Nachrichten zum Thema Gesellschaft

Gesellschaft Reiche nehmen zu - demokratische Länder ab

Gibt es einen Zusammenhang?

Die Superreichen nehmen zu. Weltweit. Auch in Deutschland. 10% unserer Haushalte besitzen 60% des Gesamtvermögens netto*. Der politische Versuch, die Schere zwischen arm und reich zu schließen, kann kaum noch gewonnen werden. Der Reichtum der Wenigen ist Macht. Macht über Unternehmen, Banken und Medien. Diese Macht wird nicht nur eingesetzt, um den eigenen Status zu verteidigen, sondern auch, um gesellschaftspolitische Strukturen zu verändern. Weltweit. Nach dem Fall der Sowjetunion glimmte kurz die Hoffnung auf, dass Demokratie nach unserem Verständnis die Welt erobern würde. Der Traum währte nur kurz. Statt in diese Staatsform zu investieren, beherrschte die persönliche Finanzvermehrung den Tagesablauf. Weltweit. Plötzlich konnten windige Politiker, dank bestem Finanzsponsoring Regierungschefs werden. Lügen verwandelten sich in alternative Fakten, die Gewaltenteilung wurde und wird systematisch ausgehöhlt, Menschenrechtsverletzungen mehr oder weniger still hingenommen. Geld regiert die Welt? Wer aber achselzuckend resigniert, hilft mit, diese fatale Fehlentwicklung zu stärken. Wir müssen die Demokratie verteidigen. Politisch. Wir müssen Mehrheiten bei Wahlen gewinnen, um einen Gegenpol zum weltweiten Demokratieabbau zu bilden. Wir müssen diesen Kampf der Menschenrechte gewinnen. Weltweit.

Wochenendgedanken aus Rhade

(* Statistik Hans-Böckler-Stiftung)   

Veröffentlicht am 11.06.2022

 

Das Foto zeigt Yasmin Fahimi, 3. v. l. Eingerahmt v. Michael Baune, r. und Manfred Pauls links Gesellschaft Eine starke Frau - Yasmin Fahimi ist DGB-Vorsitzende

2014 war sie in Dorsten - Gratulation aus Rhade

Eine überparteiliche Dorstener Bürgerinitiative, ENERGIE - KLIMA - UMWELT, ist vor einigen Jahren engagiert angetreten, um für eine gesunde, nachhaltige Umwelt in der Lippestadt zu werben. Ein Anliegen war, das wichtigste Lebensmittel, das Trinkwasser zu schützen. Fracking, darunter ist das gewaltsame Aufbrechen des Gesteins unter Einsatz hochgiftiger Chemikalien zu verstehen, ist verantwortlich für eine irreparable Verseuchung des Grund- und Trinkwassers. Die Initiative, Koordinator war der Rhader Dirk Hartwich,  informierte mit mehreren bestens besuchten Veranstaltungen und startete eine  Unterschriftenaktion in Dorsten. In kürzester Zeit unterschrieben über 2000 Dorstener Bürger einen Appell, der am 23. April 2014 Yasmin Fahimi vor dem Alten Rathaus in unserer Stadt übergeben wurde. Darüber wurde kurz danach auf dieser Internetseite berichtet. Ein Auszug daraus zur Information:

Yasmin Fahimi, die neue Generalsekretärin der SPD wird die von Manfred Pauls überreichten Listen an Sigmar Gabriel (Energieminister) und Barbara Hendricks (Umweltministerin) überreichen. Marita Dopatka präsentiere im Rahmen der Übergabe auch das beeindruckende Bild ihrer 7-jährigen Enkelin. Kurz: Eine Aktion unseres Arbeitskreises, die bei den ca. 100 Besuchern Aufmerksamkeit, Interesse und Sympathie vermittelte.

Yasmin Fahimi wurde später Staatssekretärin im Arbeitsministerium. Nun ist sie die erste Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB. Wir gratulieren herzlich und erinnern uns gerne an das Treffen 2014 und die damit verbundenen Gespräche.

Veröffentlicht am 19.05.2022

 

Gesellschaft Wenn Bürgerinitiativen ihre Unschuld verlieren

Eine kurze Nachdenkgeschichte

Wenn Bürger feststellen, dass ihre Belange von Politik und Verwaltung nicht fair und ausreichend berücksichtigt werden, können sie auf die Barrikaden gehen oder eine Initiative mit Gleichgesinnten gründen. Das Ziel muss immer sein, respektvoll sein Anliegen zu vertreten. Respektvoll gegenüber der Gegenseite. Umgekehrt gilt natürlich das Gleiche. Ist der Bürgerprotest erfolgreich, wird die beklagte Ungerechtigkeit über kurz oder lang der Vergangenheit angehören. In der Regel ist aber langer Atem notwendig. Es gibt aber auch Bürgerinitiativen, die nicht von unten nach oben ins Leben gerufen werden, sondern aus erhöhter Ebene gegründet, um das eigene Handeln abzusichern. Im Prinzip ist nichts dagegen einzuwenden, wenn diese so gebildeten Bürgerinitiativen trotzdem eigenständig agieren. Also auch Widerspruch in Richtung Auftraggeber artikulieren können. Die Gefahr, seine Unschuld zu verlieren, ist dann besonders groß, wenn Verwaltung und/oder Politik es schaffen, mit besonderer Aufmerksamkeit und Sympathie die Bürgervertreter einzuwickeln. Dann ist immer wieder zu beobachten, dass die so Umworbenen sich geehrt fühlen und die eigenen Interessen aus den Augen verlieren. Wer genau hinsieht, erkennt, dass so geknüpfte Netzwerke von oben nach unten,  nicht mehr guten Gewissens BÜRGERINITIATIVEN oder ähnlich genannt werden sollten.

Eine Rhader Nachdenkgeschichte auf Grundlage der ZEIT-Dokumentation (5.5.2022) über Thilo Bode, ehemaliger Chef von Greenpeace.

Zitat Thilo Bode: "NGOs (oder Bürgerinitiativen) sollen sich ihrer speziellen Rolle in der Demokratie bewusst sein und nicht meinen, sie sitzen im großen Buslenker, wenn sie einmal mit einem Minister (oder Bürgermeister) sprechen dürfen."

Veröffentlicht am 18.05.2022

 

Plakat der Dorstener Friedensbewegung, die 1987 mit einer Veranstaltung an das Kriegsende erinnerte. Gesellschaft Rhader Wochenendgedanken zum 8. Mai

Warum lernen wir einfach nicht aus menschengemachten Katastrophen?

Am 8. Mai 1945 war Deutschland am Ende. Ein schrecklicher, verbrecherischer Krieg, als 2. Weltkrieg in den Geschichtsbüchern stehend, endete durch die bedingungslose Kapitulation. Einer, der sich Führer nannte, und wahnhaft glaubte, die Welt nach seiner Ideologie „tanzen“ zu lassen, hat Millionen Menschenleben auf dem Gewissen. Deutschland wurde als Land der Dichter und Denker angesehen, ließ sich dennoch verführen und mitschuldig werden. Im allgemeinen Sprachgebrauch wurden nach 1945 dennoch überwiegend Wertungen wie Niederlage und Zusammenbruch in Publikationen und Diskussionen genutzt. So setzte sich bei nicht wenigen Bürgern der Eindruck fest, es habe sich „nur“ um einen Unfall oder eine falsche politische Strategie gehandelt. Erst 40 Jahre später, am 8. Mai 1985, räumte der damalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker mit unserer verkorksten Erinnerungskultur auf. In seiner historischen Rede wendete er den Begriff Niederlage in „Befreiung vom menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft“. Endlich strömte Frischluft durch unsere Gesellschaft. Endlich wurde mit dem Selbstbetrug, selbst nicht verantwortlich gewesen zu sein, aufgeräumt. NIE WIEDER KRIEG! Die Künstlerin Käthe Kollwitz drückte das mit ihrem Bild und der gehobenen Schwurhand eindrucksvoll aus. Heute, nur 77 Jahre nach Kriegsende, versucht wieder ein Führer, diesmal in Russland, mit Gewalt Geschichte schreiben zu wollen. Wieder folgt ihm „blind“ eine ganze Nation. Wieder sterben sinnlos Menschen. Wieder ist die Gefahr nicht ausgeräumt, dass sich aus dem Krieg vor unserer Haustür ein Flächenbrand entwickelt. Wieder stellen wir fassungslos fest, dass wir aus den menschengemachten Katastrophen einfach nichts lernen. Ein 10jähriger Junge, Pascal Kravetz, stellt 1981 in einem gemeinsamen Lied (Auszug) mit dem Rockmusiker Udo Lindenberg die richtige Frage:

Keiner will sterben

Das ist doch klar

Wozu sind denn dann Kriege da?

Herr Präsident

Du bist doch einer von diesen Herren

Du mußt das doch wissen

Kannst du mir das 'mal erklären?

Keine Mutter will ihre Kinder verlieren

Und keine Frau ihren Mann

Also

Warum müssen Soldaten losmarschieren?

Um Menschen zu ermorden mach mir das mal klar

Wozu sind Kriege da?

Herr Präsident

Veröffentlicht am 07.05.2022

 

Das offizielle DGB Logo zum 1. Mai 2022 Gesellschaft Der 1. Mai - Ein ganz besonderer Feiertag

Wie er begann - wie er sich entwickelte - was er uns heute sagt oder sagen sollte

Als Tag der Arbeit ist er in unserem Bewusstsein. Der 1. Mai. Vor 136 Jahren, also 1886, demonstrierten amerikanische Arbeiter für die Einführung des 8-Stunden-Arbeitstages.  Die Streiks endeten in gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Arbeitern und der Polizei. Die 8-Stunden-Forderung fand nach und nach Anhänger auf der ganzen Welt. In Deutschland waren es insbesondere die Sozialdemokraten, die bereits 1919 den 1. Mai zum gesetzlichen Feiertag erklärt haben wollten. Der Widerstand und die Ablehnung der Konservativen war ihnen sicher. Die Nazis nutzen die Gunst der Stunde, erklärten den 1. Mai zum Tag der nationalen Arbeit und Feiertag, um die Sympathie der Arbeiter zu gewinnen. Dass die NSDAP danach sofort die Gewerkschaftshäuser gestürmt und das Vermögen beschlagnahmt hat, gehört zur geschichtlichen Wahrheit dazu. Es folgten nach 1945 viele Maifeiern mit hochpolitischen Inhalten. Die Gewerkschaften waren sehr erfolgreich, um die sozialen Bedingungen der abhängig Beschäftigten zu verbessern. Die SPD war fest an der Seite der Gewerkschaften. In der DDR erhielt der 1. Mai den Zusatz „Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen für Frieden und Sozialismus“. Heute ist der 1. Mai für viele ein Feiertag wie jeder andere. Der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB versucht alljährlich gegenzusteuern. In diesem Jahr lautet der Slogan: GeMAInsam Zukunft gestalten. Ein Wortspiel, um uns alle daran zu erinnern, gemeinsam verantwortlich für das zu sein, was vor uns und unseren Kindern liegt. Die Rhader SPD erklärt sich mit den Zielen des DGB uneingeschränkt solidarisch.

Rhader Sonntagsgedanken

Veröffentlicht am 01.05.2022

 

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