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Nachrichten zum Thema Gesellschaft
Gesellschaft „Gebt den Kindern das Kommando“
Wochenendgedanken aus Rhade
Nein, nicht die Nato oder der schreckliche Ukrainekrieg, nicht die ertrinkenden Mittelmeer-Flüchtlinge, auch nicht das gekippte Klima, nicht die Problempolitiker Erdogan oder Orban, nicht die AfD-Umfragewerte, auch nicht die Lage der SPD - nein, heute gilt die Konzentration ausschließlich den Kindern in Deutschland. Sie sind unsere Zukunft und trotzdem vernachlässigen wir einen Großteil von ihnen. Lassen wir dazu einige Zahlen sprechen. In den 60er Jahren lebten 125.000 Kinder in der damaligen Bundesrepublik von Sozialhilfe. Heute wirft die Statistik für unser Land die Zahl von 2,9 Millionen (!) armen Kindern aus. Dass eine Familie mit 3 Kindern riesige Probleme hat eine Wohnung zu finden, gehört ebenfalls zur peinlichen Wahrheit des Jahres 2023 dazu. In unserer Verfassung, auf die wir ungemein stolz sein können, steht, dass zwar Umwelt- und Tierschutz zum Staatsziel gehören, Kinderschutz dagegen nicht. Fehlende Kinderlobby? Hier hilft ein Blick auf folgende Zahlen. Die Automobilclubs zählen hierzulande 20 Millionen Mitglieder. Der Sozialverband VDK nennt 2 Millionen zahlende Unterstützer. In Tierschutzorganisationen sind rund 1,5 Millionen organisiert. Dagegen fallen Kinder-und Familienschutzorganisationen mit ca. 500.000 Mitgliedern deutlich ab. Ein krasses, unverständliches Missverhältnis, das unsere Zukunft bedroht. Das zu ändern ist unser aller Auftrag. „Die Welt gehört in Kinderhände“. Zumindest gedanklich.
Titel- und die Schlusszeile sind dem Lied von Herbert Grönemeyer entnommen. Die Statistikdaten einem Interview der Süddeutschen Zeitung mit der früheren Familienministerin Renate Schmidt (SPD) am 8./9. Juli 2023.
Veröffentlicht am 15.07.2023
Gesellschaft RESPEKT
Kunstwerk wirbt für Menschenwürde - auch in Rhade
Brigitte Stüwe ist eine vielseitige und anerkannte Dorstener Künstlerin. Ihr aus Baumwollfäden geschaffenes Kunstwerk RESPEKT ist Blickfang und Appell gleichermaßen. Dass es mehrfach zerstört wurde, ist völlig unverständlich. Respekt zu gewähren ist eine wesentliche demokratische Grundlage, die besonders diejenigen im Blick hat, die nicht unbedingt zu den „oberen Zehntausend“ unserer Gesellschaft gehören. Vom Original wurden inzwischen Kopien angefertigt, die über das „Büro für Bürgerengagement“ der Stadtverwaltung erworben werden können. Eine gute Aktion, die flächendeckend für Toleranz, Menschenwürde und Demokratie wirbt. Ein erstes Transparent dieses Kunstwerkes wurde jetzt privat in Rhade, im Kreuzungsbereich Stuvenberg/Kalter Bach/Mainstraße platziert. Als Werbung, als Mahnung, als Motivation, sich für unsere demokratischen Strukturen zu engagieren.
Veröffentlicht am 14.07.2023
Gesellschaft Ist aktive Sterbehilfe eine Lösung?
Der Bundestag ringt um eine neue Rechtsgrundlage - und findet keine
Das Recht auf selbstbestimmtes Leben ist in unserer Verfassung verankert. Gehört das selbstbestimmte Ableben auch dazu? Ja, sagt das Bundesverfassungsgericht bereits 2020 und fordert den Bundestag auf, ein entsprechendes Gesetz zu verabschieden. Seither wird auf allen Ebenen der Gesellschaft darüber diskutiert. Von, „auf keinen Fall“, über „ja, aber …“, bis zu „selbstverständlich“, reicht die Bandbreite der Meinungen. Nun hat der Bundestag über zwei unterschiedliche Gesetzentwürfe diskutiert und beide verworfen. Das heißt, dass die bestehende Rechtsgrundlage noch weiter Bestand hat. Aktive Sterbehilfe bleibt strafbar. Nun werden die Abgeordneten weiter nach einer parteiübergreifenden Lösung suchen, um die Vorgabe der Verfassungsrichter zeitnah umzusetzen. Die Abgeordneten sind gut beraten, zuzuhören, was zum Beispiel die Hausärzte dazu sagen. Sie sind in der Regel erste Ansprechpartner eines Kranken der nicht mehr leben will. Die zentrale Botschaft lautet hier: Kein Arzt darf zur Sterbehilfe verpflichtet werden. Und für die obligatorische, unabhängige Beratung fehlen bisher flächendeckend die Strukturen. Ein Altenheimbetreiber hat Sorge, dass ein erster „Fall“ im Haus, eine Kettenreaktion auslösen könnte. Unvorbereitet wäre das gesamte Pflegepersonal. Und ein Palliativmediziner wünscht sich kein neues Gesetz, weil er den medizinisch lebensbejahenden Weg nicht verlassen will. Nun ist nochmals Zeit gewonnen, um über das Für und Wider aktiver Sterbehilfe zu diskutieren. Wir alle sind gefordert, mitzudenken und eine Position zu beziehen. Lassen wir die Parlamentarier im Bundestag nicht allein.
Wochenendgedanken aus Rhade auf Grundlage des ZEIT-Artikels „Ausgang offen“ vom 22.06.2023
Veröffentlicht am 08.07.2023
Gesellschaft Für Sie gelesen: fiftyfifty - eine ganz besondere Zeitung
Helge Schneider: „Ich lese NUR fiftyfifty. Andere Zeitungen beim Frisör“
Sie erscheint monatlich und wird auf der Straße und im digitalen Abo verkauft. Sie hebt sich von allen anderen Tages-, Wochen und Monatszeitungen deutlich ab. Fiftyfifty ist lesenswert. Das Besondere an dieser Zeitung ist, dass sie nicht nur unterhaltend und informativ ist, sie mischt sich ein. Sie bezieht gesellschaftspolitische Positionen, ohne auszugrenzen. Fiftyfifty hilft Menschen und motiviert andere, dabei mitzuhelfen. Wer fiftyfifty nur als Obdachlosenzeitung einstuft, die Mitleid als Verkaufsargument nutzt, hat nicht verstanden und nicht gelesen. Die Zeitung berichtet so vielschichtig, dass der aufgeschlossene Leser von jeder neuen Ausgabe etwas mitnimmt. Eine Rubrik einer großen Wochenzeitung trägt den Titel: „Was mein Leben reicher macht“. Ohne Übertreibung könnte auch eine Unterzeile von fiftyfifty ähnlich lauten. Aktuell beschäftigten sich die Zeitungsmacher um Hubert Ostendorf, den langjährigen Geschäftsführer der Selbsthilfeorganisation für Obdachlose, mit dem Begriff Glück. Wenig überraschend ist zwar, dass materieller Reichtum nicht unbedingt und dauerhaft das höchste Glücksgefühl erzeugt, aber dass diejenigen, die wir in der Regel (vor)schnell als „die da unten“ abqualifizieren, sich über Kleinigkeiten noch besonders freuen können und dabei glücklich sind, überrascht den Leser und sorgt parallel für eigene Nachdenklichkeit. Grund genug, sich mit fiftyfifty anzufreunden. So wie Helge Schneider, ein prominenter Unterstützer. Die Printausgabe kostet nur 2,80 Euro, davon erhält der Verkäufer 1,40 Euro. Das Digitalabo der besonderen Zeitung ist mit 38 Euro für 12 Ausgaben im Jahr ausgesprochen kostengünstig. Wir übernehmen den folgenden fiftyfifty-Aufruf und bitten um Solidarität.
Die Zukunft unserer Straßenzeitung fiftyfifty ist bedroht. Die Digitalisierung und die anhaltende Corona-Krise machen uns schwer zu schaffen. Um die PAPIER-Ausgabe der fiftyfifty zu stützen, bitten wir Sie sehr herzlich um Abschluss eines Digital-Soli-Abos. Hier bitte bestellen: https://www.fiftyfifty-galerie.de/kunst/7278/1-2-3-fiftyfifty-digital-abo
Veröffentlicht am 07.07.2023
Gesellschaft „Jeden Tag etwas besser werden“ oder „Schwach, wie eine Flasche leer“
Wochenendgedanken aus Rhade
Es war einmal ein Fußballtrainer, der unserer Nationalmannschaft mit dem Zitat, jeden Tag etwas besser werden, einhämmerte, wie Spitzenleistungen erzielt werden können. Ein anderer Trainerphilosoph brachte ebenfalls in nur einem Satz auf den Punkt, wie Scheitern zustande kommt: „In diese Spiel es waren zwei, drei oder vier Spieler, die waren schwach wie eine Flasche leer“. Wo unsere Nationalmannschaft derzeit steht, ist gar nicht so schwer zu erkennen. Nun wechseln wir das Spielfeld und landen in der aktuellen Parteipolitik. „CDU Ratlos“, so urteilte das ZDF über den kleinen Parteitag der Christdemokraten. Es geht um die (Aus)Richtung der Partei. Inhaltlich wie personell. Da braut sich was zusammen. „Druck von allen Seiten“ titelt die ARD über den kleinen Parteitag der Grünen. Wenn reine Lehre auf politische Realität trifft, dann sucht man den kleinsten gemeinsamen Nenner, nur um das Gesicht zu wahren. Die FDP sitzt weiter im Koalitionsbremserhäuschen und hat in Christian Lindner und Wolfgang Kubicki zwei ungleiche Brüder, die gleichzeitig, aber in unterschiedliche Richtungen blinken können. Die Lafontaines haben es tatsächlich geschafft, zwei Parteien nacheinander zu zerreißen. Während sich die SPD, zwar auf niedrigerer Wählerzustimmung stabilisiert hat, befindet sich die Linke bereits im freien Fall der Bedeutungslosigkeit.
- Fazit 1: „Flasche leer“ kann momentan auf viele Bereiche des gesellschaftspolitischen Lebens übertragen werden. Dramatisch ist, dass davon (in Umfragen) nur eine Rechtsaußen-Partei profitiert.
- Fazit 2: Das Ziel, „Jeden Tag etwas besser werden“, gilt für den persönlichen Bereich ebenso, wie für alle gesellschafts- und parteipolitischen Ebenen.
Veröffentlicht am 24.06.2023
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