Nachrichten zum Thema Gesellschaft

Gesellschaft Heute halten wir inne und gedenken

Vor 78 Jahren wurde das KZ Auschwitz von der Roten Armee befreit - und was das mit Dorsten zu tun hat

Wir kennen die schrecklichen Bilder von menschlichen Leichenbergen und wenigen Überlebenden, die mit leeren, gebrochenen Augen in die Kamera blicken. Bilder, die bei der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz aufgenommen wurden. Wir wissen, das Nazi-Deutschland für die millionenfache (!) Ermordung verantwortlich ist. Wir können das verursachte Leid niemals gutmachen. Wir haben aber die moralische Pflicht, den Opfern zu gedenken. Dabei schwebt über jedem Gedanken die Frage, wie und warum diese bestialischen Gräueltaten möglich waren. In unserem Land, das sich rühmte, einen hohen Bildungsstandard zu haben. An der Antwort versuchen sich bis heute die klügsten Historiker und Philosophen. Eine Gewissheit ist aber unumstößlich sicher und richtig: Die Nazi-Mordmaschinerie war nur möglich, weil die übergroße Mehrheit der Deutschen weggeguckt hat und so zum passiven Mittäter wurde. Im ganzen Land. Auch in Dorsten. Heute erinnern wir daran, gedenken der Opfer und versprechen, nie wieder unsere demokratischen Strukturen zu schwächen. Nie wieder zuzulassen, dass Hass, Hetze und Nationalismus gesellschaftsfähig werden. Heute kann um 16 Uhr im Jüdischen Museum oder um 17 Uhr vor der Wulfener Matthäuskirche gemeinsam, NIE WIEDER versprochen werden.

Rhader Aufruf zum heutigen Holocaustgedenktag

Veröffentlicht am 27.01.2023

 

Gesellschaft Internationaler Holocaust-Gedenktag am 27. Januar (1)

Dorsten beteiligt sich mit mehreren Veranstaltungen 

Bereits am Freitagvormittag wird es eine Lesung in der Neuen Schule mit der Kinderbuchautorin  Andrea Behnke geben. Im Mittelpunkt steht „die bewegende Geschichte des jüdischen Mädchens Ilse Reifeisen aus Dorsten, die 1939 mit 13 Jahren alleine mit einem Kindertransport nach Schweden flüchten konnte, während ihre Eltern umgebracht wurden. Doch, wie kann man Kindern dieses komplexe Holocaust-Thema zugänglich machen, ohne sie emotional zu überfordern? Als eine Antwort auf diese Frage hat das Jüdische Museum jetzt eine Broschüre zu Ilses Fluchtgeschichte unter dem Titel „Der Tag, an dem die Blumen die Farben verloren. Das Mädchen Ilse Reifeisen“ herausgegeben. Sie wird am Gedenktag vorgestellt. Auch Dorstener beteiligten sich an diesem Projekt: So wurde der Band von Schüler_innen des St. Ursula Gymnasiums reich illustriert. Schüler_innen der St.-Agatha-Grundschule steuerten originelle Schreibarbeiten bei, die Andrea Behnke im Zuge einer Schreibwerkstatt mit ihnen erarbeitet hat. Nachmittags ist jeder zur öffentlichen Gedenkveranstaltung willkommen, die im Jüdischen Museum um 16 Uhr durch Bürgermeister Tobias Stockhoff eingeläutet wird. Mit einem Gedenken im Garten des Jüdischen Museums und einer Reinigung der Stolpersteine für die Familie Reifeisen in der Innenstadt endet die Veranstaltung gegen 17.30 Uhr.

Auszüge aus einer Pressemitteilung der Stadt Dorsten

Veröffentlicht am 24.01.2023

 

Gesellschaft Wer nur mit Facebook, Twitter und Co. Politik erklären will, ist zu kurz gesprungen

Gesellschaftspolitische Zusammenhänge lassen sich nicht auf wenige Zeichen reduzieren

Die Welt ist aus den Fugen geraten. Krieg in Europa, Klima in Turbulenzen und Demokratie in gefährlicher Schwächephase. Um zu verstehen, müssen die politischen Akteure zuhören und wissenschaftliche Erkenntnisse aufgreifen. Das Lesen der Überschriften reicht nicht aus, um verantwortungsvoll zu handeln. Die sogenannten Kurznachrichtendienste und sozialen Medien verführen aber geradezu, schnell eine Meldung oder Meinung „rauszuhauen“, aufzugreifen oder zu teilen. Viele Leser, auch Follower genannt, reagieren noch verkürzter nur mit dem gehobenen Daumen oder irgendeinem emotionalen Smiley. Auf der Strecke bleiben Hintergrundwissen und nötiger Meinungsaustausch. Eine fatale Entwicklung. Gedruckte Zeitungen verschwinden, Parteien sind ratlos. Der Glaube, nur mit Facebook, Twitter und Co. zu überleben, zieht aber den Strick am eigenen Hals weiter zu. Auch, weil Multimilliardäre wie Elon Musk und Mark Zuckerberg die genannten Medien nicht nur als lukrative Geschäftsidee ansehen, sondern damit Politik in ihrem Sinne machen. Demokratischen Strukturen, Mitbestimmung der Arbeitnehmer, Datenschutz? Fehlanzeige! Grund genug, sich an und mit dieser gezielten Desinformationsmaschinerie nicht mehr zu beteiligen. 

Wochenendgedanken aus Rhade

Veröffentlicht am 21.01.2023

 

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