so legitimiert, die Macht zu übernehmen. Was tun? Während in unserer Zivilgesellschaft Bündnisse, so wie in Dorsten, gegen rechts geschmiedet werden, beharren unser liberalen, demokratischen Parteien in der Mitte und auf der linken Seite lieber auf der wahren eigenen Lehre und ebnen so den Demokratieverächtern die Türen ins Kanzler- oder Präsidentenamt. Wer will, dass unsere freiheitliche Demokratie überlebt, muss ab sofort bereit sein, über den eigenen (Partei)Tellerrand zu blicken.
Nachdenkzeilen aus Rhade
Veröffentlicht am 04.06.2025
Gesellschaft Gedankensplitter Nr. 10
Nachdenkzeilen über den Wert des Arbeitens
Die von Max Weber geforderte „geschulte Rücksichtslosigkeit des Blickes in die Realitäten des Lebens“ darf auch vor dem Phänomen sinkender Arbeitsmoral nicht halt machen. Verwunderlich ist diese Entwicklung allerdings nicht. Wenn Menschen beim Nichtstun genauso versorgt sind, wie sie es mit Arbeit wären, bleibt die Motivation, eine Arbeit aufzunehmen, gering. Wer aber ganz oder teilweise auf Kosten der Allgemeinheit lebt, spaltet die Gesellschaft, wenn er nicht wirklich bedürftig oder schlicht arbeitsunwillig ist. Es besteht nämlich kein Anspruch auf Förderung individualistischer Selbstverwirklichung durch Staat und Gesellschaft für die, die eine Teilnahme am Arbeitsleben nicht wünschen, aber meinen, ihre „Freiheit“ hätten die anderen zu finanzieren. Die auch in diesem Zusammenhang geführte Diskussion über ein bedingungsloses Grundeinkommen ist ein Holzweg und wäre in jeder Hinsicht kontraproduktiv.
Die Problematik der Überversorgung von im Prinzip Arbeitsunwilligen, das Problem der fehlenden Motivation wegen zu geringen Abstandes zwischen Transferleistungen und Arbeitseinkommen, das Problem der sinkenden Arbeitsmoral in Form des „Dienstes nach Vorschrift“, aber nicht zuletzt auch das nicht zu unterschätzende Problem des leistungslosen Luxuslebens von Millionen- oder gar Milliardenerben fordern zwingend eine Antwort von Politik und Gesellschaft.
Die Lösungen liegen auf der Hand. Neben der Realisierung möglicher Einsparungen muss der Abstand zwischen sozialen Transferleistungen und Arbeitseinkommen deutlich erkennbar sein. Vor allem aber muss die große Mehrheit derjenigen, die mit großem persönlichen Einsatz ihre Arbeit verrichten, für ihre Arbeit angemessen bezahlt werden. Für Transferleistungsempfänger, die gern mehr arbeiten möchten, seien es alleinerziehende Elternteile, für deren Kinder bei Vollzeittätigkeit Betreuung nicht möglich ist, oder Arbeitssuchende, z. B. mit Vermittlungshandicaps müssen Lösungen angeboten werden, die sie aus Abhängigkeiten von Unterstützung ganz oder zumindest teilweise befreien. Ein großer Schritt wäre in diesem Zusammenhang ein massiv verstärkter Ausbau der Ganztagsbetreuung zur Entlastung von Eltern und Alleinerziehenden, der auch dem großen Problem des Arbeitskräfte- bzw. Fachkräftemangels abhelfen würde.
Die viel diskutierte Work-Life-Balance muss nicht vorrangig weniger Arbeit bedeuten, sondern kann durch besser motivierende Formen realisiert werden. So würde etwa eine motivierende Führungskultur auch das Phänomen des „Dienstes nach Vorschrift“ begrenzen, zumal dann, wenn ein Anerkennen der Leistung durch materielle Anreize attraktiver gestaltet wird, z. B. durch Prämien.
Das leistungslose Luxuseinkommen ist hingegen in erster Linie ein Fall für die Erbschafts- und Einkommenssteuer und würde, wenn man diese überfällige Reform denn endlich anginge, nicht nur zur Verbesserung der Einnahmeseite des Staatshaushaltes führen, sondern auch ein wichtiger Beitrag zur Wiederherstellung des Gerechtigkeitsempfindens leisten und damit auch den Zusammenhalt der Zivilgesellschaft fördern.
Friedhelm Fragemann
Anmerkung: In loser Folge werden hier Gastkommentare sowie Gedankensplitter zur Information und Förderung der offenen Diskussion eingestellt. Bisher veröffentlichte Gedankensplitter von Friedhelm Fragemann finden die Leser auf dieser Internetseite am 17.8., 6.9., 30.9., 18.10., 12.11., 07.12.2024 sowie am 21.01.; 10.02.2025 sowie am 31.03.2025
Veröffentlicht am 31.05.2025
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