Nachrichten zum Thema Gesellschaft

Für mehr Respekt auf allen Ebenen wird mit diesem Kunstwerk der Dorstenerin Brigitte Stüwe geworben*) Gesellschaft RESPEKT! Ab 1. Oktober beträgt der Mindestlohn 12€ / Stunde

GESELLSCHAFT DES RESPEKTS

Wir machen Politik für eine Gesellschaft des Respekts. Eine Gesellschaft, die Vielfalt als Stärke begreift und jede Leistung und jeden Lebensentwurf anerkennt. In der der Staat den Bürgerinnen und Bürgern auf Augenhöhe begegnet und dem Anspruch gerecht wird, ihr Leben einfacher zu machen und sie auf Veränderungen vorzubereiten.

Hand aufs Herz, hätten Sie es gewusst?

WIE VIELE BESCHÄFTIGTE WERDEN VON DER ERHÖHUNG DES MINDESTLOHNS AUF 12 EURO PROFITIEREN? - ÜBER 6 MILLIONEN! 

www.spd.de

*) Brigitte Stüwe ist freischaffende Künstlerin. Das großflächige Bild RESPEKT wurde mehrfach in Dorsten zerstört. Eindrucksvoll wirbt es für mehr Miteinander und weniger Egoismus. Alle demokratischen Parteien und entsprechende gesellschaftspolitisch agierende Gruppen, finden sich in diesem Kunstwerk wieder. DANKE. (SPD Rhade)

Veröffentlicht am 29.09.2022

 

Gesellschaft Dorsten ehrt Schwester Paula mit einer Stele

Erinnerung an eine große Persönlichkeit

Sie war unübersehbar in der Stadt. Ihre gehäkelte bunte Baskenmütze kann als Markenzeichen einer besonderen Frau gewertet werden. Schwester Paula, eine Ursulinenschwester, war als Tisa von der Schulenburg vor ihrem Eintritt in das Dorstener Kloster, auch der Kunstwelt ein Begriff. „Sie hat immer gegeben“, so ein Urteil eines Rhaders, der sie persönlich kennenlernen durfte, der viele politische Gespräche mit ihr führen konnte, der sich nach und nach mit ihrer Kunst anfreundete. Religiös und politisch, tolerant und meinungsstark, fröhlich und neugierig, so haben viele Dorstener sie erlebt. Ihre Kunstwerke kann der aufmerksame Beobachter an vielen Orten in der Stadt finden. Leider fehlen entsprechende Hinweise, die die Kunst und die Künstlerin beschreiben. Als der sprudelnde Marktplatzbrunnen aus dem Zentrum der Lippestadt entfernt wurde, ging ein Aufschrei durch die Stadt. Es war ihr Brunnen, den sie im Auftrag der damaligen WestLB gestaltet hat und der als Geschenk an die Stadt zentral aufgebaut wurde. Nun plätschert er deplatziert, wie nicht wenige urteilen, im Schatten der alten Stadtwaage. Nicht weit davon wurde jetzt aktuell eine Stele enthüllt, die an Schwester Paula erinnert und sie so dauerhaft würdigt. Der hiesige Verkehrsverein ist Initiator des neuen Dorstener Denkmals. Der Anstoß, sich dadurch mit dem Leben und Wirken einer starken Frau zu beschäftigen, lohnt allemal, so eine Bürgerin, die Tisa kannte.

Ein Rhader Dank an die Initiatoren des Denkmals

Veröffentlicht am 23.09.2022

 

Gesellschaft Nicht das Erinnern, das Vergessen ist die Gefahr

Das Jüdische Museum in Dorsten ist 30

Richard von Weizsäcker, früherer Bundespräsident, hat mit seinem Zitat in der Titelzeile, ein wichtiges Vermächtnis hinterlassen. Ein Vermächtnis, die Nazi-Verbrechen der Vergangenheit nie zu vergessen und gesellschaftspolitisch alles zu tun, um eine Wiederholung unmöglich werden zu lassen. In Dorsten ist es der Geschichtsgruppe von unten, „Dorsten unterm Hakenkreuz“, zu verdanken, dass das lange (Ver)Schweigen in der Lippestadt, Mitte der 80er Jahre ein Ende nahm. Der Grundstein wider das Vergessen war gelegt. Mehrere Bücher erinnern daran, dass es eine Jüdische Gemeinde Dorsten gab und wie sie durch Demütigung, Verfolgung, Vertreibung und Ermordung, eliminiert wurde. Die Gedenktafel in der Wiesenstraße, von Schwester Paula gestaltet, legt davon Zeugnis ab. Und vor 30 Jahren wurde durch Johannes Rau, dem damaligen NRW-Ministerpräsidenten, das Jüdische Museum Westfalen in der Lippestadt eröffnet. Daran erinnert ein spannendes kleines Buch, das, passend zum Jubiläum, 30 Exponate  des Museums vorstellt. Auf den ersten Blick unscheinbar, aber durch die exzellenten Begleittexte eine erhellende Hintergrundreise durch das jüdische Leben (und Sterben) in Deutschland und unserer Stadt. Die beeindruckende Broschüre ist im Jüdischen Museum Westfalen für nur 5 Euro zu erwerben. Ein wichtiger Baustein, sich zu erinnern und nie zu vergessen.

Dirk Hartwich   

Veröffentlicht am 21.09.2022

 

Gesellschaft Ein nüchterner Blick in eine graue Zukunft - Gesund altern?

Wunsch und Wirklichkeit - Wochendgedanken aus Rhade

Ist das Glas noch halbvoll, oder schon halbleer? Eine beliebte Wortspielerei, um die Begriffe Optimismus und Pessimismus zu erklären. Die ältere bundesdeutsche Bevölkerung, und das ist die Mehrheit, kommt um eine vorbereitende Lebensplanung des letzten Drittels nicht herum. Trotz aller Vorsorge, trotz der vielen Versuche, gesünder zu leben, tickt die Lebenszeituhr unerbittlich weiter. Parallel nehmen die Wehwehchen und die Arztbesuche zu. Der Zeitpunkt, auf Unterstützung angewiesen zu sein, ist klar erkennbar. Und um die Frage, was dann?, kommen wir nicht herum. An dieser Stelle unterbrechen wir die ernüchternde Einführung, und lassen nur die Statistik sprechen:

  • Vier von fünf Frauen, drei von vier Männern, werden im Alter pflegebedürftig
  • Der Eigenanteil für einen Pflegeheimplatz beträgt monatlich durchschnittlich 2300 Euro
  • Die mittlere Monatsrente beträgt ca. 1200 Euro
  • 31% aller Pflegeheimbewohner sind auf Sozialhilfe angewiesen
  • Unsere Pflegeheime sind überfüllt, das Personal zu knapp und überarbeitet
  • 50% der Pflegeheimbewohner sterben im ersten Jahr nach dem Einzug
  • 42% der Männer sogar in den ersten drei Monaten
  • „Lieber tot als im Pflegeheim“, denkt ein Drittel lt. einer Umfrage

Die Politiker sind alarmiert und arbeiten an der Neugestaltung der Pflegeversicherung. Wir selbst sind gut beraten, jetzt mitzudenken, wie und wo wir weiter leben wollen. Wohngemeinschaften, Mehrgenerationenhäuser, Familienzusammenschluss, Nachbarschaftshilfen - es gibt Alternativen, die zu „Glas ist noch halbvoll“ tendieren.

Eigener Beitrag auf Grundlage der Presseberichte „Sonntags leider ungewaschen“, ZEIT 01.09. und „Angst vor dem Lebensabend“, Dorstener Zeitung 16.09.2022

Veröffentlicht am 17.09.2022

 

Gesellschaft Nimm dich nicht so wichtig!

Erkenntnisse nach einem besonderen Sommerfest

Das Wetter war gut, die Vorfreude immens. Nach 2 Jahren Corona-Pause stand endlich das beliebte Sommerfest wieder auf dem Programm der zu betreuenden Menschen mit Handicap in einer Nachbarstadt. Die Diakonische Stiftung Wittekindshof hatte eingeladen und wir durften teilnehmen. Bunte Luftballons wiesen den Weg, unüberhörbar die Musik. Bratwurstduft vermittelte, wir sind angekommen. Viel wichtiger als diese Äußerlichkeiten, sind aber die Teilnehmer an diesem Fest. Ob im Rollstuhl, am Arm einer Unterstützerin, ob halb liegend oder mit Hilfe eines Betreuers geführt, allen stand die Freude ins Gesicht geschrieben. Kaum setzte die Musik ein, bewegten sie sich im Rhythmus, sangen, schunkelten und drückten so ihre Freude am Zusammensein aus. In der Politik wurde der Begriff TEILHABE eingeführt. Er soll uns allen signalisieren, dass jeder Mensch nicht nur wertvoll ist, sondern das RECHT hat, am Leben teilzunehmen. Wie wahr und wie unvollständig immer noch umgesetzt. Räumlich wurde gewaltig „aufgerüstet“. Überwiegend Einzelzimmer mit eigenem Bad, erhalten die Individualität der zu Betreuenden. Aber ohne die BetreuerInnen wäre alles nichts. Wer sieht, wie selbstverständlich und natürlich sie sich im Kreis der behinderten Mitmenschen bewegen, wer wahrnimmt, wie liebevoll und einfühlsam sie sich kümmern, kommt um den nächsten gesellschaftspolitischen Begriff nicht herum - RESPEKT. Und wir lernen nachhaltig, uns nicht immer so wichtig zu nehmen. Das Sommerfest darf für alle Teilnehmer als gelungen bewertet werden. DANKE.

Brigitte und Dirk Hartwich

Veröffentlicht am 12.09.2022

 

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