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Nachrichten zum Thema Gesellschaft
Gesellschaft USA aktuell: Abscheu und Fassungslosigkeit machen sich weltweit breit
Eine Weltmacht schafft sich ab
Vor einer Woche habe ich geschrieben, mal einen Traum gehabt zu haben. Den Traum, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu besuchen, vielleicht sogar dort zu bleiben. Heute überwiegt die Abscheu über einen Präsidenten, der lügt, betrügt, beleidigt und hetzt. Diese Abscheu überträgt sich leider auf das Land, das es eigentlich so pauschal nicht verdient hat. Wenn aber Polizisten einen Menschen unter den Augen der Weltöffentlichkeit brutal umbringen können, und der Präsident den empörten Demonstranten zuruft, mit Hunden und Waffen auf Ausschreitungen reagieren zu wollen, dann ist das Maß voll. Dieser Präsident ist nicht nur eine Katastrophe, er ist eine reale Gefahr für die Welt. Rolf Mützenich, SPD-Fraktionsvorsitzender im Deutschen Bundestag fordert genau aus diesem Grund, die amerikanischen Atomwaffen aus Deutschland abzuziehen, damit nicht deutsche Soldaten eines Tages auf Befehl eines unberechenbaren Donald Trump diese Vernichtungswaffen ins „Ziel“ fliegen müssen. Respekt verdient auch Angela Merkel, die nicht zum G7-Gipfel nach Washington reisen will. Corona hilft ihr zwar zu einer guten Ausrede, aber allein die Geste der Ablehnung wird den „großartigsten Präsidenten, den die USA je hatte“ zeigen, dass nicht alle nach seiner Pfeife tanzen. Europa und Deutschland verlieren gerade den bisher wichtigsten Verbündeten. Eine bittere Erkenntnis zwar, aber erlebte, nicht für möglich gehaltene Wirklichkeit.
Ein persönlicher Kommentar aus Rhade - In Gedenken an die Opfer rassistischer Polizeiwillkür.
Dirk Hartwich
Veröffentlicht am 31.05.2020
Gesellschaft Der Blick in den Spiegel
Wie gierige Unternehmen und korrupte Politiker gestoppt werden können
Ein Experiment mit Kindern zeigt, dass die Ehrlichkeit steigt, wenn sie sich beobachtet fühlen. So nutzte an Halloween eine Gruppe der Kinder die Aufforderung, sich nur ein Bonbon aus einem Korb ohne „Aufsicht“ zu nehmen sofort aus, und machte sich die Taschen voll. Der Kontrollgruppe wurde aber ein Spiegel so hinter den Bonbonkorb gestellt, dass sich die Kinder dabei sehen konnten, etwas Unrechtes zu tun. Das verblüffende Ergebnis: Die Kinder fühlten sich von sich selbst beobachtet und gaben sich mit einem Bonbon zufrieden. Übertragen wir das Experiment in unser Wirtschaftsleben und die Politik. Wenn wir einem Teil unserer Unternehmen und einigen Parteien und Politikern keinen Spiegel vorhalten würden, dann ist die Versuchung groß, einfach in den mit unseren Steuergeldern gefüllten Korb zu greifen. Und zwar scham- und rücksichtslos. Beispiele aus jüngster Zeit gibt es genug. Lenin wird das Zitat zugeschrieben „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Und deshalb müssen Unternehmer, Manager, Banker und Börsenspekulanten lernen, dass „Staatsknete“ keine unkontrollierte Verfügungsmasse ist, die sie in Krisenzeiten einfach ohne Auflagen (an)fordern können. Der Blick in den Spiegel sollte dabei unterstützen, das zu verstehen.
Ein Kommentar aus Rhade zu den staatliche Rettungsbemühungen der Lufthansa, einiger Banken und weiterer deutscher Schlüsselindustrien.
Das Kinderexperiment wurde 1972 von Thomas Shelley Duval und Robert A. Wicklund in den Vereinigten Staaten durchgeführt.
Veröffentlicht am 26.05.2020
Gesellschaft „Wir stehen zusammen“ – Ein Beispiel funktionierender Nachbarschaft
Tägliches Singen gegen die Einsamkeit und Sorge
11 Uhr. Täglich werden die Glocken geläutet. Ein Signal für die Nachbarschaft, auf die Straße zu treten, sich mit Abstand zu begrüßen, sich auszutauschen und gemeinsam zu singen. Und zwar nicht irgendein Lied, sondern das berühmte, von Dietrich Bonhoeffer vertonte,
„Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“
So innerlich gestärkt, freuen sich tagaus, tagein die 10 bis 20 Teilnehmer auf das nächste Treffen und Singen um 11 Uhr. Gesehen und zugehört in der Gemeinde Hohenkirchen /Wangerland in Friesland. Die Idee dazu wurde in der hiesigen evangelischen Kirchengemeinde geboren und begeistert angenommen. Eine Idee, die sicherlich auch in anderen Städten und Gemeinden, zum Beispiel in Dorsten, Nachahmer finden könnte.
Ein aufmerksamer Zuhörer
Veröffentlicht am 20.05.2020
Gesellschaft Demos gegen Corona: „Ich glaube nur das, was ich will!“
Die Ohnmacht der Politik
Unsere Grundrechte sind nicht verhandelbar. Sie sind in unserer Demokratie „heilig“. Das Recht, seine Meinung zu sagen und dafür zu demonstrieren, zeichnet unsere Gesellschaftsform aus. Genauso zulässig ist es aber auch, diejenigen zu kritisieren, die mit Falschinformationen und Verschwörungsgedanken zur Verunsicherung der Allgemeinheit beitragen, bzw. sie als Ziel ausgerufen haben. Unsere gewählten Politiker müssen ständig erklären, warum sie was tun. Das gehört zu ihrer wichtigsten Aufgabe. Und Journalisten berichten darüber. Die Bürger werden über Printmedien, Radio, TV und Internet angesprochen. Es gibt aber Menschen, die alles das, was da berichtet wird, entweder gar nicht zur Kenntnis nehmen, oder als „Lügenpresse“ verunglimpfen. Sie bewegen sich ausschließlich in den sogenannten sozialen Netzwerken und bestätigen das, was ihnen zusagt mit „Daumen hoch“, oder verunglimpfen alles, was ihnen nicht passt, mit dem Standardkommentar „wie krank ist das denn?“. Mehr kommt da in der Regel nicht. Die aktuellen Demos gegen zeitlich festgelegte Beschränkungen, die unserer Gesundheit und unserem Leben dienen, machen Angst. Viele dieser Teilnehmer sind für gute Argumente nicht mehr erreichbar. Da können Politiker noch so oft aufgefordert werden, ihr Tun besser zu erklären. Eine ganz schwierige Situation für unsere Parteien, unsere Politiker und letztlich für unsere Demokratie. Geduldig zuhören, geduldig das Gespräch suchen, geduldig für unsere demokratischen Strukturen werben. Fällt sehr schwer, ist aber alternativlos.
Ein Kommentar aus Rhade
Veröffentlicht am 19.05.2020
Gesellschaft Corona-Pandemie - Wie sieht es eigentlich in unseren Partnerstädten aus?
Der Blick über den Lippestadt-Tellerrand ist auch ein Stück Solidarität
Dorsten ist reich. Reich an Partnerstädten. Acht* an der Zahl. Das ist gut und zeigt, dass wir internationale Kontakte pflegen. Wahre Freunde zeigen sich dann, wenn eine Notsituation eingetreten ist. So wie jetzt während der schrecklichen Virusseuche, die nicht vor Grenzen und Partnerstädten halt macht. Karl-Heinz Strötzel, langjähriger Vorsitzender des „Freundeskreises Nicaragua“ erinnert in seinem aktuellen Rundbrief daran, unsere Freunde nicht zu vergessen. Und die leiden in Crawley und Newtownabbey (GB), in Dormans und Ernee (F), Rybnik (POL), Hod HaSharon (ISR) und Waslala (NIC). Die Informationen, die Karl-Heinz Strötzel aus Nicaragua mitteilt, beunruhigen. Weder gibt es offizielle Erkrankungsszahlen, noch darf die Presse frei berichten. Ein Grund mehr, die Menschen in Mittelamerika, mit denen wir partnerschaftlich verbunden sind, nicht zu vergessen. Wahre Freunde zeigen sich dann, wenn ...
Eigener Bericht
* Die achte Partnerstadt ist Hainichen und liegt in Sachsen (D)
Veröffentlicht am 17.05.2020
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