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Nachrichten zum Thema Gesellschaft
Gesellschaft Maske ja, Maulkorb nein - Ein persönlicher Kommentar aus Rhade
Wir müssen reden - mitreden!
Die Schockstarre, in der sich die Parteien seit Ausbruch der Corona-Pandemie befinden, muss beendet werden. Es tut der Demokratie auf Dauer nicht gut, wenn die Meinungsführerschaft in einer Stadt, Dorsten soll hier nur stellvertretend für alle Gemeinden und Städte genannt sein, ausschließlich von der Verwaltung bestritten wird. Das soll nicht als Vorwurf gewertet werden. Die Verwaltung macht einen guten Job und füllt die Lücke, die ihr die Parteien und der Stadtrat lassen, komplett aus. Das mag kurzfristig gut sein, langfristig führt das zu Übermut. Daher jetzt die Aufforderung an alle Dorstener Parteien, mitzureden, sich einzumischen, offen zu hinterfragen, was unserer Stadt gut tut und was noch besser gemacht werden könnte. Dass heute die besondere Schwierigkeit darin liegt, überhaupt gehört zu werden, darf nicht zur Ausrede genutzt werden. Die Maskenpflicht dient der Gesundheit, die offene und öffentliche Diskussion der demokratischen Kultur. Diese muss wiederbelebt werden.
Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 28.04.2020
Gesellschaft Finanzkrise - Flüchtlingskrise - Klimakrise - Europakrise - Coronakrise
Können wir uns aus der Abwärtsspirale befreien?
Wer die genannten Krisen in einem ruhigen Moment an sich vorbeiziehen lässt, muss beunruhigt sein. Trotz vielerlei Stützungsmaßnahmen, kann hinter keiner Krise ein Erledigungsvermerk angebracht werden.
- Finanzkrise: An der Börse wird weiter gezockt. Vielen Staaten droht die Insolvenz. Der Exportweltmeister Deutschland verliert seine Märkte.
- Flüchtlingskrise: Was sich seit Jahren an der EU-Außengrenze abspielt, ist ein Drama und eine Schande für die Mitgliedsländer. Ein Ende ist nicht in Sicht.
- Klimakrise: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Waldbrände in Australien, Heuschreckenplage in Afrika, Schmelzen des Eises an den Polkappen, Trockenheit in Europa.
- Europakrise: Die Werte- und Wirtschaftsgemeinschaft EU bietet ein Bild der Zerrissenheit. Der Brexit scheint der Anfang vom Ende zu sein.
- Coronakrise: Ein Virus zeigt uns unsere Grenzen auf. Weltweit. Der Kunstbegriff „Neue Normalität“ bedeutet nichts anderes als: „Es wird nichts mehr sein wie bisher“.
Fazit: Wir, die Politiker und die Gesellschaft, sind gut darin, Krisen zu managen und zu verwalten. Wer will, dass wir weltweit aus der sich immer schneller drehenden Abwärtsspirale herauskommen, kommt an radikalen Maßnahmen nicht vorbei. Radikal heißt nicht, weniger Demokratie. Radikal muss hier mit mehr Demokratie wagen übersetzt werden. So wie es Willy Brandt (SPD) uns ins Stammbuch geschrieben hat.
Eine Lagebewertung aus Rhade
Veröffentlicht am 22.04.2020
Gesellschaft Das Recht aufs Sterben schließt das Recht aufs Leben ein - Eine Selbstverständlichkeit, an die erinnert werden muss
Gedanken zum Wochenende aus Rhade
Das Bundesverfassungsgericht hat kürzlich geurteilt, dass selbstbestimmt und mit Hilfe Dritter, das eigene Leben vorzeitig beendet werden darf, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind. Die Betonung liegt auf selbstbestimmt. Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass jeder bei uns das Recht hat, solange zu leben, wie er will. Was so selbstverständlich klingt, gerät zurzeit ins Wanken. Im Zuge der schrecklichen Corona-Katastrophe wird auch immer lauter darüber diskutiert, ob der erkrankte „80jährige“ nicht besser „abgeschaltet“ werden sollte, um einer ebenfalls infizierten 35jährigen Hausfrau mit 2 Kindern das Beatmungsgerät zu überlassen. Der Wert des Lebens ist aber unabhängig vom Alter. Und unsere Grundwerte sind in unserem Grundgesetz verankert. Im Artikel 2 (2) heißt es: Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Der Artikel 3 (3) beschreibt, dass niemand benachteiligt werden darf. Auch das Separieren nach Alter, also dass z. B. für alle ab 65 ein Ausgehverbot verhängt werden müsste, ist mit dem Grundgesetz nicht vereinbar. Im Artikel 1 ist verbindlich von der Würde des Menschen die Rede. Jedes Menschen! Der Appell lautet: Kühlen Kopf bewahren und solidarisch handeln!
Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 28.03.2020
Gesellschaft Heute wollen wir mal nicht über CORONA und die Folgen berichten - Heute erinnern wir an eine starke Dorstener Frau
Schwester Paula – Künstlerin und Ordensfrau (1)
Die öffentliche Diskussion über die mögliche Verlegung des Tisa-Brunnens aus der Dorstener Innenstadt, ist eine gute Gelegenheit, an eine außergewöhnliche Frau, die Dorstener Geschichte geschrieben hat, zu erinnern. Dazu übernehmen wir den Artikel von Wolf Stegemann, Autor des Dorsten-Lexikons, in mehreren Abschnitten. Das Dorsten-Lexikon kann unter www.dorsten-lexikon.de aufgerufen werden:
1903 in Tressow bis 2001 in Dorsten; Ehrenbürgerin, Künstlerin und Nonne. – Die geborene Gräfin Elisabeth von der Schulenburg lebte von 1952 bis zu ihrem Tod 2001 als Sr. Paula im Ursulinenkloster in Dorsten. Als Künstlerin nahm sie den Namen „Tisa“ an. Von Geburt Gräfin, aus Berufung Künstlerin und aus Überzeugung Nonne war Sr. Paula, vormals geschiedene von Barner, davor geschiedene Hess und davor geborene Gräfin Elisabeth Karoline Mary Margarete Veronika von der Schulenburg, eine höchst ungewöhnliche Frau, die annähernd ein volles Jahrhundert gelebt und fast das gesamte 20. Jahrhundert mit seinen Brüchen und Verwerfungen erlebt hat. Daher zeichneten persönliche und existenzielle Brüche auch ihr Leben. Nach Dorsten kam sie schon Ende der 1940er-Jahre. Sie wählte die Stadt, weil hier – im Kreis Recklinghausen – ihr Bruder Fritz-Dietlof Anfang der 1930er-Jahre gelebt hatte. Sie wohnte „als Ostflüchtling“ im Pfarrhaus von St. Agatha, wo sie katholisch wurde, und schnitzte für die Pfarrei aus den jahrhundertealten Balken des kriegszerstörten Rensingschen Hauses einen Kreuzweg.
Wolf Stegemann
Veröffentlicht am 26.03.2020
Gesellschaft Morgen jährt sich zum 75. Mal die Zerstörung Dorstens
Ein sinnloser Krieg und die Folgen
Am 22. März 1945 wurde die Lippestadt mit einem Bombenteppich überzogen. Tote, Verletze, Schutt und Asche. Englische Flugzeuge warfen ihre tödliche Last, nur 1 ½ Monate vor dem Ende des 2. Weltkrieges, über Dorsten ab. Jede Frage nach dem WARUM verbietet sich heute, kennt man die Geschichte. In Kurzfassung: Deutschland hat den Krieg begonnen und unendliches Leid über die überfallenen Nachbarländer gebracht. Dazu das menschenverachtende, millionenfache Morden aller anders Denkender, aller anders Aussehender, aller anders Glaubender. Erst eine Allianz der Amerikaner, Engländer, Franzosen und Russen zwang die deutschen Aggressoren in die Knie. Idiotische deutsche Durchhalteparolen an die Zivilbevölkerung verlängerte die Leidenszeit auf allen Seiten. So beschlossen die späteren Befreier vom Nationalsozialismus, die Bevölkerung auch durch Bombardierung zu demoralisieren. Ein Kriegsmittel, äußerst umstritten, wird leider auch aktuell noch überall auf der Welt eingesetzt. Der heutige Tag ist eine gute Gelegenheit, sich zu erinnern, und ohne WENN und ABER sich dem Friedensdienst zuzuwenden. Dass aus Feinden Freunde geworden sind, zeigt, dass dieser Weg alternativlos ist. Der 22. März muss in Dorsten ein Erinnerungs-, Mahn- und Gedenktag bleiben.
Eigener Beitrag
Veröffentlicht am 21.03.2020
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