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Nachrichten zum Thema Gesellschaft
Gesellschaft Am 1. September 1939 hat Nazi-Deutschland Polen überfallen
83 Jahre danach sind die Wunden nicht verheilt - Sonntagsgedanken aus Rhade
Der Größenwahn Adolf Hitlers hat die Welt in Trümmer gelegt und Millionen Menschen das Leben gekostet. Die Verbrechen, die im Namen Deutschlands weltweit begangen wurden, holen uns immer wieder ein. Polen wurde von deutschen Soldaten in Schutt und Asche gelegt. Wer Widerstand leistete, bezahlte mit dem Leben. Kann ein Land und seine Menschen das je vergessen? Nun hat die polnische Regierung eine Bilanz der „Schäden“ vorgelegt und die Rechnung Deutschland präsentiert. 1,3 Billionen Euro Wiedergutmachung lautet die astronomische Summe. Juristisch spricht alles dagegen, dass Deutschland Reparationen leisten muss. Mehrere Nachkriegsverträge mit Polen sprechen eindeutig dagegen. Es gibt aber neben der juristischen Bewertung, die moralische. Und hier ist sich Deutschland seiner Verantwortung absolut bewusst. „Leid und Schmerz dieses barbarischen Verbrechens wirken bis heute nach und sind uns ewig Mahnung“, so die Außenministerin am 83. Jahrestags des Überfalls. Erinnert sei heute auch an die Wehrmachtsverbrechen in anderen Ländern, die sich sich gegen die unrechtmäßige Okkupation durch Deutschland wehrten. Wir alle tragen noch heute sehr schwer an diesem Rucksack, den uns die Nazis, unterstützt von der Mehrheit der Bevölkerung, umgehängt haben. Wir tragen zwar keine Kollektivschuld, aber die Kollektivscham muss unser ständiger Begleiter bleiben.
Veröffentlicht am 04.09.2022
Gesellschaft Energiepreise: Der Markt wird’s schon richten?
Wenn der Zweifel wächst - Wochenendgedanken aus Rhade
Wir sind ein reiches Land. Uns geht es gut. Wer hat, lebt auf der Sonnenseite des Lebens. Wer weniger hat, kommt trotzdem (noch) einigermaßen gut über die Runden. Wer nichts hat, wird gestützt. So funktioniert unser Staat. Unsere Wirtschaftsform trägt den Titel SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT. Über Steuern und Abgaben wird so reguliert, dass der Unternehmer investieren kann und dennoch verdient, der Arbeitnehmer seinen halbwegs gerechten Lohn erhält, und der Staat seine Aufgaben erfüllen kann. Kommt es zu unerwarteten Brüchen, springt die Allgemeinheit solidarisch ein, um eine gesellschaftspolitische Schieflage zu verhindern. Was gestern galt, wird heute auf eine harte Probe gestellt. Um unsere Freiheit zu verteidigen, die Abhängigkeit von autoritär geführten Staaten zu verringern und zusätzlich das Klima zu schützen, müssen wir unsere Energiepolitik neu aufstellen. Alternativlos! Die Kosten für diesen lebensnotwendigen Strukturwandel müssen wir alle tragen. Damit das gerecht zugeht, hat der Staat die alleinige Steuerungsgewalt. Das funktioniert aber momentan nicht. Einerseits schießen die Energie-Verbraucherpreise durch die Decke, andererseits sorgen sie für unerwartete Gewinnsprünge bei nicht wenigen Versorgern. Das ist ungerecht und keine Soziale Marktwirtschaft, wenn da nicht entschlossen eingegriffen wird. Eine ÜBERGEWINNSTEUER ist kein Teufelszeug. Sie auf Zeit anzuwenden, würde den entstandenen Zweifel am gerechten Funktionieren des Marktes die Grundlage entziehen. Unsere Ampelregierung steht vor einer schweren Bewährungsprobe.
Veröffentlicht am 27.08.2022
Gesellschaft Das große Sterben hat begonnen
Vereine, Kirchen und Parteien blicken in eine ungewisse Zukunft
Viele Sportvereine schließen sich zusammen, um überhaupt noch Jugendmannschaften aufstellen zu können. Kirchengemeinden werden zusammengeschlossen, weil Gläubige austreten und Seelsorger fehlen. Parteien, die den Zusatz Volksparteien trugen, leiden an dramatischem Mitgliederschwund und Desinteresse bei der Jugend. Drei Beispiele von vielen. Sie zeigen aber einen ungebrochenen und gefährlichen Trend, der unserer Gesellschaft und unserer Demokratie nicht gut tut. Ob Sportverein, Kirche oder Partei, alle haben in den letzten Jahren nachgedacht, sich teils neu aufgestellt, Werbung in eigener Sache gemacht, neue Kommunikationstechnologien eingeführt. Das Ergebnis ist für die Vertreter der genannten Institutionen niederschmetternd. Ratlosigkeit, wohin man blickt. Selbst SPD-Ortsvereine wie Rhade, seit über 50 Jahren mustergültig geführt, von allen Seiten gelobt, leiden an jungen Aktiven. Dennoch darf nicht aufgegeben werden. Auf den guten Seelsorger kann nicht verzichtet werden, Jugendsport im Verein ist praktische Sozialarbeit, Parteien wirken an der politischen Willensbildung mit. Wer will, dass unser Leben nicht ärmer wird, muss helfen, den Schalter in Richtung sichere demokratische Zukunft umzulegen. Nicht passiv als Zuschauer von außen, sondern aktiv als Teil der Lösung.
Wochenendgedanken aus Rhade
Veröffentlicht am 20.08.2022
Gesellschaft Ich habe einen Traum
Wochenendgedanken aus Rhade
Alle, die vor 77 Jahren oder danach geboren wurden, können für sich in Anspruch nehmen, persönlich keine Schuld am 2.Weltkrieg und seinen Gräueltaten zu tragen. „Die Gnade der späten Geburt“, nannte das ein früherer Bundeskanzler. Statt Kollektivschuld tragen wir Spätgeborenen aber den Rucksack KOLLEKTIVSCHAM. Der ist schwer, weil sich zusätzlich die Last VERANTWORTUNG im Gepäck befindet. Verantwortung heißt, immer dann hinzusehen, die Stimme zu erheben und Fehlentwicklungen aktiv zu verhindern, wenn die Würde des Menschen, ohne jede Ausnahme, in Gefahr ist. Das ist eine gesellschaftspolitische Aufgabe, die wir alle zu leisten haben, wenn Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität in unsere Alltagssprache zurückfinden sollen. Nachdem die Leser dieses Textes zustimmend genickt, und einige sogar den Daumen hoch gereckt haben, engagieren sie sich bereits morgen in einer demokratischen Partei, der Friedensbewegung, einer Naturschutzorganisation, einem Sportverein oder einer anderen Institution, um Verantwortung für uns alle zu tragen. Für sie gelten ab sofort keine Landesgrenzen, keine Hautfarbe, keine Religionszugehörigkeit, keine sexuelle Orientierung, usw,, als Ausschlussgrund für das persönliche Engagement. Nach und nach wird die Welt friedlicher, das Weltklima findet ins Gleichgewicht zurück, Die Begriffe Armut und Hunger werden zu Fremdwörtern erklärt. Bevor ich jetzt aufwache, drehe ich mich nochmal um und träume weiter.
Veröffentlicht am 13.08.2022
Gesellschaft Aus der Geschichte lernen
Dorsten ist jetzt Mitglied im Riga-Komitee - und hat sich etwas vorgenommen
Es ist ein dunkles Kapitel der Dorstener Stadtgeschichte. In den 1930er und 1940er Jahren gaben die Nationalsozialisten den Ton in der Lippestadt an. Mit verheerendem Ergebnis. Erst grenzten sie alle aus, die nicht mit marschieren wollten, dann glaubten sie einer überlegenen Rasse anzugehören, um in der Folge alle auszumerzen, die anders waren. Am Ende war Dorsten ein Trümmerfeld, viele Soldaten blieben „im Feld“, eine bisher anerkannte und integrierte Bevölkerungsgruppe war deportiert und kaltblütig ermordet worden. Erst 40 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges wurde dieses dunkle und verdrängte Kapitel der Stadtgeschichte von der Forschungsgruppe „Dorsten unterm Hakenkreuz“ aufgearbeitet. Nach weiteren 40 Jahren ist unsere Stadt nun Mitglied im Riga-Komitee. Nach Riga wurden zigtausende Juden deportiert und ermordet. Auch aus Dorsten. Das Städtebündnis hat sich zur Aufgabe gemacht, mit lokalen Aktionen gegen das Vergessen zu wirken. Achim Schrecklein und Friedhelm Fragemann, die als Vertreter und im Auftrag der Stadt und des Rates bei der Aufnahme ins Riga-Komitee vor Ort waren, wollen künftig auch persönlich dafür eintreten, dass wir alle aus der Geschichte lernen. Eine besondere Gelegenheit bietet sich bereits am 23. August. Eine private Initiative hat es geschafft, einen jüdischen Überlebenden aus Amerika ins Jüdische Museum einzuladen. Um 19 Uhr wird Sami Steigmann, der als Säugling medizinische Versuche der Nazis in einem Lager der Ukraine überlebte, über seine Leidensgeschichte berichten. Die Schirmherrschaft über diese besondere Veranstaltung hat Bürgermeister Stockhoff übernommen,
Eigener Bericht, wird in den nächsten Tagen mit weiteren Informationen fortgesetzt
Veröffentlicht am 09.08.2022
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