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Nachrichten zum Thema Gesellschaft
Gesellschaft „Jeden Tag etwas besser werden“ oder „Schwach, wie eine Flasche leer“
Wochenendgedanken aus Rhade
Es war einmal ein Fußballtrainer, der unserer Nationalmannschaft mit dem Zitat, jeden Tag etwas besser werden, einhämmerte, wie Spitzenleistungen erzielt werden können. Ein anderer Trainerphilosoph brachte ebenfalls in nur einem Satz auf den Punkt, wie Scheitern zustande kommt: „In diese Spiel es waren zwei, drei oder vier Spieler, die waren schwach wie eine Flasche leer“. Wo unsere Nationalmannschaft derzeit steht, ist gar nicht so schwer zu erkennen. Nun wechseln wir das Spielfeld und landen in der aktuellen Parteipolitik. „CDU Ratlos“, so urteilte das ZDF über den kleinen Parteitag der Christdemokraten. Es geht um die (Aus)Richtung der Partei. Inhaltlich wie personell. Da braut sich was zusammen. „Druck von allen Seiten“ titelt die ARD über den kleinen Parteitag der Grünen. Wenn reine Lehre auf politische Realität trifft, dann sucht man den kleinsten gemeinsamen Nenner, nur um das Gesicht zu wahren. Die FDP sitzt weiter im Koalitionsbremserhäuschen und hat in Christian Lindner und Wolfgang Kubicki zwei ungleiche Brüder, die gleichzeitig, aber in unterschiedliche Richtungen blinken können. Die Lafontaines haben es tatsächlich geschafft, zwei Parteien nacheinander zu zerreißen. Während sich die SPD, zwar auf niedrigerer Wählerzustimmung stabilisiert hat, befindet sich die Linke bereits im freien Fall der Bedeutungslosigkeit.
- Fazit 1: „Flasche leer“ kann momentan auf viele Bereiche des gesellschaftspolitischen Lebens übertragen werden. Dramatisch ist, dass davon (in Umfragen) nur eine Rechtsaußen-Partei profitiert.
- Fazit 2: Das Ziel, „Jeden Tag etwas besser werden“, gilt für den persönlichen Bereich ebenso, wie für alle gesellschafts- und parteipolitischen Ebenen.
Veröffentlicht am 24.06.2023
Gesellschaft Einmal Ossi, immer Ossi? - Einmal Türke, immer Türke?
Wahlverhalten könnte auf fehlende Wertschätzung deuten
Ungläubig blicken wir auf das aktuelle Wahlergebnis in der Türkei. Ungläubig blicken wir auch in die neuen Bundesländer und auf die dortigen aktuellen Wahlumfragen. Ein türkischer Autokrat wird wiedergewählt, weil die in Deutschland lebenden Türken ihn mit großer Mehrheit „lieben“. In den neuen Bundesländern deuten Umfragen darauf hin, dass bei den nächsten Wahlen die Mehrheit der dort lebenden Deutschen eine Partei am äußersten rechten Rand wählen könnte. Warum tun die das? Warum wählen Türken, die hier leben, integriert sind und alle Vorzüge der liberalen Demokratie schätzen und nutzen, einen Politiker, der in seinem Land Menschen jahrelang einsperrt, weil sie anders denken? Warum wählen Deutsche, die 1989 halfen, die undemokratische DDR zu beseitigen, in großer Zahl eine Partei, die die verfassungsgemäße Demokratie so buchstabiert, dass Minderheitenschutz nicht stattfindet und nationale, fast vergessene Töne laut vernehmbar sind? Ist es ein gepflegter Minderwertigkeitskomplex? Ist es Provokation gegen die da oben? Vielleicht trifft der Begriff „unzureichende Wertschätzung“ am ehesten zu. Wahr ist nämlich, das „der Türke“und „der Ossi“ bei uns „im Westen“ nach wie vor einen zarten Negativreflex auslösen. Und genau hier setzen der Autokrat in Ankara und die Rechtsaußenpartei in Deutschland an. Beide umgarnen die genannten Wählergruppen mit besonderer Aufmerksamkeit. Dabei verstärken sie geschickt das Gefühl, nicht genügend beachtet, also wertgeschätzt zu werden. Vielleicht aus unserer Sicht ein Grund, das irritierende Wahlverhalten etwas zu verstehen. Eine Lösung des Problems ist das nicht.
Wochenendgedanken aus Rhade
Veröffentlicht am 10.06.2023
Gesellschaft Politische Feiertagsgedanken aus Rhade
Es ist ein religiöser Feiertag mit dem seltsamen Namen FRONLEICHNAM, der aus dem Mittelhochdeutschen stammt. Ein wichtiger Feiertag für alle gläubigen Katholiken. Alle anderen nehmen ihn als freien Tag wahr, den man mit einem Brückentag sogar zum Kurzurlaub nutzen kann. Wer versucht, den christlichen Begriff auch mit dem Hunger, den Flüchtlingen, den Kriegen und der schreienden weltweiten Ungerechtigkeit in Verbindung zu bringen, würde aus dem Feiertag einen Gedenk- oder Nachdenktag machen. Aktuell zählen Statistiker 22 militärische Kriege zwischen Ländern und Regionen. Neben den Getöteten, im Sprachgebrauch auch Gefallene genannt, sind es die zur Flucht gedrängten Menschen, die versuchen das nackte Leben, noch so ein selbsterklärender Begriff, zu retten. Ihre Zahl beträgt momentan unglaubliche und unfassbare 14 Millionen (!) Menschen. Die Betonung liegt auf MENSCHEN. Ihnen zu helfen, ist ein Menschenrecht. Dazu verpflichtet haben sich 1948 fast alle Staaten in einem entsprechenden UN-Vertrag. 1951 folgte ergänzend die Genfer Flüchtlingskonvention. Papier ist geduldig. So bitter empfinden das diejenigen, die um Hilfe nachsuchen und von unüberwindbaren Mauern und Zäunen, auch sprachlichen, aufgehalten werden. Die EU verhält sich nicht anders als z. B. die USA, Australien und weitere privilegierte Länder. Versuchen wir heute, dem kirchlichen Feiertag eine ergänzende Bedeutung der Menschlichkeit zukommen zu lassen. Eine gesellschafts- und parteipolitische Pflichtaufgabe.
Veröffentlicht am 08.06.2023
Gesellschaft An der Zukunft Rhades mitwirken
Bürgerforum lädt dazu Bürgerinnen und Bürger ein
Als vor einigen Jahren neue Wege der direkten Bürgerbeteiligung in Dorsten beschritten wurden, war Rhade vorn. Das Bürgerforum, ein offener Gesprächskreis für alle Einheimischen, bietet seitdem die Möglichkeit, Kritik an der Verwaltung zu üben, Verbesserungsvorschläge zu formulieren, sich direkt an Aktivitäten zu beteiligen und Beschlüsse über die Verteilung eines Bürgerbudgets zu fassen. Ein Organisationsteam plant die Durchführung und protokolliert das Geschehen. Kurz: Eine gute Gelegenheit, sich an direkter Mitwirkung für den eigenen Lebensmittelpunkt zu beteiligen. Gelegenheit dazu besteht am Montag, 12 Juni, ab 19 Uhr im Carola Martius-Haus.
Die geplante Tagesordnung in Kurzform:
- Wer und was ist Leader? Chancen für Fördergelder, um unsere Region zu stärken.
- Dorfentwicklung Rhade. Was hat sich getan? Was wird sich tun? Was sollte sich noch tun?
- Der Verkehr in Rhade. Das Einkaufszentrum. Die Spielplätze. Die Rhader Kultur.
- Finanzielle Unterstützung für „meinen“ Verein.
Der letzte Absatz in der offiziellen Einladung lautet wörtlich: "Das Orgateam hofft wie immer auf eine gute Resonanz und einen interessanten und spannenden Abend. Es geht um uns Rhaderinnen und Rhade. W I R - Wille - Interesse - Respekt".
Veröffentlicht am 07.06.2023
Gesellschaft Für Sie gelesen: Schalom - Zeitung des Jüdischen Museums Westfalen in Dorsten
Informativ, kritisch, anregend, aufklärend - lesenswert
Sie erscheint zweimal jährlich, ist für Mitglieder des Dorstener Vereins für jüdische Geschichte (…), der auch als Herausgeber zeichnet, kostenlos. Schalom, der Titel kann als Begrüßungsformel, ebenso wie für den Wunsch nach Frieden und Wohlergehen interpretiert werden. Die aktuelle Ausgabe, professionell geschrieben, gesetzt und gedruckt, weitet den Blick und hilft Missverständnisse über „das Judentum“ zu beseitigen. Eingangs zwei Überschriften, die den Leser neugierig auf die Antworten machen. „Was tun wir hier eigentlich?“ und „Wozu jüdische Museen?“ Häufig wird die Besucher-Erwartung, dass ausschließlich die schreckliche deutsche Vernichtungsgeschichte thematisiert wird, nicht erfüllt. Statt dessen wollen die Museumsmacher parallel auch das jüdische Leben der Gegenwart abbilden. Konzerte, Theaterproduktionen, Filme, literarische Lesungen, Bilderausstellungen - die jüdische Kultur ist vielschichtig. Und das Museum in Dorsten setzt genau hier an und ist daher mehr als nur ein Mahnmal. Die Zeitschrift gibt auch Einblicke zu selten gezeigten Museumsstücken und berichtet über den verzweifelten Versuch, eine Synagoge in Detmold vor dem Abriss und dem Gelände-Zugriff Rechtsradikaler zu bewahren. Hochinteressant der Bericht, Polizisten, die leider immer noch jüdische Einrichtungen beschützen müssen, über jüdische Geschichte, Kultur und Religion fortzubilden. Mit einem herzlichen Schalom und der Bitte, einfach mal ein Besuch im Dorstener Museum einzuplanen, endet diese kurze Reise durch eine spannende Zeitung.
Ein Rhader blättert in „Schalom - April 2023, Nr. 92“
Veröffentlicht am 06.06.2023
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