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Nachrichten zum Thema Gesellschaft
Gesellschaft Dorsten: 24-Stunden-Sponsorenlauf - Wir waren dabei
Bewegen, um etwas zu bewegen
Eine beeindruckende Atmosphäre liegt beim Start am Nachmittag über dem Stadtkronepark Maria-Lindenhof. Hunderte gut gelaunte Menschen wollen etwas Gutes tun. Sie folgen dem Ruf der Veranstalter, zu joggen, zu walken oder spazieren zu gehen. Immer im Kreis, der einen Kilometer misst. Dafür sind sie bereit, eine Anmeldegebühr zu zahlen und noch etwas draufzulegen. Davon sollen Dorstener Hilfsorganisationen profitieren, die sich ehrenamtlich um diejenigen in unserer Stadt kümmern, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Eine gute Idee, die Unterstützung verdient. So motiviert, drehen sie also ihre Runden. Kinder, die keine Konditionsprobleme haben, austrainierte Sportler, die durch ihre Überholvorgänge immer wieder in den Blick geraten, junge und ältere, viele inzwischen mit hochroten Gesichtern. Es ist schwül und heiß. Schweißtreibend halt. Später Dauerregen. Das bremst vielleicht den einen oder anderen, ändert aber rein gar nichts an dem Motiv, mitzumachen und mitzuhelfen, um die Spendenkasse zu füllen. Stolz rufen sich die Teilnehmer ihre absolvierte Rundenzahl zu. Zufrieden, auch mitgemacht zu haben, verlassen wir den Bürgerpark. Unser Dank gilt den Organisatoren, unser Versprechen lautet, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein. Unsere Hoffnung, dass mit dieser Initiative den örtlichen Organisationen, Lebenshilfe, Mister Trucker Kinderhilfe, Frauenhaus, Tierschutzheim, Kinder- und Jugendhospiz Emscher-Lippe und anderen geholfen werden konnte, nehmen wir als Erinnerung gerne mit.
2 Rhader Mitläufer
Veröffentlicht am 17.08.2023
Gesellschaft Mach mal Pause …
Dürfen Politiker urlauben?
Wetterkapriolen, Krieg, Inflation, Minus-Wachstum - die aktuelle Nachrichtenlage in unserem Land kann depressiv machen. Unsere Spitzenpolitiker sind „abgetaucht“. Sie regenerieren von einem brutalen Alltag mit einer 7-Tage-Woche und einer täglichen Arbeitszeit, die jede Gewerkschaft mit Streik beantworten würde, sollte sich da nicht etwas ändern. Doch für Politiker gelten in der öffentlichen Wahrnehmung völlig andere Regeln. Sie sollen immer präsent sein, dann aus dem Stehgreif das Erwartete sagen und Forderungen von außen sofort umsetzen. Sie müssen sich rund um die Uhr beobachten und bewerten lassen. Und, sie „spielen“ mit. Sie unterwerfen sich i. d. R. der öffentlichen Meinung, um positiv wahrgenommen und wiedergewählt zu werden. Hier setzen wir einen Punkt. Auch Spitzenpolitiker haben, wie jeder Bürger das Recht, vom Alltag auszuspannen. Dabei wissen wir, dass z. B. der „Job“ eines Bundeskanzlers ein komplettes Abtauchen in das Private ohne Arbeit unmöglich macht. Trotzdem lassen zur Zeit einige Medien süffisant in ihre Pauschalkritik über Politik den Satz einfließen: „und Olaf Scholz macht Urlaub“. Das ist unangemessen. Der Konzernchef von E.on, Leonhard Birnbaum kommt in einem ZEIT-Interview zu folgender Bewertung: „Es gibt in der Politik jede Menge sehr intelligente Menschen. Ehrlich gesagt, würde ich mit den meisten auch nie im Leben tauschen wollen. Es ist unglaublich, was die für einen Einsatz zeigen für unser Land, mit enormem öffentlichen Druck, wenig Dank und immer öfter üblen persönlichen Schmähungen“.
Rhader Urlaubsgedanken über Politiker (Das Zitat (Auszug) wurde dem ZEIT-Artikel „Ist die Menschheit noch zu retten, Herr Birnbaum?“ vom 03.08.2023 entnommen
Veröffentlicht am 09.08.2023
Gesellschaft Achtung: Heute Werbung - für einen guten Zweck!
Mit eigener Bewegung etwas bewegen
In unserem reichen Land gibt es dunkle Flecken. Menschen, die aus vielerlei Gründen im Abseits stehen. Gut, dass es ehrenamtliche Hilfsorganisationen gibt, die hinsehen und anpacken. Das kostet Geld und Zeit. In Dorsten sind es u. a. die Lebenshilfe, die Mr. Trucker Kinderhilfe, das Frauenhaus, das Tierheim, sowie der Deutsche Kinder- und Jugendhospizdienst Emscher-Lippe, denen Aufmerksamkeit und finanzielle Unterstützung helfen, die selbst gestellten sozialen Ziele zu erreichen. Im Interesse der Allgemeinheit. Gut auch, dass es Akteure gibt, die kreative Angebote für die Bevölkerung machen, das Portemonnaie zu öffnen, um mit Spendengeldern den genannten Hilfsorganisationen unter die Arme zu greifen. Unter ihnen Thomas Hein, der mit dem Unternehmen Interevent, den „1. Dorstener 24-Stunden-Lauf“ auf die Beine gestellt hat. Mitmachen kann jeder der sich anmeldet und im Stadtkronepark Maria Lindenhof mindestens eine Runde (1 km) dreht. Mit einem Startgeld (5 Euro) ist man als Teilnehmer dabei. Am kommenden Freitag, 11. August, wird um 16 Uhr der Start freigegeben. 24 Stunden später, also am Samstag zur gleichen Zeit, kann Bilanz gezogen werden. Wir bitten unsere Leser, die gute Idee zu unterstützen. Online-Anmeldung unter: www.24stundenlaufdorsten.de oder direkt vor Ort.
Rhader Werbeanzeige
Veröffentlicht am 07.08.2023
Gesellschaft Die Weiterentwicklung unserer demokratischen Strukturen ist zwingend
Bürgerräte gewinnen an Akzeptanz
Im Artikel 21 unseres Grundgesetzes heißt es unmissverständlich: „Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit“. Da steht nicht, dass sie das alleinige Sagen im Land haben. Wenn es Versuche gegeben hat, übers Ziel hinauszuschießen, hat das Bundesverfassungsgericht regulierend eingegriffen. Demokratische Parteien sind dennoch das Herzstück unserer Demokratie. Sie setzen nicht einseitig auf ein Thema, sondern müssen Allrounder des gesellschaftspolitischen Gesamtgeschehens sein. Da sie aber in den letzten Jahren an Akzeptanz, Mitgliedern und Experten verloren haben, sind neue Wege, unsere demokratischen Strukturen zu stärken, unverzichtbar. Direkte Bürgerbeteiligung gilt inzwischen als ein Lösungsansatz auf allen Ebenen des Bundes, Landes und der Kommunen. Gut ist, dass völlig unterschiedliche Modelle hier und da ausprobiert werden. Die Dorstener Bürgerforen in allen Stadtteilen sind dafür ein gutes Beispiel. Aber ihre Teilnehmer sind kein reales Spiegelbild der Bevölkerung. Eine Weiterentwicklung wären Bürgerräte, die repräsentativ zusammengestellt werden, um gemeinsam Antworten auf besondere Fragen des Gemeinwohls zu finden. So z. B. im Bund, um ein atomares Endlager zu finden oder Regeln für bessere Gesundheitsstandards zu erarbeiten. Auf kommunaler Ebene wäre ein repräsentativer Bürgerrat vorstellbar, der Stadtrat und Verwaltung z. B. auf dem Gebiet des lokalen Klima- und Umweltschutzes zuarbeitet. Andere Themenfelder erfordern neue Bürgerräte. Demokratie ist anstrengend. Aber es gibt nichts Besseres.
Rhader Gedanken über Bürgerräte
Veröffentlicht am 04.08.2023
Gesellschaft Der tiefdunkle Schatten über Deutschland wird nicht verschwinden
Für einen grässlichen Völkermord in Namibia tragen wir Verantwortung
Deutschland wird weltweit gelobt, die mörderischen Verbrechen der Nazizeit (1933-1945) an Juden, Sinti und Roma, Behinderten, Homosexuellen und politisch Andersdenkenden akribisch aufgearbeitet, Unrecht beim Namen genannt und Täter verurteilt zu haben. Spät, aber nicht zu spät. Der Unterzeichner dieses Wochenendkommentars war seit 1982 daran beteiligt, den Schleier des Vergessens auch der Dorstener Verbrechen beiseite zu ziehen (Dorsten unterm Hakenkreuz). Dass nur 30 Jahre vor den Nazi-Morden Deutsche in ihrer Kolonie in Afrika unvorstellbare Gräueltaten begingen, ist hierzulande überwiegend in Vergessenheit geraten. Nach und nach erfahren wir, dass die kaiserliche Truppe vor Ort die Auslöschung der Stämme Nama und Ovaherero auf bestialische Weise durchführte, um Land für Deutschland zu konfiszieren. Seit Jahren fordern die Hinterbliebenen Wiedergutmachung. Seit Jahren haben mehrere deutsche Nachkriegsregierungen mit abenteuerlichen Begründungen, sich vor der Verantwortung gedrückt. Eine erschüttert besonders. So steht in einem Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages, dass das Völkergewohnheitsrecht bereits Anfang des 20.Jahrhunderts einen Schutz für Individuen vor unmenschlicher Behandlung zwar vorsah, der aber galt nach damaliger Rechtsauffassung nur für zivilisierte Völker. Nicht für Nama und Hereros. Deren Schädel lagern zum „Beweis“ dieser These noch heute in deutschen Archiven. Der Versuch Deutschlands sich mit 1,1 Mrd. Euro, getarnt als Entwicklungshilfe über 30 Jahre (!) freizukaufen, ist nicht nur peinlich, sondern weiteres Unrecht. Namibia ist seit 1990 ein unabhängiger Staat. Ist damit das Kapitel „Besatzung“ abgeschlossen? Drei Zahlen: Im Jahr 1902 besaßen deutsche Siedler 6% der Landfläche. Nach dem Völkermord waren es 20%. Heute verfügt die kleine Minderheit deutsch- und europäischstämmiger Namibier 44% der gesamten Fläche.
Dirk Hartwich
Grundlage des persönlichen Kommentars ist der ZEIT-Bericht „Das Gift der Vergangenheit“ vom 25. Mai 2023
Veröffentlicht am 22.07.2023
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